Hallo zusammen,
ich hatte gestern glück und konnte auf dem Flohmarkt für sagenhaft wenig
Geld einen "Deutschen Kleinempfänger", den DKE38 ergattern. Ein sehr
primitives Mittelwellenradio aus Vorkriegszeiten:
http://www.radiomuseum.org/r/gemeinsch_deutscher_kleinempfaenge_1.html
Meiner ist komplett unverbastelt, nur die Rückwand passt nicht zum
Chassis. Der Verkäufer meinte er hätte ihn nicht ausprobieren können
(Zum Glück!) weil der Stecker nicht in seine Steckdose passte. Deshalb
wäre das Teil wohl nicht mehr so viel wert.
Ich bin nun am überlegen was ich damit anstelle, es würde mich reizen
die Kiste wieder zum leben zu erwecken und zwar so das man die Änderung
am Schluss nicht sieht. Die Elkos und Papierkondensatoren sind Axial in
einem (Pertinax?)Röhrchen versteckt welches am Ende mit Bitumen
verschlossen ist. Das könnte man per Heißluftföhn wärmen, das Innenleben
herausziehen und einen neuen Elko / Folienkondensator einbauen.
Anschließend mit dem Bitumen oder schwarzem Wachs, Heiskleber etc.
wieder verschließen. Die Heizfäden beider Röhren sind in Ordnung.
Mich würde jetzt aber interessieren mit was damalige Kondensatoren
befüllt waren und ob das gesundheitlich bedenklich sein kann bevor ich
an der Kiste was mache. Die Elkos sind schon undicht gewesen und sind
von weißem Schmodder, der klebrig wird wenn er nass wird, überzogen.
Bei den Papierkondensatoren bin ich mir relativ sicher das sie nur
Papier und Folie enthalten, auch aus Kostengründen. PCB wird wohl kein
Thema sein aber wer weiß was für Ideen man damals hatte.
Danke schonmal!
lg,
Jan
Bevor Du alle Kondensatoren ersetzt, messe doch mal, ob sie überhaupt
defekt sind.
Die alte Pertinaxbauform ist durch den Teerverschluß sehr haltbar.
Die berüchtigten braunen Wima-Kondensatoren (Knallbonbon) gab es damals
noch nicht.
Zum PCB-Test nimm die Beilsteinprobe (Wikipedia) mit Kupferdraht und
Brenner, die funktioniert auch bei kleinsten PCB-Gehalten sicher.
Die Füllung der Elkos ist - damals wie heute - wässrige Boraxlösung,
also unbedenklich. Borax ist nach >5000 Jahren Gebrauch von der EU als
giftig erklärt worden, das halte ich für übertrieben. Die Italiener
leben ja auch noch; man muß es ja nicht abschlecken...
Bei den Widerständen können die aufgepreßten Blechkappen rissig oder
locker geworden sein, man muß sie also testen.
Leider gibt es kaum noch Sender, die man mit dem DKE empfangen kann.
Gruß - Werner
Vielen Dank Euch beiden!
Die alten Kondensatoren sind mit Sicherheit defekt, auch die
Papierkondensatoren aus den 50ern sind es mittlerweile immer. (Habe
schon ein paar Geräte aus der Zeit auf dem Tisch gehabt, die Bauteile
haben so gut wie immer Feinschlüsse bei höheren Betriebsspannungen)
Gerade mal zum testen einen Elko einseitig abgelötet, Innenwiderstand
mit dem Multimeter ~200Kohm. Bei der Kapazitätsmessung kommt das
Multimeter durcheinander und zeigt 25µF (statt 4µF)
Der Tipp mit der Bilsteinprobe ist klasse, als nicht Chemiker habe ich
von sowas keine Ahnung gehabt.
Widerstände werde ich prüfen, von der Bauform habe ich einige von meinem
Großvater vererbt bekommen sodass sich an dieser Stelle authentisch
restaurieren lässt. (falls nötig)
Und ja, Mittelwelle ist tot, vorallem für solche einfachen
empfangsschwachen Geräte dürfte es nichts mehr zu hören geben. Da habe
ich aber schon eine Idee, ein kleiner Bausatz für einen Mini MW Sender
liegt noch in der Schublade.
Gruß,
Jan
Hallo,
die Kathodenleitung der VY2 brennt in der Röhre sofort ab wenn der
Ladeelko einen Schluß hat oder sonstwie ein zu hoher Strom über die
Röhre fließt.
Ein 330 Ohm 2 Watt Widerstand direkt in der Anodenleitung der VY2
verhindert das. Aus gleichen Gründen die Kapazität des Ladeelkos nicht
merklich größer als im Original nehmen.
Gruß aus Berlin
Michael
Werner H. schrieb:> Bevor Du alle Kondensatoren ersetzt, messe doch mal, ob sie überhaupt> defekt sind.> Die alte Pertinaxbauform ist durch den Teerverschluß sehr haltbar.> Die berüchtigten braunen Wima-Kondensatoren (Knallbonbon) gab es damals> noch nicht.
Alle austauschen, die Teer-Papier-Kondensatoren werden niederohmig, wenn
Feuchtigkeit reindiffundiert.
Bei Röhrengeräten sehr uncool. Führt zu einem falschen Arbeitspunkt und
dadurch erhöhtem Röhrenverschleiß.
Nachtrag: Einschaltstrombegrenzer (Widerstände oder NTC dem
Stromverbrauch des Gerätes anpassen!) sind bei alten Röhrengeräten auch
nicht schlecht. Besonders bei Geräten mit ohne Netztrafo.
Interessant wie viele sich damit schon beschäftigt haben, zumindest
ließt es sich so. Danke für Eure Tipps!
Ich habe die Originalen Elkos aushöhlen können, mit dem Heißluftföhn das
Teer angeschmolzen und das Innenleben vorsichtig mit dem Schraubendreher
rausgedrückt. Die Wickel waren komplett trocken, mit einer Art weisem
Salz überzogen. Neu drin sind jetzt 4,7µF statt dem 4µF Elko und 10µF
statt dem 8µF Elko, 350V Spannungsfestigkeit. Der 8µF (nach der Drossel)
ist im Schaltplan ein 4µF, außerdem gibt es kein Entbrumm Poti. Scheint
ein späteres Modell zu sein? Der erste Versuch die Becher wieder zu
verschließen mit Heißkleber ging schief, ich habe daraufhin aus Pappe
kleine Ringe geschnippelt die verhindern das man das ganze Gehäuse mit
Kleber füllen muss. Anschließend mit Heißkleber gefüllt und schwarz
angemalt, sieht jetzt wieder fast Original aus. Die Netzleitung ist
komplett zerbrößelt, die habe ich durch eine 2 Adrige braune aus den
60ern ersetzt. Bald gibt es wieder eine Stoffummantelte Leitung.
Die Kondensatoren unter dem Chassis sind jetzt axiale schwarze
Folienkondensatoren, die fallen nicht auf. Über der Gleichrichterröhre
sind es 2x 22nF Seriell, der Original Kondensatore hatte 3kV
Spannungsfestigkeit. Mein Nachbau verträgt dadurch 2kV (was auch reicht,
1kV wäre knapp) Original ist jetzt noch ein weißer 30pF im verlötetem
Gehäuse, kann mir nicht vorstellen das diese Bauteile kaputt gehen.
Die Widerstände habe ich alle durchgemessen, leicht erhöhte Werte. der
Schlimmste Ausreißer hatte 2,5M statt 2M, das ist OK schätze ich.
>die Kathodenleitung der VY2 brennt in der Röhre sofort ab wenn der>Ladeelko einen Schluß hat oder sonstwie ein zu hoher Strom über die>Röhre fließt.>Ein 330 Ohm 2 Watt Widerstand direkt in der Anodenleitung der VY2>verhindert das. Aus gleichen Gründen die Kapazität des Ladeelkos nicht>merklich größer als im Original nehmen.
Danke für den Tipp! Ich habe einen 680 Ohm Drahtwiderstand (aus dem
Pollin Sortiment :X) der von der Bauform aus einer ähnlichen Zeit
stammen könnte eingelötet.
>Nachtrag: Einschaltstrombegrenzer (Widerstände oder NTC dem>Stromverbrauch des Gerätes anpassen!) sind bei alten Röhrengeräten >auch nicht
schlecht. Besonders bei Geräten mit ohne Netztrafo.
Die Kiste kommt sicher nicht mehr ans normale Netz, möchte mir eine
einigermaßen stabilisierte 220V DC Quelle galvanisch vom Netz getrennt
basteln. Da könnte man auch einen Softstart basteln der die Spannung nur
sehr langsam (=Heizfadenschonend) an das Gerät anlegt.
Ein Problem habe ich noch, die VCL11 hebt nicht mehr in ihrem Sockel,
der Draht für die Aschirmung ist außerdem mit selbiger nicht mehr
verbunden. Ich konnte die Röhre aus ihrem Sockel löten, sie war nämlich
davor schon locker. Mir fällt aber nichts ein mit was ich sie wieder
einkleben kann, Gips vielleicht? Wie verbinde ich die Beschichtung am
besten wieder mit der Kathode?
lg,
Jan
Hallo Jan!
Die Abschirmung kannst Du mit dünnem Kupferblankdraht (aus Netzlitze)
wieder anschließen. Den Schutzlack am Sockel leicht abschmirgeln und
einige Windungen Draht rumwickeln und verzwirbeln, das wurde oft so auch
im Werk gemacht.
Zum Einkleben eine zähe Masse aus Natronwasserglas und Talkum anteigen.
Vor dem Verkleben die Röhre und den Sockel mit Lösungsmittel gut
entfetten.
Der Kitt hält auch auf Glas, wird nach einigen Tagen steinhart und ist
temperaturbeständig.
Noch´n Literaturtip:
v.Angerer-Ebert - Technische Kunstgriffe bei physikalischen
Untersuchungen
Das Buch gibt es nur antiquarisch, ist aber voller Tricks und Kniffe und
Mengen an Literaturangaben.
Gruß - Werner
Kleinempfänger schrieb:>>Nachtrag: Einschaltstrombegrenzer (Widerstände oder NTC dem>>Stromverbrauch des Gerätes anpassen!) sind bei alten Röhrengeräten >auch nicht> schlecht. Besonders bei Geräten mit ohne Netztrafo.
Irrtum gut. Heizfäden brennen meist beim Einschalten durch. Den
Einschaltstrom sollte man wirklich irgendwie begrenzen.
Vielen Dank nochmal für die Tipps, ich "repariere" die VCL11 noch und
fahre den DKE an einer variablen Spannungsquelle langsam von 0-220V hoch
mit der Stromaufnahme im Blick. Hoffentlich sind die Röhren noch OK,
wenn er wieder läuft (oder nicht) melde ich mich nochmal.
Ich habe heute außerdem einen kleinen AM MW "Sender" mit einem Meißner
Oszilator gebastelt, 1 Transistor und ein bisschen Hühnerfutter, feste
Trägerfrequenz von 1,2Mhz. Die Reichweite ist sehr gering, im Nebenraum
schon nicht mehr zu empfangen. Damit störe ich auch niemanden, reicht
aber hoffentlich für den DKE.
Gruß,
Jan
Schreiber schrieb:> Den> Einschaltstrom sollte man wirklich irgendwie begrenzen.
Ist er bei der höchsten Spannungsstufe durch den Widerstand.
Kleinempfänger schrieb:> Die Kiste kommt sicher nicht mehr ans normale Netz, möchte mir eine> einigermaßen stabilisierte 220V DC
Dann hättest Du die Aktion mit den Elkos auch lassen können.
Michael U. schrieb:> die Kathodenleitung der VY2 brennt in der Röhre sofort ab wenn der
Kunde da eine zu starke Sicherung einsetzt oder diese gar mit
Folie umwickelt hat.
Michael U. schrieb:> Ein 330 Ohm
Ich nehme da 1K FR, ist aber unkritisch.
Kleinempfänger schrieb:> ich "repariere" die VCL11 noch
Den Draht zur Abschirmung erst herumlegen, wenn der
Glaskolben mit dem Sockel verklebt ist.
Zähelastischer Kleber ist gut um mechanische Spannungen
zu vermeiden. Die Abschirmung des Kolbens musst Du mit
Leitlack wieder herstellen und der Draht muss damit elektrisch
verbunden sein.
Wenn die Röhre etwa zwei Jahre später noch in Ordnung ist,
ist die Reparatur gelungen. Solche Röhren zieht man am
Sockel, nicht am Kolben.
Hast Du mal probiert ob der Lautsprecher ok ist?
Ohne Gegengewicht (Erde) empfängt der nichts. Es sei denn
jemand hat mal einen Kondensator von Erde nach Masse angebracht.
Damit kannst Du Dir allerdings auch Brummstörungen einfangen.
Ach ja, den Link solltest Du mal lesen:
http://www.radiomuseum.org/forum/einfachst_modulator.html
LG
old.
Weil es mich eben interessierte, wie viele MW Sender es noch gibt,
habe ich ein altes Baustellenradio in Betrieb genommen und nach dem
ich die BEKANNTEN Störer a`la LED Lampen ausgeschaltet habe und weit
genug
vom Computer plaziert habe, hört man erstaunlich viele Sender...
Werner H. schrieb:> Die Abschirmung kannst Du mit dünnem Kupferblankdraht (aus Netzlitze)> wieder anschließen. Den Schutzlack am Sockel leicht abschmirgeln und> einige Windungen Draht rumwickeln und verzwirbeln, das wurde oft so auch> im Werk gemacht.
...anschließend nochmal EMV-Leitlack drüberpinseln. Damit kann man auch
fehlende/löchrige Abschirmbeschichtungen reparieren
> Zum Einkleben eine zähe Masse aus Natronwasserglas und Talkum anteigen.> Vor dem Verkleben die Röhre und den Sockel mit Lösungsmittel gut> entfetten.> Der Kitt hält auch auf Glas, wird nach einigen Tagen steinhart und ist> temperaturbeständig.
die traditionelle Methode.
Die schnelle besteht aus einigen Tropfen 2K-Kleber...
Bei Röhren mit "geringer" Wärmeentwicklung (hier der Fall) kann man auch
einfach hitzebeständigen sekundenkleber nehmen.
Hallo
... hört man erstaunlich viele Sender...
Na ja um 0:31 oder kurz davor ist das nicht verwunderlich - da bekommt
du ohne Probleme ,vor allem weil es seit einigen Jahren keine starken
Sender mehr in Europa auf der Frequenz gibt, Algerien auf 531kHz (oder
waren es doch 540 kHz ?) rein - im Winter kann es auch schon mal bis in
die USA funktionieren.
Schalt aber mal in den hellen Tagesstunden ein - je nach Region hörst du
da mit Glück ein oder zwei Niederländische Sender und eventuell auch
Sender aus Großbritannien - auf LW mit recht hoher Wahrscheinlichkeit
noch BBC 4 - das auch Inhaltlich an die große Zeit des "richtigen"
Radios im LW und MW Bereich erinnert (Der Deutschlandfunk hat ja leider
alle MW und LW Sender ende 2015 aufgegeben...).
Aber alles in keiner Weise ein Vergleich was noch vor Zehn Jahren zu
hören war (aber schon kurz danach ging das große Sender sterben los).
Wer die Zeit Mitte der 80er Jahre bis in den frühen 90er Jahren (auch)
auf den LW, MW und KW Frequenzen erleben durfte -Auslandsrundfunk- darf
sich Glücklich schätzen - fast monatlich, teilweise sogar täglich konnte
man Geschichte live und ungefiltert durch unsere lokale Medien
miterleben.
Von heute aus gesehen ist es nah zu unglaublich wie feindlich, bissig
und ideologisch eingefärbt manche Programme waren, aber bei weiten nicht
nur der "böse" Osten auch von westlicher Seite wurde gerne (allerdings
etwas geschickter Verpackt) viel Propaganda verbreitet.
Radiofreund
Ich hatte auch früher mal nen Einkreiser vom Müll geholt (mit UEL51 und
schon dynamischen Lautsprecher), aber bezüglich Empfindlichkeit,
Trennschärfe und Klang war das keine Offenbarung.
Die Lautsprecher mit Hufeisenmagnet waren klanglich nochmal deutlich
schlechter, dafür aber etwas empfindlicher.
Auch hatte das Allstromradio einen Thermistor, um die Heizung langsam
hochzufahren.
Später waren die Röhrenkisten alles Superhets. Erst da kann man auch
etwas Klang erwarten.
Daß generell alle Kondensatoren defekt waren, ist mir aber nicht
aufgefallen.
Es stimmt schon, daß alte Elkos manchmal formatiert werden müssen. Ich
hab dazu einfach ne 40W Schreibtischlampe in Reihe zum Netzanschluß
geschaltet (Kabel mit einem Stecker und 2 Kupplungen).
Das mit dem formieren ist oft auch bitter nötig.
Ich habe das hier mal mit einem Schwung historischer Studiotechnik
durchexerziert - bei der ich aus historischen Gründen keine Neuteile
einbauen wollte.
Mit Stromzange (HP428"Clipon" auch Röhrenbestückt) und Trenntrafo schön
langsam hochfahren. Es ist sehr schön zu sehen, wie bei vielleicht 1/4
bis 1/2 der zulässigen internen Betriebsspannung dann der zu hohe
Leckstrom von 1..3mA in den uA -Bereich innerhalb von wenigen Minuten
zurückgeht.
Nachdem ich mal einen Saba Suchlaufradiofersehschrank den Trafo mit
seinen vielen Sekundärwicklungen abgefackelt habe - werden Geräte nur
noch mittels Regeltrenntrafo erstmalig "hochgefahren". (So - jetzt haben
wir Dir beim Reintragen des Gerätes geholfen - jetzt wollen wir aber
auch schaune ob es noch läuft..)
Für die Tipps zum DKE bedanke ich mich hiermit sehr, so einer wartet
schon lange auf Restaurierung.
>Dann hättest Du die Aktion mit den Elkos auch lassen können.
Die Originalen Elkos waren komplett trocken, die Gefahr das ein
Fehlerstrom fließt (Wärme) oder ein Kurzschluss entsteht ist ja nicht
gering.
>Den Draht zur Abschirmung erst herumlegen, wenn der>Glaskolben mit dem Sockel verklebt ist.>Zähelastischer Kleber ist gut um mechanische Spannungen>zu vermeiden. Die Abschirmung des Kolbens musst Du mit>Leitlack wieder herstellen und der Draht muss damit elektrisch>verbunden sein.>Wenn die Röhre etwa zwei Jahre später noch in Ordnung ist,>ist die Reparatur gelungen. Solche Röhren zieht man am>Sockel, nicht am Kolben.
Ich habe mich im Radiomuseum umgesehen, dort wurde immer wieder Holzleim
empfohlen. Kann mir aber fast nicht vorstellen das der hebt?
>Hast Du mal probiert ob der Lautsprecher ok ist?
Ja der ist in Ordnung. Innenwiderstand (DC) 2kOhm, an einem 9V Block
knackt er leise.
>Weil es mich eben interessierte, wie viele MW Sender es noch gibt,>habe ich ein altes Baustellenradio in Betrieb genommen und nach dem>ich die BEKANNTEN Störer a`la LED Lampen ausgeschaltet habe und weit>genug>vom Computer plaziert habe, hört man erstaunlich viele Sender...
Das Teil ist halt ein sehr primitiver Einkreiser, gut empfangen kann er
nicht. Sollte er auch nicht, nachher hört man noch ausländischen
Rundfunk ab.
>Wenn man zufälligerweise ein wenig (noch verarbeitungsfähigen und >nicht
überlagerten) Ofenkitt oder Auspuff-Montagepaste o.ä. zur Hand >hat, dann kann man
sich das Gebatzel u.U. verbilligen und >vereinfachen, da das Zeug in der Regel aus
Natronwasserglas und >Füllstoffen (z.B. Talkum, Bariumsulfat, ...) besteht.
Da komme ich leichter ran als an Natronwasserglas, danke für den Tipp!
(Baumarkt hatte leider keins, da war ich gestern)
>Nur aus Interesse: könntest du hier ein Bild von deinem "Innenleben">einstellen?
Ja klar, siehe Anhang. Die Elkos links sind schon "neu", die schwarzen
Folienkondensatoren unter der Gleichrichterröhre (Links) stören mich
noch. Musste wie gesagt 2 in Serie schalten, leider passen die beiden
zusammen nicht in die Hülle des alten Kondensators. Das Teil mit der
Roten Kappe links unter den Kondensatoren ist der 680Ohm
Schutzwiderstand.
>...anschließend nochmal EMV-Leitlack drüberpinseln. Damit kann man >auch>fehlende/löchrige Abschirmbeschichtungen reparieren
Sobald er läuft bestelle ich, momentan weiß ich nicht ob die Röhre noch
gut ist. Der Originale Lack ist jedenfalls, bis auf am Sockel, noch OK.
>die traditionelle Methode.>Die schnelle besteht aus einigen Tropfen 2K-Kleber...>Bei Röhren mit "geringer" Wärmeentwicklung (hier der Fall) kann man >auch einfach
hitzebeständigen sekundenkleber nehmen.
Habe im Radiomuseum gelesen das das die Röhre mit Pech zerstören kann.
die VCL11 ist selten geworden, das Risiko möchte ich lieber nicht
eingehen.
>Na ja um 0:31 oder kurz davor ist das nicht verwunderlich - da bekommt>du ohne Probleme ,vor allem weil es seit einigen Jahren keine starken>Sender mehr in Europa auf der Frequenz gibt, Algerien auf 531kHz (oder>waren es doch 540 kHz ?) rein - im Winter kann es auch schon mal bis >in>die USA funktionieren.
Ich habe ein (restauriertes) Loewe Opta Apollo 3761W hier stehen, das
bekommt auch noch einige Sender auf MW. Nachts dank Raumwelle ein paar
mehr. (Wobei ich hauptsächlich damit UKW höre)
>Ich hatte auch früher mal nen Einkreiser vom Müll geholt (mit UEL51 >und schon
dynamischen Lautsprecher), aber bezüglich Empfindlichkeit,
>Trennschärfe und Klang war das keine Offenbarung.>Die Lautsprecher mit Hufeisenmagnet waren klanglich nochmal deutlich>schlechter, dafür aber etwas empfindlicher.>Auch hatte das Allstromradio einen Thermistor, um die Heizung langsam>hochzufahren.>Später waren die Röhrenkisten alles Superhets. Erst da kann man auch>etwas Klang erwarten.
Ja, von den alten "Kisten" darf man kein HiFi erwarten, das gibt
Mittelwelle ja auch einfach nicht her. Mein Loewe klingt hingegen sogar
sehr gut, das habe ich auch mehrmals in der Woche abends an. (Kompletter
Röhrensatz liegt daneben sodass die Kiste die Nächsten 50 Jahre mit
Ersatzteilen versorgt ist :-) )
>Daß generell alle Kondensatoren defekt waren, ist mir aber nicht>aufgefallen.
Es sind auch nicht alle, nur die Papierkondensatoren und Elkos mit
Bitumenverschluss. Da dringt wohl über die Jahre Wasser ein. Glimmer,
Keramik oder später Styroflex sind eigentlich immer in Ordnung.
>Es stimmt schon, daß alte Elkos manchmal formatiert werden müssen. Ich>hab dazu einfach ne 40W Schreibtischlampe in Reihe zum Netzanschluß>geschaltet (Kabel mit einem Stecker und 2 Kupplungen).
Das hättest du machen können bis sie dir den Strom abschalten, das
Papier war komplett ausgetrocknet :-)
Das Bitumen an den Seiten ist über die Jahre geschrumpft sodass Luft in
den Becher kommen konnte.
>Also hier ist es mal abgebildet, wie solch ein gerät restauriert wird.>>http://www.viehl-radio.de/homeda/vegw.html
Ist ein anderes Gerät, die Idee sich das Label von den Kondensatoren
nachzudrucken ist aber sehr gut. Dann fallen meine schwarzen
Folienkondensatoren nicht mehr auf.
>Das mit dem formieren ist oft auch bitter nötig.
Kann ich bestätigen, mir ist mal einer aus den frühen 70ern beinahe
Hochgegangen weil ich nach ~20 Stromlosen Jahren plötzlich wieder die
volle Spannung darauf gegeben habe. Das gemeine dabei: Der Fehler kam
erst nach ein paar Stunden, da wurde er plötzlich niederohmig und löste
die Sicherung aus. Den Becher konnte man mit der Hand schon nicht mehr
anfassen, ist bestimmt >60°C warm gewesen.
Gruß,
Jan
Kleinempfänger schrieb:> Die Originalen Elkos waren komplett trocken, die Gefahr das ein> Fehlerstrom fließt (Wärme) oder ein Kurzschluss entsteht ist ja nicht> gering.
Der Drops ist zwar schon gelutscht ...
Wenn ein Kurzschluss entsteht, löst die Sicheung
oder der Sicherungswiderstand aus. Also 0 Risiko.
Mit 220VDC kann man viel im Originalzustand lassen.
Dafür lohnt sich so eine "Netzanode" und natürlich
für die G-Geräte.
Michael F. schrieb:> wie solch ein gerät restauriert wird
Der hat den Block kaputt gemacht.
Das macht man nur, wenn da wirklich ein Kondensator
einen Kurzschluss hat was zum Glück sehr selten vorkommt.
Teer sogrfältig entfernen und auskochen ist da angesagt.
LG
old.
Radiofreund schrieb:> Schalt aber mal in den hellen Tagesstunden ein - je nach Region hörst du> da mit Glück ein oder zwei Niederländische Sender und eventuell auch> Sender aus Großbritannien
Na ja, wenn die Sonne scheint ist es immer wenig, physikalisch und
elektrisch bedingt...