Wurde wahrscheinlich oft gefragt.
Ausgangslage: ca 10 Jahre Berufserfahrung, ungekündigte Festanstellung.
Gespräche mit Mittelstand und Konzern. Konzern gehaltlich vermutlich
5k-10k über dem Mittelstand. Entfernung zu beiden gleich.
Was wäre eure Wahl?
genervt schrieb:> Konzern, außer es ist ein Rüstungskonzern.
Genau das wollte ich auch schreiben. :-)
Haarbürste schrieb:> Warum kein Rüstungskonzern?
Na warum wohl? Ich könnte es nicht mit meinem Gewissen vereinbaren, zum
Beispiel tolle neue Streuminen mit noch mehr Tötungseffekt zu
entwickeln. Insbesondere gilt das für die in den USA produzierte M18A1,
auch als "Claymore" bekannt.
Gerade als Millenial muss man doch nehmen was kommt. Wenn es dann halt
ein Rüstungskonzern ist, dann ist es halt so. Hauptsache man verdient
Geld und kann Karriere machen.
Vielleicht noch für die Entscheidungsfindung:
Stelle ist relativ weit aufgehangen. Konzern: reine Steuerung der
Softwareentwicklung, dh Architektur. Dagegen Mittelstand in einem viel
kleineren Team, deswegen wahrscheinlich weiterhin auch
Entwicklungstätigkeit (ebenfalls Software)
Ich weiß nicht, wie groß der Leiheranteil ist. Die Softwareentwicklung,
zumindest in diesem Konzern, findet in Asien statt. Hier ist nur die
internationale Steuerung.
hmm schrieb:> Wurde wahrscheinlich oft gefragt.>> Ausgangslage: ca 10 Jahre Berufserfahrung, ungekündigte Festanstellung.> Gespräche mit Mittelstand und Konzern. Konzern gehaltlich vermutlich> 5k-10k über dem Mittelstand. Entfernung zu beiden gleich.>> Was wäre eure Wahl?
Mit diesem Informationsstand völlig unmöglich zu sagen.
- Warum willst Du aus deinem jetzigen Job raus?
- Was erwartest Du Dir von der Arbeit?
- Welchen Eindruck hast Du vom Kollegenstamm nach den B-Gesprächen?
- Planst Du eher mittel- oder langfristig?
- Wo willst Du insgesamt hin (Management, technisch bleiben etc)?
- Hast Du Familie?
etc pp.
Ich selber würde IMMER den Mittelstand vorziehen, aber Jede(r) ist
Anders.
Uwe schrieb:> Gerade als Millenial muss man doch nehmen was kommt.
Ich habe aber doch gelesen, dass der Arbeitsmarkt für Ingenieure so gut
aussieht zur Zeit?
> Wenn es dann> halt ein Rüstungskonzern ist, dann ist es halt so. Hauptsache man> verdient Geld und kann Karriere machen.
Ja, Geld und Karriere sind ja schließlich auch das Wichtigste im Leben,
da hast du natürlich recht...
Erst das Fressen und dann die Moral, wobei eigentlich kann man den
zweiten Teil mit der Moral auch komplett weglassen, die braucht man
heute nicht mehr.
>> Warum willst Du aus deinem jetzigen Job raus?
Langer Anfahrtsweg (60km einfach). Will aus der Softwareentwicklung raus
und eher Richtung Architektur gehen. Gehaltsplus gegenüber jetzt ca
20-25k
>> Was erwartest Du Dir von der Arbeit?
Produk(te) / Dienste mitgestalten. Architektur verbessern, von Kollegen
lernen.
>> Welchen Eindruck hast Du vom Kollegenstamm nach den B-Gesprächen?
Bis jetzt alle sehr freundlich und sympathisch. Aber nicht viele
kennengelernt.
>> Planst Du eher mittel- oder langfristig?
Eher langfristig
>> Wo willst Du insgesamt hin (Management, technisch bleiben etc)?
Management eher nein, technische Schiene ja. Dh Architektur / technische
Leitung. Würde aber auch ab und zu im Code wühlen
>> Hast Du Familie?
Demnächst Hochzeit, Kind geplant.
---------
Ein Konzern hat natürlich ganz andere Mittel und unterschiedliche
Projekte. Damit einher aber auch vermutlich Politik. Hier wird man vom
Code weiter weg sein bzw vermutlich gar nicht mehr selbst entwickeln.
Mittelstand hat ein sehr kleines Entwicklungsteam. Das Thema ist mega
interessant und ich bringe da auch viel an Erfahrung mit. Allerdings ist
hier mit der vorhandenen Teamstärke nicht viel zu reißen. Gefahr ist
groß nur zum "Durchlauferhitzer" zu (Software)Zulieferern zu werden.
Jobsicherheit ist vermutlich beim Konzern höher. Im Lebenslauf würde die
Position in so einem großen Unternehmen auch nicht schlecht aussehen.
Wie es einem tatsächlich später passt, erfährt man vermutlich erst vor
Ort nach ein paar Wochen / Monaten.
hmm schrieb:> Will aus der Softwareentwicklung raus und eher Richtung Architektur> gehen.
Wenn du den Satz so gemeint hast, wie du ihn geschrieben hast, dann gute
Nacht. Das Eine geht mit dem Anderen Hand in Hand. Am besten sind aber
Software-Architekten, die sich wunderliche Dinge in ihrem Elfenbeinturm
überlegen, die in der Theorie gut aussehen. Natürlich ist sich so ein
Architekt aber zu fein, noch selbst zu entwickeln, daher merkt er leider
nicht, dass sein Konzept in der Praxis nicht funktioniert. Aber das
können dann ja Andere ausbaden.
Genau das muss man vermeiden. Ein guter Architekt hat Nähe zum Team und
die Entscheidungen entstehen in Diskussion bzw sollten die Teams
einbezogen werden.
Der Unterschied zum Entwickler, ist der Überblick über das Ganze - daher
können hier Grobkonzepte vorgegeben werden und die Feinkonzepte
entstehen in Diskussion.
hmm schrieb:> Genau das muss man vermeiden. Ein guter Architekt hat Nähe zum Team und> die Entscheidungen entstehen in Diskussion bzw sollten die Teams> einbezogen werden.>> Der Unterschied zum Entwickler, ist der Überblick über das Ganze - daher> können hier Grobkonzepte vorgegeben werden und die Feinkonzepte> entstehen in Diskussion.
Ohje, noch so ein pointy-haired manager...
Mit DER Einstellung kannst Du's sowohl im Mittelstand als auch im
Konzern vergessen. Ein Architekt, der den Namen verdient, KANN NUR
Jemand sein, der das Codieren und Debuggen liebt und jederzeit (auch
nach Jahren) noch am Arbeitscode mit Anpacken kann. Wem das nicht liegt,
der wird in einer technischen Position nicht glücklich, weil deine
Entwickler dann relativ schnell zu der Erkenntnis kommen, dass man Dich
möglichst schmerzlos ins Leere labern lässt und die richtige Arbeit
lieber selbst macht.
Jede Firma (egal wie gross), die sich in irgendeiner Form um ihre
Softwarequalität Gedanken macht, wird in Architekturpositionen nur Leute
setzen, die den Code mit allen seinen Ecken und Enden in- und auswendig
kennt.
Was Du werden willst (und mit deinen Erwartungen auch anstreben
solltest) ist technischer Produktmanager. Dann darfst Du grobe Vorgaben
zur Realisierung machen (und den Kopf dafür hinhalten), und die
Entwickler haben dann freie Hand zur Umsetzung. Oder Gruppenleiter
Entwicklung, aber selbst da solltest Du den Blick so nah wie möglich an
der Technik lassen, so Firmenpolitik es zulässt.
Ansonsten deuten deine Anworten auf den Fragenkatalog stark Richtung
Konzern. Dann wirst Du aber mit deiner Einstellung Durchlauferhitzer.
Die muss es auch geben, und wem es liegt, kann damit durchaus glücklich
werden.
hmm schrieb:>>> Hast Du Familie?> Demnächst Hochzeit, Kind geplant.
Ganz klar: Konzern!
Oh, und btw.: Bei so manchem Mittelständler wird auch blöd geguckt, wenn
man Elternzeit nimmt.
Im Mittelstand hast du in deinem keinen Team nur Dauerstreß und wenn
dann noch Streß durch die Kids kommt, kriegst du nur Probleme!
hmm schrieb:> Typische mikrocontroller.net Antwort. Nach 10 Jahren Softwareentwicklung> weiß ich wie man Software schreibt.
Unser gnugnu lebt halt in seiner eigenen Welt.
gnugnu schrieb:> Jede Firma (egal wie gross), die sich in irgendeiner Form um ihre> Softwarequalität Gedanken macht, wird in Architekturpositionen nur Leute> setzen, die den Code mit allen seinen Ecken und Enden in- und auswendig> kennt.
Oje, du lebst wieder in deiner eigenen Welt...
hmm schrieb:> Typische mikrocontroller.net Antwort. Nach 10 Jahren Softwareentwicklung> weiß ich wie man Software schreibt.
Ach ja? Aber du willst doch raus aus der Softwareentwicklung, du kannst
wohl schon alles?
hmm schrieb:> Das muss manch Kellerkind noch> lernen.
Warum denn jetzt so patzig? Du hast doch um Meinungen gebeten, dann
musst du auch Kritik vertragen können.
Wie dem auch sei, bei deiner Einstellung ganz klar Konzern statt
Mittelstand, auch wenn ich sehr hoffe, dass du nicht mein neuer Kollege
wirst!