Hallo,
die Frage taucht mir zu oft auf. Ich habe noch Lötdraht aus den 80er
Jahren hier. Dabei ist mir aufgefallen, dass es sehr leicht zu biegen
ist. Die Rezeptur ist mit heutigen Produkten vergleichbar. Am Lötkolben
liegt es definitiv nicht (ERSA 40 Jahre alt).
Ich habe rausbekommen, dass die schlechte Qualität beim Lötzinn daher
kommt, dass ein zu hoher Anteil von Oxiden enthalten ist. Vermutlich
stammt das heute verkaufte Lötzinn aus dem Recycling und ist nur
unzulänglich aufbereitet. Wenn es vor dem Verlöten unflexibel ist, dann
spricht das dafür. Wenn man die Verlötung nachträglich unter dem
Mikroskop anschaut, dann merkt man es offensichtlich wenn damit
irgendetwas nicht stimmt. Gerade Edsyn Silberlot ist relativ teuer, es
schmilzt schon bei ca. 180 Grad, aber gleich welches Equipment unter dem
Mikroskop zeigen sich kalte Lötstellen. Es läßt sich schwerer biegen.
Gute, wenn auch nicht sehr gute Noten bekommt bei mir Fluitin. Die
teuren Alternativen sind natürlich auch OK.
Bleifreies Lot macht die Spitzen kaputt und braucht mindestens 217 Grad.
Ansonsten gilt das gleiche wie für die anderen Lote.