Solche Kurse leiden oft daran, dass einfach bereits vorhandene
Vorlesungsskripte recycled werden und so schnell ein
Weiterbildungsangebot konstruiert wird, das eben nicht besonders auf die
Berufspraxis zugeschnitten ist.
Zum Beispiel, warum braucht ein solcher Kurs für berufliche
Weiterbildung (a) eine wissenschaftliche Leitung (statt gestandener
Praktiker) und (b) noch dazu von drei Professoren? Ich würde mal
suchen was die Professoren normalerweise lehren und wie sich das
"zufällig" mit den Kursinhalten überschneidet.
Den Kurs werden die Professoren sowieso nicht halten, das machen
irgendwelche schlecht bezahlten wissenschaftliche Mitarbeiter.
Der Kurs hat auch noch den klassischen Nachteil den man häufig bei von
Präsenzhochschulen gestrickten Kursen sieht: Sie können einfach nicht
von der Präsenz lassen. Der Kurs hat Präsenzphasen und verkauft die
Präsenzphasen als "blended learning". Blendel learning my arse ...
Präsenzphasen sind für Berufstätige richtig scheiße. Wer nicht gerade um
die Ecke wohnt muss kostbaren Urlaub oder Wochenenden investieren und
kann den Kurs eventuell nicht einmal ohne Wissen seines Arbeitgebers
absolvieren. Dieser Präsenz-Fetisch zeigt wie weit die Hochschulen von
der realen Arbeitswelt entfernt sind.
Wenn dir der Kursinhalt wirklich zusagt, wenn du mit den Nachteilen, wie
den idiotischen Präsenzphasen leben kannst, wenn du die ECTS Punkte
brauchst, wenn du den Schein brauchst, etc. dann mach den Kurs.
Ansonsten gilt die alte Regel, der Ingenieur bildet sich selbstständig
weiter. Lese Bücher, baue selber was, mach kleine private Projekte,
studiere existierende Projekte, suche und mache MOOCs ohne
Präsenzphasen, usw., und lass die Finger von Kinderkram wie Arduino.