Axel S. schrieb:
> Die Glasfasern sind ein separates Problem. Aber die kriegt man nur beim
> Schleifen fein genug, daß sie eine Gefährdung darstellen.
Glasfasern sind auch kein Asbest und verhalten sich völlig anders.
Beim Bohren oder Sägen kann eine Glasfaser zerbrechen und wird dadurch
kürzer, aber sie wird dadurch i.A. nicht dünner.
Mit solch kleinen Glaskrümeln kommt unsere Lunge ganz gut zurecht, und
sie werden, wie anderer Staub auch, mit dem Schleim aus der Lunge
hinaustransportiert oder durch Einkapselung weitgehend unschädlich
gemacht.
Asbest hingegen besteht aus nadelförmigen Kristallen mit einer
besonderen molekularen Struktur, die es ermöglicht, dass eine
Kristallnadel sich auch immer wieder längs aufspalten kann.
Dabei entstehen letztlich außerordentlich feine Nadeln, welche die
Zellen der Lunge wie Spieße durchdringen und auch von Freßzellen nicht
abgebaut werden können.
Über kurz oder lang kann diese fortdauernde mechanische Beschädigung des
Lungengewebes dann zu den bekannten Krankheiten wie Asbestose und
Lungenkrebs führen.
Glimmer ist übrigens auch ein spaltbarer Kristall, mit einer weitgehend
ähnlichen chemischen Zusammensetzung wie Asbest, aber aufgrund der
Unterschiede verhält er sich völlig anders.
Dieser Kristall ist nicht nadelförmig, sondern bildet Blättchen, die
wiederum bis hin zur molekularen Ebene aus wohlgeordneten flächigen
Strukturen bestehen.
Deshalb kann man eine Glimmerplatte mit einem Messer oder einer Nadel
leicht in immer feinere Blättchen spalten.
Diese Blättchen besitzen die glattesten Oberflächen, die man kennt!
Eine glatte Wasseroberfläche ist vergleichsweise wild bewegt, weil
andauernd irgendwo Wassermoleküle herausfliegen und zurückplumpsen -
ungefähr mit Schallgeschwindigkeit.
Das passiert beim Glimmer nicht, sondern fast alle Atome sitzen in dem
flächigen Kristallgitter wie festgenagelt an ihren Plätzen.