Gewitter auf dem Specki

Gast #5030773
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Hallo,

es ist Gewittersaison. Da dachte ich, ich schmeiss mal das Specki an und 
schau mir die Breitbandstörungen an, die so ein Blitz aussendet. Gesehen 
habe ich nichts. Nichtmal bei -120dBm. Dabei hats draussen geknallt wie 
sonstwas.

Als Antenne habe ich ein einfaches Schaltdraht (20 cm) genommen.

Jemand eine Idee?
Gast #5030791
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Timmy schrieb:
> Jemand eine Idee?

Die Erfasssung versagt einfach da der Sweep eines Spektrums-
analysators zu langsam ist. Du müsstest einen Überwachungs-
Empfänger mit einer breitbandigen FFT verwenden. Die werden
heutztage gebaut um extrem kurzlebige Signale zu finden
(moderne Empfänger wie der ESMD von R&S müssten das können).
Dann bleibt noch das Rätselraten in welchem Frequenzbereich
man sucht .... davon hängt dann auch die Gestaltung der
Antenne ab. 20 cm ist wohl eher ungeeignet, zu kurz.
Gast #5030817
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Man sollte sich schon ueberlegen was denn bei so einer 20cm Antenne so 
reinkommt. Ich wuerd mal 500MHz++ in die Runde werfen...

Und was wolltest du messen ? kHz ? einzelne MHz ?

Was auch immer .. die Antenne passt nicht. Aber vielleicht das naechste 
Mal.
#5030820
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Timmy schrieb:
> Als Antenne habe ich ein einfaches Schaltdraht (20 cm) genommen.

Das scheint mir ungeeignet. Probier mal eine Ferritstabantenne, soeine 
wie sie früher für Mittelwelle verwendet wurde. Vermutlich geht auch 
eine für Funkuhren.

Außerdem den Spekki so einstellen, daß die Sweepzeit sehr kurz ist. Also 
Frequenzbereich z.B. von 100kHz bis 1MHz und grobe Resolution Bandwidth.
Gast #5030834
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AMS hat mit dem AS3935 ein IC im Programm um auf Gewitter zu reagieren. 
Die Antenne sollte laut Datenblatt für eine Mittenfrequenz von 500kHz 
ausgelegt sein.

Vielleicht findest du in der Dokumentation rund um dieses IC noch 
irgendwelche Hinweise.
Gast #5030850
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Gerd E. schrieb:
> wie sie früher für Mittelwelle verwendet wurde.

Eigentlich sind bei Langwelle schon ausreichend atmosphärische Störungen 
zu hören. Besorge Dir ein LW-Radio und hör Dir mal ein paar Minuten 
prasseln an. Bei nahem Gewitter reichten 2 Laborschnüre am Multimeter 
zum Nachweis.
#5030881
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Mani W. schrieb:
> blitzortung. org nutze ich immer, wenn ein Wetter in der Nähe ist...
>
> Da braucht man nichts mehr selber bauen...
>
> MW-Empfänger ist noch eine Option und normaler Oszi...

Nutzen ja allerdings lieber http://www.lightningmaps.org Baut auf den 
Daten von blitzortung.org auf mit richtig zoombarer Karte und 
Echtzeitanzeige. Mitmachen werde ich aber dennoch irgendwann mal weil 
man dann an Archivdaten rankommt und außerdem an die Rohdaten für die 
eigene Wetterseite.


Gruß René
Gast #5030909
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@ Oberlajtnant (Gast):
Ballroom Blitz ist ja gerade mal Kasperletheater, wenn es um
Naturgewalten (auch die gemäßigten in Mitteleuropa) geht.
Wagner und R. Strauss habben da Passenderes im Repertoire.

Ansonsten:
Eine Draht von 20 cm ist für Blitze auch nur Kasperletheater.
Die Störwellen haben ihre Hauptenergie im LW...MW-Bereich,
also 0,1...2 MHz, was etliche 10 Meter Draht erfordert...

Im (hoffentlich blitzgeschützten) Innenraum würde ich eine
Ferritantenne empfehlen. Der Innenraum sollte allerdings nicht
in einem Stahlbetongebäude sein, wo die DCF-Uhr nicht so
richtig funktionieren will. Die Störwellen vom Blitz kommen da
auch kaum rein.

Ferritantenne? Zur Not kann man die aus einer billigen
(kaputten) DCF-Uhr ausbauen. Der Kondensator für die Resonanz
bei etwa 77,5 kHz muss auch abgelötet werden.

Viel Spaß!
Hauptsache, der Specki ist kein FSH3...
Gast #5030949
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Ich kann ohne Probleme die FM Sender bei 100 MHz mit einem 3 cm langen 
Stück Draht empfangen, obwohl hier Leute schreien werden, dass das gar 
nicht möglich sei, bis ich denen den Kopfhörer aufsetze. Die Physik ist 
nunmal nicht nur Schwarz oder Weiss!

Aber dass die Blitze nur bei < 1MHz senden, war mir nicht bewusst. 
Breitbandstörungen würde ich anders definieren :)
#5031169
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Paul W. schrieb:
> Sehe ich das richtig, dass ein Blitz in der Türkei noch in Prag
> registriert wird?
> Oder bedeuten die grünen Linien etwas anderes?
>
> VG

Siehst du richtig. In der Projektbeschreibung (die ist allerdings noch 
zum älteren System Red) ist auch beschrieben warum. Kurzfassung: Blitze 
könne über weite Strecken registriert werden. Die meiste Energie steckt 
in den Frequenzen zwischen 3kHz und 30Khz also VLF mit Wellenlängen 
zwischen 100km und 10km. Die Ausbereitung dieser Wellenimpulse geht über 
tausende Kilometer auf grund der Reflektion an der Ionosphere und der 
Erdoberfläche. Soweit mir bekannt sagen die Linien folgendes aus:
Blaue Linien: alle Stationen die das Ereignis erfasst haben
Grüne Linien: Die Stationen deren Daten zur Berechnung des Ereignisortes 
nach dem TOA Verfahren herangezogen wurden

Gruß René

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