Ralf schrieb:> Manchmal frage ich mich schon warum wir uns beim Layouten den Kopf> zerbrechen über Impedanz und Längen-Matching, wenn Ethernet so Robust> ist, soetwas zu überstehen ;-)
Irgendwer muss schließlich ordentlich arbeiten, damit genug Spielraum
bleibt den die anderen "nutzen" können ;-)
Ralf schrieb:> Manchmal frage ich mich schon warum wir uns beim Layouten den Kopf> zerbrechen über Impedanz und Längen-Matching, wenn Ethernet so Robust> ist, soetwas zu überstehen ;-)
Du weißt ja gar nicht ob es das wirklich voll "übersteht": wenn die
Leitung an der Stelle z.b. nur 30 Meter lang ist statt den vollen von
der Spec geforderten 90m+2x5m, dann ist es wesentlich wahrscheinlicher
daß es trotz der ein wenig ausbaufähigen Verkabelungstechnik
funktioniert.
Wenn Du also ein Gerät mit GigE baust, Du testest es mit 10m Kabellänge
und es geht mit Deinem 08/15-Switch, dann heißt das noch nicht viel.
Hallo,
wer behauptet denn, dass diese Verdrahtung für Gigabit-Ethernet gedacht
ist?
Im industriellen Umfeld wird zwar auch für poplige Sensoren inzwischen
oft Ethernet (miss-)braucht, aber da sind dann 100MBit oft schon
High-End und 10MBit auch völlig ausreichend (z.B. weil eh nur Daten mit
paar kBaud zugeliefert werden).
Am Ende steht sogar die Frage, ob das überhaupt für Ethernet gedacht
ist, oder ob man nur mal eben einen Feldbus wie RS485 mit RJ45 verkabelt
hat.
Gruß Oletronika
Bürovorsteher schrieb:> Na und? Ist doch ordentlich ausgeführt, was soll daran nicht> funktionieren?
Hast Du schonmal ein Layout für GigE o.ä. gemacht?
Da soll man das "etwas" ordentlicher machen nach den Herstellervorgaben,
darum gehts.
Da macht man sich auch Sorgen wegen Übersprechen und EMV - auf dem Bild
liegen ein Haufen Leitungen von 7 Ports alle ungeschirmt dicht wie
Spagetthi durcheinander ;-)
GigE verwendet PAM-5 Modulation, man hat also 4 Augen übereinander mit
nur 0.5V Öffnung statt 2 Augen mit 1V wie beim 100er Eth.
Zumindest sind die zusammengehörenden Adern eines Paares gleich lang.
3 cm ungeordnete Leitungsführung verursachen kein nenennswertes
Übersprechen.
EMV spielt bei der leichten Auseinanderdrillung der Paare auch keine
Geige.
Erst bei Funktionsunfähigkeit der Gigabits würde ich das begradigen.
Naja, das Foto schicken wir jetzt aber an die Bildzeitung als Aufreger
der Woche, gelle?
Ralf schrieb:> Manchmal frage ich mich schon warum wir uns beim Layouten den Kopf> zerbrechen
Wo du recht hast hast du recht - der verantwortungsbewusste Ingenieur
richtet sich selbstverständlich immer nach dem schlechtesten Beispiel,
dass er finden kann. Echte Kreativität wäre es allerdings zu probieren,
ob es nicht auch noch etwas schlechter geht.
Georg
Bürovorsteher schrieb:> Zumindest sind die zusammengehörenden Adern eines Paares gleich lang.
Das stimmt.
> 3 cm ungeordnete Leitungsführung verursachen kein nenennswertes> Übersprechen.
Das im Bild sind locker 6 cm lange Leitungen (siehe Eth. Stecker) :-)
Skandal --> ab zur Bildzeitung damit ;-P
Der Threadstarter meinte das sicher nicht als "Aufreger" und ich auch
nicht, ist nur lustig welch Aufwand man im Vergleich dazu beim Layout
treibt wenn man das da dann sieht ;-)
Bürovorsteher schrieb:> EMV spielt bei der leichten Auseinanderdrillung der Paare auch keine> Geige.
Insbesondere nicht im weitgehend von Metall umschlossenen Patchfeld.
Bürovorsteher schrieb:> EMV spielt bei der leichten Auseinanderdrillung der Paare auch keine> Geige
Irgendwo ist spezifiziert, wie lang der entdrillte Abschnitt sein darf,
aber da ist duch die Impedanz begründet und nicht durch EMV-Fragen.
Im übrigen ist da nirgends ersichtlich ob das überhaupt GBit-Ethernet
ist.
Georg
Ich gehe mal davon aus, dass diese Verkabelung zu Zeiten Kaiser Karl des
Radfahrers gemacht wurde, als an Gb noch lange keine Rede war und sie
beim Funktionstest mit 10/100 ihren Zweck erfüllt hat. Der
Betriebselektriker hat es eben so gut gemacht, wie er es verstanden hat.
Fall 1: Hier gehen vllt tatsächlich Gbit drüber und es funktioniert:
wen juckt es?
Fall 2: Hier wird im Fernsprech-Basisband 0,3 - 3,4 kHz gearbeitet und
niemals ein Ethernet-Gerät angeschlossen. Dann ist die Welt auch in
Ordnung.
Fall 3: Es ist Ethernet mit 10 Mbit/s und es funktioniert; dann lassen
wir es so, wie es ist.
Bürovorsteher schrieb:> Ich gehe mal davon aus, dass diese Verkabelung zu Zeiten Kaiser Karl des> Radfahrers gemacht wurde, als an Gb noch lange keine Rede war
Den Farben nach ist das aber Cat 7.
Man sieht nur nicht mehr viel von der Schirmung der Einzelpaare.
Den Schirm sollte man eigentlich mit unter die Zugentlastung klemmen.
Man erkennt nicht wirklich ob das hier ordentlich gemacht wurde.
Zur Aufklärung. ...
Das Bild wurde gestern von mir gemacht. (So schnell finden Bilder ihren
Weg durchs Netz) ;)
Ich habe das Panel so vorgefunden. Musste ein paar Anschlüsse ergänzen.
Es ist eine Frechheit so etwas zu hinterlassen.
Läuft auf 10/100. Ist Cat7 Leitung. Wurde angeblich von einer Fachfirma
montiert. Messergebnisse(nur zum Spaß) jenseits von gut und böse.
Das schöne daran ist damit hab ich gleich den Auftrag mitgenommen alles
auf Cat 6A EA umzurüsten da etliche Probleme mit dem Netz vorhanden
sind.
@Ralf (Gast)
>https://scontent.ftxl1-1.fna.fbcdn.net/v/t1.0-9/15...
TOP!!!
>Manchmal frage ich mich schon warum wir uns beim Layouten den Kopf>zerbrechen über Impedanz und Längen-Matching, wenn Ethernet so Robust>ist, soetwas zu überstehen ;-)>Und ja: die Routing Regeln in den Specs von USB, PCI-E, etc. sind>teilweise überspezifiziert.
Meine Rede seit Jahren!
Dip.-Ing. (FH) schrieb:> Dominik H. schrieb:>> Messergebnisse(nur zum Spaß) jenseits von gut und böse.> Was hast du denn gemessen?
und lag es wirklich am Patchfeld?
Peter II schrieb:> und lag es wirklich am Patchfeld?
Erste Kandidaten für systematische Probleme, eine bestehende 100Mb
Verkabelung für 1Gb zu verwenden, sind die beiseitigen Anschlüsse, also
Dosen und Patchfelder. Die Kabel selbst weniger, wiewohl da natürlich
Aussreisser vorkommen können, z.B. bei mechanischem Schaden.
A. K. schrieb:> Peter II schrieb:>> und lag es wirklich am Patchfeld?>> Erste Kandidaten für systematische Probleme, eine bestehende 100Mb> Verkabelung für 1Gb zu verwenden, sind die beiseitigen Anschlüsse, also> Dosen und Patchfelder. Die Kabel selbst weniger, wiewohl da natürlich> Aussreisser vorkommen können, z.B. bei mechanischem Schaden.
schon klar, ich wollte nur wissen ob die Messergebnisse nur durch
"richtiges" auflegen besser wurden.
Lasse uns doch bitte ein paar Messergebnisse vor und nach Umbau zuteil
werden, dann brauchen wir uns nicht in end- und fruchtlosen Mutmaßungen
zu ergießen.
Mich würde z.B. die BER interessieren.