Defektes Gameboy Classic Modul

#5005059
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Hallo zusammen.

Ich habe ein Gameboy Classic Mega Man 4 Modul bei ebay als "defekt" 
ersteigert und versuche nun es ans laufen zu bringen. Aber es mag 
einfach nicht. ;-) Der Startscreen kommt, allerdings ist hier schon das 
Nintendo Logo defekt dargestellt (siehe Foto) und dann gehts nicht mehr 
weiter... Die Kontakte sehen auch ziemlich durch aus (siehe anderes 
Foto). Aber wenn die es nicht mehr tun würde dürfte das Spiel ja 
theoretisch gar nicht booten, oder?

Was ich bisher ausprobiert habe:

- Kontakte reinigen mit pusten, Kontaktspray und Radiergummi

- Durchgemessen mit Multimeter. Der linke Widerstand hat 900 Ohm und der 
rechte 450 Ohm angezeigt. Ist das normal so? Auch die einzelnen Kontakte 
haben am Ram / Rom angeschlagen beim messen

- Die Widerstände neu verlötet falls hier kalte Lötstelle gewesen wäre

- Modul bei 150 Grad 15 Minuten in den Backofen, damit die Kontakte sich 
neu festigen können.


Hat wie gesagt alles nicht geholfen und ich bin jetzt mit meinem Latein 
am Ende, was hier noch defekt sein könnte...

Kann jemand helfen oder hat eine Idee??

Vielen Dank schon mal im Voraus!

Lieben Gruß
Sven
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#5005163
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Sven H. schrieb:
> Modul bei 150 Grad 15 Minuten in den Backofen, damit die Kontakte sich
> neu festigen können.

Das kann zwar eventuell kurzfristig helfen, bringt aber nich wirklich 
was. Das müsste schon über 200° gehen. Im Backofen geht aber 
wahrscheinlich dabei noch mehr kaputt.
Kein Lötkolben zum nachlöten?


PS: Die Widerstände sind wahrscheinlich Dioden!
Gast #5005191
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Ich denke einer der Datenleitungen D0-D7 auf der Cartridge ist 
unterbrochen, das Spiel bootet deshalb überhaupt nicht. Das Logo 
befindet sich bei jedem Spiel an der gleichen Adresse und wird von dort 
aus vorm Boot ausgelesen (Kopierschutzgründe). Das ein Teil auslesbar 
ist spricht dafür das die Adressleitungen und die Spannungsversorgung 
noch intakt ist.
#5005222
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René F. schrieb:
> Ich denke einer der Datenleitungen D0-D7 auf der Cartridge ist
> unterbrochen, das Spiel bootet deshalb überhaupt nicht.

Und dem Bild nach zu urteilen ist es D7. Man sieht, dass immer der 
oberste linke Pixel in einem 4x2 Block weiß ist. Kontrolliere daher 
diesen Pin noch einmal ganz genau. Es ist der 4. Pin von rechts, bzw. 
siehe das Pinout hier:
https://www.insidegadgets.com/wp-content/uploads/2011/03/IMG_1994.jpg
Gast #5005260
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Sebastian V. schrieb:
> Und dem Bild nach zu urteilen ist es D7. Man sieht, dass immer der
> oberste linke Pixel in einem 4x2 Block weiß ist.

Vielen Dank für die Ergänzung, so genau hatte ich mir das jetzt nicht 
angeschaut ;)

Stellt sich nur die Frage wie man den Kontakt langfristig wieder fixen 
kann, Versuche mit Silberleitlack sind leider denke ich nur von kurzer 
Dauer.
#5005775
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Du könntest nochmal den Widerstand der Pins nach Masse messen. Wenn sich 
D7 signifikant von den anderen Datenleitungen unterscheidet, hast du den 
Schuldigen.
Aber da das Modul ja quasi nur aus den beiden ICs und zwei Dioden 
besteht ist da gar nix zu machen.

Es beschränkt sich auf das Nachlöten und ggf. Austauschen von Teilen. 
Evtl. hat das IC einen ESD Schaden erlitten und dann isses hinüber.
#5006223
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Henrik J. schrieb:
> und zwei Dioden

Nur nochmal zur Vollständigkeit hier. Die axialen Bauelemente sind weder 
Widerstände noch Dioden sondern Kondensatoren. Ist auf dem Bild vom TO 
natürlich schlecht zu erkennen aber ein eigenes Gameboy Modul sieht ganz 
ähnlich aus. Neben den Kondensatoren steht sogar "103 ┫┣ C1" und "103 ┫┣ 
C2" auf der Platine. Ich denke mal das sind 10nF.
#5006875
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Hallöchen.

Wow! Erst mal vielen Dank an alle für die überwältigende Resonanz. Da 
ich nicht "vom Fach" bin konnte ich nicht mit allen Sachen was anfangen:

- was sind SMD Teile?

- Leitlack hatte ich mir auch schon überlegt. Wie würde ich den denn 
anwenden? Die Bahnen auf der Platine damit nachgehen?

- welche Dukos sollen mit Draht verlötet werden? Was sind Dukos?

- was ist ein ESD Schaden?

... Entschuldigung für mein Unwissen. :-D

Ich hab gestern abend jetzt mal die Kontakte der ersten 4 leitenden Pins 
nachgelötet. Hab auch nochmal ein Bild davon angehängt. Auch das hat 
leider nichts gebracht.... mich beschleicht langsam aber sicher, dass 
das Teil leider irreparabel defekt ist. :-(

Ich probiere heute abend mal die einzelnen Pins auf Masse nochmal zu 
testen...
Angehängte Dateien:
#5006906
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Dukos:
Durchkontaktierungen. Diese können schon manchmal Probleme machen. Es 
sind Bohrlöcher, IN denen nachher wieder Kupfer einggebracht wurde, 
welches sich dann mit den Leiterbahnen "oben" und "unten" verbinden muß. 
Unter widrigen Umwelt-Bedingungen gibt es genau dort Kontakt-Probleme. 
Man kann das recht einfach reparieren, indem man ein dünnes Drähtchen 
durchschiebt und oben und unten an dem Kontaktauge anlötet.

Allerdings ist zu der vermuteten datenleitung D7 keine DuKo zu sehen, 
der Kontakt geht direkt vom Stecker zum IC. dafür empfiehlt es sich ja, 
mit einem vielfach-Messgerät die Leitungen auf durchgängigkeit zu prüfen 
("durchzuklingeln"). Manchmal sind Haar-Risse in den Leiterbahnen, 
welche nicht direkt sichtbar sind mit bloßem Auge.

Sofern du die Schadstelle genau lokalisiert hast, kannst du mit einem 
winzigen Tropfen (ca. 2 mm Durchmesser) Silber Leitlack die Schadstelle 
flicken.

ESD:
electrostatical discharge (mein Gott, ist denn Wikipedia heute 
abgeschaltet?) Elektrostatische Entladung. enn du mit deinen 
Plaste-Schuhen über den Plaste-Teppich schnlurfst, und packst dann die 
Türklinke an, bekommst du einen gewischt. das sind einige 1000 Volt. 
Wenn du dann noch das Platinchen in der Hand hälst, dann zerfetzt es da 
drin irgendwas in den Chips, da die "für mehrere 1000 Volt" nicht 
ausgelegt sind.
Gast #5006951
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Hallo,

vielleicht ist in einer der Leiterbahnen auch ein Riss, den man nicht 
sieht. Wenn du also die Leitung druchprüfst geht es, aber wenn du die 
Karte in den Game Boy steckst drückend die Federkontakte die Leiterkarte 
nach hinten und es entsteht die Unterbrechung.

Kannst mal drüber nachdenken.

Gruß, Jens
Gast #5007072
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Wolfgang R. schrieb:
> Du scheinst ja ein echter "Experte" zu sein... facepalm

Na dann sag DU mir doch mal, was du durch ESD schon kaputt bekommen 
hast?
Bist wohl auch so einer der denkt, mal schnell an die Erdung oder an den 
Heizkörper langt um irgendwo zu schrauben, aber den Gedanken, dass man 
nach 1 Meter Laufe mit seinen gestrickten Socken von Omi wieder 
aufgeladen ist interessiert keinen. Und Trotzdem passiert einfach 
nichts.
Wie viele Mosfets wurden schon angelangt, wie viele ICs, wie viele µCs 
und nichts passiert.
Gast #5007689
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>_ pr0 schrieb:
> Na dann sag DU mir doch mal, was du durch ESD schon kaputt bekommen
> hast?

Ich bin zwar nicht Wolfgang R., aber ich habe schon einen BC547 mit
einer elektrostatischen Entladung gekillt.
Heizperiode, sehr niedrige rel. Luftfeuchte, Teppichboden, Schuhe mit
gut isolierender Sohle und Bürostuhl mit Textilbezug.
Das hat richtig geknackt, als ich mir die Platine gegriffen habe.
Gast #5007749
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soul e. schrieb:
>>_ pr0 schrieb:
>
>> Bei CMOS Bausteinen sollte man vielleicht ESD Schutz betreiben, aber
>> dass ein GB Modul deshalb ausfällt? Dann wär mehr deffekt als das MSB.
>
> In dem GB-Modul sitzen zwei CMOS-Bausteine. Ein Memory Bank Controller
> (MBC1) und ein OTP-EPROM.

Sharp LH534 ist ein Masken-ROM!
Gast #5007778
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tommy schrieb:
>>_ pr0 schrieb:
>> Na dann sag DU mir doch mal, was du durch ESD schon kaputt bekommen
>> hast?
>
> Ich bin zwar nicht Wolfgang R., aber ich habe schon einen BC547 mit
> einer elektrostatischen Entladung gekillt.
> Heizperiode, sehr niedrige rel. Luftfeuchte, Teppichboden, Schuhe mit
> gut isolierender Sohle und Bürostuhl mit Textilbezug.
> Das hat richtig geknackt, als ich mir die Platine gegriffen habe.

Ich bin zwar nicht tommy aber bei nem diskreten Bipolartransistor mit so
einer groben Struktur halte ich es für sehr unwahrscheinlich das der 
Transistor dadurch gestorben ist.






Meine Vermutung ist ehrlich gesagt das der Kontakt am Platinenrand für 
D7 einfach nur abgenutzt bzw. korrodiert ist.
(Firma: matzetronics) #5007823
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>_ pr0 schrieb:
> Wie viele Mosfets wurden schon angelangt, wie viele ICs, wie viele µCs
> und nichts passiert.

Wenn du 100 mal bei Rot über die Ampel gehst, kann dich trotzdem beim 
101. mal die Feuerwehr überfahren. Bei den meisten CMOS Bausteinen gibt 
es Schutzdioden, aber MOSFets haben sowas nicht und werden durch ESDs am 
Gate u.U. dauerhaft geschädigt. Wenn du das noch nicht erlebt hast, 
bedeutet es trotzdem nicht, das es nicht passieren kann.
Aber mal an D7 oszillografieren kann ja nicht schaden.
Und wer ein als defekt gekennzeichnetes Modul kauft, muss damit rechnen, 
das er ein defektes Modul bekommt - an dem sich sogar schon mal jemand 
anderes versucht haben könnte.
Gast #5007877
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Hallo zusammen,
wenn, wenn, wennn
>Sofern du die Schadstelle genau lokalisiert hast, kannst du mit einem
>winzigen Tropfen (ca. 2 mm Durchmesser) Silber Leitlack die Schadstelle
>flicken.
Das ist doch keine Scheibenantenne.
Da nimmt man vorsichtig den Lötstopplack herunter und lötet dort einen 
0.15 oder 0.22er CuL Draht drüber.

Geht denn das Modul mittlerweile?

StromTuner
#5008445
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Hallo nochmal.

Also ich habe die Kontakte mal gegen Masse gemessen. Bei allen passiert 
quasi nichts, nur besagter D7 hat 1,267 kOhm! Das ist wohl nicht so 
richtig, oder? D.h. das wie von einigen hier vermutet der nicht in 
Ordnung ist. Wie jetzt weiter vorgehen?

Axel R. schrieb:
> Da nimmt man vorsichtig den Lötstopplack herunter und lötet dort einen
> 0.15 oder 0.22er CuL Draht drüber.

Verstehe ich das richtig, dass der Lötstopplack quasi die Kontakte an 
der Unterseite sind, die  den Kontakt zum Gameboy herstellen wenn man 
das Modul einsteckt? (Entschuldigung nochmal für meine Unkenntnis). D.h. 
den defekten D7 entfernen/abkratzen und mit CuL Draht quasi erneuern?
#5008465
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der Lötstoplack soll das Lot stoppen, also ist es das "Grüne" was über 
den Leiterbahnen liegt die man ja sehen kann

D7 ist doch vom Stecker bis zum IC zu sehen und wer mit dem Ohmmeter 
oder DMM in Stellung Ohm misst sollte bei einer sichtbahren Leiterbahn 
von Anfang bis Ende ungefäht 0 Ohm haben, sonst ist ein Bauteil im Weg 
oder die Bahn unterbrochen.

Alles nach GND/Masse zu messen ist nicht zielführend, eher alle 
sichtbaren Bahnen von Pin zu Pin


Ist das Gold wirklich runter an den Steckkontakten oder nur Dreck oder 
ein mieses Bild?
Gast #5008707
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Vor 40 Jahren war der Gameboy das non-plus-ultra für die jungen Leute 
damals. Heute kann man sich (falls man Nostalgiker ist) einen Gameboy 
Emulator für den PC herunterladen und die Spiele als Images ebenso. Das 
hat für mich mehr Charme als wenn ein alter Depp auf einem Original 
Gameboy in aller Öffentlichkeit herumtappt. Das ist einfach nur 
peinlich.
Gast #5008739
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Rolf schrieb:
> Matthias S. schrieb:
>> Der ROM ist im Eimer. Da gibts nix zum Reparieren.
> Klar, ROM-Inhalt neu besorgen und auf einen passenden (E)EPROM- bzw.
> Flashbaustein draufpappen.
> Hier kann man sogar zu einem OTP-Modell greifen.
>
> 
http://www.mikesarcade.com/cgi-bin/spies.cgi?action=url&type=info&page=ROMref.txt

Bevor ich jetzt was falsches sage möchte ich zu meiner Verteidigung 
sagen, dass parallele EEPROMs nicht meine Generation sind.

Aber gibt es überhaupt normale EEPROMs in diesem 32 Pin Gehäuse?

Ich habe schon öfter im Netz umbauten von normalen Cartridges zu 
wiederbeschreibbaren gesehen aber der EEPROM war dort immer fliegend 
verdrahtet.
Beitrag #5008762 wurde von einem Moderator gelöscht.
Gast #5009034
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Matthias S. schrieb:
> Ja, in DIP32 gibts sowas schon, aber erstens weicht das Dings ja
> anscheinend von JEDEC ab und zweitens braucht mans ja in SO32 - das habe
> ich nicht gefunden.

Ich auch nicht. Aber wirklich intensiv hab ich nicht gesucht.

René F. schrieb:
> Ich habe schon öfter im Netz umbauten von normalen Cartridges zu
> wiederbeschreibbaren gesehen aber der EEPROM war dort immer fliegend
> verdrahtet.

Da wissen wir jetzt auch, warum das so ist.

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