Rein theoretische Frage aus Interesse.
Angenommen ich kommuniziere unverschlüsselt mit einem Server, z. B.
Telnet. Der Server steht mit statischer IP xy im Internet, z. B. so ein
Virteller Server bei einem der üblichen Anbieter.
-Wer kann die Kommunikation mitlesen? Der ISP, der Server-Anbieter, die
NSA; wer noch? Welche Möglichkeiten hat mein Nachbar als Privatmensch?
-Wie kann man Nachbar erreichen, dass er für den Server mit IP xy
gehalten wird und ich mich bei seinem Rechner einlogge anstatt auf
meinem Server?
Wenn dein Nachbar z.b. dein W-Lan Passwort hat und etwas ahnung kann er
alle Daten welche in deinem Netzwerk sind auch mitlesen. Das ist dann
ein sogenannter "Man in the Middle" angriff....
Sven schrieb:> Wenn dein Nachbar z.b. dein W-Lan Passwort hat und etwas ahnung kann er> alle Daten welche in deinem Netzwerk sind auch mitlesen. Das ist dann> ein sogenannter "Man in the Middle" angriff....
nicht wirklich. "Man in the Middle" braucht man für verschlüsselte
Verbindungen. Zum mitlesen von unverschlüsselten reicht arp-spoofing,
oder einen zusätzlichen DHCP Server.
Und "Man in the Middle" geht auch nur, wenn man die Zertifikatswarnung
ignoriert.
Aber das geht alle nur wenn man zugriff direkt auf das Hausnetzt hat,
der Nachbar kann dafür natürlich die Tür mit einer Axt hacken und sich
Zugang verschaffen.
Gaelle schrieb:> Angenommen ich kommuniziere unverschlüsselt mit einem Server, z. B.> Telnet. Der Server steht mit statischer IP xy im Internet, z. B. so ein> Virteller Server bei einem der üblichen Anbieter.
Wenn dein Nachbar ebenfalls einen Server bei deinem Provider hat, der
sich im selben Netzsegment wie deiner befindet, könnte er auf seinem
Server den Verkehr zu deinem Server mitlesen, allerdings nur, wenn das
ein ungeswitchtes Netzwerk ist (hat man heutzutage nicht mehr)
Peter II schrieb:> nicht wirklich. "Man in the Middle" braucht man für verschlüsselte> Verbindungen. Zum mitlesen von unverschlüsselten reicht arp-spoofing,> oder einen zusätzlichen DHCP Server.
nicht wirklich. "Man in the middle" braucht keine verschlüsselte
Verbindung. Und erst recht nicht, braucht man einen zusätzlichen DHCP.
Wenn du dich mit einem anderen Server verbindest, haben mindestens alle
die bei der traceroute auftauchen den Traffic gesehen und könnten diesen
Speichern & Modifizieren. Jedes Gerät im selben Subnet wie eines dieser
Geräte könnte, sofern mac spoofing nicht verhindert wird, ein ICMP
Redirect Packet mit dem Router als source versenden, um deine Verbindung
über sich umzuleiten. Beim ISP kommt der Traffic immer vorbei, dein
Internetanbieter kann also immer mitlesen. Wenn man die BGP
informationen bei einem AS manipulieren kann, kann man sämtlichen
Internet traffic so ziemlich überall hinleiten. Wenn du z.B. einen
vServer hast, kann der Hoster auf sämtliche Daten direkt darauf
zugreifen, ohne überhaupt das Netzwerk nutzen zu müssen, und ohne Spuren
zu hinterlassen.
Zu beachten ist auch, wenn man nur für ein paar Sekunden vergisst bei
einem Dienst ein Passwort zu setzen, oder einen unsicheren Service
betreibt, oder default Passwörter verwendet, wurde man vermutlich
bereits gehackt. Ich habe mal eine Liste mit Login versuchen auf meinem
Server erstellt, zum live mitverfolgen:
https://preview.danielabrecht.ch/loginfails/
Und theoretisch könnten in jeder Soft und Hardware Backdoors sein. (Den
string "Backdoor" findet man überigens häufig in z.B. den closed source
Handy radio binaries)
Wenn du dein Handy z.B. über W-Lan mit dem selben Netz wie dein PC
Verbindest, kann dieses, und die Apps darauf, natürlich auch Daten
Mitschneiden und Verbindungen umleiten. Auch Browserplugins und andere
Malware auf dem eigenen oder einem fremden PC können daten Mitlesen,
modifizieren, etc.
Dann sind da natürlich noch die Hersteller der Router, Modems, etc. und
ihre Hintertüren. Diese können auch mitlesen. Und die Hersteller der
Vieren, die die Router über die Hintertüren hacken, natürlich auch.
Dann besteht noch die Möglichkeit, dass der der DNS Anbieter deiner
Domain kein DNS Sec kann. Wenn die DNS Abfrage dann von jemandem
abgeändert wird, kann dieser den Request dann auch umleiten.
Bonus Fact: Selbst wenn du SSL Verwendest, die Domain welche du besuchst
ist im SSL SNI und den DNS Queries noch unverschlüsselt enthalten, und
die ziel IP auch.
Frank S. schrieb:> nicht wirklich. "Man in the middle" braucht keine verschlüsselte> Verbindung. Und erst recht nicht, braucht man einen zusätzlichen DHCP.
wozu sollte man bei einer unverschlüsselten Verbindung "Man in the
middle" machen? Es geht ums mitlesen und nicht ums Manipulieren.
Und ja mit einen extra DHCP Server kann man den Traffik bequem über sein
PC umleiten ohne das man mac spoofing braucht.
Warum gebrauchen Menschen eigentlich Formulierungen wie
"mein Nachbar"
"ich habe da einen Freund/Kollegen"
anstatt frei raus "ICH will" zu sagen:
Lautet die Frage nicht: "Wie hacke ich meinen Nachbarn?"
scnr.
Peter II schrieb:> wozu sollte man bei einer unverschlüsselten Verbindung "Man in the> middle" machen? Es geht ums mitlesen und nicht ums Manipulieren.
Genau, es geht ums Mitlesen. Wie sonst sollte der Angreifer den
Datenverkehr denn mitlesen, wenn nicht entweder durch Übernahme eines
der Endpunkte, oder indem er irgendwo auf dem Netzwerkpfad zwischen
diesen sitzt und genau dort ihre Kommunikation mitlesen kann?
Genau das beschreibt der Terminus Man-in-the-Middle: der Angreifer
befindet sich zwischen den Endpunkten. Mit Verschlüsselung hat der
Man-in-the-Middle zunächst einmal nichts zu tun -- tatsächlich ist die
Verschlüsselung gerade dazu entwickelt worden, diese Art von Angriff zu
unterbinden.
Sheeva P. schrieb:> Genau, es geht ums Mitlesen. Wie sonst sollte der Angreifer den> Datenverkehr denn mitlesen, wenn nicht entweder durch Übernahme eines> der Endpunkte, oder indem er irgendwo auf dem Netzwerkpfad zwischen> diesen sitzt und genau dort ihre Kommunikation mitlesen kann?
in dem man dafür sorgt, das die Daten am PC vorbeikommen.
> Genau das beschreibt der Terminus Man-in-the-Middle: der Angreifer> befindet sich zwischen den Endpunkten. Mit Verschlüsselung hat der> Man-in-the-Middle zunächst einmal nichts zu tun -- tatsächlich ist die> Verschlüsselung gerade dazu entwickelt worden, diese Art von Angriff zu> unterbinden.
Beim Man-in-the-Middle spielt man selber Endpunkt, kann also auch nur
beim Verbindungsaufbau gemacht werden. Mitlesen kann durch arp-spoofing
kann man während der Verbindung machen.
Peter II schrieb:> Beim Man-in-the-Middle spielt man selber Endpunkt, kann also auch nur> beim Verbindungsaufbau gemacht werden. Mitlesen kann durch arp-spoofing> kann man während der Verbindung machen.
Junge, Junge. Wir habe im Golfclub auch einen Peter II. Ist Deine Frau
Bäckereifachverkäuferin?
Ein erfolgreicher Man-in-the-Middle-Angriff, bei einem verschlüsseltem
Verkehr, ist in etwa so erfolgversprechend, wie der Versuch Dich zu
überzeugen.
Frank S. schrieb:> Wir habe im Golfclub auch einen Peter II.
Ist der als Mann in der Mitte dabei behilflich, die Schlagweite der
Bälle zu erhöhen?
:)
MfG Paul
Frank S. schrieb:> Ein erfolgreicher Man-in-the-Middle-Angriff, bei einem verschlüsseltem> Verkehr, ist in etwa so erfolgversprechend, wie der Versuch Dich zu> überzeugen.
es geht nicht um eine verschlüsselte Verbindung!
Frank S. schrieb:> Ein erfolgreicher Man-in-the-Middle-Angriff, bei einem verschlüsseltem> Verkehr, ist in etwa so erfolgversprechend, wie der Versuch Dich zu> überzeugen.
du hast ja so viel Ahnung:
Es gibt mehr als genug Tools im Netzt im genau das zu machen.
Verschlüsselte Verbindungen mitzulesen. Wenn man die CA Liste vom Client
kontrollieren kann ist mitlesen überhaupt keine Problem.
Frank S. schrieb:> Ach komm schon. Da geht doch mehr. Was hat das mit Man in the middle zu> tun?
wenn glaubst du was ein Firewall die SSL mitliest ist? Oh ein das
gleiche wie ein "Man in the middle" - erstaunlich.
Eventuell hilft dir der vergleich.
An einen Switch mit Mirror-Port kann man mitlesen aber keine "Man in the
middle" machen.
Frank S. schrieb:> Du hast einfach keine Ahnung. Da helfen auch die Schlagwörter nicht> weiter.
Immerhin mehr als sinnlose Kommentare die nur Provozieren wolle, aber
keine Argumente beinhalten.
Peter II schrieb:> Sheeva P. schrieb:>> Genau, es geht ums Mitlesen. Wie sonst sollte der Angreifer den>> Datenverkehr denn mitlesen, wenn nicht entweder durch Übernahme eines>> der Endpunkte, oder indem er irgendwo auf dem Netzwerkpfad zwischen>> diesen sitzt und genau dort ihre Kommunikation mitlesen kann?>> in dem man dafür sorgt, das die Daten am PC vorbeikommen.
Es spielt keine Rolle, ob man erst dafür sorgen muß oder ob dieser
Zustand durch die Netzwerktopologie und / oder das Routing gegeben ist.
> Beim Man-in-the-Middle spielt man selber Endpunkt, kann also auch nur> beim Verbindungsaufbau gemacht werden.
Das wiederum nennt man Spoofing: vorzugeben, jemand anderer zu sein, in
der Regel natürlich der gewünschte Kommunikationspartner. Auch dagegen
helfen moderne Verschlüsselungstechniken, indem sie beglaubigte,
kryptografisch signierte Zertifikate verwenden, deren Authentizität bei
der zuständigen Zertifizierungsstelle überprüft werden kann.
> Mitlesen kann durch arp-spoofing kann man während der Verbindung machen.
Das auch, aber es gibt noch viele andere Möglichkeiten.
Peter II schrieb:> Verschlüsselte Verbindungen mitzulesen. Wenn man die CA Liste vom Client> kontrollieren kann ist mitlesen überhaupt keine Problem.
Wenn ein Angreifer die CA-Listen des Clients kontrollieren kann, dann
hat der Client ein ganz anderes Problem: dann hat der Angreifer den
Client -- also: einen der beiden Endpunkte -- nämlich bereits übernommen
und kann dann den Datenverkehr direkt auf diesem mitlesen, ohne sich um
Man-in-the-Middle oder Verschlüsselung kümmern zu müssen.
Peter II schrieb:> wenn glaubst du was ein Firewall die SSL mitliest ist? Oh ein das> gleiche wie ein "Man in the middle" - erstaunlich.
Ein Firewall -- also: nicht dieses Kinderspielzeug, das als "Personal"
oder "Desktop Firewall" bekannt ist, sondern ein Firewall im Sinne eines
Konzepts zur Trennung von Netzen -- ist immer ein Man-in-the-Middle. Und
dabei ist es gleichgültig, ob er (und die Clients) so konfiguriert sind,
daß der Firewall das TLS-Protokoll ent- oder umschlüsseln kann, oder
nicht.
> An einen Switch mit Mirror-Port kann man mitlesen aber keine "Man in the> middle" machen.
Doch. Wenn der Datenverkehr verschlüsselt ist, nutzt einem das nur
nichts, weil der Man-in-the-Middle dann eben nur den verschlüsselten
Datenverkehr lesen kann. Wie gesagt: Man-in-the-Middle bezieht sich nur
auf die Position des Angreifers in der Netzwerktopologie und hat nichts
mit Verschlüsselung oder mit den Techniken zu tun, mit denen Angreifer
diese Position erlangen kann.
>Ich habe mal eine Liste mit Login versuchen auf meinem> Server erstellt, zum live mitverfolgen:> https://preview.danielabrecht.ch/loginfails/
Sollte allerdings hier kein Best-Practice Beispiel darstellen so viele
Logins überhaupt zuzulassen
Sheeva P. schrieb:> Peter II schrieb:>> Verschlüsselte Verbindungen mitzulesen. Wenn man die CA Liste vom Client>> kontrollieren kann ist mitlesen überhaupt keine Problem.>> Wenn ein Angreifer die CA-Listen des Clients kontrollieren kann, dann> hat der Client ein ganz anderes Problem: dann hat der Angreifer den> Client -- also: einen der beiden Endpunkte -- nämlich bereits übernommen> und kann dann den Datenverkehr direkt auf diesem mitlesen, ohne sich um> Man-in-the-Middle oder Verschlüsselung kümmern zu müssen.
Nicht unbedingt. Es genügt eine der Certificat Authorities zu
kontrollieren, oder eine der CAs dazu zu bringen eine uneingeschränkte
Intermediat Certificat Authority zu signieren, und kann dann gültige
Certifikate für was auch immer man neu verschlüsseln muss on-the-fly
austellen. Weil sowas immer mal wieder passiert, gibt es Dinge wie HTTP
public key pinning.
Sheeva P. schrieb:> Wenn der Datenverkehr verschlüsselt ist, nutzt einem das nur> nichts, weil der Man-in-the-Middle dann eben nur den verschlüsselten> Datenverkehr lesen kann.
Doch, z.B. gibt es immer einige Metadaten, wie ziel IP, etc. und anhand
der Datenmenge und schwankenden Datenraten kann man rückschlüsse darauf
ziehen, ob der nutzer z.B. ein video gestartet hat, etc.
Phil J. schrieb:>>Ich habe mal eine Liste mit Login versuchen auf meinem>> Server erstellt, zum live mitverfolgen:>> https://preview.danielabrecht.ch/loginfails/>> Sollte allerdings hier kein Best-Practice Beispiel darstellen so viele> Logins überhaupt zuzulassen
Ja, ich weiss, ich sollte failtoban oder etwas ähnliches nehmen. Aber es
ist trotzdem sehr interressant die momentanen Trends zu beobackten, und
man bekommt gratis eine liste mit unsicheren Passwörtern. Interressant
ist, das meisstens der root user versucht wird, bei anderen benutzern
meisst username=password, und ansonsten dinge wie www-data, oracle, ts3
(teamspeak), mysql, etc. als benutzer versucht wird. Und als damals die
Medien über Linux.Proxy.10 berichteten, haben alle dessen default logins
versucht. Das einzige Problem ist, man darf sich selbst beim Passwort
eingeben nicht vertippen.
Hacken tut der Laie am besten mit einer Axt Holz. Dann hat er wenigstens
am Ende des Tages etwas Sinnvolles gemacht und kommt nicht auf dumme
Ideen ;-D
Sheeva P. schrieb:> Doch. Wenn der Datenverkehr verschlüsselt ist, nutzt einem das nur> nichts, weil der Man-in-the-Middle dann eben nur den verschlüsselten> Datenverkehr lesen kann. Wie gesagt: Man-in-the-Middle bezieht sich nur> auf die Position des Angreifers in der Netzwerktopologie und hat nichts> mit Verschlüsselung oder mit den Techniken zu tun, mit denen Angreifer> diese Position erlangen kann.
es bezieht sich darauf, ob man aktiv in die Verbindung eingreift. Ein
mitlesen ist passiv, man kann keine Daten ändern. Beim MiM ist man aktiv
beteiligt. Auch wenn man die Daten nicht ändert.
Sonst müsste man ja jeder Router als MiM bezeichnen, das tut man aber
nicht.
Sheeva P. schrieb:>> Beim Man-in-the-Middle spielt man selber Endpunkt, kann also auch nur>> beim Verbindungsaufbau gemacht werden.>> Das wiederum nennt man Spoofing: vorzugeben, jemand anderer zu sein, in> der Regel natürlich der gewünschte Kommunikationspartner.
genau da mach man bei MiM. Man tut so als ob man der Endpunkt ist.
Bevor hier die Wellen weiter hochschlagen, einfach mal lesen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Man-in-the-Middle-Angriffhttps://www.heise.de/glossar/entry/Man-in-the-Middle-Angriff-399039.html
Der Man in the Middle täaucht den beiden jeweiligen
Kommunikationspartnern vor, dass er derjenige andere
Kommunikationspartner wäre.
A <----> MiM <----> B
Damit lassen sich auch verschlüsselte Verbindungen angreifen, wenn beide
Kommunikationspartner nicht prüfen, dass der jeweilige Gegenüber
tatsächlich der gewünschte Kommunikationspartner ist. Für solch eine
Prüfung ist auch sicherzustellen, dass der erstmalige Schlüsselaustausch
vorab über ein sicheres Medium gelaufen ist.
Ein Man-In-The-Middle-Angriff hat erstmal nichts mit Verschlüsselungen
zu tun. Er kann aber durchaus dafür eingesetzt werden, um diese
auszuhebeln.
Peter II schrieb:> Sheeva P. schrieb:>> Doch. Wenn der Datenverkehr verschlüsselt ist, nutzt einem das nur>> nichts, weil der Man-in-the-Middle dann eben nur den verschlüsselten>> Datenverkehr lesen kann. Wie gesagt: Man-in-the-Middle bezieht sich nur>> auf die Position des Angreifers in der Netzwerktopologie und hat nichts>> mit Verschlüsselung oder mit den Techniken zu tun, mit denen Angreifer>> diese Position erlangen kann.>> es bezieht sich darauf, ob man aktiv in die Verbindung eingreift.>> Ein> mitlesen ist passiv, man kann keine Daten ändern. Beim MiM ist man aktiv> beteiligt. Auch wenn man die Daten nicht ändert.>> Sonst müsste man ja jeder Router als MiM bezeichnen, das tut man aber> nicht.
Das Problem ist die sprachliche Ungenauigkeit. Man-in-the-Middle
bedeutet nämlich, wie gesagt, nur eine Position innerhalb einer
Netzwerktopologie, und insofern ist auch ein Router tatsächlich ein
Man-in-the-Middle. Was Du damit die ganze Zeit verwechselst, ist ein
Man-in-the-Middle-Angriff. Das mag bei Lesern bunter Heftchen mit den
Buchstaben "P" und "C" im Titel zwar keinen großen Unterschied
ausmachen, in der Fachsprache ist es jedoch ein wesentlicher. Wenn Du
schon Kompetenz zeigen willst, indem Du Fachbegriffe benutzt, dann bitte
a) richtig und b) mit der gebotenen Genauigkeit.
Ach ja: die korrekte Abkürzung ist nicht MiM, sondern MITM oder -- meist
im angloamerikanischen Sprachraum -- mitm. Mit MIM meinen Fachleute, je
nach Kontext, das Mobile Instant Messaging, das Major Incident
Management oder den Microsoft Identity Manager.
Sheeva P. schrieb:> Peter II schrieb:>> Sheeva P. schrieb:>> Ach ja: die korrekte Abkürzung ist nicht MiM, sondern MITM oder -- meist> im angloamerikanischen Sprachraum -- mitm. Mit MIM meinen Fachleute, je> nach Kontext, das Mobile Instant Messaging, das Major Incident> Management oder den Microsoft Identity Manager.
Tja, das ist so eine Sache mit Abkürzungen. Ich finde bestimmt viele
Bereiche in denen dein MiM, MITM, mitm, etc. ganz andere Bedeutungen
haben werden. Daher sollte man - da du ja genaue Verwendung verlangst -
in einem Text immer einmal die Begriffe vollständig ausschreiben und mit
der Abkürzung kennzeichnen. Erst dann kann man die Abkürzungen im
weiteren Text verwenden.
Sprache ist halt schon nicht eindeutig, Abkürzungen erst recht nicht.
Sheeva P. schrieb:> und insofern ist auch ein Router tatsächlich ein Man-in-the-Middle.
Ja, ist er. Insbesondere, wenn er Masquerading benutzt, was jeder
popeliger DSL-Home-Router auch tut. Mit Masquerading täuscht er
zumindest einem Kommunikationspartner eine falsche Identität vor. Ein
Webserver im Internet kann erstmal nicht unterscheiden, ob da Tante Erna
oder Onkel Will hinter dem Router mit der IP-Adresse x.x.x.x surft -
wenn man mal von anderen Techniken wie Cookies oder Fingerprinting
absieht.
EDIT:
Interessant ist, wenn man nach "Man in the middle" googelt, dass man
diesen Begriff nur im Zusammenhang mit "Angriff" oder "Attacke" findet,
aber niemals für sich allein.