Welchen Strom für LEDs ?

(Firma: FULL PALATINSK) Persönliche Seite #5053638
Lesenswert?

Die Katze im Sack gekauft? ohne Angaben der Betriebsdaten?

tcha, so müsste man sich ran tasten.
Die Spiegeleier könnten ab 3V anfangen zu leuchten.
dann langsam hoch drehen und den Strom messen.
so bei 3,2V ist das dann richtig.

wenns eine Mehrkern LED ist,
dann leuchtet erst ab dem Vielfachen der Kernzahl.

also:
4 Kerne drin, das mal 3,2V pro kern = 12,8V.
#5053646
Lesenswert?

Hi

Uwe schrieb:
> Bis zu welchen Strom kann man diese mit Kühlung betreiben?

Da bei der Auktion nicht wirklich was drin steht, wohl ungefähr bis zu 
dem Punkt, wo P=UxI, sich die Leistung von maximal 3W an der LED 
erfassen lässt.
Also den dann eingebrachten Strom mal der anliegenden Spannung - bei 
'Kühlung bis hinten gegen'.

Unter diesem Wert solltest Du Dich mit den verbleibenden neun LEDs 
aufhalten, sonst werden Es immer weniger :/

MfG

PS: ... ich kaufe auch viel zu viel Zeug 'aus dem Bauch heraus' ... 
passt schon, die Chinesen wollen auch leben ;)
#5053653
Lesenswert?

Uwe schrieb:
> Bis zu welchen Strom kann man diese mit Kühlung betreiben?

Angeblich 3 Watt, ein Datenblatt liegt ja nicht vor also muss man 
rätselraten aber wer es unbedingt scheissbillig will kann es billig 
bekommen, bei einer Vorwärts-Spannung von 3.6V also 833mA,
man nimmt 750mA um etwas von dem Maximalwert weg zu sein.

Aber die Kühlung muss wirklich gut sein (Alukernplatine) und die 
Lichtausbeute wird auch keine 100-110 Lumen/Watt betragen. Daher ist ein 
Strom von 350mA und 1.2 Watt die üblichere Betriebsart
#5053659
Lesenswert?

Hallo
> Uwe schrieb:
> Ich habe LEDs gekauft.
> Ebay-Artikel Nr. 262705313912
> Bis zu welchen Strom kann man diese mit Kühlung betreiben?
da diese LED als 3W-LED beworben werden, könnte man annehmen, dass der 
Strom so hoch sein darf, dass am Ende ca. 3W Leistung aufgenommen werden 
:-o)

Ob diese LED aber wirklich 3W-Typen sind, weiß der Geier. Glauben muß 
man den Angaben nicht unbedingt.
Die Angabe der Helligkeit von 100...110lm ist eh ein Witz.
Gute Marken-LED bringen das bei ca. 1W.
Der einzige Vorteil ist: Die sind billig! Aber wer billig kauft, kauft 
oft zweimal.

Es werden wohl Einzelstrahler sein. Diese werden bei 3W-Marken-LED oft 
mit einem Nennstrom von 700mA spezifiziert. Der max. Strom darf noch 
etwas höher liegen.
Am Ende hängt es aber von der Kühlung ab. Ist diese eher schwach, wird 
auch Nennstrom zu hoch sein.

Auch die Nutzungsart sollte Einfluss auf den max. Strom haben.
LED- die als Dauerbeleuchtung jeden Tag einige Stunden leuchten sollen, 
werden bei grenzwertiger Benutzug innerhalb weniger Wochen ein 
deutliches Derating zeigen. Falls man solche LED nur mal für kurze Zeit 
und eher selten leuchten läßt, kann man schon eher an die Grenzen gehen.
Gruß Öletronika
Gast #5053773
Lesenswert?

Uwe schrieb:
> Für Hilfe wäre ich dankbar

Orientiere dich einfach an der Sperrschichttemperatur. Die bekommst du, 
indem du bei Konstantstrom die Vf misst. Bei kalter LED mit kurzem Puls 
im Millisekundenbereich bekommst du den Wert für Raumtemperatur. Im 
thermischen Gleichgewicht bei DC-Betrieb liegt Vf dann bei 80°C 
Sperrschichttemperatur und gleichem Strom um etwa 0.17V höher.
Bei 80°C geht der Wirkungsgrad typisch um 10% runter und die LED wird es 
dir mit einem langen Leben danken.
Gast #5053802
Lesenswert?

> Bis zu welchen Strom kann man diese mit Kühlung betreiben?

Du kannst den Strom (bis zum angegebenen Maximum) hochdrehen, solange 
die LED nicht zu heiß wird.

Die Lebensdauer hängt direkt von der Temperatur ab, und zwar ungefähr 
logarithmisch. Eine normale Signal-LED wird z.B. mit 10mA betrieben. 
Dabei erwärmt sie sich nicht nennenswert und erreicht eine quasi 
unendliche Lebensdauer.

Betreibst du die selbe LED jedoch in einem Kasten, der 50°C warm wird, 
stehen die Chancen serh gut, daß du das Ableben der LED beobachten 
kannst bevor du selbst in der finalen Kiste landest.

betreibst du die LED bei 100°C Umgebungstemperatur, wird sie 
warscheinlich nur wenige Tage überleben.

Genau so ist das auch bei LED's für Beleuchtungszwecke. Je kälter, um so 
besser. Wenn man sich mit diesem Wissen nun die handelsüblichen 
Lampenfassungen anschaut, wird einem bei mindestens jeder zweiten übel. 
Die dürfte man so eigentlich gar nicht verkaufen, da sie schon ab Werk 
eine Fehlkonstruktion sind.

Konkret zu deinen LED's: Ich kenne die von Fahrrad Scheinwerfern. Sie 
werden mit ungefähr 3V und bis zu 700mA betrieben. Aber dann ist es mit 
der Kühlung schon schwierig, da ein entsprechender Schraubanschluß 
fehlt. Du könntest die an Kupferbleche löten, um die Wärme besser 
abzuleiten.

Ohne zusätzliche Kühlung vertragen diese LED's nach meiner Erfahrung 
nichtmal 500mA.
Gast #5053805
Lesenswert?

Am geilsten finde ich diesen Teil in der Produktbeschriebung:

> Farbeton in den Fotos sowie des tatsaechlichen Produkts etwas
> unterschiedlich sein. Der erlaubte Messfehler ist +/- 1-3 cm.

Ich kann mir unter 1-3cm Farbe nicht viel Vorstellen, außer den 
Füpllstand eines Farbeimers.
#5053837
Lesenswert?

Uwe,

der mögliche Strom hängt davon ab, wie gut die LED kühlst.
Kriegsentscheidend ist eine möglichst große Wärmeleitfähigkeit an der 
Übergangsstelle zwischen LED und Kühlkörper.

350mA für etwa 1W Leistung sollte kein Problem sein.
700mA für etwa 2W gehen, wenn Der Übergang gut genug ist, schätze ich.
1A für etwa 3W zeigen Dir, ob Pinocchio gelogen hat, unter der 
Voraussetzung, dass die Kühlung stimmt.

Die genauen Leistung musst Du aufgrund der Serienstreuung ausmessen, 
s.o.

Bestrome doch mal eine gut gekühlte LED von denen mit 1A im Dauerbetrieb 
und sag' uns Bescheid, wenn sie kaputt geht und wieviele Stunden/Tage 
sie lief.

● J-A V. schrieb:
> also:
> 4 Kerne drin, das mal 3,2V pro kern = 12,8V.

Die hier genannten 3,2V halte ich für groben Unfug.
Eine hochwertige LED, Typ Cree XM-L lässt laut Datenblatt bei 3,2V schon 
2,1A fließen. Das wären über 6W!

Vorsicht bei Beiträgen dieses Foristen! Er empfiehlt in anderen Fäden 
auch die Weiterbenutzung von vorgeschädigten Festplatten. Auch diesen 
Rat sehe ich als sehr bedenklich an.
(Firma: FULL PALATINSK) Persönliche Seite #5053896
Lesenswert?

Peter M. schrieb:
> ie hier genannten 3,2V halte ich für groben Unfug.

wie Du sicherlich gelesen hast, erwähnte ich,
dass man sich bei unklaren Werten halt herantasten muss.

bei 10 gekuften könnte man notfalls eine LED opfern müssen,
damit man genau weiss, was geht.

Unfug ist es, einen Satz aus dem Kontext zu ziehen,
um über diesen dadurch sinnbefreiten Inhalt dann zu meckern.
(Firma: FULL PALATINSK) Persönliche Seite #5053933
Lesenswert?

jedenfalls ist mir bei 3V noch keine Weisse LED durchgegangen.

Man sollte nur aufpassen, dass man das nicht mit irgendwelchem
Billig-Schrott als Netzteil durchtestet.
Wo man dann evtl ein kratziges oder sonstwie wackeliges Poti
als Einsteller hat.
Mit dem Ergebnis, dass man mal eben einen viel zu hohen Strom 
durchknallt.
Gast #5053959
Lesenswert?

> Laut Datenblatt zieht die Cree-XML typischerweise bei 2,65V schon 100mA

Auch das sind nur grobe Anhaltswerte. In der Praxis kann die Spannung 
durchaus 10% höher oder niedriger liegen. Ich habe dieses Datenblatt 
konkret nicht gesehen, ich bin allerdings gewohnt, daß diese Angaben als 
"Typical" gekennzeichnet sind. Und das machen die nicht zum Spaß, 
sondern es ist genau so im Sinne des Wortes zu verstehen.
#5053984
Lesenswert?

Ich hab schon ne Menge dieser China-LED's verbaut und alle lagen bei 
3.2-3.8V. Den Strom so wählen, daß deine 3W dabei raus kommen. Die 
Lumenangabe kann aber nur ein Witz sein oder die meinen lm/W.
Ich hab auch schon 1W-LEDs in dieser Bauform dauerhaft mit 3W betrieben 
(wollte einen Wärmeversuch machen) und bisher ist dabei keine kaputt 
gegangen (Betriebszeit mehrere Wochen).
#5054576
Lesenswert?

Manfred schrieb:
> Eine LED zieht keinen Strom, sie bekommt ihn vom Netzgerät eingeprägt.
> Dabei ergibt sich eine Spannung!

Das verstehe ich nicht.
Kriegt ein normaler Widerstand den Strom auch eingeprägt?
Benutze ich hier die falschen Begriffe oder ist das nur Haarspalterei?

Mein Labornetzteil gibt eine festgelegte Spannung aus (wenn nicht gerade 
die Strombegrenzung aktiv ist).

Die angeschlossene Komponente bestimmt die Charakteristik des 
Stromflusses in Abhängigkeit der angelegten Spannung.

Oder?
Gast #5054587
Lesenswert?

Peter M. schrieb:
> Mein Labornetzteil gibt eine festgelegte Spannung aus (wenn nicht gerade
> die Strombegrenzung aktiv ist).
>
> Die angeschlossene Komponente bestimmt die Charakteristik des
> Stromflusses in Abhängigkeit der angelegten Spannung.

Aber nur, wenn du das Netzgerät mit Spannungsbegrenzung betreibst.

Grundsätzlich werden LEDs mit Strombegrenzung betrieben, weil die 
Strom-Spannungskennlinie recht steil verläuft und die Lage von 
Exemplarstreuungen und Temperatur abhängt.
#5054594
Lesenswert?

Wolfgang schrieb:
> Grundsätzlich werden LEDs mit Strombegrenzung betrieben, weil die
> Strom-Spannungskennlinie recht steil verläuft und die Lage von
> Exemplarstreuungen und Temperatur abhängt.

Das ist mir nicht neu. :)

Ich beziehe mich auf die Antwort oben, wo der Festplattenschinder namens 
"desinfector" empfiehlt, doch mal 3V anzulegen und die Spannung dann 
hochzufahren.
Gast #5054611
Lesenswert?

Peter M. schrieb:
> (wenn nicht gerade
> die Strombegrenzung aktiv ist).

Das ist die Betriebsart für eine LED!

Peter M. schrieb:
> Die hier genannten 3,2V halte ich für groben Unfug.
> Eine hochwertige LED, Typ Cree XM-L lässt laut Datenblatt bei 3,2V schon
> 2,1A fließen. Das wären über 6W!

Wie schon gesagt: Das sind keine Cree.

● J-A V. schrieb:
> Die Spiegeleier könnten ab 3V anfangen zu leuchten.
> dann langsam hoch drehen und den Strom messen.
> so bei 3,2V ist das dann richtig.

Ja, Spiegeleier sind der richtige Begriff für diese billig-Dinger.
Ich hatte leider weniger Glück. Von 10 stück waren bei mir 6 dermassen 
außerhalb der Spezifikation, daß sie für meinen Zweck nicht zu 
gebrauchen waren: Ein Test mit 350mA ergab eine Spannung von 3,9 bis 4,3 
V an der LED!
#5054630
Lesenswert?

SonicHazard schrieb:
> Peter M. schrieb:
>> (wenn nicht gerade
>> die Strombegrenzung aktiv ist).
>
> Das ist die Betriebsart für eine LED!

Loriot: Ach!

Bitte Faden von vorne lesen! Ich weiß, wie eine LED betrieben wird, 
haben mehrere LED-Treiber als step-up, step-down und Linearregler 
gebaut.


> Peter M. schrieb:
>> Die hier genannten 3,2V halte ich für groben Unfug.
>> Eine hochwertige LED, Typ Cree XM-L lässt laut Datenblatt bei 3,2V schon
>> 2,1A fließen. Das wären über 6W!
>
> Wie schon gesagt: Das sind keine Cree.

Ja, natürlich. Ich habe auf die Cree verwiesen, weil es dazu ein richtig 
schönes Datenblatt gibt um einen praxisbezogenen Hinweis zum Thema 
Spannugen bei Leistungs-LED zu geben.

>
> ● J-A V. schrieb:
>> Die Spiegeleier könnten ab 3V anfangen zu leuchten.
>> dann langsam hoch drehen und den Strom messen.
>> so bei 3,2V ist das dann richtig.
>
> Ja, Spiegeleier sind der richtige Begriff für diese billig-Dinger.
> Ich hatte leider weniger Glück. Von 10 stück waren bei mir 6 dermassen
> außerhalb der Spezifikation, daß sie für meinen Zweck nicht zu
> gebrauchen waren: Ein Test mit 350mA ergab eine Spannung von 3,9 bis 4,3
> V an der LED!

Ist doch toll, dann kannst Du das 4,3V-Exemplar mit Minivorwiderstand 
direkt an einer LiIo-Zelle betreiben!  :)
Gast #5054701
Lesenswert?

Peter M. schrieb:
> Manfred schrieb:
>> Eine LED zieht keinen Strom, sie bekommt ihn vom Netzgerät eingeprägt.
>> Dabei ergibt sich eine Spannung!
> Das verstehe ich nicht.
> Kriegt ein normaler Widerstand den Strom auch eingeprägt?
Er kann, aber muß nicht.

> Benutze ich hier die falschen Begriffe oder ist das nur Haarspalterei?
Falscher Begriff ja, Haarspalterei nein - sowas ist im Rahmen einer 
Elektronikausbildung relevant.

Ein Widerstand ist ein lineares Bauelement mit x-Ohm. Zum Beispiel 
würde ein 30 Ohm Widerstand an 3 Volt 100 mA ziehen, an 6 Volt dann eben 
200 mA.

Jetzt gehen wir zur Halbleiterdiode, was würde diese bei einer Änderung 
von 3 auf 6 Volt aufführen? Die ist eben kein linearer Widerstand, 
sondern ändert ihren Wert deutlich in Abhängigkeit von der Spannung. In 
der Berufsschule (1970er) musste ich an dem Thema herumrechnen, 
differentieller Widerstand.

> Mein Labornetzteil gibt eine festgelegte Spannung aus (wenn nicht gerade
> die Strombegrenzung aktiv ist).
> Die angeschlossene Komponente bestimmt die Charakteristik des
> Stromflusses in Abhängigkeit der angelegten Spannung.
Diese Beschreibung ist erstmal richtig. Da aber, siehe oben, sich der 
Strom sehr stark mit der Spannung ändert, macht das in realen 
Schaltungen keinerlei Sinn.

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren