Dieter schrieb:
> Hallo zusammen,
>
> ich habe eine Webseite und nutze für das Versenden von E-Mails den
> Email-Server des Hosters (also keinen selbst konfigurierten
> Mail-Server). Mir ist jetzt aufgefallen, dass eine von mir per PHP
> versendete Mail zurückgekommen ist, in deren Empfänger-Adresse Umlaute
> vorhanden waren.
In Mailadressen gibt es keine Umlaute ...
> Google sagt, dass man die Adressen in Punycode umwandeln soll.
... denn auf technischer Ebene (und das trifft auf den Versand zu) sind
IDN-Domains grundsätzlich in der Punycode-Darstellung zu verwenden. Und
im Localpart sind keine Umlaute zulässig.
> Nimmt man diese Umwandlung am besten On-The-Fly vor, schreibt also in
> die Datenbank die Adresse MIT Umlauten(weil das ja nun mal die richtige
> Adresse ist) und wandelt dann immer vor dem Senden um?
Nein, man speichert die Punycode-Darstellung ab und wandelt die Adresse
um, wenn man sie dem User anzeigen will bzw. wenn sie von ihm eingegeben
wird. Das ist die sinnvollste Lösung, denn für jegliche technische
Verwendung mußt du sie in genau diesem Format benutzen - auch wenn das
viel zu wenig Entwickler richtig verstanden haben (wie man ja gerade
erst wieder bei dem Debakel mit fälschlicherweise als encoded-word
behandelten Localparts sehen durfte).
> Und kann man vorhersagen, ob der Mailserver meines Hosters damit umgehen
> kann, oder ist Punycode optional und die von mir vorgenommene Umwandlung
> ist möglicherweise für die Katz?
Die Punycode-Darstellung ist reines ASCII und genau die Form, in der die
Mail- und DNS-Server dann untereinander kommunizieren. Damit klappt das
dann.
> Wie verhalten sich diverse Mail-Programme wie z.B. Outlook, Thunderbird,
> etc. bzw. ist es überhaupt deren Aufgabe, diese Umwandlung vorzunehmen?
Yep, genau die müssen deine Eingabe von z.B. <whatever@döblitz.net> in
<whatever@xn--dblitz-wxa.net> (keine Angst, geht eh gerade nicht da da
noch mittlerweile abgeschaltete Nameserver drinstehen, hüstel) umsetzen
und dann diese Form im SMTP-Dialog benutzen.
> Bei den Fragen mag man denken, ich habe die letzten Jahre in einer Höhle
> gelebt, aber ich hatte sowohl privat als auch beruflich bislang
> tatsächlich nicht einen Kontakt, der einen Umlaut in seiner Adresse hat.
In der Höhle bist du nicht alleine. ;-)
Ich hatte beruflich damit zu tun und es war für die User nur kurzzeitig
interessant. Dann sah man, dass überall die vernünftige
Software-Unterstützung fehlte, die ersten Missbräuche mit Homoglyphen
traten auf - und die Nachfrage ging rapide zurück. In ernsthaftem
Einsatz für Mail habe ich das IIRC nie gesehen (nur so wie bei meinen
Domains um mal rumzuprobieren).
> Und jetzt bin ich neugierig, wie weit sich das mit den Umlauten in
> E-Mail-Adressen bis Stand heute entwickelt bzw. durchgesetzt hat?
Es gibt kaum korrekte Implementierungen (du glaubst ja nicht, wieviele
Mailprogramme z.B. <=?iso-8859-15?q?d=F6blitz?=@doeblitz.net> oder gar
<=?iso-8859-15?q?d=F6blitz?=@xn--dblitz-wxa.net> nicht richtig
verwenden/anzeigen - beide sind technisch genau so korrekt und nur genau
so) und aufgrund der dadurch verursachten Problemen auch so gut wie
keine Nachfrage - wenn man merkt, dass es mit der IDN-Domain Probleme
mit EMail gibt besorgt man sich ganz schnell eine mit Plain-ASCII und
benutzt dann nur noch die.