Hallo,
bei meinem alten Schrank sind einige Einlass-Schlösser beschädigt (siehe
Bild). Der silberne Schiebemechanismus ist an zwei Stellen gebrochen.
Vom Material her würde ich auf Aluminium tippen, denn es ist nicht
magnetisch und Lötzinn lässt sich leicht von der Oberfläche wieder
abkratzen.
Das Ganze ist sehr eng gebaut, die Kästchen im Hintergrund sind 1cm
groß.
Was meint ihr, kann man das Schloss noch retten? Und wie?
Schloss(Er) schrieb:> Was meint ihr, kann man das Schloss noch retten? Und wie?
Vielleicht nachgießen lassen? Gipsabruck oder so? 3D Druck gibts ja auch
in Metall...
Alu eher nicht, komplexe Formen in Alu gießen ist aufwändig.
Für sowas wird gern Zink-Druckguss verwendet. Wenn die Farbe im Foto
korrekt und nicht nur verdreckt ist könnte es auch Messing oder Bronze
sein (das Gehäuse, nciht der Riegel).
Schloss(Er) schrieb:> bei meinem alten Schrank sind einige Einlass-Schlösser beschädigt
Solche Schlösser gibts doch fürn Appel und n Ei im Baumarkt.
Hast Du da nichts gefunden? Das Loch in der Holztür anzupassen
geht allemal leichter als ein kompliziert geformtes Metallteil
zu reparieren.
Ein Laserschweiß-Gerät habe ich leider nicht, müsste ich mir mal
zulegen.
Nachgießen habe ich noch nicht gemacht, hört sich aber sehr aufwendig
an.
Das Gehäuse ist vermutlich Messing oder Bronze, es ist auch nicht
magnetisch. Nur der Bügel rechts ist magnetisch. Leider fehlt mir ein
Röntgenfluoreszenzanalyse-Gerät für die genauere Bestimmung des
Materials, sollte ich mir auch mal zulegen ;)
Im Baumarkt habe ich solche Schlösser noch nicht gefunden.
Das mit der Aluminium/Weißmetall-Lötpaste hört sich interessant an.
Würde das so funktionieren : die Lotpaste auf die Bruchstellen
auftragen, dann zusammendrücken und mit einem Gasbrenner erhitzen?
Was haltet ihr von: Schweißen, Kleben, Zusammenschmelzen, ...?
Das Teil ist jetzt nicht sonderlich Komplex...
Daher würde ich es einfach neu aus mehreren Stücken Stahl feilen bzw.
die groben Formen ausarbeiten, zusammenschweißen und dann sauber feilen.
Das sind an der Platte auch nur 9 Bohrungen. Dann die anderen Teile fast
gar nicht zu bearbeiten und können fast einfach nur angeschweißt werden.
Vielleicht einen Tag Arbeit, wenn man es ordentlich und gewissenhaft
macht.
Gut, vielleicht auch aus Edelstahl. Den habe ich aber noch nicht
gefeilt, könnte vielleicht etwas zäh sein ;)
Auf die Schnelle fallen mir folgende Szenarien ein:
1. Alten Tischler nach dem "Namen" fragen und dann Bing oder
Google besuchen. Bestimmt haben die Holzwürmer auch eine
eigene Seite im Internet.
2. Ausmessen und feilen. Da stellt man allerdings fest, wie's um die
ach so tollen, eigenen, handwerklichen Fähigkeiten steht.
3. Ausmessen und Drucken (ev. lassen). Es gibt Firmen, die praktisch
alle möglichen Materialien drucken.
4. Ausmessen und mit einem Laserschweißgerät reparieren. Manche
Juweliere und Schmuckfertiger wissen wo so ein Ding steht.
5. Austauschen des gesamten Schlosses.
Hi,
Schloss(Er) schrieb:> Das mit der Aluminium/Weißmetall-Lötpaste hört sich interessant an.> Würde das so funktionieren : die Lotpaste auf die Bruchstellen> auftragen, dann zusammendrücken und mit einem Gasbrenner erhitzen?
Theoretisch ja, praktisch habe ich aber durchaus Zweifel an der
Langzeitzuverlässigkeit der Lötstellen. Zwar steht bei der Lötpaste das
die Lötstelle theoretisch stabiler sein soll - aber wenn überhaupt, dann
gilt diese Angabe sicher nur für absolut perfekte Verarbeitung. Da das
Teil an diesen Stellen schon mal gebrochen ist dürfte die Kraft da nicht
ganz klein sein, die dort wirkt.
Es ist aber ein reines Bauchgefühl - tatsächlich mit Fakten belegen kann
ich das nicht. Möglichwerweise liege ichauch völlig falsch.
Sebastian S. schrieb:> 2. Ausmessen und feilen. Da stellt man allerdings fest, wie's um die> ach so tollen, eigenen, handwerklichen Fähigkeiten steht.> 3. Ausmessen und Drucken (ev. lassen). Es gibt Firmen, die praktisch> alle möglichen Materialien drucken.
In diese Reihe würde ich dann noch ausmessen, am PC zeichnen und
(zweiteilig) Fräsen lassen hinzufügen. Das komplizierte dabei ist
alleine die Zeichnung. Die muss aber für den 3d Druck auch gemacht
werden, fürs Fräsen würde sogar 2d reichen...
Vom Material und der Größe her sollte das zumindest in der zweiteiligen
Variante (später zusammenschrauben) auf jeder besseren Käsefräse gehen.
Ob es sich lohnt liegt halt daran ob man jemanden im Bekanntenkreis hat
der eine solche Fräse (Modellbauer bspw.) hat und das im Austausch gegen
einen anderen Gefallen gerne macht, oder ob man das Fräsen teuer im
Auftrag geben muss. (Wobei die echte Arbeit wie geschrieben in der
Zeichnung liegt)
Und natürlich liegt es am Wert (Finanziell und/oder Ideell) des Stückes
bzw. welchen Unterschied ein funktionsgleiches, aber optisch anderes
ggf. mit notwendigen Anpassungen verbundenes, Schloss für das Objekt
bedeuten würde.
Denn das sollte klar sein: Wenn es nur um die Funktion geht, dann ist
der Neukauf eines ähnlichen -wenn auch optisch abweichenden- anderen
Schlosses sicher die billigste und einfachste Art die Funktion auch
langfristig wieder herzustellen.
Gruß
Carsten
Wie schon geschrieben gibt es unzählige Möglichkeiten. Ich würde nicht
versuchen das Druckguss Teil zu reparieren, wie geschrieben ist es
wahrscheinlich Zink.
Mir einfachen Mitteln neu anfertigen: Messingblech, Laubsäge, die Stege
aus 4-Kantmaterial und auflöten. So hätte ich das früher gemacht.
Heute würde ich das wohl aus Bronze infiltriertem Stahl 3d drucken
lassen, wird ca. 20- 30€ kosten. Zeitaufwand für CAD und Daten
abschicken vielleicht 15 Minuten...
asdfre schrieb:> Laserschneiden lassen.
Dürfte nicht so leicht sein, weil da in der Tiefe noch der
Sperrriegel ist. Laser klappt gewöhnlich nur bei flachen
Werkstücken.
butsu schrieb:> Heute würde ich das wohl aus Bronze infiltriertem Stahl 3d drucken> lassen, wird ca. 20- 30€ kosten.
Naja, ein neues Schloss aus dem Baumarkt dürfte vermutlich
nur ein Zehntel davon kosten...
Notfalls baut man ein solches Schloss aus dem am Strassenrand
stehenden Sperrmüll aus.
Ich würde Draht erodieren. (Dürfte so 50 Euro kosten)
Mehrere Bleche (Messing ,10 Stück?) übereinander als Paket mit Schrauben
fixieren.
Selber Startloch bohren ausmessen und eine Zeichnung anfertigen.
Dann eine Metallbutze aufsuchen, am besten Werkzeugbau.
Die Stege (oder Abstandshalter?) auflöten.
Edit:
Ist Zinkdruckguss.
Sieht man an den Auswerferabdrücken.
Also doch nichts antikes wie ich vorher vermutet habe.