Hallo liebe MC´s ;-)
wäre es eigentlich möglich, vorrausgesetzt der Umsetzungswille wäre da,
Handys über GSM/UMTS/LTE einfach direkt mit einander sprechen zu lassen
?
Also stellt euch irgendeinen Modus vor, der z.B. unter der Voraussetzung
der nichterreichbarkeit einer Basisstation als Notfallkommunikation
dienen würde, sodass Handys untereinander ähnlich wie Handfunkgeräte
funktionieren könnten ?
Wie gesagt, lassen wir mal Willen und Regelungen aussen vor, würde es
rein technisch über die vorhandenen Protokolle funktionieren ?
THX und Gruß
> ja das gab/gibt es und nennt sich PTT oder PoC.
Zumindest bei PTT weiß ich dass auch dieser Modus über die Basisstation
ging (Vergangenheit, weil ich glaube das wird nicht mehr angeboten)
Zuminest bei GSM ist/war es auch so dass es schon von der Hardware gar
nicht möglich war dass ein Handy in dem Frequenzband sendet in dem ein
anderes Empfangen kann. Das Frequenzband für Handy sendet und
Basisstation empfängt und das Band für die umgekehrte Richtung sind zwei
verschiedene.
Bei UMTS/LTE weiß ich es nicht genau. Aber auch da ist es vom Protokoll
her vorgesehen dass ei nHandy immer nur mit einer Basisstation redet,
nie mit einem anderen Handy.
Wenn du sowas willst: Es gibt in der tat Smartphones die ein 466MHZ
Funkgerät eingebaut haben! Ist aber ein seltenes Kuriosum. Nimm ein
extra Handfunkgerät mit wenn du direkt mit jemand in der Nähre reden
willst, ohne dass ein Handynetz involviert ist.
Nein, ohne Basisstation geht da gar nichts. Dafür wurden die
Übertragungsprotokolle auch nie vorgesehen. Zum Glück kann man heute
aber relativ problemlos dank SDR Funkmodulen sein eigenes kleines Netz
aufbauen.
Rene S. schrieb:> ja das gab/gibt es und nennt sich PTT oder PoC.> Also Push to Talk oder Push over Cellular
Auch NEIN. Hier wird nur eine Funktionalität vorgespielt, das Netz ist
immer noch zwingend Voraussetzung dafür.
Jörg B. schrieb:> Also stellt euch irgendeinen Modus vor, der z.B. unter der Voraussetzung> der nichterreichbarkeit einer Basisstation als Notfallkommunikation> dienen würde, sodass Handys untereinander ähnlich wie Handfunkgeräte> funktionieren könnten ?
Gibt's, nennt sich TETRA? Ist aber nur für die Behörden reserviert (BÖS
genauer) und funktioniert nicht über die "bestehenden" Protokolle.
Gruß Herby
Herbert P. schrieb:> Heißt Behörden für öffentliche Sicherheit
= = =
Also doch "BÖS" :-)))
sorry, natürlich hast du recht mit "BOS".
Aber davon abgesehen funktioniert TETRA zwar auch digital, ähnlich wie
auch das Handynetz. Mit wesentlich mehr Funktionalität. Aber es ist doch
was komplett anderes. Mit dem Handynetz (was hier gefragt war) geht es
definitiv nicht...
Herbert P. schrieb:> BOS natürlich, sorry für die kranke Autokorrektur. Heißt Behörden für> öffentliche Sicherheit, also Polizei, Feuerwehr usw.
Dann wäre BÖS ja richtig gewesen.
Es heisst "Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben", also
BOS.
Nein, Tetra ist nicht nur für Behörden, das steht jedem offen, der es
bezahlen will. Und auch da ist DMO (DirectModeAccess), also die
Direktverbindung zweier Geräte, nicht toll.
Außerdem hat Tetra mit GSM/UMTS/LTE ungefähr garnichts zu tun.
Herbert P. schrieb:> Heißt Behörden für öffentliche Sicherheit
Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben. Feuerwehr, THW,
DRK, Maltheser, Johaniter ... sind keine Behörden.
Für Handynetze war das nie vorgesehen und selbst mit viel
Umsetzungswillem bekommt man das nicht hin, wenn man sich nicht ne
eigenen Handy-Firmware mit einem eigenen Protokoll schreiben kann.
Michael schrieb:> Tetra hat sehr wohl mit GSM zu tun. Die halbe Spek ist von GSM> abgeschrieben.
Paar Codecs sind das nur. Aber nichts, was mit der Netzstruktur zu tun
hat.
Stimmt, da habe ich Blödsinn geschrieben. Hast vollkommen recht. Und THW
usw., wie jemand geschrieben hat, sind die Organisationen, zumindest in
D. In Österreich haben es zur Zeit tatsächlich nur Polizei, Feuerwehr,
Rettung und Militär in Verwendung.
TETRA basiert auf GSM, ist aber zur Zeit grade in Weiterentwicklung.
Könnt ihr bei Interesse Nachgoogeln, Stichwort TEDS. Auch Wikipedia hat
guten Artikel dazu.
Herby
Hi,
Horst schrieb:> Nein, Tetra ist nicht nur für Behörden, das steht jedem offen, der es> bezahlen will. Und auch da ist DMO (DirectModeAccess), also die> Direktverbindung zweier Geräte, nicht toll.> Außerdem hat Tetra mit GSM/UMTS/LTE ungefähr garnichts zu tun.
TETRA als Funkstandard steht in der Tat jedem offen der es Bezahlen
will.
Allerdings nur wenn dieser sich auch gleich ein eigenes Netz aufbaut.
Oder sich - zumindest wenn es solche Anbieter inzwischen gibt- sich in
ein privat betriebenes Netz einmietet.
(So wie es damals beim "Bündelfunk" üblich war)
In das Netz der BOS hingegen kann man jedoch auch wirklich nur als BOS
berechtigte Organsisation bzw. Behörde hereinkommen.
Das Behördliche TETRA arbeitetim Frequenzbereich von 380-400 Mhz.
Sämtliche Nicht-BOS Tetra Netze -Egal ob Privat oder Nicht-BOS Behörden-
bekommen Frequenzen oberhalb 400 MHz zugewiesen.
Die Endgeräte können in der Regel den gesamten Frequenzbereich, könnten
HF technisch sowohl in privaten wie auch in behördlichen TETRA Netzen
funktionieren. Allerdings nutzen die BOS noch eine andere Variante der
Grundverschlüsselung als die privaten Anwender. Für private Anwender ist
TEA 1 vorgesehen. Die Behörden verwenden TEA 2.
Geräte die mit TEA2 ausgerüstet sind dürfen nur an berechtigte Anwender
innerhalb der EU verkauft werden.
Ausserdem ist da dann noch der Umstand das ein Gerät im Netz nur
Verwendbar ist wenn es auch für dieses Netz freigegeben ist. Wie beim
GSM.
Und ohne BOS Berechtigung bekommt man sein Gerät nicht in die Datenbank
eingetragen...
Selbstverstndlich könnte man TETRA Funkgeräte auch im DMO Modus oder
über eine einzelne Basisstation (z.b. Mobilgerät im "Relaismodus")
verwenden.
Das sind aber beides nur Behelfsfunktionen und für entsprechende
Anwendungen wo dies eine Option ist gibt es besser geeignete
Funkstandards als TETRA das in erster Linie als goßes Verbundnetz
spezifiziert ist.
Das fängt schon bei den Signalisierungsmöglichkeiten an.
Herbert P. schrieb:> Hast vollkommen recht. Und THW> usw., wie jemand geschrieben hat, sind die Organisationen, zumindest in> D.
Neee! Gerade das THW ist eben keine "Organisation" sondern eine
"BEHÖRDE" (im Sinne dieses Kontextes)
Genauer gesagt ist die Bundesanstalt THW eine nicht selbst rechtsfähige
Anstalt des Öffentlichen Rechts im Geschäftsbereich des
Bundesinnenministeriums. Oberster Dienstherr ist der
Bundesinnenminister. Sämtliche Handlungen erfolgen somit im Namen des
BMI!
Bei den Hauptamtlichen Mitarbeitern handelt es sich um Bundesbeamte bzw.
Angestellte des Bundes.
Das "selbst nicht rechtsfähige" bedeutet z.B. das nicht der THW
Präsident seine Beamten ernennen, befördern oder entlassen kann,
sondern das dies durch den (formal) Bundesinnenminister erfolgt.
Auch ist es so, das wenn du das THW verklagen willst (z.B. wegen eines
Verkehrsunfalls), du deine Klage nicht gegen die BA-THW sondern direkt
gegen die Bundesrepublik Deutschland als Beklagte richten musst.
Gruß
Carsten
Herbert P. schrieb:> In Österreich haben es zur Zeit tatsächlich nur Polizei, Feuerwehr,> Rettung und Militär in Verwendung.
Die meisten davon sind auch keine Behörden (Feuerwehr Körperschaft öff.
Rechtes, Rettungsorganisation je nach Organisation so ziemlich alles von
Verein über GmbH bis öffentliche Körperschaft)
MahhhWa schrieb:> Nein, ohne Basisstation geht da gar nichts. Dafür wurden die> Übertragungsprotokolle auch nie vorgesehen.
Gibt's diese Funktionalität nicht bei GSM-R?
Gibt es, WiFi sowie routing daruber, funktioniert recht gut. Gibt einige
App dafur auf Android, muss man aber uber Fdroid installieren. On es
problemlos such uber nicht gerootetes Handy geht , Weiss ich nicht.
Jörg B. schrieb:> wäre es eigentlich möglich, vorrausgesetzt der Umsetzungswille wäre da,> Handys über GSM/UMTS/LTE einfach direkt mit einander sprechen zu lassen> ?
Einfach nicht, aber ja.
> Also stellt euch irgendeinen Modus vor, der z.B. unter der Voraussetzung> der nichterreichbarkeit einer Basisstation als Notfallkommunikation> dienen würde, sodass Handys untereinander ähnlich wie Handfunkgeräte> funktionieren könnten ?
Der Modus nennt sich in LTE "Off-Network MCPTT (mission-critical
push-to-talk) Service". off-network bezeichnet hier die Modus ohne
zentrales Mobilfunknetzwerk.
> Wie gesagt, lassen wir mal Willen und Regelungen aussen vor, würde es> rein technisch über die vorhandenen Protokolle funktionieren ?
Da die Protokolle für off-network MCPTT standardisiert sind, und damit
bereits vorhanden sind, kann man argumentieren, dass es mit den
vorhandenen Protokollen funktioniert :-) Allerdings ist MCPTT, ob
on-network oder off-network, natürlich eine Erweiterung die in den
allermeisten Handies nicht vorhanden (nicht implementiert) ist. Man kann
also auch mit "nein" argumentieren.
Wen es wirklich interessiert, die magische Nummer ist 22.179.
Jörg W. schrieb:> Gibt's diese Funktionalität nicht bei GSM-R?
Aber nur wenn das Gerät auch einen Transceiver (wahrscheinlich
Schmalband FM) für diesen Direkt-Modus eingebaut hat und dann nur im
GSM-R Band.
chris schrieb:> Gibt es, WiFi sowie routing daruber,
Wifi ist aber kein Mobilfunk.
Also bleibt es beim Nein, irgendwann vielleicht mal mit LTE.
Hi, OK, dann würde evtl. das MCPTT am nächsten kommen.
Mir ging es um die theo. Mögl. im Falle eines Notfalles, Lawinenunglück,
Erdbeben, usw. usw. eine Art Notfall-com etablieren zu können. Mit
Standarddandys ohne Zusatzfunktion, rein per "Software".
Entweder damit die in Not geratenen untereinander kommunizieren können,
oder evtl. ein Signal von Mobile zu Mobile weitergereicht werden kann
...
Naja, war nur so eine Überlegung.
THX und Gruß
Jörg B. schrieb:> Mir ging es um die theo. Mögl. im Falle eines Notfalles, Lawinenunglück,> Erdbeben, usw. usw. eine Art Notfall-com etablieren zu können. Mit> Standarddandys ohne Zusatzfunktion, rein per "Software".>
Dann ergibt sich u.U. das Problem, wie die Betroffenen im Notfall die
Software herunterladen und installieren.
Sven D. schrieb:> Jörg B. schrieb:>>> Mir ging es um die theo. Mögl. im Falle eines Notfalles, Lawinenunglück,>> Erdbeben, usw. usw. eine Art Notfall-com etablieren zu können. Mit>> Standarddandys ohne Zusatzfunktion, rein per "Software".
Es gibt schon lange Apps für Android und iOS, die per Bluetooth oder
WLAN bis zu ca. 30 Meter weit Sprache übertragen können. Ob sie
untereiander kompatibel sind, weiss ich aber nicht.
Geh mal in den Google Playstore oder in den Apple Appshop und suche dort
nach "walkie talkie" ...
Jörg W. schrieb:> Frank E. schrieb:>> WLAN bis zu ca. 30 Meter weit>> „Höre mit 0, sehe mit 5!“
Wenn sich die beiden Accesspoints im gleichen LAN befinden, sind die
Verhältnisse umgekehrt :-)