Video-Grabber liefert Doppelbilder

OP #5182670
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Ich versuche das Bildsignal meines Spektrumanalysers aufzuzeichnen. (Ein 
Advantest R3361A, sehr geiles Gerät, leider noch ohne USB-Anschluß).
Dazu habe ich mir einen USB-Video-Grabber, Digitus DA-VC211A, 
ausgeliehen und an das Composite Video-Signal angeschlossen. Die 
Aufzeichnung klappt auch so leidlich, aber leider werden alle vertikalen 
Linien doppelt dargestellt. Das Videosignal ist am Ende mit 75Ohm 
abgeschlossen.

Das Bild ist mit dem VLC Media Player aufgenommen. Der Grabber wurde von 
Windows 10 erkannt. Ich habe die Aufnahme mit den Einstellungen 
Video-Gerätename "USB 2820 Video", Bildgröße "720x480" Pixel 
hinbekommen.

Ich vermute, daß es ein interleaced Video Signal ist und meine 
Einstellungen das nur nicht richtig zur Deckung bringen. Kann mir jemand 
weiterhelfen?

Danke!
Michael
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OP #5182765
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Hallo,
DScaler sieht vielversprechend aus. Ich habe aber den falschen Chipsatz. 
In diesem Digitus-Döschen werkelt ein Empia EM2820.
Vielleicht probier ich das gleich trotzdem aus.
Danke für den Tip!

Ben B. schrieb:
> Das ist eine horizontale Verschiebung, interlaced wäre eine vertikale
> bzw. Kammbildung bei Bewegung.

Das ist richtig, hängt aber davon ab, wie man die Zeilen 
zusammenbastelt. Der Sync-Impuls für die Halbbilder ist unterschiedlich 
lang. Warum das so war, hab ich vergessen, aber wahrscheinlich setzt der 
Grabber deshalb die Bilder nicht richtig zusammen.

> Ich vermute mal das Kabel ist ungeeignet, es treten Schwingungen und
> Reflexionen bei den harten Kanten auf.

Nö, hab ich ausprobiert und gemessen. Gar keine Reflektionen. Die hätten 
auch einen viel kleineren Abstand untereinander. Deshalb schrieb ich ja, 
ist mit 75Ohm abgeschlossen.

Einstweilen vielen Dank!
Michael
#5183769
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Michael S. schrieb:
> Das ist richtig, hängt aber davon ab, wie man die Zeilen
> zusammenbastelt. Der Sync-Impuls für die Halbbilder ist unterschiedlich
> lang. Warum das so war, hab ich vergessen, aber wahrscheinlich setzt der
> Grabber deshalb die Bilder nicht richtig zusammen.

Das was du meinst, ist der eine H-Doppelpuls in der Austastlücke, um mit 
der H-Ablenkung eine halbe Zeile Versatz zum kontinuierlich laufenden 
V-Puls zu bekommen. Das sieht man ohne Overscan oft an der einen halben 
"gefüllten" Zeile unten.

Dein Problem kommt nicht vom Interlace an sich, die paar Pixel 
horizontaler Versatz sind schon sehr ungewöhlich. Für mich sieht das 
eher so aus, als wäre das Timing generell kaputt, was ein direkt 
angebundenes LCD nicht stört.

Was sagen eigentlich "normale" LCD-TVs zu dem Signal?
Gast #5183778
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Michael S. schrieb:

> Der Hersteller schreibt nur Composite Video, ~1Vpp an 75Ohm.

Das ist längst keine hinreichende Beschreibung. Da fehlt das komplette 
Timing und obendrein der verwendete Farb-Standard.

Das Hauptproblem dürfte natürlich das Timing sein. Wenn nix weiter 
spezifiziert ist, dürfte es sich dank der kompletten Ignoranz der Amis 
für den Rest der Welt um "NTSC-Timing" handeln, wohingegen das lausige 
USB-Capture-Gerät aus der Tatsache, dass es auf einem deutschsprachigen 
Rechner läuft, wohl genauso idiotischerweise den Schluss zieht, dass 
sämtliche Composite-Quellen natürlich "PAL-Timing" haben müssen...

Sprich: du mußt dem Capture-Treiber einfach nur sagen, dass er mit 
dieser Annahme falsch liegt und ihn auf NTSC zwingen. Typisch stellen 
solche Treiber einen Konfigurations-Dialog bereit, mit dem man sowas 
einstellen kann. Mit einem brauchbaren Capture-Programm kann man diesen 
aufrufen.

VLC ist nun leider für Capture ziemlich unbrauchbar (geworden). Im Laufe 
der Jahre von unfähigen OpenSource-Entwicklern vollkommen 
kaputtgefrickelt, insbesondere, was die einschlägigen Windows-APIs 
betrifft (VfW, DirectShow und BGA).

Nimm' besser VirtualDub. Damit hast du vollen Zugriff auf alles, was per 
VfW und DirectShow von dem CaptureDevice verfügbar ist. Bei BGA sieht's 
allerdings auch da schon nicht mehr ganz so gut aus. Es ist aber stark 
anzunehmen, dass dieses beschissene USB-Capturedevice wenigstens noch 
vollständige DirectShow-Unterstützung bietet.

Genauer würde man das wissen, wenn du einfach mal geposted hättest, 
welche Treiber für das Ding installiert wurden, idealerweise die 
*.inf-Datei des Treibers. Daraus kann jemand mit Ahnung von der Sache 
sehr, sehr viele Informationen entnehmen. Eigentlich fast alles, was 
wichtig ist...
OP #5183786
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Jupp, jetzt geht's!

MM schrieb:
> Klicke dich durch die Auflösungen und Normen durch bis du mit viel Glück
> die passenden hast.

Das war der Punkt! Ich hab (irgendwo) in VLC eine Einstellmöglichkeit 
für die Norm gefunden. Mit NTSC_433 klappt es. Was immer das auch ist.

Ich brauche jetzt erstmal eine Software die sich besser bedienen läßt.

Ich danke allen für die Tips und wünsche einen schönen Sonntag!
Michael
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OP #5183800
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Das ist alles sehr wahr, was ihr da scheibt

c-hater schrieb:
> Wenn nix weiter
> spezifiziert ist, dürfte es sich dank der kompletten Ignoranz der Amis
> für den Rest der Welt um "NTSC-Timing" handeln,

In diesem Fall sind es aber Japaner gewesen.

c-hater schrieb:
> VLC ist nun leider für Capture ziemlich unbrauchbar (geworden). Im Laufe
> der Jahre von unfähigen OpenSource-Entwicklern vollkommen
> kaputtgefrickelt, insbesondere, was die einschlägigen Windows-APIs
> betrifft (VfW, DirectShow und BGA).

Genau! Die Software war mal ganz gut und deshalb ist sie auch noch auf 
meinem Rechner. VirtualDub probier ich jetzt aus.

Im Anhang die Inf-Datei. Ich habe dadrin allerdings nicht so viele 
Informationen gefunden.
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