Hattet ihr sowas schonmal? Auf einem neuen Cuttape unterschiedliche
Chips? Ich habe für eine Stichprobe nur mal die ersten paar
herausgeholt. Die Oberseiten sind wohl identisch. Man erkennt aber auf
den paar Chips schon unterschiedliche Unterseiten. Es sind LM75A.
Hast Du diese Bauteile bei einem Händler mit bis zum Hersteller
zurückverfolgbarer Lieferkette erworben? Nein? Sollte es einfach nur
billig, billig, billig sein, z.B. in Form einer Direktbestellung bei
einem chinesischen Billighöker oder einem obskuren Ebay-Händler?
Bin gerade am Testen. Irgendwie bekomme ich die unteren 7 Bits nicht,
d.h. die Auflösung ist 0,5 Grad (9 Bits), anstatt 0,125 (11 Bits) wie im
Datenblatt beschrieben:
http://www.nxp.com/documents/data_sheet/LM75A.pdf
Kann das jemand verifizieren? Vielleicht habe ich es auch falsch
verstanden.
Igor Blitzhuber schrieb:> Irgendwie bekomme ich die unteren 7 Bits nicht,> d.h. die Auflösung ist 0,5 Grad (9 Bits), anstatt 0,125 (11 Bits)
Wie sehen denn die 16 Bit aus, die du aus dem Temperaturregister liest?
Wie im Datenblatt, nur dass die unteren 7 Bits immer 0 sind. Temperatur
scheint zu stimmen, aber es springt halt z.B. beim Erwärmen von 19,5
Grad auf 20,0 Grad auf 20,5 Grad usw.
Merkst Du nicht, dass Du gar keine LM75A von NXP gekauft hast, sondern
irgendwelchen umgelabelten Kram, den ein China beim Zusammenfegen der
Werkstatt gefunden hat? Eine Auflösung von 9 Bit passt doch hervorragend
zum alten LM75 (ohne A), z.B. von National Semiconductor/TI und
vermutlich auch einigen Billig-Clones.
Igor Blitzhuber schrieb:> Die Oberseiten sind wohl identisch.
Geht die verdächtig schwarze Farbe auf der Oberseite mitsamt der Schrift
weg, wenn du mit Aceton drüber wischst?
Lothar M. schrieb:> Geht die verdächtig schwarze Farbe auf der Oberseite mitsamt der Schrift> weg, wenn du mit Aceton drüber wischst?
...und erhöht sich die Temperatur der Meßanordnung durch die dabei
stattfindende chemische Reaktion?
:)
MfG Paul
Igor Blitzhuber schrieb:
"Nein, die Oberseite sieht auch ganz so aus wie auf Vergleichsfotos. Ich
kann keine Bearbeitung erkennen. Ich gehe auch nicht von Fakes aus."
Entweder steht diese Aussage im Widerspruch zu dieser Aussage, ...
"Wie im Datenblatt, nur dass die unteren 7 Bits immer 0 sind. Temperatur
scheint zu stimmen, aber es springt halt z.B. beim Erwärmen von 19,5
Grad auf 20,0 Grad auf 20,5 Grad usw."
... oder das Problem ist in der Software zu suchen.
Bleigel schrieb:> die Oberseite sieht auch ganz so aus wie auf Vergleichsfotos
Die Fälscher haben sich vorher auch Vergleichsfotos besorg, wie der
Aufdruck aussehen muss.
Igor Blitzhuber schrieb:> Die Oberseiten sind wohl identisch.
Wenn der Aufdruck wirklich identisch ist (-> gleiche Charge), dann ist
es absolut ausgeschlossen, dass die Chips in verschiedenen Fabriken und
in verschiedenen Ländern produziert wurden.
Du solltest dich mit dem Gedanken anfreunden, dass es Fakes sind.
Die Frage von oben ist noch offen: Wo hast du die ICs gekauft.
Uns haben die auch schonmal exclusiv ein selten benötigtes IC vesucht zu
fälschen. Oder besser gesagt irgenwelchen Kram im SO-16 abgeschliffen,
nachgeschwärzt ("blacktopping"), mit Wunschbeschriftung gelasert, neu
gegurtet und in Kartons mit gefälschten Aufklebern verpackt. Wollten wir
dann aber statt zu kaufen nur bemustern. Gingen natürlich nicht. Die
angebotenen - und wohl schon gefälscheten 20000 Exemplare - abzüglich
den ca. 60 zugesendeten Mustern geisterten danach dann lange in
chinesischen Brookerinternedatenbanken herum.
Also - sei froh- dass die wenigstens ein bisschen funktionieren ;)
Also : China direkt oder Brooker ?
Zur Ehrenrettung:
Die Chinesen machen das aber auch korrekt gekennzeichnet mit
Halbleiterantiquitäten. Das ist dann für internen oder privaten Gebrauch
bei entsprechender Risikoabschätzung gangbar.
Nur - dass man keine Gewähr hat - wie den die ESD Handhabung war.
Neuverzinnte Anschlußbeine helfen da auch nicht.
Es gibt da die schönsten Bilder und Videos im Netz - wie Bauteile über
offenem Feuer entlötet, im Fluß gewaschen und in viele Yoghurtbecher
sortiert werden.
Vielleicht hast Du ja Glück - und einige der Bauteile in deinem Gurt
sind die aktuelle Version ;)
Also, die gleiche Software habe ich eben mit einem SE95 getestet, der
scheint kompatibel zu sein und dort bekomme ich auch mehr Bits (der hat
sogar eine höhere Auflösung, aber prinzipiell sollte die Kommunikation
1:1 funktionieren... oder habe ich etwas übersehen???). Daher gehe ich
davon aus, dass die Software ok ist.
http://www.nxp.com/documents/data_sheet/SE95.pdf
> http://www.nxp.com/documents/data_sheet/LM75A.pdf> Kann das jemand verifizieren? Vielleicht habe ich es auch falsch> verstanden.
Ein Tip noch. Ich lese auf der ersten Seite des Datenblatts kein
einziges Wort darueber das dies die verbesserte Version mit internem
I2C-Bus reset ist. Wer jemals mit diesem Drecks-IC gearbeitet hat will
das aber unbedingt. Der normale LM75 kann sich naemlich bei einem
Uebertragungsfehler so weghaengen das er die Clockleitung dauerhaft auf
Low zieht und das war es dann mit der Uebertragung auf dem Bus.
Im Datenblatt des LM75B (von 2015) steht der folgende Satz:
Frequency range 20Hz to 400kHz with bus fault time-out to prevent
hanging up the bus.
Und glaub mir, die wissen genau wieso sie das in die neue
Version eingebaut haben. Willst du es selber lernen? :-)
Olaf
Dirk S. schrieb:> Quelle der Chips?Andreas S. schrieb:> ollte es einfach nur> billig, billig, billig sein, z.B. in Form einer Direktbestellung bei> einem chinesischen Billighöker oder einem obskuren Ebay-Händler?Andreas S. schrieb:> Merkst Du nicht, dass Du gar keine LM75A von NXP gekauft hast, sondern> irgendwelchen umgelabelten Kram, den ein China beim Zusammenfegen der> Werkstatt gefunden hat?John schrieb:> Die Frage von oben ist noch offen: Wo hast du die ICs gekauft.Stampede schrieb:> Trotzdem: Wo hast du die IC gekauft?Thorsten Legat schrieb:> Ja woher sind die chipse denn nun?Alex W. schrieb:> Sag doch bitte mal woher du die Bauteile hast! Wo hast du die bestellt?
Oh ja, bitte, bitte, bitte!
Kannst Du denn wirklich so herzlos sein und Dich diesem
stein-erweichenden Flehen verschliessen? Das kann und will ich nicht
glauben -es wäre schlichtweg unmenschlich!
:-))
MfG Paul
Ich hoffe, dass ihr verstehen könnt, wenn ich hier keine Namen nennen
kann. Es gibt zu viele Möglichkeiten, wie man sich auf diese Weise
juristisch in Problemsituationen bringen kann, anonymes Forum hin oder
her. Es könnte einfach mein Fehler sein (Datenblatt falsch gelesen) oder
ein Versehen des Herstellers. Auch wenn der Fehler beim Händler läge,
würde ich das Risiko in einer Zeit, in der der man schon für schlechte
Ebay-Bewertungen abgemahnt wird, nicht eingehen (nein, es war in meinem
Fall nicht Ebay).
Igor Blitzhuber schrieb:> Ich hoffe, dass ihr verstehen könnt, wenn ich hier keine Namen nennen> kann.
Also doch Wochenendtroll. Hätten wir das geklärt. :-)
Igor Blitzhuber schrieb:> Es gibt zu viele Möglichkeiten, wie man sich auf diese Weise> juristisch in Problemsituationen bringen kann,
M.E. unproblematisch: "Ich habe bei XXX eine Rolle YYY gekauft, von
einige aus einer Stichprobe teilweise nicht dem Datenblatt zu
entsprechen scheinen und möglicherweise andere Typen sind."
Das hingegen könnte ein Problem werden: "Händler XXX verkauft bloss
irgendwelchen auf chinesischen Hinterhöfen zusammengekehrten Mist".
Igor Blitzhuber schrieb:> Ich hoffe, dass ihr verstehen könnt, wenn ich hier keine Namen nennen> kann.
Musst Du auch nicht.
Aber Du könntest viel Rätselei auflösen, indem Du schreibst, ob Du
- das Zeug bei einem normalen in .de ansässigen Versandhändler gekauft
hast
- das Zeug über eBay oder Amazon Marketplace gekauft hast, und da bei
einem privaten oder gewerblichen Händler
- das Zeug von einem nicht in .de ansässigen Versandhändler gekauft hast
- das Zeug auf einem Flohmarkt gekauft hast
und
- dir das Zeug als reguläre Neuware, als vollständige Rolle oder als
Gurtabschnitt, als Restposten "aus der Produktion" (d.h. hinter dem
Bestückungsautomaten runtergefallen) oder sonstwie verkauft wurde.
Du siehst: Keine Namen, aber viele Möglichkeiten.