Gehäuse mit Heizfolie heizen.

Persönliche Seite #4802527
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Hallo

Habe ein Problem mit einem Nirogehäuse!
Das Gehäuse ist in einen Raum wo die Luftfeuchtigkeit 80-90% ist und das 
Gehäuse absäuft!
Das Gehäuse ist IP 68 und wirklich dicht!
Aber durch die hohe Luftfeuchtigkeit kommt irgendwie Kondenswasser  in 
das Gehäuse und die Elektronik säuft langsam ab!

Hab mir gedacht mit einer Heizfolie das ganze in griff
zu bekommen. Meine Betriebspannung ist 6Volt
Und ich finde aber nur Folien mit 12Volt und 5 Volt

Hab mir eine Folie bestellt mit 12 V 3W
Und die wird mit 6V nur Handwarm

Hat einer eine andere Idee wie ich das
Problem beheben kann
Das Gehäuse ist 220x110x70mm


Danke für die Hilfe
Gast #4802597
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Hermann R. schrieb:
> Das Gehäuse ist IP 68 und wirklich dicht!

Wasserdicht ist nicht luftdicht. Sobald warme Luft auf kalte Flächen 
kommt bildet sich Kondenswasser dort. Begründung: weil die warme Luft 
mehr Feuchtigkeit aufnehmene kann als kalte. Eine eiskalte Bierflasche 
aus dem Kühlschrank wäre Dein Experiment dazu. Man könnte sie aber 
besser isolieren. Dann bildet sich kaum Kondenswasser. Gehäuse im 
Gehäuse wäre z.B. eine Möglichkeit die Temperaturunterschiede zu 
verringern.
Gast #4802655
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Hermann R. schrieb:
> Habe ein Problem mit einem Nirogehäuse!
> Das Gehäuse ist in einen Raum wo die Luftfeuchtigkeit 80-90% ist und das
> Gehäuse absäuft!
Hmm, gibt es Temperaturschwankungen, dass das Gehäuse zeitweise kühler 
als die Umgebung ist?

> Hab mir gedacht mit einer Heizfolie das ganze in griff
> zu bekommen. Meine Betriebspannung ist 6Volt
Wenn Platz ist, werfe ich mal sowas in den Raum:
http://www.pollin.de/shop/dt/ODcwOTc3OTk-/Bauelemente_Bauteile/Passive_Bauelemente/Widerstaende/Hochlast_Widerstand_WIDAP_WD25_15_.html

https://www.reichelt.de/im-Metallgehaeuse/2/index.html?ACTION=2&LA=2&GROUPID=5270

Ich denke, es wird auch Sinn machen, das Gehäuse von außen thermisch zu 
isolieren!

> Hab mir eine Folie bestellt mit 12 V 3W
> Und die wird mit 6V nur Handwarm
Klar, halbe Spannung und halber Strom = 0,75 Watt.
Moderator (Firma: Titel) Persönliche Seite #4802684
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Hermann R. schrieb:
> Und mit 6 Volt betreiben wie Heiß wird so eine Widerstand.
> Und wie viel Strom friest der.
I = 6V/15R = 0,4A
P = U*U/R = 36/15 W = 2,4W

Das ist etwa 3 mal so viel wie die Heizfolie.

Wie warm der Widerstand letztlich wird, hängt von der Kühlung ab. Aber 
du solltest sowieso nicht das Gehäuse heizen, sondern die Luft im 
Gehäuse...
Gast #4802690
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.pdf gelesen? "Korrosion aufgrund eingesaugter feuchter
Luft und Kondensatbildung bei Abkühlung" Deine konstante Heizleistung 
heizt im Sommer das 70 Grad heiße Gehäuse in der Sonne und weit weniger 
im Sibirischen Winter.

Du brauchst entweder eine Membran zum Druckausgleich oder eine KONSTANTE 
Temperatur in Deiner Kiste damit nicht täglich Unmengen feuchte Luft 
hinein gelangen. Der Barometereffekt bleit trotzdem. 
https://de.wikipedia.org/wiki/Barometer#/media/File:Design_of_aneroid_barometer_aneroid_cell.JPG
Gast #4802694
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Hermann R. schrieb:
> Hallo
>
> Habe ein Problem mit einem Nirogehäuse!
> Das Gehäuse ist in einen Raum wo die Luftfeuchtigkeit 80-90% ist und das
> Gehäuse absäuft!
> Das Gehäuse ist IP 68 und wirklich dicht!
> Aber durch die hohe Luftfeuchtigkeit kommt irgendwie Kondenswasser  in
> das Gehäuse und die Elektronik säuft langsam ab!
>
> Hab mir gedacht mit einer Heizfolie das ganze in griff
> zu bekommen. Meine Betriebspannung ist 6Volt
> Und ich finde aber nur Folien mit 12Volt und 5 Volt
>
> Hab mir eine Folie bestellt mit 12 V 3W
> Und die wird mit 6V nur Handwarm
>
> Hat einer eine andere Idee wie ich das
> Problem beheben kann
> Das Gehäuse ist 220x110x70mm
>
>
> Danke für die Hilfe

Üblicherweise wird da am tiefsten Punkt ein kleines Loch vorgesehen, 
damit das kondensierte Wasser abtropfen kann. Elektronik mit Schutzlack 
behandeln.

Es gibt Situationen, in denen das einfache Loch nicht so einfach möglich 
ist (Lebensmittelindustrie) Da gibt es für diesen Zweck geeignete 
Einsätze, die dann die Reinugungslaugen aus dem Hochdruckreiniger 
aushalten.

btw: unter dem Tropfloch eine dafür geeignete Fläche vorsehen, auf denen 
das Wasser wieder verdunsten kann.

Das mit dem Widerstand... vergiß es, kostet nur sinnlos Energie und löst 
Dein Problem mitnichten, es verzögert die ganze Geschichte nur um einige 
Zeit.

Denn die paar W verpuffen in dem Gehäuse weitgehend wirkungslos denn 
Kondensat gibt es nur dann wenn es draußen kühl ist... Niro leitet die 
Kühle recht gut ins Gehäuse, vor allem bei den Abmessungen, es muß halt 
dann ein paar °C kühler werden bis es kondensiert... aber es wird 
dennoch kondensieren.


MiWi
Gast #4802709
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Hermann R. schrieb:
> Das Gehäuse ist IP 68 und wirklich dicht!
> Aber durch die hohe Luftfeuchtigkeit kommt irgendwie Kondenswasser  in
> das Gehäuse und die Elektronik säuft langsam ab!

Dann ist es nicht "wirklich dicht". Immer wenn der Luftdruck draußen 
steigt, wird durch irgendeine nicht dampfdichte Stelle (feuchte) Luft in 
das Gehäuse gesaugt werden. Beim nächsten Sinken des Außendrucks gehts 
sie wieder raus und hat inzwischen ihre Feuchte zumindest teilweise im 
Gehäuse abgeladen. Bau zumindest eine gut bewegliche Membran ein, so 
dass bei äußeren Druckänderungen der Innendruck ohne Gasaustausch folgen 
kann. Um das Gehäuse innen einmal richtig trocken zu kriegen, hilft 
Kieselgel o.ä.

Hast du die Dichtungen richtig mit Silikonfett "anfeuchtest"?
Gast #4802996
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Hermann R. schrieb:
> Das Gehäuse ist IP 68 und wirklich dicht!
> Aber durch die hohe Luftfeuchtigkeit kommt irgendwie Kondenswasser  in
> das Gehäuse und die Elektronik säuft langsam ab!

Ergebniss: Das Gehäuse ist nicht dicht.

Wenns gut werden soll, kann man es mit Stickstoff oder Argon unter 
Überdruck füllen. Dann gibts garantiert keine Probleme mit 
Kondenswasser.

Tom schrieb:
> Hier wird ausführlich beschrieben, warum ein dichtes
> Elektronikgehäuse
> auf Dauer Wasser nach innen pumpt:
> http://www.sv-edv.de/beitraege/hohlraeume.pdf

IRRTUM!!!
Ein DICHTES Gehäuse lässt überhaupt nichts rein und auch nichts raus!
Mit Kabeldurchführungen gibt es auch keine nennenswerten Probleme, wenn 
sie dicht sind. Wenns wirklich diffusionsdicht werden muss, muss man 
Keramik-Metall-Durchführungen verwenden.

Bei geringeren Anforderungen kann man gute Schraubdurchführungen 
verwenden. Pfusch und Schlamperei bei der Montage machen sich sehr 
schnell und gnadenlos bemerkbar.
Gast #4803003
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Hermann R. schrieb:
> Wenn ich so ein Hochlast-Widerstand WIDAP WD25, 15 Ω verwenden würde.
> Und mit 6 Volt betreiben wie Heiß wird so eine Widerstand.
> Und wie viel Strom friest der.
Aus waeiah, drei Zeilen und so viele Fehler drin - Deutsch 5?

Die Leistung berechnet sich nach Herrn Ohm, das sind 2,4 Watt. Welche 
Temperaturerhöhung das in Deinem Gehäuse ergibt, kann ich Dir nicht 
vorrechnen. Die von mir bennannten Links sind Beispiele für 
Hochlastwiderstände, keine konkrete Auslegung.

Klar ist, dass es im Gehäuse immer leicht wärmer als draußen sein muß.

Wenn es kommerziell ist und Geld kosten darf, hilft z.B. die Firma 
Raychem, da gibt es Heizkabel, die sich über einen PTC-Effekt selbst 
regeln.
#4803012
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>Das Gehäuse ist IP 68 und wirklich dicht!
Eine "normale" Dichtung gegen Wasser sollte auch "normale" 
Luftdruckunterschiede abkönnen. Sonst verdient sie ihren Namen nicht.
In diesem Zusammenhang: Hast Du mal die Befestigung, an der Wand, ins 
Auge gefasst?

Eine Membran, die falls die Dichtung bei Luftdruckunterschieden, doch 
nicht mehr dicht ist.

Beim Verschließen ein neues Päckchen Trockengranulat in die Kiste legen.
#4803436
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Hermann R. schrieb:
> Hallo
>
> Habe ein Problem mit einem Nirogehäuse!
> Das Gehäuse ist in einen Raum wo die Luftfeuchtigkeit 80-90% ist und das
> Gehäuse absäuft!
> Das Gehäuse ist IP 68 und wirklich dicht!
Dicht gegen was? flüssige Wasser?
Wasser macht Wasserstoffbrückenbindungen und ist daher einfacher gegen 
Wasser als gegen z.B. Ethanol oder Gase abzudichten.


> Aber durch die hohe Luftfeuchtigkeit kommt irgendwie Kondenswasser

Stichwort: Partielles Dampfdruckgefälle.
Du hasst konstant einen Dampfdruck der die gasförmigen H2O Molekülchen 
ins Gehäuse druckt.
Durch höhere Temperatur im Gehäuse kannst du das partielle 
Dampfdruckgefälle umkehren.

> Hab mir gedacht mit einer Heizfolie das ganze in griff
> zu bekommen.
Heizfolie, Heizwiderstand, = egal

> Hab mir eine Folie bestellt mit 12 V 3W
> Und die wird mit 6V nur Handwarm
Und wie ist die Temperatur ausserhalb des Gehäuses?
Wenn du im Mittel 3K Übertemperatur hasst sollte es reichen.
Schau ins hx Diagramm

> Hat einer eine andere Idee wie ich das
> Problem beheben kann
> Das Gehäuse ist 220x110x70mm

Wie bei jedem Ampelschaltkasten: Grösseres Gehäuse, mehr Heizung.

Alternativ in Epoxy vergiessen.
#4803451
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Wir haben in meiner alten Firma ähnliche Probleme gehabt mit Geräten, 
die an LKWs eingesetzt wurden.

Die Lösung war so primitiv, wie effektiv: Eine Goretex-Membran (gibt es 
fertig zu kaufen, kosten 1-2 Euro).

Durch das wasserdichte Gehäuse erzeugt man eine Druckdifferenz. Und da 
wasserfeste Gehäuse nicht gasdicht sind, zieht es feuchte Luft in das 
Gehäuse. Die Elektronik säuft ab.

Durch die Goretextmembran hingegen findet der Druckausgleich statt. 
Gegen Wasser ist die Membran dicht, nicht aber gegen Dampf. Und somit 
kann eingedrungene Feuchtigkeit auch wieder entweichen.

Und wenn Du es 100% dicht haben willst, dann gieße den ganzen Käse in 
Silikon ein.
Persönliche Seite #4803555
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Beheizen ist ein durchaus legitimes Verfahren, um die relative Feuchte 
unter 100% zu drücken und damit die Betauung zu verhindern.

Als Ausgangsbasis dienen kann 
http://www.prof-gossner.eu/pdf/21-Waermeableitung.pdf. Dort wird für den 
Übergangswiderstand Metall-Luft 10W/m²K angegeben.

Dein Gehäuse hat ca. 0,1m² Oberfläche, wenn ich richtig rechne. Damit 
wird 1W in der Innenluft eine Temperaturerhöhung um ca. 1K 
(umgangssprachlich 1°C) bewirken. Mit 2,4W sind es entsprechend 2,4K 
gegenüber der Umgebungstemperatur.

Wenn statt der Innenluft die Leiterplatte direkt beheizt wird und 
thermisch isoliert gegenüber dem Gehäuse ist, hast du drei Übergänge in 
und von Luft:
1. Leiterplatte->Innenluft
2. Innenluft->Gehäuse
3. Gehäuse->Außenluft

In grober Näherung kannst du den Wert also dann mit 3 multiplizieren, 
die 2,4W sollten also die Leiterplatte (die ja nicht betauen soll) um 
7,2K gegenüber der Außenluft erwärmen. Das müsste dicke reichen.

Die Rechnung ist grob vereinfacht:
- Es fehlt der thermische Widerstand des Edelstahls
- Außenluft hat immer eine gewisse Konvektion. Die 0m/s, die Gossner 
angibt, sind unrealistisch; 0,3m/s hat man eigentlich immer.
- Wärmestrahlung habe ich unter den Tisch fallen lassen (bei blankem 
Edelstahl ist das aber auch nicht viel)
- Auch wenn du den Widerstand auf die Leiterplatte setzt, wird er nicht 
nur diese erwärmen, sondern auch die Innenluft direkt. Der Faktor 3 ist 
deswegen sicher zu optimistisch.
- Wenn das Gehäuse irgendwo angeschraubt ist, kann es auch auf diesem 
Weg eine Menge Wärme verlieren oder zugeführt bekommen.
Gast #4803829
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Nimm so eine Goretexmembran (gibt's ferig als Stopfen zum Einschrauben), 
wie schon oben vorgeschlagen. Heizen klingt zwar gut, aber hat bei uns 
ohne Membran nicht geholfen. Wir gaben Geräte in tropischen Klima 
eingesetzt, die waren nach einer Woche trotz IP67 voll Wasser. Seit wir 
die Goretex- Dinger eingebaut haben, gibt's keine Probleme mehr. Der 
Hersteller baut die für uns jetzt gleich ein.

Jörg

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