Es gibt Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand, mein Arbeitgeber hat
nach Absprache mit dem Partner ganz fiktives Projekt durchgeführt und
ca. 100k € vom Staat kassiert. Ich und andere Kollegen haben viele
Formulare unterschrieben und ist klar, dass das Ganze ein
Subventionsbetrug ist. Wo kann ich es melden? Polizei? Was ist die
übliche Strafe für mich? Auf Bewährung? Ein bisschen Knast?
Thomas schrieb:> Wo kann ich es melden? Polizei? Was ist die> übliche Strafe für mich? Auf Bewährung? Ein bisschen Knast?
BILD, FOCUS, RTL, SAT1, ....
Strafe - lebenslang!
Wer will mit einem Verräter noch jemals zusammenarbeiten.
Vermutlich der Verlust des Arbeitsplatzes.
Wurde es dir befohlen, dass du den Betrug durchführen sollst und
insbesondere wusstest du, dass du betrügst?
Als Arbeitnehmer bist du nämlich Weisungsgebunden und kannst natürlich
immer in die Richtung "Arbeitsplatzverlust" argumentieren.
Vermutlich ist das zuständige Amt für soetwas zuständig, nicht die
Polizei direkt.
Subventionsabzocke war doch seit jeher eine weit verbreitete Masche. Es
gab und gibt etliche Firmen, die von nichts anderem existieren. Solange
von staatlicher Seite immer wieder Subventionen ohne Kontrolle breit
verteilt werden, wird sich daran auch nichts ändern.
Geh' irgendwo hin, melde das. Es wird keine Sau interessieren.
Oder aus der anderen Ecke: dachtest du, dass das Amt bei der Zahlung von
Kurzarbeitergeld Null irgendetwas kontrolliert? Als ich es bei einem
früheren AG bezogen hatte und dann nicht voll weiterarbeiten wollte, hat
er mich irgendwann (zeitversetzt, damit es nicht so auffällt)
rausgeworfen.
Thomas schrieb:> Wo kann ich es melden? Polizei?
Strafanzeige kann man auch anonym erstatten. Das musst trotzdem verfolgt
werden. Nur muss ein ausreichender Anfangsverdacht entstehen. Du wirst
denen da also schon eine Erklärung liefern müssen. Das kannst du dann
auch direkt an die Staatsanwaltschaft schicken. Nur dran denken, den
Brief nicht aus Gewohnheit zu unterschreiben, den Absender nicht zu
nennen und selbstklebende Umschläge sowie Briefmarken zu verwenden.
Ablecken hinterlässt DNA-Spuren.
> Was ist die übliche Strafe für mich? Auf Bewährung? Ein bisschen Knast?
Bei unserem lauen Justizsystem? Mal im Ernst: Du kannst in diesem Land
Leute bei Straßenrennen totfahren und gehst dafür nicht in den Knast.
Bei Ersttätern, bei denen keine Wiederholungsgefahr besteht, gibt es
Bewährung. Bei sowas wie deiner Sache vielleicht eine Geldstrafe oder
Einstellung des Verfahrens gegen Geldauflage. Wenn dir überhaupt was
passiert. Du scheinst ja genötigt worden zu sein.
Am Besten mit einem Anwalt reden.
Ich würde mal beim Fördermittelgeber oder beim Projektträger (das sind
die die das Projekt abrechnen und für das Controlling zuständig sind)
anklopfen. Die sollte das schon interessieren.
Mit freundlichen Grüßen
Thorsten Ostermann
>> Ablecken hinterlässt DNA-Spuren.>
Nicht nur ablecken, auch anfassen und auch schon ein leichter Luftzug
vom Körper zum Papier (z.B. durch verdriftete Hautschuppen, etc.)
Thomas schrieb:> Subventionsbetrug ist. Wo kann ich es melden?
Garnicht.
Fresse halten, mitspielen und gut gewesen - in dem gesamten korrupten
politischen Dreckssystem ist der Betrag vollkommen uninteressant.
Thomas schrieb:> s gibt Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand, mein Arbeitgeber hat> nach Absprache mit dem Partner ganz fiktives Projekt durchgeführt und> ca. 100k € vom Staat kassiert.
Das riecht nach derselben Nummer, die hier vor einigen Monaten durchs
Forum ging: Ein Typ hat davon berichtet, daß irgend eine neue Firma
100.000 Zuschuss von einem Musseum abstaubt, um eine neue Art der
Umsetzung von Musik in Bildern zu liefern. Funktionieren musste der
Prototyp nicht, es reichte ein Konzept.
Md M. schrieb:> Vielleicht einfach TOR und eine Mail?
Funktioniert TOR überhaupt noch ?
Manfred schrieb:> Fresse halten, mitspielen und gut gewesen - in dem gesamten korrupten> politischen Dreckssystem ist der Betrag vollkommen uninteressant.
Stimmt, Mario hat es schon längst millionenfach scheinbar wieder aus dem
Nichts erschaffen, bezahlen werden wir es am Ende aber trotzdem.
Md M. schrieb:> Klar. Ich benutze TOR permanent. Wieso sollte es denn nicht> funktionieren?
Habe gerade mal interessehalber gegoogelt.
Die im Wiki von Torproject.org angegebenen Links zu email-Providern
funktionieren nicht mehr.
Ausserdem steht irgendwio was von Seiten, die angeblich im Warungsmodus
waren und dann per JavaScript MAC und IP-Adresse nach Virginia
übertragen haben ...
Welchen email-Provider würde man mit für eine anonyme
Thunderbird-Konfiguration gerade am besten verwenden ?
interrupt schrieb:> Die im Wiki von Torproject.org angegebenen Links zu email-Providern> funktionieren nicht mehr.
Oh, da hab ich dich missverstanden. Ich hätte einfach irgendeinen
beliebigen freemailer genommen und das ganze einfach nur über TOR
gemacht, falls ein Richter den freemailer zum rausrücken von
Verbindungsdaten verdonnert oder sowas.
> Ausserdem steht irgendwio was von Seiten, die angeblich im Warungsmodus> waren und dann per JavaScript MAC und IP-Adresse nach Virginia> übertragen haben ...
Muss ich gleich mal recherchieren nach der Story.
> Welchen email-Provider würde man mit für eine anonyme> Thunderbird-Konfiguration gerade am besten verwenden ?
Wie gesagt, ich hätte irgendwas genommen. Das, was ich über TOR mache
(nichts verwerfliches oder illegales, soweit ich weiß), mache ich
zusätzlich über gratis netzclub-SIM-Karten, die auf Namen bestellt sind,
die nicht existieren. Das dürfte das einzige vielleicht nicht so ganz
legale an der Sache sein. Mein schlechtes Gewissen hält sich in Grenzen.
Md M. schrieb:> Wie gesagt, ich hätte irgendwas genommen. Das, was ich über TOR mache> (nichts verwerfliches oder illegales, soweit ich weiß), mache ich> zusätzlich über gratis netzclub-SIM-Karten, die auf Namen bestellt sind,> die nicht existieren.
Und wie kommt die Post mit der SIM-Karte dann bei dir zuhause an?
Mark B. schrieb:> Und wie kommt die Post mit der SIM-Karte dann bei dir zuhause an?
Einfach einen Aufkleber mit nem zweiten Namen an den Briefkasten, den
man dann wieder entfernt. Oder auch nicht. Der Postmann stellt ihn dann
im Treppenhaus für alle Mieter sichtbar hin.