Hallo,
mache mir Gedanken um den Schutz einiger Dokumente, die ich demnächst
wegen des Formats in einem Copyshop ausdrucken muß. Kann ich irgenwie
feststellen, ob die Daten kopiert und abgespeichert wurden? Also nicht
nur zum Druck kopiert wurden. Oder gehe ich ganz falsch an die Sache
heran?
Gruß Rainer
Admin, bitte verschieben, falls ich im falschen Forum bin. Danke
Rainer V. schrieb:> Kann ich irgenwie> feststellen, ob die Daten kopiert und abgespeichert wurden?
Klaro. Du mußt nur kurz die Festplatte aus dem großen Kopierer rausbauen
:-) Üblicherweise ist kopieren wie Sand schaufeln. Man sieht sich nicht
jedes Korn einzeln an. Man könnte das Risiko der Nachnutzung der Daten
evtl. teilen, indem man nicht alles vollständig an einem Ort oder Tag
erledigt.
letztendlich , liegt es auch am betreiber des shops, man kann den
copierer auf temporäre speicherung stellen. Nur ob er es gemacht hat,
kannst du so nicht herausfinden.
Es sei denn, er sichert es dir zu und auch dann bleibt ein zweifel.
Übrigens hinterlässt fast jeder Farbkopierer und -drucker seinen
individuellen Fingerprint (Seriennummer und auch mehr) auf jedem
Ausdruck in Form von unauffälligen Yellow-Dots. Das sollte man wissen!
In der Software sind meist Kontrollfunktionen implementiert, die
beispielsweise das Kopieren von Banknoten verhindern. Möglicherweise
werden dann automatisch weitere Massnahmen veranlasst.
Selbst mein einfacher SW-Multifunktions-Laserdrucker (BROTHER) streikte
beim Versuch, probeweise einen Fuffi einzuscannen.
oszi40 schrieb:> Klaro. Du mußt nur kurz die Festplatte aus dem großen Kopierer rausbauen> :-) Üblicherweise ist kopieren wie Sand schaufeln. Man sieht sich nicht> jedes Korn einzeln an. Man könnte das Risiko der Nachnutzung der Daten> evtl. teilen, indem man nicht alles vollständig an einem Ort oder Tag> erledigt.
Ok, ich habe verstanden...
Villeicht gäbe es noch so etwas wie eine Testoption, in der ich erst
einmal mit harmlosen Files schaue, was geht. Ich habe aber das Gefühl,
dass ich mich in einem Bereich bewege, wo man letztlich nur trauen und
nichts als Trauen kann. Aber wirklich??
Schaum, auf ruhiger See?
Danke Rainer
Rainer V. schrieb:> Ich habe aber das Gefühl,> dass ich mich in einem Bereich bewege, wo man letztlich nur trauen und> nichts als Trauen kann. Aber wirklich??
Ja, das leben ist schwierig, wenn man alles kontollieren will. Du wirst
immer öfter feststellen, es geht nicht.
Wie verhinderst Du denn, daß Dein Rechner Deine Daten irgendwo im
Internet ablegt? Oder traust Du dem?
Rainer V. schrieb:> Villeicht gäbe es noch so etwas wie eine Testoption, in der ich erst> einmal mit harmlosen Files schaue, was geht
Das kannst du nicht, wie willst du denn feststellen, welche Daten wo
landen? Damit wäre selbst ein Fachmann vom Bundeskriminalamt
überfordert. Sicher wäre nur Folgendes: du kaufst selbst so einen
Kopierer, und nach dem Ausdruck lässt du ihn in einem Krematorium
verbrennen.
Georg
Du willst ausdrucken. Damit musst Du doch die Datei auf den PC im
Copyshop hochladen. Das ist etwas anderes als in den Antworten
angenommen, die sich aufs Fotokopieren beziehen.
Schau das die Datei danach wieder gelöscht wird. Ansonsten falls Du so
paranoid bist: warum überhaupt ausdrucken? Oder wenn es wirklich wichtig
ist: eigenen großen Drucker anschaffen.
lalala schrieb:> Du willst ausdrucken. Damit musst Du doch die Datei auf den PC im> Copyshop hochladen.
nee nee Frau Fee, ein "normaler" Kopierer
hat heutzutage auch eine Festplatte drin.
Da werden die Kopien dann als Dateien abgelegt.
Das wurde offenbar (war in den Medien) mal einem Anwalt
fast zum Verhängnis.
Als alternative könntest du eine passwortgeschützte PDF erstellen (ich
weiß dass man die trotzdem knacken kann, aber ggf. besser als nichts)
und damit zum Copyshop gehen. Meistens sind die Mitarbeiter so tolerant
und lassen dich das Passwort vor Ort eingeben.
Vitalij schrieb:> Meistens sind die Mitarbeiter so tolerant und lassen dich das Passwort> vor Ort eingeben.
Und Du glaubst, wenn der "Kopierer" (genauer: Drucker) schon alles
aufzeichnet, was er druckt, macht er das mit den aus passwortgeschützten
PDF-Dateien erzeugten Druckdaten nicht?
Nicht umsonst gab es ja auch das Werbeargument für käufliche
Leiterplattten - Prototypenfräsen
- dass die Entwürfe dann nicht den eigenen Betrieb verlassen...
Wenn es wirklich wichtig wird :
Drucker selber kaufen.
Meine halbprivaten DIN A2/1 Pläne waren bislang dermaßen wenig geheim,
dass mir eher gfs. allfällige Trojaner und Viren auf dem PDF
Annahmerechner im Copyshop Sorgen machen. Der ist bestimmt genauso
sauber und gesund wie die leichtbekleideten Damen auf der Straße hinterm
Hauptbahnhof....
---
Und ich kenne die Aussage von ehemaligen Komilitonen über
Entwicklungsabteilungen (Sicherheits- Transpondertechnik)- bei den der
Internetrechner in einem extra Raum steht.
big_brother schrieb:> Selbst mein einfacher SW-Multifunktions-Laserdrucker (BROTHER) streikte> beim Versuch, probeweise einen Fuffi einzuscannen.
Hmm. Mein Scanner nicht.
Grund: Damals gab es weder Euro noch den neuen Fünfziger.
Auch alte Software habe ich noch, mit der man €-Scheine scannen und
drucken könnte. Auch an alten PC und Software mangelt es nicht.
Fazit:
Das Schutzgeraffel ist alles so ziemlich für die Würste.
@Topic:
Es gab mal den folgenden Artikel auf heise:
https://www.heise.de/newsticker/meldung/Nacktfotos-und-Geschaeftsgeheimnisse-c-t-findet-gefaehrliche-Datenreste-auf-gebrauchten-Festplatten-3234925.html
Dritter Abschnitt dreht sich kurz um Drucker.
D.h. Datenschutz und Drucken ist ein echtes Problem. Selbst wenn der
Copyshopbesitzer sauber arbeitet, du hast nicht im Griff was mit dem
Drucker bei der Entsorgung passiert.
Natürlich stellt sich die Frage, wie wahrscheinlich das ist...
> Wie verhinderst Du denn, daß Dein Rechner Deine Daten irgendwo im> Internet ablegt? Oder traust Du dem?
Dem traue ich weil er kein Internetanschluss hat (je hatte & je haben
wird).
Keyword: Airgap
Georg schrieb:> Sicher wäre nur Folgendes:
Nein.
> du kaufst selbst so einen> Kopierer,
Der könnte die Daten direkt ins Internet senden. Oder der Druckertreiber
auf dem PC legt beim Ausdrucken eine "Sicherheitskopie" an und sendet
sie bei Gelegenheit.
Georg schrieb:> Sicher wäre nur Folgendes: du kaufst selbst so einen> Kopierer, und nach dem Ausdruck lässt du ihn in einem Krematorium> verbrennen.
Ist nicht so sicher. Schon vor JahrenzehNten hatte eine Ami-Firma mit 3
Buchstaben Netzteile manipuliert um unbemerkt Daten zu versenden. Etwas
sicherer wäre: Mit mechanischer Schreibmaschine abtippen :-)
bastel_ schrieb:> a) dem Copyshop vertrauen, b) einen Vertrag mit denen machen.
Vertraut man, bewirkt ein Vertrag nichts. Hat man kein Vertrauen, auch
nicht.
Das ist nur was für grosse Firmen, die eine Rechtsabteilung haben, die
Vertragsverletzungen hartnäckig verfolgen kann. Und das auch nur, wenn
sie ihnen bekannt werden und beweisbar sind.
Georg
Oliver S. schrieb:> Geh einfach vom worst-case aus: Die Daten werden kopiert und> abgespeichert.>> Alle weiteren Schlußfolgerungen daraus kannst nur du selber ziehen.
Es stimmt zwar, dass heutzutage alle Kopierer und Großdrucker über eine
interne Festplatte verfügen, allerdings gibt es für sensitive Nutzer
auch Lösungen, die ein unbemerktes "Aufbewahren" von geheimen Daten
verhindern:
Wir haben jahrelang für große Kopiererhersteller Maschinen auf
Kundenbestellung vorkonfiguriert. Waren die Kunden gewisse Behörden oder
sicherheitsbewußte Unternehmen, so hatten diese auf der Bestellung auch
regelmäßig eine "Security-Option": Das war ein Stück SW auf einer SDMC,
das in die Maschine eingespielt wurde und fortan dafür sorgte, daß
temporäre Dateien auf der Festplatte durch mehrfaches aktives
Überschreiben unbrauchbar gemacht wurden.
Ein Hersteller hatte sich diese Option sogar BSI-zertifizieren lassen.
Der Frager könnte also schauen, ob ein Copyshop evtl. eine solche
sichere Maschine für den Ausdruck anbietet...
Gruß... Bert
Bert 0. schrieb:> Das war ein Stück SW auf einer SDMC,> das in die Maschine eingespielt wurde und fortan dafür sorgte, daß> temporäre Dateien auf der Festplatte durch mehrfaches aktives> Überschreiben unbrauchbar gemacht wurden.
ROTFL...
Der TO ist ja nun unbestritten leicht paranoid. Und mit etwas paranoidem
Vorstellungsvermögen ist leicht zu erkennen, was diese Vorgehensweise an
zusätzlicher Sicherheit bringt.
Abgesehen von der nicht auszurottenden urban legend, das mehrfaches
Überschrieben für irgend etwas erforderlich wäre.
Oliver
Bert 0. schrieb:> Der Frager könnte also schauen, ob ein Copyshop evtl. eine solche> sichere Maschine für den Ausdruck anbietet...
Genau zu dem würde ich nicht hingehen. Der beste Schutz den er doch
sowieso hat, ist doch das sich kein Mensch für das gedruckte im Copyshop
interessiert. Wenn man ersteinmal anfängt daraufhinzuweisen wie wichtig
das Zeug ist, dann schaut da doch schon jemand eher drauf.
lalala schrieb:> Wenn man ersteinmal anfängt daraufhinzuweisen wie wichtig> das Zeug ist, dann schaut da doch schon jemand eher drauf.
Da ist was dran. Außerdem verrät schon oft der Dateiname ob es nur
Küchenrezepte sind. :-)
oszi40 schrieb:> lalala schrieb:>> Wenn man ersteinmal anfängt daraufhinzuweisen wie wichtig>> das Zeug ist, dann schaut da doch schon jemand eher drauf.>> Da ist was dran. Außerdem verrät schon oft der Dateiname ob es nur> Küchenrezepte sind. :-)
Das könnte man ausnutzen. Nenn Deine Diplomarbeit
"Anschlagsplan_Reichstag.pdf" und druck sie aus. Wenn Dir dann der
Rechner kaputtgeht haben sie garantiert noch eine Sicherheitskopie für
Dich ;-)
>>> Berlin.>>> Nach der Planung einer schweren staatsgefährdenden Straftat>>> musste ein Technikforum im Internet geschlossen werden.>>> Die Nutzer tauschten sich öffentlich Anschlagspläne aus>>> und diskutierten über (...)
---
macht nur so weiter.
Michael X. schrieb:> Mach einen NDA mit dem Copyshop
Freitags im Multifunktions-Schreibwaren-Postfiliale-Copyshop: "Chef, was
ist ein Enn-De-A? Da will jemand 5 Seiten kopieren und braucht das
dafür."
Hallo Leute,
ja, die Paranoia ist real. Ich werde also versuchen, dass Ganze auf
"Insel-Systemen" zu verwirklichen.
Habe vor gefühlten 100Jahren mit einem Freund einen Business-Plan
gebastelt und das Ganze sollte dann natürlich schick auf fettem
Hochglanzpapier präsentiert werden. Also Copy-Shop und USB-Stick. (Das
hatte damals noch nicht jeder). Der
bedienstete Mensch ist dann erst mal mit dem Stick verschwunden und hat
uns dann mitgeteilt, dass gewisse Formate in unserem Dokument nicht
gedruckt werden könnten. Er wollte uns aber helfen, das Ganze in eine
druckbare Form zu bringen. Hat er auch gemacht, aber die Kopie der Sache
ist mit Sicherheit bei ihm geblieben. Zum Glück ist aus der
Geschäftsidee nichts geworden :-)
Gruß Rainer
Rainer V. schrieb:> Der> bedienstete Mensch ist dann erst mal mit dem Stick verschwunden und hat> uns dann mitgeteilt, dass gewisse Formate in unserem Dokument nicht> gedruckt werden könnten. Er wollte uns aber helfen, das Ganze in eine> druckbare Form zu bringen. Hat er auch gemacht, aber die Kopie der Sache> ist mit Sicherheit bei ihm geblieben. Zum Glück ist aus der> Geschäftsidee nichts geworden :-)
weil der Typ die Idee übernommen hat?
Rainer V. schrieb:> wegen des Formats in einem Copyshop ausdrucken mußHorst schrieb:> Kauf dir halt einfach einen
Wegen einem Glas Milch eine Kuh kaufen? A0-Laserplotter? >1000€
Alex W. schrieb:> ● J-A V. schrieb:>> was hat das jetzt mit Muscheln zu tun?>> Lach! Er weis nicht wie man die drei Muscheln verwendet ;-)Prussst (Zum Glück habe ich eine Ersatztastatur)
big_brother schrieb:> Selbst mein einfacher SW-Multifunktions-Laserdrucker (BROTHER) streikte> beim Versuch, probeweise einen Fuffi einzuscannen.
Tatsächlich:
Direkt-Kopie kommt im rotem Hintergrund.
Scannen wird nach ca. 1 cm mit Fehlermeldung abgebrochen und man muß
aus- und einschalten.
Eine 50 Schweizer Franken Note geht aber ohne Probleme...