PMOS als Verpolungsschutz [Verständnisfrage]

Gast #5272247
Lesenswert?

Hallo,

viele von euch kennen wahrscheinlich die Schutzschaltung in der 
angehängten Grafik. Sie dient dazu die Schaltung zu schützen, falls man 
die Batterie falschrum anschließt.

Ich wollte nur sichergehen, ob ich das Prinzip verstanden habe:

Fall A: Batterie richtig angeschlossen
1. Spannung am Gate ist klein
2. PMOS ist offen
3. Strom fließt über Body Diode zur Last

Fall B: Batterie verpolt
1. Gatespannung ist hoch
2. Somit ist der PMOS gesperrt
3. Body Diode verhindert Stromfluss zur Last

Ist das so korrekt?

Vielen Dank
Gast #5272254
Lesenswert?

MosfetFrager schrieb:
> Fall A: Batterie richtig angeschlossen
> 1. Spannung am Gate ist klein

Gate-Source-Spannung ist negativ.

> 2. PMOS ist offen

Sagen wir besser der Kanal ist leitend.


> 3. Strom fließt über Body Diode zur Last

Nein, über den Kanal. Die Bodydiode ist nur ganz am Anfang leitend.


> Fall B: Batterie verpolt
> 1. Gatespannung ist hoch

Gate-Source-Spannung ist 0V.


> 2. Somit ist der PMOS gesperrt
> 3. Body Diode verhindert Stromfluss zur Last

Ja.
Moderator (Firma: Titel) Persönliche Seite #5272260
Lesenswert?

R. M. schrieb:
> (evtl Shottky-) Diode
Walter war Deutscher und schrieb sich mit -Sch- am Anfang.

MosfetFrager schrieb:
> 1. Spannung am Gate ist klein
> ...
> 1. Gatespannung ist hoch
Die Spannung am Gate ist in erster Näherung uninteressant. Relevant 
für den Mosfet ist die Spannung zwischen Gate und Source.

Eines musst du bei dieser Art Verpolschutz beachten: der Weg "rückwärts" 
wird nicht gesperrt. Siehe dazu dort das vorletzte Bild und den 
Kommentar dazu:
http://www.lothar-miller.de/s9y/categories/39-Verpolschutz
Gast #5272274
Lesenswert?

MosfetFrager schrieb:
> Fall A: Batterie richtig angeschlossen
> 1. Spannung am Gate ist klein

Die entscheidende Spannung zwischen Gate und Source ist in dem Fall groß 
(beim PMOS negativ). Sie muss aber ausreichend groß sein für den 
pMOS-Typ.
Die Schaltung geht also nicht (oder nur mit sehr speziellen Typen) bei 
z.B. 1.5V Batterien und bei z.B. 3.3V oder 5V musst du dir einen 
Logic-Level pMOS suchen. Bei 8-10V und größer gehen fast alle Typen.

Lothar M. schrieb:
> Eines musst du bei dieser Art Verpolschutz beachten: der Weg "rückwärts"
> wird nicht gesperrt.

Um genauer zu sein: solange die Batteriespannung noch positiv und über 
der Schwellspannung des pMOS liegt wird ein Rückwärtsstrom nicht 
verhindert, wenn von 'hinten' gespeist wird (z.B. aus einem dicken C). 
Bei einer Diode schon.
Gast #5272369
Lesenswert?

MosfetFrager schrieb:
> Diesen Fall muss ich aber nur bei kapazitiven Lasten beachten, oder?

Wenn du mit der Schaltung einen Akku lädst, dann ist das auch so. Der 
würde sich dann ggf. nach vorne entladen, wenn da weitere Verbraucher 
sind.

Normalerweise stört es nicht, wenn dein Ladekondensator hinter dem 
Verpolschutz sich auch über einen Verbraucher, der davor sitzt, entlädt.

Nur in speziellen Fällen muss man das eben berücksichtigen. Z.B. auch, 
wenn man zwei alternative Quellen (z.B. 12V Batterie, 12.5V Netzteil) 
auf einen Verbraucher schaltet - üblicherweise mit Dioden entkoppelt - 
so wird das mit dieser Schaltung als Diodenersatz nicht funktionieren: 
die niedrigere Quelle wird durch die andere 'geladen'.
Bei Steuergeräten im KFZ wird auch immer gefordert, dass kein Rückstrom 
fließt und kurzzeitig andere, parallel hängende Geräte versorgt, wenn 
man z.B. die Zündung ausschaltet.

Ob diese Fälle was ausmachen, muss man im Einzelfall betrachten und 
entscheiden.

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren