Hallo liebe Gemeinschaft,
mich plagt schon lange diese Frage, meine Lehrer konnten es mir auch nie
sagen.
Und nein es ist kein Trollthread zum Freitag.
Spannung liegt an, Strom fließt, Leistung?
Was macht die Leistung?
P = U*I
P = Anliegender Stromfluss?
Ein Arbeitskollege meinte, sie hatten eine Antenne über die sie 5Watt
fließen lassen haben, wäre ja umgangssprachlich falsch?
Grüße und bald schönes Wochenende!
topkek2000
zumindest in der HF-Technik spricht man oft von Leistungsfluss, wobei
der Poynting vektor deren Richtung und Dichte im Raum beschreibt.
Leistung kann in dem Sinne also durchaus auch "fliessen".
Bei dem Antennenbeispiel müsste man aber eher sagen "in die Antenne
fliessen" statt "über", denn Leistung fliesst im Gegensatz zum Strom nur
hin aber nicht zurück
topkek2000 schrieb:> Ein Arbeitskollege meinte, sie hatten eine Antenne über die sie 5Watt> fließen lassen haben, wäre ja umgangssprachlich falsch?
Wie wärs mit "Energiefluss". Das trifft es wohl eher.
Leistung ist potentielle Arbeit.
Nicht elektrischer Vergleich:
ein 50 kW Motor kann im gleichen Zeitraum mehr Arbeit verrichten als ein
20 kW Motor.
Ist der Motor ausgeschaltet, hat er trotzdem 50 kW. Wirksam wird die
Leistung erst wenn Arbeit verrichtet wird, der Motor also eine bestimmte
Zeit läuft.
Elektrisch:
Die Leistung eines Widerstandes ist P=U²/R.
Diese Leistung / Arbeitsvermögen hat er, auch wenn keine Spannung
anliegt. Wirksam wird sie erst, wenn Spannung angelegt wird.
Nimmt man dagegen die Formel P=U*I, dann handelt es sich eigentlich um
eine Momentaufnahme der Arbeit, d.h., in dem Moment, wo man mißt, steht
die Leistung P=U*I an.
Leistung kann also nicht fließen, sondern nur anstehen oder zur
Verfügung stehen und bezeichnet häufig die max. Belastbarkeit, z.T. mit
Angabe eines max. Zeitraumes für den die Leistung am Bauelement anstehen
darf, bevor es abraucht. Man kann Leistung als Bauteileigenschaft oder
als Momentaufnahme eines Betriebszustandes sehen.
Gruß Andreas
Andreas M. schrieb:> Leistung kann also nicht fließen,
Zumindest bei Betrachtungen mit Blindleistung kann man m.E.
schon von einem Leistungsfluss sprechen. Blindleistung ist
ja nichts anderes wie ständig vor und zurück fliessende
Leistung. Eine Leistungsumsetzung findet dabei nicht statt.
Ich denke "verbraten" trifft es ganz gut, denn letztendlich ist das
Endprodukt jeglicher Arbeit die Wärme. Ausserdem hört sich "da werden 5
W verbraten" besser an als "da werden 5 W umgesetzt".
Natürlich kann man durch Blindleistung wesentlich mehr Arbeit verrichten
als man Wärme erzeugt, demnach wäre der Ausdruck "umsetzen" (in eine
beliebige Energieform inkl. Wärme) physikalisch korrekt, aber irgendwie
langweilig.
StefG schrieb:> Mo P. schrieb:>>Leistung ist Energie/Zeit.>> Das heisst, wenn ich ein Minimum an Energie habe, aber keine Zeit, geht> die Leistung ins unendliche???
Diese Überlegung ist genauso sinnlos wie die Sache mit den Tachyonen und
ihrer imaginären Masse.
StefG schrieb:> Mo P. schrieb:>>Leistung ist Energie/Zeit.>> Das heisst, wenn ich ein Minimum an Energie habe, aber keine Zeit, geht> die Leistung ins unendliche???
Klar doch! Wenn du 0,001 Euro/Stunde verdienst, und überhaupt nicht
arbeitest, dann wirst du ja schließlich auch unermesslich reich. ;-)
ASM Superprofi schrieb:> Ich denke "verbraten" trifft es ganz gut, denn letztendlich ist das> Endprodukt jeglicher Arbeit die Wärme
ist es nicht so das jeglicher Blindstrom die EVU ärgert weil dieser mit
I² x R in den Zuleitungen verheizt wird, aber der Kunde i.d.R. mit
Ferrariszähler nur Wirkleistung bezahlt.
Joachim B. schrieb:
>Elektrofan schrieb:>> "Normale" Kunden zahlen nur (Wirk-)Energie ...>ich korrigiere auf Wirkarbeit ;)
Energie und Arbeit ist ein und dasselbe.
topkek2000 schrieb:> Spannung liegt an, Strom fließt, Leistung?> Was macht die Leistung?
Man sagt, Spannung liegt an, Strom fließt hindurch, Leistung wird meist
geliefert, abgegeben, verbraucht, es wird gesendet mit xW Leistung usw..
> P = U*I> P = Anliegender Stromfluss?
"Stromfluss" ist etwas doppelt gemoppelt, es gibt nur den Strom der
fließt, keinen stehenden, aber das braucht man normal nicht so
verdeutlichen.
P ist die Leistung in Watt, I ist der Strom in Ampere, U ist Spannung in
Volt.
> Ein Arbeitskollege meinte, sie hatten eine Antenne über die sie 5Watt> fließen lassen haben, wäre ja umgangssprachlich falsch?
Die Leistung fließt natürlich auch von A nach B, aber begrifflich wird
meist der Strom fließen gelassen. Ich hätte evtl. "abgegeben" gesagt.
Die Umgangssprache ist Natürlich physikalisch nicht ganz korrekt; wenn
ich z.B. an den sogenannten Stromverbrauch denke.
MfG
Günter Lenz schrieb:> Joachim B. schrieb:>>Elektrofan schrieb:>>> "Normale" Kunden zahlen nur (Wirk-)Energie ...>>>ich korrigiere auf Wirkarbeit ;)>> Energie und Arbeit ist ein und dasselbe.
Mahlzeit, lese den Thread dann verstehst du
muss ich nun noch schreiben?
ich korrigiere MICH auf Wirkarbeit ;) :p
> Hmm, ich habe manchmal viel Energie, arbeite aber trotzdem nicht. :-)
Physikalisch ausgedrückt:
Dann wir die Energie nicht abgearbeitet, sondern bleibt potentiell. ;-)
Es existiert ein sehr einfacher universeller kausaler Zusammenhang
zwischen den hier genannten Größen.
1. Tauschen zwei physikalische Systeme Energie miteinander aus, so
existiert ein Energiefluss (Energiestrom).
2. Jeder Energiestrom benötig einen Energieträger.
3. Die Differenz der Energieströme nennen wir die Leistung.
4. Jeder Energieträger kann fließen, d.h. jeder Energieträger besitzt
einen Trägerstrom.
5. Zu jedem Trägerstrom gehört ein Potential.
6. Die Potentialdifferenz nennen wir die Spannung.
Wenden wir diese Zusammenhänge auf die obige Frage an, so sollten die
Antworten wie folgt lauten:
- ein Strom fließt
- eine Spannung liegt an
- eine Leistung wird ausgetauscht
Günter Lenz schrieb:> Ist es doch. Formelzeichen ist W.> Maßeinheiten sind zum Beispiel:> kWh Kilowattstunde, J Joule, Nm NewtonMeter, kpm KilopondMeter.> Diese Maßeinheiten lassen sich alle ineinander umrechnen,> weil es alles ein und dasselbe ist, Energie oder Arbeit.
Im Allgemeinen werden die Energie und die Arbeit unterscheiden. Die
Energie bezeichnet eine allgemeine, fundamentale Große gemessen in
Joule. Arbeit wird in der Physik genau die Energie bezeichnet, die auf
rein mechanischen Wege ausgetauscht wird. Diese Unterteilung ist
historisch bedingt. So ist der Umgang mit der mechanischen Arbeit bei
den Naturphilosophen schon ein fester Bestandteil ihrer Überlegungen.
Allerdings verwenden sie dazu noch den Begriff „lebendige Kraft“. Der
Energiebegriff in der heutigen Form wurde erst 1807 von Thomas Young
erstmalig verwendet.
Prinzipiell kann aus gleichen physikalischen Einheiten nicht
geschlußfolgert werden, dass es sich um die gleiche Größe handelt. Der
Energiestrom wird in Watt gemessen, die Leistung auch. Das Drehmoment
wird in Nm gemessen die Energie auch. Diese Beispiele lassen sich
beliebig fortführen.
> 2. Jeder Energiestrom benötig einen Energieträger.
Was für ein Energieträger liegt denn vor bei der Strahlungsaussendung im
Vakuum? Den "Äther" hat man ja noch nicht gefunden ... ;-)
Elektrofan schrieb:>> 2. Jeder Energiestrom benötig einen Energieträger.>> Was für ein Energieträger liegt denn vor bei der Strahlungsaussendung im> Vakuum?
1. Vakuum (also absolut nichts) gibt es nicht, irgendwas ist ja immer
vorhanden (wenn auchsehr wenig), vielleicht hinter der Expansionsgrenze
im All, da könnte tatsächlich NICHTS sein.
2. Da war mal was mit Welle Teilchen, Licht kann Welle oder Teilchen
sein je nach Wunsch, mal ist es Welle dann kann man es filtern, mal ist
es Teilchen dann schlagen kleine Kügelchen auf Elektronen. :)
> 1. Vakuum (also absolut nichts) gibt es nicht, irgendwas ist ja immer> vorhanden (wenn auchsehr wenig), vielleicht hinter der Expansionsgrenze> im All, da könnte tatsächlich NICHTS sein.> 2. Da war mal was mit Welle Teilchen, Licht kann Welle oder Teilchen> sein je nach Wunsch, mal ist es Welle dann kann man es filtern, mal ist> es Teilchen dann schlagen kleine Kügelchen auf Elektronen. :)
=> Ergo:
Beim Welle/Teilchen-Konflikt (Kurt Bindl) ist hiermit entweder
entschieden, wir haben es mit Teilchen zu tun - oder
im Weltraum muss das sehr wenige "irgendwas" eine grosse massenbezogene
Leistungsdichte aufweisen können, wenn die Sonne ihre Energie loswerden
will ...
Elektrofan schrieb:> Was für ein Energieträger liegt denn vor bei der Strahlungsaussendung im> Vakuum? Den "Äther" hat man ja noch nicht gefunden ... ;-)
Ein „Äther“ ist nicht notwendig. Die Energieträger des
elektromagnetischen Feldes sind der Impuls und die Ladung. Der Impuls
kann über den Strahlungsdruck bestimmt werden und die Ladung über
elektrische und magnetische Feldstärke.