Hallo Leute, habe da grad eine uralte Narva-Glühlampe (230V 60W) in den
Händen, und entdecke doch tatsächlich was, das mir nicht bekannt ist...
Eine der beiden Stromzuführungen, also die Drähte, die durch das Glas
bis zur Wendel führen, ist nochmal unterbrochen. Mit einem zusätzlichen
Glasröhrchen, das einen dünneren Draht enthält. Optisch sieht es aus wie
das Gehäuse eines Reedschalters, nur daß dort halt nur ein dünner Draht
ähnlich einer Sicherung drin ist.
Was ist das, tatsächlich eine Sicherung? Falls ja, wozu?
vielew Glühlampen haben sicherungen eingebaut, ist nur als Verdünnung
irgendwo zwischen..
Da wenn der Wendel durchbrennt, ein Lichtbogen entsteht..Ein Lichbogen
ist extrem niederohmig und verursacht einen Kurzschluss
Thomas M. schrieb:> Da wenn der Wendel durchbrennt, ein Lichtbogen entsteht..Ein Lichbogen> ist extrem niederohmig und verursacht einen Kurzschluss
ganz genau
vn nn schrieb:> sie zieht> möglicherweise trotzdem einen Lichtbogen beim durchbrennen.
"möglicherweise" bedeutet hier: nein, macht sie nicht. Niemals, auch
nicht das 10 millionste Exemplar. Aber es ist interessant, daß selbst
vor 30 Jahren oder mehr schon unsinnige Bestimmungen eingehalten werden
mussten.
Solche Sicherungen haben nicht mal sehr viel leistungsstärkere
Halogenbrenner, bei denen ein Lichtbogen viel wahrscheinlicher wäre.
Frage ist beantwortet, mit recht kurioser Erkenntnis. Danke.
Der Öler schrieb:> Warum fragst Du, wenn du alles besser weißt?
Ich weiß nicht alles besser, aber haben einen Kopf zum Denken, und kann
irgendwo Geschriebenes und jahrzehntelange Erfahrungen in einen
schlüssigen Einklang bringen. Mit dieser Fähigkeit sind hier weniger
Leute ausgestattet, als man annehmen sollte.
Thomas M. schrieb:> vielew Glühlampen haben sicherungen eingebaut, ist nur als Verdünnung> irgendwo zwischen..> Da wenn der Wendel durchbrennt, ein Lichtbogen entsteht..Ein Lichbogen> ist extrem niederohmig und verursacht einen Kurzschluss
Ja, das habe ich mal beim Einschalten erlebt und es löste die Sicherung
im Sicherungskasten aus.
Allerdings hatte ich auch schon Durchbrennen im Betrieb ohne Lichtbogen;
das hängt wohl von mehreren Faktoren ab wie der aktuellen Spannung wenn
die Unterbrechung beginnt.
OK, jetzt geht's endgültig ins Reich der Märchen...
Also wie gesagt, vielen Dank, daß ihr mich zur korrekten Erkenntnis
gebracht habt. Manchmal, ja sogar oft muss man eben zwischen den Zeilen
lesen.
Das kommt davon, wenn 5V Artisten über Hochspannung und Lichtbögen
nachdenken. Denken ohne Wissen ist verlorene Zeit!
Natürlich kann es Lichtbögen in Glühlampen geben.
Auch die Entwicklung einer Glühbirne hat einen wissenschaftlichen
Hintergrund.
Fragender schrieb:> Ich weiß nicht alles besser, aber haben einen Kopf zum Denken, und kann> irgendwo Geschriebenes und jahrzehntelange Erfahrungen in einen> schlüssigen Einklang bringen. Mit dieser Fähigkeit sind hier weniger> Leute ausgestattet, als man annehmen sollte.
So ist das also, wir sind endgültig im postfaktischen Zeitalter
angekommen.
Wohin muss man auswandern, um vor den überhand nehmenden Idioten
halbwegs sicher zu sein?
Melde mich dann mal freiwillig für den Mars...
Resignierender schrieb:> Wohin muss man auswandern, um vor den überhand nehmenden Idioten> halbwegs sicher zu sein?
China ginge noch halbwegs, da müssen die Leute hart arbeiten und haben
noch keine Zeit zu ihrer eigenen Hirntoastung. Noch wie gesagt...
Die letzte Handlung einer Glühbirne kann ein einfaches dahinscheiden mit
einem leisen Klick sein. Oder sie kann demonstrativ die Sicherung im
Sicherungskasten schmeissen - und das nicht so selten.
Dass dies gemäss der Ansicht mancher nicht möglich sei, das weiss sie
nicht und tut es trotzdem.
Fragender schrieb:> Was ist das, tatsächlich eine Sicherung?
Ja.
Glühlampen ohne Sicherung bringen beim Durchbrennen schon mal die
Haussicherung zum auslösen, weil das Plasma des verdampfenden Wolframs
wie eine Kurzschluss wirkt.
Die dünne Drahtstelle soll das verhindern. Im Westen hat man sich die
extra-Glasumhüllung gespart.
A. K. schrieb:> Die letzte Handlung einer Glühbirne kann ein einfaches dahinscheiden mit> einem leisen Klick sein. Oder sie kann demonstrativ die Sicherung im> Sicherungskasten schmeissen - und das nicht so selten.
Speziell bei den kleinen E14-Kerzenlampen. Solche Lichtbögen
sind m.W. der häufigste Grund für Defekte an Dimmern.
Fragender schrieb:
>Ein Lichtbogen bei einer Glühlampe? Da bin ich nicht so ganz von>überzeugt.
In einem Radiobastelbuch wurde mal ein Experiment vorgeschlagen,
eine Zweifaden-KFZ-Glühbirne, bei dem ein Faden durchgebrannt
ist, als Röhrendiode zu verwenden. Dieses Experiment habe ich
vor einigen Jahrzehnten mal gemacht. Also der noch vorhandene
Glühfaden ist die direkt geheizte Kathode und der freie
Anschluß die Anode. 200V Anodenspannung angelegt und den
Anodenstrom gemessen. Es floß eine Weile lang einige
mA Strom, bis auf einmal ein Lichtbogen übersprang,
der Zeiger von meinem Meßgerät war dann abgebrochen und
das Meßgerät war tot. Das hatte ich nun von diesem
Experiment gehabt.
Günter Lenz schrieb:> In einem Radiobastelbuch wurde mal ein Experiment vorgeschlagen,> eine Zweifaden-KFZ-Glühbirne, bei dem ein Faden durchgebrannt> ist, als Röhrendiode zu verwenden.
Hmm, sind solche Lampen nicht gasgefüllt? Das würde
die Entstehung eines Lichtbogens begünstigen.
Harald W. schrieb:> Hmm, sind solche Lampen nicht gasgefüllt? Das würde> die Entstehung eines Lichtbogens begünstigen.
Ein Schutzgas heißt doch nicht Schutzgas, weil es einen Lichtbogen
begünstigt...
Hallo Fragender.
Fragender schrieb:> Ich weiß nicht alles besser, aber haben einen Kopf zum Denken, und kann> irgendwo Geschriebenes und jahrzehntelange Erfahrungen in einen> schlüssigen Einklang bringen.
Wie bringst Du denn damit meine ebenfalls jahrzehntelange Erfahrung,
dass ich sehr oft nach dem Durchbrennen einer Glühlampe zum
Sicherungsautomaten tappen musste, um den 16A Automaten zurückzusetzten,
in Einklang?
In einigen Fällen wiederum war der Automat etwas zu langsam im Vergleich
zur Sicherung in der Glühlampe, so dass das Plasma des Lichtbogens den
Glaskolben sprengte......
Desweiteren sollte man bedenken, das eventuell eine Glühlampe nicht nur
an Wechselstrom, sondern auch an Gleichstrom betrieben werden kann.
Unter Gleichstrom ziehen sich Lichtbögen wie Käsefondue. Und das gilt
nicht nur für "echte" Gleichstromnetzte. Primitive ein Quadranten Dimmer
haben eine erhebliche Gleichstromkomponente.
Hochvolthalogenlampen haben mit Sicherheit auch so eine Sicherung. Die
150 und 200W Typen habe ich sogar mit sandgefüllten Sicherungen gesehen.
Bei Niedervolt 12V ist es nicht ganz so kritisch, aber ab 24V aufwärts,
und so richtig ab 30V aufwärts wird es schwer mit der Lichtbogenlöchung.
Bei der 4kW Halogenbogenlampe, mit der ich mal zu tun hatte (Belichter
für Leiterplatten), war eine Drossel und ein Frequenzumrichter
vorhanden. Der Strom wurde im wesentlichen durch die Frequenz und die
Drossel vorgegeben, und zur Einstellung die Frequenz verändert. In Falle
eines Kurzschlusses
begrenzt hier dann die Drossel den Strom.
> Mit dieser Fähigkeit sind hier weniger> Leute ausgestattet, als man annehmen sollte.
Sehr richtig beobachtet. Vermutlich im Spiegel... :O)
Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.l02.de
Bernd W. schrieb:> Wie bringst Du denn damit meine ebenfalls jahrzehntelange Erfahrung,> dass ich sehr oft nach dem Durchbrennen einer Glühlampe zum> Sicherungsautomaten tappen musste, um den 16A Automaten zurückzusetzten,> in Einklang?
Muss er nicht, denn er hält sich Hegels Regel: Wenn die Tatsachen nicht
mit der Theorie übereinstimmen – umso schlimmer für die Tatsachen.
Früher, als Glühbirnen noch gebräuchlicher waren und vermutlich noch
keine eingebaute Sicherung hatten, habe ich es mehr als einmal erlebt,
dass beim Ableben einer Birne diese regelrecht explodiert ist.
@Fragender (alle anderen bitte nicht weiterlesen, da sonst euer Weltbild
erschüttert werden könnte):
Du hast völlig recht: Natürlich gab es da keinen Lichtbogen. Denn
jeweils kurz nach der Explosion sah ich Wyatt Earp auf seinem Pferd
davongaloppieren, der offensichtlich gerade seine allmorgendlichen
Schießübungen absolviert hatte.
npn schrieb:> Ein Schutzgas heißt doch nicht Schutzgas, weil es einen Lichtbogen> begünstigt...
In Luft würde das Wolfram des Fadens mit dem Sauerstoff reagieren, also
abbrennen. Daher ist sogenanntes Schutzgas drin, nämlich Gas, was nicht
mit Wolfram reagiert. Ionisierbar ist das aber auch.
Eine grobe Parallele zur explodierenden Glühlampe kann man
möglicherweise in der Physik der Gasentladungslampen finden. Deren
entscheidende Faktor ist die Zündung. Ist das Gas mal ionisiert, dann
kann eine Gasentladung über grosse Distanzen funktionieren, wie
Leuchtstofflampen demonstrieren. Und ohne Strombegrenzung wird aus einer
Gasentladung schnell ein Lichtbogen.
https://en.wikipedia.org/wiki/Gas-filled_tube#Gas-tube_physics_and_technology
In der Glühbirne ist zu Beginn des Durchbrennens der Abstand zwischen
den Enden gering. Die für Ionisierung erforderliche hohe Feldstärke kann
also vorhanden sein. Ob Wolframdampf dazu nötig ist weiss ich nicht,
stören tut er aber sicherlich nicht. Immerhin verwendet man in
Gasentladungsröhren z.T. Metalldampf als Zünder. Und manche
Leuchtstofflampen verwenden glühenden Wolframdraht als Eletronenspender.
PS: Schlafen die Physiker des Forums alle noch?
Offensichtlich gibt es hier einige Personen, die immer gute Glühbirnen
mit Sicherung verwendet haben. Wenn diese Durchbrennen schmilzt die
interne Sicherung und es passiert sonst nichts. Jetzt hat einer dieser
Leute die interne Sicherung entdeckt und bezweifelt deren Sinn, weil er
ja noch nie einen Lichtbogen oder fliegende Haussicherung beobachten
konnte. Gegenteilige Aussagen werden für unmöglich gehalten, man möchte
seine Filterblase nicht verlassen.
@A. K. (prx)
>npn schrieb:>> Ein Schutzgas heißt doch nicht Schutzgas, weil es einen Lichtbogen>> begünstigt...>In Luft würde das Wolfram des Fadens mit dem Sauerstoff reagieren, also>abbrennen. Daher ist sogenanntes Schutzgas drin, nämlich Gas, was nicht>mit Wolfram reagiert. Ionisierbar ist das aber auch.
Das ist aber nicht der eigentliche Grund der Schutzgasfüllung. Man
könnte sie ja auch mit Vakuum füllen. Macht man aber nicht, da sonst das
W zu schnell sublimieren würde. Ein gewisser Gasdruck vermindert diese
Magersucht des W-Drahtes. Daß man dazu keine normale Luft nimmt, sollte
klar sein, weswegen man irgendwas chemisch träges nimmt, wie N, oder
irgendwelche Edelgase.
In der DDR gab es polnische KugelGlühlampen mit E14 Gewinde in 60 Watt.
Die gehörten in eine weit verbreitete Deckenlampe. Diese Birnen sind
eigentlich immer explosiv und unter Mitnahme der Sicherung gestorben.
Die von Narva taten das nicht!
Die Birne mit Sicherung ist ev. explizit für Gleichstrombetrieb
zugelassen. Das sollte auf der Verpackung stehen...
??? schrieb:> Das sollte auf der Verpackung stehen...
Wenn bei mir eine Glühlampe (mit oder ohne Sicherung) starb, ist es mir
nie gelungen, die Verpackung wiederzufinden.
Der Öler schrieb:> Kennt hier eigentlich niemand den Unterschied zwischen Glühlampe und> Glühbirne?
Klar. Wenn dir die Birne glüht, ist nicht die Lampe dran schuld.
>Solche Lichtbögen sind m.W. der häufigste Grund für Defekte an Dimmern.
Korrekt. Flinke Sicherungen dienen übrigens unter anderem dazu, Dimmer
vor genau diesem Unheil zu schützen.
Jens G. schrieb:>>In Luft würde das Wolfram des Fadens mit dem Sauerstoff reagieren, also>>abbrennen. Daher ist sogenanntes Schutzgas drin, nämlich Gas, was nicht>>mit Wolfram reagiert. Ionisierbar ist das aber auch.>> Das ist aber nicht der eigentliche Grund der Schutzgasfüllung.
Doch das ist genau der Grund für das Schutzgas.
Jens G. schrieb:> Man könnte sie ja auch mit Vakuum füllen.
Man kann nicht mit Vakuum "füllen" weil Vakuum eben "nichts" ist.
Und Glühlampen haben aus gutem Grund KEIN Vakuum, erstens müsste man den
Glaskolben viel dicker machen, das würde die Lampe schwerer und teurer
machen und 2. wäre die Verletzungsgefahr im Falle des Berstens viel
höher weil durch die Implosion die Splitter viel schneller und weiter
durch die Gegend fliegen würden.
npn schrieb:> Der Öler schrieb:>> Kennt hier eigentlich niemand den Unterschied zwischen Glühlampe>> und Glühbirne?>> Doch. Offizieller Begriff und Umgangssprache.
Nicht, dass das sehr wichtig wäre, aber nicht jede Abweichung vom
fachsprachlichen Gebrauch ist deswegen gleich Umgangssprache.
Glühbirne ist genau wie Schraubenzieher standardsprachlich und nicht
umgangssprachlich.
vlg
Timm
Fragender schrieb:> daß selbst vor 30 Jahren oder mehr schon unsinnige Bestimmungen> eingehalten werden mussten.
30 Jahre war, rein von den Bestimmungen her gesehen (für mich allerdings
auch), doch erst vorgestern.
>> Jens G. schrieb:>> Man könnte sie ja auch mit Vakuum füllen.> Man kann nicht mit Vakuum "füllen" weil Vakuum eben "nichts" ist.
Oh doch, das geht sogar sehr gut...
Der Öler schrieb:>>>> Jens G. schrieb:>>> Man könnte sie ja auch mit Vakuum füllen.>> Man kann nicht mit Vakuum "füllen" weil Vakuum eben "nichts" ist.>> Oh doch, das geht sogar sehr gut...
Wenn es nach Kurt geht besteht das Vakuum aus unendlich harten Teilchen
:-)
Der Öler schrieb:> Vakuumtechnik ist etwas besonderes mit dem man sich ausführlich> beschäftigen kann....
Die deutsche Sprache auch. Und tut mir leid, mein Gehirn kann ich nicht
einschalten, das läuft ständig. Ich weiß, da hast du es leichter wenn du
dein Gehirn öfter mal ausschaltest.
Der Öler schrieb:> Vakuumtechnik ist etwas besonderes mit dem man sich ausführlich> beschäftigen kann....
Was eigentlich jedem klar sein müsste ist die Tatsache, dass man mit
keiner Pumpe 100%iges Vakuum erzeugen kann.
Fragender schrieb:> "möglicherweise" bedeutet hier: nein, macht sie nicht. Niemals, auch> nicht das 10 millionste Exemplar.
So viele hab ich nicht getestet, aber in meinem Los ware ca. 20% dabei,
die das eben doch machten.
Resignierender schrieb:> Wohin muss man auswandern, um vor den überhand nehmenden Idioten> halbwegs sicher zu sein?>> Melde mich dann mal freiwillig für den Mars...
Wird nicht reichen. ;-(
https://funleihen.files.wordpress.com/2012/08/mars7.png
jgfasjg
Fragender schrieb:> "möglicherweise" bedeutet hier: nein, macht sie nicht. Niemals, auch> nicht das 10 millionste Exemplar.
Schade, ich habe die wenigen (nein, nicht 10 Millionen), bei denen gut
sichtbar ein Lichtbogen am Werkeln war, entsorgt. Aber glaube mir, das
ist nicht lustig!
> Solche Sicherungen haben nicht mal sehr viel leistungsstärkere> Halogenbrenner, bei denen ein Lichtbogen viel wahrscheinlicher wäre.
Sichtbar für "Fragende" vielleicht nicht, doch ordentliche haben eine
Sollbruchstelle in der Zuleitung.
Old-Papa
Der Öler schrieb:>>> Man könnte sie ja auch mit Vakuum füllen.>> Man kann nicht mit Vakuum "füllen" weil Vakuum eben "nichts" ist.> Oh doch, das geht sogar sehr gut...
Man kann es sogar in Tüten füllen.
A. K. schrieb:>>> Man kann nicht mit Vakuum "füllen" weil Vakuum eben "nichts" ist.>> Oh doch, das geht sogar sehr gut...>> Man kann es sogar in Tüten füllen.
Man kann damit Threads füllen.
Der Andere schrieb:> Man kann nicht mit Vakuum "füllen" weil Vakuum eben "nichts" ist.
Falsch, denn im Vakuum ist die Ausbreitungsgeschwindigkeit auf die
Lichtgeschwindigkeit (im Vakuum) begrenzt, im Nichts hingegen gibt es
kein Tempolimit. Nur dadurch gab es das inflationäre Universum
(https://de.wikipedia.org/wiki/Inflation_(Kosmologie)) und nur dadurch
gibt es Leben in diesem Universum.
Zudem gibt es im Vakuum ziemlich viele Sachen wie virtuelle Teilchen und
Nullpunktsenergie.
Erwin M. schrieb:> Zudem gibt es im Vakuum ziemlich viele Sachen wie virtuelle Teilchen und> Nullpunktsenergie.
Na dann zeige uns doch mal dein Youtube Video, wo du virtuelle Teilchen
und Nullpunktsenergie in ein Behältnis füllst und nach dem
Füllvorgang dann ein mehr oder minder gutes Vakuum im Behälter hast.
Denn genau darum gings hier in dem kleinen Geplänkel. Dass man ein
Vakuum nicht in etwas füllen kann, sondern den Behälter evakuieren
muss.
Aber wahrscheinlich trinkst du deine Pommes und isst dein Wasser/Cola.
:-)
Audio-Phil schrieb:> Was eigentlich jedem klar sein müsste ist die Tatsache, dass man mit> keiner Pumpe 100%iges Vakuum erzeugen kann.
Naja, bei 10 hoch -12 mBar kanst Du aber schon jedem übriggebiebenen
Atom einen eigenen persönlichen Namen geben.
Übrigens handelt es sich um eine Sicherung in der Glühlampe :-)
Und wer behauptet, es gäbe keine Lichtbögen in sterbenden Glühlampen,
der stand wohl noch nie nach einem solchen Falle nachher mit der Kerze
am Sicherungskasten.
Wo entsteht denn nun der Lichtbogen?
Der Wolframdraht wird irgendwo reißen, der Riss wird vom Lichtbogen
niederohmig überbrückt.
Aber warum fliegt nun die Sicherung? Der Restliche Glühfaden ist doch
noch da mit seinem Widerstand...
Der LB reicht doch nicht von einem Anschlussdraht zum anderen, oder
doch?
Checkschnet.
Die Hersteller von Glühlampen hatten offensichtlich keine Ahnung. Bauen
Sicherungen ein für etwas das es nicht gibt. Kein Wunder, daß es Firmen
wie Philips, General Electric und Osram nicht mehr gibt. Hätten die
Entwickler dieser Firmen Mikrocontroller.net gelesen würden sie heute
noch existieren.
Checkschnet. schrieb:> Aber warum fliegt nun die Sicherung?
Weil Strom zu hoch, wie sich das gehört.
> Der Restliche Glühfaden ist doch> noch da mit seinem Widerstand...
Der könnte am Anfang eine Rolle spielen, wenn die Feldstärke von
Anschluss zu Anschluss für die Zündung möglicherweise nicht ausreicht.
Aber danach ...
> Der LB reicht doch nicht von einem Anschlussdraht zum anderen,
... wird der Glühfaden nicht mehr gebraucht.
Checkschnet. schrieb:> Der LB reicht doch nicht von einem Anschlussdraht zum anderen, oder> doch?
Doch, aber nicht da wo der Glühfaden befestigt ist.
Die Haltedrähte für den Glühfaden nähern sich im unteren Bereich
einander.
Der ionisierungsstoß reicht aus, um "da unten" einen Lichtbogen möglich
zu machen.
Lampen, die diesen Tod gestorben sind, sind meist in dem Bereich
sichtbar verkokelt.
Also ich kann für 60 oder 75W-Glühbirnen bestätigen:
1x Birne komplett explodiert und in Scherbenregen über den Teppich
verteilt.
1x Glaskolben der Birne mit lautem Knall aus dem Metallsockel gesprengt
und intakt auf dem Teppich gelandet.
Jeweils mit Rückruf aus dem Leitstand Sottrup-Höcklage, ob wir wieder
Licht im Keller wollen.
Den zweiten Fall finde ich interessant, da als Energielieferant für das
Absprengen eigentlich nur die verdampfenden Zuleitungsdrähte zwischen
Metallsockel und dem Glaskolben in Frage kommen. Es wäre allerdings auch
möglich, daß durch den Überdruck im Kolbeninneren das Befüllungsröhrchen
abgesprengt wurde und mir das damals bei der Betrachtung der Trümmer
entgangen ist.
Sicherungsfäden mit extra Glasumhüllung sind mir damals schon
aufgefallen. Ich habe mein Wissen aber für mich behalten, um Teile der
Bevölkerung nicht zu verunsichern.
P.S.: Millionen Menschen glauben, daß über ihnen ein Wesen schwebt, das
ihre Handlungen beobachtet und bewertet. Warum sollen dann diese oder
andere Menschen nicht auch merkwürdige Dinge über Glühbirnen glauben?
Widerstand schrieb:> P.S.: Millionen Menschen glauben, daß über ihnen ein Wesen schwebt, das> ihre Handlungen beobachtet und bewertet. Warum sollen dann diese oder> andere Menschen nicht auch merkwürdige Dinge über Glühbirnen glauben?
Genau wegen solcher Gedankengänge liebe ich dieses Forum... y.m.m.d!
Also wenn der Glühfaden reisst, bzw. kurz davor an einer Stelle
seeeeeehr dünn geworden ist und dort mehr Hitze und nohc mehr Widerstand
und noch mehr Hitze und noch mehr Widerstand ... etc. etc. bishin zu
einem wenige Teilchen dünnen Filament aus überhitztem Fadenmaterial
besteht, wo auf den Querschnitt gerechnet ordentlich Suppe durchfliesst,
wäre doch folgendes problemlos vorstellbar :
Faden kurz vorm reissen, EInzelteile davon schon am "rumdampfen" :
############## # ####################
#################### # ########################
######################################################################
#################### #######################
############# # # ################
Faden reisst, d.h. das letzte Molekül bruzzelt weg, aber der Spalt wird
aufgrund der Ionisierung bzw. dem Umgebenden Material in Gasphase
trotzdem leitend überbrückt :
############## # # ####################
#################### ########################
##############################++++++++#################################
#################### #######################
############# # # ################
Der FUnken, also ein Mini-Lichtbogen macht den ganzen Spass an dieser
Stelle dann niederohmiger und und laut meiner Vorstellung fängt dieser
dann an der Zündstelle an einen Lichtbogen zu formen, der sich sehr
schnell unter Verbrennung des Restfadens und des weiter ansteigenden
Stromflusses vergrößert.
Da die Abstände zwischen den beiden Fadenhaltern ja doch beträchtlich
sind und dass brennbare Material plus Fadentrümmer aus der
Ursprünglichen Fadenlinie weg expandieren,die Spannung nicht ausreicht
und wahrscheinlich noch einige andere füsikalisch fundierte Gründe
vorliegen, währt der Lichtbogen nicht bis in alle Ewigkeit und verlöscht
dann bald wieder.
Also, Vorsicht, dass ist nur eine Vermutung dass das so abläuft !
Vermutlich währt der Lichtbogen auch nicht länger als ein
Phasendurchgang , also ca. 1/50 sec
Als weiter begrenzender Faktor käme hinzu, dass ja auch irgendwann eine
Sicherung auslöst, Kurzschluss, hoher Stromfluss etc ....
Naja, nur gemutmasst ;-)
Gruß
Falls die nordamerikanische Version interessiert:
Wenn bei mir eine Glühlampe (120VAC/60Hz Netz) den Geist aufgibt, dann
geht sie ohne den Sicherungsautomaten durch Überlastung zu bemühen
einfach aus. Habe noch nie eine Lichtbogenbildung bemerkt.
Blitze habe ich noch nie beobachten können. Wenn beim Einschalten der
Glühfaden durchbrennt sieht man praktisch kaum ein Einschaltlicht.
Der Glühfaden liegt dann meistens am Boden des Glaskörpers. Es ist
selten, dass der Glühfaden einseitig noch am Stromzuführungsdraht hängen
bleibt.
Grüße,
Gerhard
Gerhard O. schrieb:> Falls die nordamerikanische Version interessiert:
Interessiert hier keinen. Wenn der neue US Präsident Trump behauptet,
daß es so etwas nicht gibt, muß man wohl die Physik Lehrbücher
umschreiben.
Lichtbogen schrieb:> Gerhard O. schrieb:>> Falls die nordamerikanische Version interessiert:>> Interessiert hier keinen. Wenn der neue US Präsident Trump behauptet,> daß es so etwas nicht gibt, muß man wohl die Physik Lehrbücher> umschreiben.
Ist der jetzt auch für Canada und Physik-Lehrbücher zuständig?
Lichtbogen schrieb:> Interessiert hier keinen. Wenn der neue US Präsident Trump behauptet,> daß es so etwas nicht gibt, muß man wohl die Physik Lehrbücher> umschreiben.
Wie vor ihm schon die Biologiebücher.
Hallo Checkschnet.
Checkschnet. schrieb:> Wo entsteht denn nun der Lichtbogen?> Der Wolframdraht wird irgendwo reißen, der Riss wird vom Lichtbogen> niederohmig überbrückt.
Soweit richtig. Aber dabei bleibt es nicht. An den Enden des Lichtbogens
wird das Wolfram nun besonders heiss, und schmilzt ab bzw. verdampft.
> Aber warum fliegt nun die Sicherung? Der Restliche Glühfaden ist doch> noch da mit seinem Widerstand...
Durch das Abschmelzen wird nun der Glühfaden schnell immer kürzer, und
die Lücke wird weiterhin niederohmig vom lichtbogen gebrückt. Der
Gesamtwiderstand der Anordnung wird kleiner, der Lichtbogen heftiger.
> Der LB reicht doch nicht von einem Anschlussdraht zum anderen, oder> doch?
Wenn der Lichtbogen lange genug brennt, dann ist die Glühwendel komplett
weg und der Lichtbogen brennt dann zwischen den Anschlüssen.
Ausserdem können zusätzlich Teile des reissenden Glüwendels im
Glaskolben umherpeitschen, den Lichtbogen an ihrem Ende mit sich
schleppen und z.B. an den eigenen Fusspunkt legen. Dann geht das noch
schneller. ;O)
Ich sehe, dass Dir praktische Erfahrung im Umgang mit Lichtbögen fehlt.
;O)
Ok, um diese Erfahrung zu sammeln, haben die wenigsten Leute
Gelegenheit. Elektroschweissen ist auch meist etwas einseitig, und der
Lichtbogen entwickelt sich zu schnell, um ihn in Ruhe beobachten zu
können. ;O)
Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.l02.de
Lichtbogen schrieb:> Gerhard O. schrieb:>> Falls die nordamerikanische Version interessiert:>> Interessiert hier keinen. Wenn der neue US Präsident Trump behauptet,> daß es so etwas nicht gibt, muß man wohl die Physik Lehrbücher> umschreiben.
Mit "Nordamerikanisch" meinte ich nur das gemeinsame 120VAC Stromnetz.
Also komplett nicht-politisch.;-)
Lichtbogen schrieb:> Interessiert hier keinen. Wenn der neue US Präsident Trump behauptet,> daß es so etwas nicht gibt, muß man wohl die Physik Lehrbücher> umschreiben.
Mal sehen, wie lange es dauert, bis er sich zum Caesar ernennen lässt.
Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.l02.de
Harald W. schrieb:> Naja, bei 10 hoch -12 mBar kanst Du aber schon jedem übriggebiebenen> Atom einen eigenen persönlichen Namen geben.
Da musst du dich aber ranhalten, denn auch dann sind in jedem cm³ noch
fast 27000 Gasteilchen enthalten.
Hallo Gerhard O.
Gerhard O. schrieb:> Mit "Nordamerikanisch" meinte ich nur das gemeinsame 120VAC Stromnetz.
Von einem Ex-Arbeitskollegen, der lange in den USA war, ist mir
berichtet worden, dass die niedrige Netzspannung mit den langen dünnen
Aluleitungen und der höheren Netzfrequenz an der Leitungsinduktivität
macht, dass zumindest im Niederspannungsnetz die Kurzschlussströme
langsamer steigen und geringere Spitzenwerte erreichen.
Sowas ist halt leichter durch eine Sicherung abschaltbar. Dafür gibt es
dann in anderen Situationen andere Probleme.
Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.l02.de
Bernd W. schrieb:> Von einem Ex-Arbeitskollegen, der lange in den USA war, ist mir> berichtet worden, dass die niedrige Netzspannung mit den langen dünnen> Aluleitungen und...
Wie kommst Du auf Alu Leitungen? Alle Häuser die mir bekannt sind, haben
AWG12/14 Kupferdrähte.
Bernd W. schrieb:>> Interessiert hier keinen. Wenn der neue US Präsident Trump behauptet,>> daß es so etwas nicht gibt, muß man wohl die Physik Lehrbücher>> umschreiben.> Mal sehen, wie lange es dauert, bis er sich zum Caesar ernennen lässt.
OT, aber das versucht wohl z.Z. eher ein Politiker in der Türkei.
A. K. schrieb:> PS: Schlafen die Physiker des Forums alle noch?
Manche lesen auch mit.
Während des Studiums habe ich ausgiebig mit Lichtbögen experimentiert
und danach manchmal im Dunkeln gestanden, wenn eine Glühlampe sich mit
Knall verabschiedete.
Wenn der Glühfaden kurz vor dem Strommaximum = Spannungsmaximum öffnet,
kann sehr wohl ein Lichtbogen entstehen.
Physiker schrieb:> Wenn der Glühfaden kurz vor dem Strommaximum = Spannungsmaximum öffnet,> kann sehr wohl ein Lichtbogen entstehen.
Lichtbögen können ab einer Spannung von ca. 50V entstehen.
Die Wahrscheinlichkeit der Entstehung steigt aber bei
höheren Spannungen.
Harald W. schrieb:> Lichtbögen können ab einer Spannung von ca. 50V entstehen.
Da reichen schon wesentlich kleinere Spannungen aus. Das habe ich selbst
erlebt.
MfG Paul
Paul B. schrieb:> Harald W. schrieb:>> Lichtbögen können ab einer Spannung von ca. 50V entstehen.>> Da reichen schon wesentlich kleinere Spannungen aus. Das habe ich selbst> erlebt.>> MfG Paul
Stimmt. Zünden kann man sie ab ca. 20V und stehen bleiben sie etwa ab
30V. Wird aber schon knifflig.
Hallo Harald.
Harald W. schrieb:> Lichtbögen können ab einer Spannung von ca. 50V entstehen.> Die Wahrscheinlichkeit der Entstehung steigt aber bei> höheren Spannungen.
Schon früher, so ab ca. 30V. Induktivitäten im Kreis unterstützen
Lichtbögen.
Aber Relaiskontakte werden schon bei 24V deutlich stärker verschlissen
als z.B. bei 12V. Die Tendenz ist schon da, auch wenn man ihn kaum
stabil bekommt.
Der Energiebedarf des Lichtbogens ist in etwa proportional zu seinem
Volumen. Die Brennspannung hängt, bei stabilisiertem Strom, von der
Materialpaarung und dem Elektrodenabstand bzw. der Elektrodengeometrie
ab.
Zusätzlich noch jede Menge Extraeffekte, wie lokale Erwärmung der
Fusspunkte, mit leichterer Emission von Elektronen und Ionen, aber auch
Erhöhung des lokalen Widerstandes. Das macht z.B., dass der Fußpunkt auf
der Platte bei einer Spitze/Platte Anordnung immer hin und her wandert,
in einem engen Bereich Das will man in der OES sogar haben, zur
Homogenisierung des Materials für die Messung.
Ich habe mal länger mit Bogenquellen für lichtbogenspektroskope zu tun
gehabt. Unter 1,8A wird es aber schwer, einen Bogen stabil
hinzubekommen. ;O)
In einer Glühlampe wird er aber kaum stabil bleiben, sondern wachsen bis
irgendein Ereignis eintritt, dass das behindert. ;O)
als Hausnummer für OES: 1,2mm-1,8 Bogenlänge, in Spitze/Platte bei Plus
an Spitze. Strom so 2-2,5A und typische Brennspannung 30-40V, je nach
Materialien. Die Spitze ist im allgemeinen aber für Bogen entweder
Kupfer oder Silber. (Wolfram wird nur für Funkenquellen verwendet)
Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.l02.de
Bernd W. schrieb:> Schon früher, so ab ca. 30V.
Diesen Grenzwert kenne ich aus Relaisdatenblättern.
Ich weiss aber auch, das Kohlebogenlampen eine
typische Brennspannung von 50V haben.
Harald W. schrieb:>> Schon früher, so ab ca. 30V.> Diesen Grenzwert kenne ich aus Relaisdatenblättern.
Klar. Ab ungefähr da wird es aufwändiger. ;O)
> Ich weiss aber auch, das Kohlebogenlampen eine> typische Brennspannung von 50V haben.
Das ist ja auch nicht falsch. Elektroden Spitze/Spitze (Wobei sich die
Elektroden bei Gleichstrom asymetrisch einbrennen), Material Graphit und
den Abstabd weiss ich nicht bei 5A. Bei 5A kannst Du schon sehr stabile
Lichtbögen machen, die ich zumindest auch mit der Lunge nicht mehr
ausgeblasen bekomme. ;O)
Die Randbedingungen spielen ja auch noch mit hinein.
Ein Vorwiderstand bedeutet eine Art P Regelung, und eine Drossel eine
D-Regelung. So regelt man Bögen. Kräftiger P Anteil und ein schneller,
aber begrenzter D Anteil. Einen I-Anteil nur ganz Vorsichtig, wenn
überhaupt.
Der Widerstand ist auch eine gute Dämpfung gegen Schwingen. Mann kann
durchaus den Vorwiderstand durch einen Schaltregler ersetzten. Aber wenn
Du einen ruhigen DC Bogen bei kleinem Strom benötigst, wirst Du um einen
kleinen "echten" ohmschen Widerstand nicht herum kommen.
Die Drossel ist der schnellste D-Regler, den man sich überhaupt
Vorstellen kann. ;O)
Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.l02.de
Bernd W. schrieb:> Ein Vorwiderstand bedeutet eine Art P Regelung, und eine Drossel eine> D-Regelung. So regelt man Bögen. Kräftiger P Anteil und ein schneller,> aber begrenzter D Anteil. Einen I-Anteil nur ganz Vorsichtig, wenn> überhaupt.> Der Widerstand ist auch eine gute Dämpfung gegen Schwingen. Mann kann> durchaus den Vorwiderstand durch einen Schaltregler ersetzten. Aber wenn> Du einen ruhigen DC Bogen bei kleinem Strom benötigst, wirst Du um einen> kleinen "echten" ohmschen Widerstand nicht herum kommen.> Die Drossel ist der schnellste D-Regler, den man sich überhaupt> Vorstellen kann. ;O)
Früher gab es wohl auch echte Lageregelungen der Kohlen mit
Zugmagneten, da die Kohlen ja langsam abbrannten. Dazu wurden
dann Strom und Spannung am Bogen gemessen und der Abstand
passend nachgeregelt. Ich kenne das aus alten Büchern meines
Vaters, die ich als Kind gelesen habe. Die Spannung der ersten
"E-Werke" mit 110V ergab sich wohl daraus, das man damit zwei
Kohlebogenlampen in Reihe betreiben konnte.
Der Andere schrieb:> Doch das ist genau der Grund für das Schutzgas.
Es ist ja auch kein "Schutz"gas, sondern einfach eine Gasfüllung, welche
allein durch ihre Anwesenheit die Verdampfung des Wolframs reduziert.
Im Prinzip könnte man dafür alles nehmen, was nicht mit dem Wolfram
reagiert und sich nicht an dem heißen Draht zersetzt.
Unter den denkbaren Füllgasen gibt es aber Unterschiede in der
Wärmeleitfähigkeit, die zu einem Energieverlust durch Kühlung des
Wendels führt.
Unter diesem Gesichtspunkt am schlechtesten geeignet sind die besonders
leichten Atome bzw. Moleküle von Helium oder Wasserstoff, weil diese
besonders schnell herumfliegen und daher die Wärme sehr effizient in
Form von kinetischer Energie transportieren.
Sauerstoff als Füllgas kommt, wie bereits erwähnt, nicht in Frage, weil
das Wolfram darin verbrennen würde.
Am billigsten ist Stickstoff, schliesslich besteht die Luft zu fast 80%
daraus.
Stickstoff wird tatsächlich auch verwendet, aber besser ist das
ebenfalls preisgünstige Edelgas Argon.
Der billige Stickstoff besitzt nämlich gegenüber Argon eine deutlich
höhere Wärmeleitfähigkeit [N2=0,02583 W/(m · K); Ar=0,01772 W/(m · K)],
was nicht nur an seiner wegen der geringeren Molekülmasse höheren
Teilchengeschwindigkeit liegt, sondern auch daran, daß das N2-Molekül
zusätzlich zu der Bewegungsenergie in X,Y,Z-Richtung auch Wärmeenergie
durch die Schwingung der N-N Atome gegeneinander und durch die Rotation
des Hantel-förmigen Moleküls in zwei Ebenen transportiert.
Einatomige Gase (Edelgase, Metalldämpfe) hingegen könen Energie nur als
kinetische Energie durch Bewegung (Größenordnung einige Hundert Meter
pro Sekunde bei Zimmertemperatur) transportieren.
Zur Ionisation der Gase reicht die Temperatur des Glühwendels nicht aus.
Besonders geeignet als Füllgas sind also die stets einatomigen Edelgase
mit möglichst hoher Atommasse.
Praktisch verwendet werden daher noch die Edelgase Krypton [0,00949 W/(m
· K)] und das sehr teure Xenon [0,00569 W/(m · K)].
Das relativ leichte Edelgas Neon ist mit 0,0491 W/(m · K) nach
Wasserstoff [0,1805 W/(m · K)] und Helium [0,1513 W/(m · K)] am
schlechtesten geeignet und spielt daher als Füllgas für Glühlampen keine
Rolle.
Hallo Hp m.
Hp M. schrieb:
Danke für Deine Ausführungen.
> Stickstoff wird tatsächlich auch verwendet, aber besser ist das> ebenfalls preisgünstige Edelgas Argon.
Und Argon ist dafür berüchtigt. das es besonders gut Funkenüberschläge
ermöglicht, im Vergleich zu normaler Luft.
Allerdings ist dass ausser im Fehlerfalle bei den üblichen Spannungen
und Abständen in Glühlampen nicht relevant.
Mit freundlichen Grüßen: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.l02.de
Bernd W. schrieb:> Und Argon ist dafür berüchtigt. das es besonders gut Funkenüberschläge> ermöglicht, im Vergleich zu normaler Luft.
Das wird für alle einatomigen Gase zutreffen, weil sie, außer wenn sie
auf die Wand treffen, nur elastische Stöße vollführen können, bei denen
im Mittel keine Translationsenergie abgebaut wird.
Manche Atome werden dabei so schnell, daß der nächste Zusammenstoß zur
Ionisation ausreicht.
Mehratomige Gase hingegen können inelastische Stöße ausführen und dabei
Rotationen und Schwingungen des Moleküls anregen, evtl. dissoziieren sie
auch.
Diese Energien, weit unterhalb der für die Ionisation erforderlichen
Werte, geben sie dann u.U. als elektromagnetische Strahlung (IR und
Mikrowellen) ab.
Durch diesen Energieverlust ist es schwieriger darin eine Entladung
aufrecht zu erhalten.