Moin zusammen,
ich richte gerade einen kleinen Homeserver für Owncloud ein. Owncloud
soll in der virtuellen Maschine (Virtual Box) mit Ubuntu Server laufen.
Jetzt frage ich mich gerade, wie ich die VM am besten in mein lokales
Netzwerk einbinde. Im Moment habe ich in Virtual Box das Netzwerk auf
"Briged Network" gestellt, so dass die VM in der Fritzbox als
eigenständiges Gerät mit eigener IP auftaucht.
Nachteil: im Falle, dass doch mal eine Lücke in Owncloud auftaucht, und
der Server kompromittiert wird, hat das Ding vollen Zugriff auf das
lokale Netzwerk. Gibt es eine Möglichkeit die VM vom lokalen Netzwerk zu
isolieren? Also außer einen zweiten Router zur Trennung der Netze
dazwischen zu schalten*?
*mag die sauberste Lösung sein. Aber Sicherheit ist ja immer ein
Kompromiss zwischen Aufwand und erreichter Sicherheit.
Dieter schrieb:> Gibt es eine Möglichkeit die VM vom lokalen Netzwerk zu isolieren?
Ja, mit einer zweiten Netzwerkkarte im Wirts-PC, die Du dann dediziert
der VM zuweist.
Wenn der Owncloud-Server aber vom Internet aus erreichbar sein soll, und
andererseits das lokale Netz unbeschränkt ins Internet kommen soll, dann
ist eine 2. Netzwerkkarte nur eine Lösung, wenn der Internet-Router
einen Modus hat, mit dem er auf mehreren Interfaces getrennte Netze
aufmachen kann.
Andernfalls müsste man sich mit einem zweiten Router eine Art DMZ bauen.
Dieter schrieb:> Nachteil: im Falle, dass doch mal eine Lücke in Owncloud auftaucht, und> der Server kompromittiert wird, hat das Ding vollen Zugriff auf das> lokale Netzwerk. Gibt es eine Möglichkeit die VM vom lokalen Netzwerk zu> isolieren? Also außer einen zweiten Router zur Trennung der Netze> dazwischen zu schalten*?
Du kannst die VM Host-only anbinden und auf dem Host dann eine Firewall
laufen lassen.
Angenommen, ich hab die VM über den Modus 'Bridged Network' angebunden,
dass heißt, ich seh also eine zusätzliche IP Adresse für die VM im
Netzwerk. Hab ich evtl ne Chance, das mit einer Windows-Firewall-Regel
hinzubekommen, indem ich z. B. alle ausgehenden Verbindungen von der IP
Adresse ins lokale Netzwerk unterbinde?
Mit dem Adapter im bridged mode kriegst du über das Host-System keine
Firewall zwischen VM und Netz. Das geht jedoch im host-only mode und dem
Host-System als Router/Firewall.
Um das richtig zu trennen brauchst du eine zweite netzwerkkarte
(physisch oder als vlan) die über einen isolierten router ins internet
kommt. Mit einer fritzbox geht sowas nicht mit boardmitteln. Du könntest
zB eine pfsense firewall oder sophos utm als dedizierten router
verwenden. Die fritzbox dient dann nurnoch als access router.
Für so ein vorhaben braucht man allerdings tiefere netzwerkkentisse..
Hm, schade.
Wie würde das denn theoretisch mit dem Host-System als Router gehen?
Bräuchte ich für den Host (Win 7) dann noch irgendeine Software, oder
geht das mit Boardmitteln?
Ja das geht...die Fritzbox muss dann halt direkt am Router hängen und
dahinter dein Heimnetz.
Allerdings um das sicher zu bekommen wirst du dir einiges anlesen
müssen. Daher ist eine fertige firewall/utm lösung das sinnvollste.
Dieter schrieb:> Angenommen, ich hab die VM über den Modus 'Bridged Network' angebunden,> dass heißt, ich seh also eine zusätzliche IP Adresse für die VM im> Netzwerk. Hab ich evtl ne Chance, das mit einer Windows-Firewall-Regel> hinzubekommen, indem ich z. B. alle ausgehenden Verbindungen von der IP> Adresse ins lokale Netzwerk unterbinde?
Ich mache soetwas mit einer pfSense firewall VM. Ich verwende zwar als
Hypervisor ein Linuxsystem mit Libvirt und KVM+LXC, aber theoretisch
sollte soetwas auch mit Windows gehen. Das Bild im Anhang zeigt, wie man
das in deinem Fall einrichten könnte.
So ganz werde ich aus deinem Bild nicht schlau. Ist das eine filternde
Bridge statt eines Routers? Sowas geht natürlich auch. Also indem die VM
wie gehabt in einem isolierten Segment hängt und entweder der Host oder
eine weitere VM als Bridge/L2-Firewall statt Router/L3-Firewall
arbeitet. Einfacher wirds dadurch aber eher nicht.
Eine Bridge verhält sich wie ein Switch. Die Idee ist, eine Bridge als
Switch für ein DMZ Netz zu verwenden. Die andere Bridge het eine IP und
verbindet den Hostrechner, das LAN, und den wan-anschluss der Firewall.
Die Firewall ist eine VM, die einen Anschluss in beiden Bridges hat.
Eine Verbindung vom Hostsystem oder vom LAN Netzwerk zum Ubuntu Owncloud
server verliefe dann zunächst vom PC über die erste Bridge zur Firewall
VM, und diese leitet das per NAT über die zweite Bridge zur Ubuntu
Owncloud VM. Das Hostsystem kann sich nicht direkt über die zweite
Bridge verbinden, weil es darin keine IP usw. hat.
Daniel A. schrieb:> VM, und diese leitet das per NAT über die zweite Bridge zur Ubuntu> Owncloud VM.
Das wurde bereits unter host-only networking aufgeführt. Das ist
zumindest im Sprachgebrauch von VMware (und IIRC auch VirtualBox) ein
auf das Host-System beschränkter Switch, in den der Host selber einen
virtuellen Adapter hat, der IP haben kann aber nicht muss.
Bei dem, was in diesen Hypervisors bridged networking heisst, hat die VM
ein Bein ins LAN, weshalb das nicht in Frage kommt, oder nur mit
getrennten VLANs.
Eine zweite VM, die ebenso host-only in diesem Switch hängt, aber auch
bridged im Hauptnetz, kann dann beide virtuellen Adapter routen (L3,
dein NAT). Wobei man diese Firewall auch im L2 fahren könnte, wenn sie
das hergibt.
Allerdings braucht man diese zweite Firewall-VM nicht, wenn man die
Firewall des Hosts verwendet. Die schützt diesen ja auch. Ob/wie das in
Windows funktioniert habe ich nicht parat, in Linux dürfte das mit
Bordmitteln möglich sein.
Sieht so aus, als wenn das ganze komplizierter ist, als ich mir das
vorgestellt habe.
Aber jetzt ist doch mein Ehrgeiz und vor allem meine technische Neugier
geweckt. Ich werd mal versuchen, die Owncloud VM ins Host-Only Netzwerk
zu hängen, und dann ein Routing ins lokale Netz aufzusetzen.
Ich melde mich, wenn ich wenn ich ein Erfolgserlebnis hab, oder nicht
weiter komme ;-)