Schaumflux habe ich wenig Erfahrung. Die häufige (wöchentliche)
Kontrolle der Dichte ist aber wirklich wichtig. Hast Du das gemacht?
Ergebnis ok? Sonst nach Datenblatt verdünnen! Oder wenn das offene Zeug
tausend Jahre alt ist entsorgen und einfach mal neu nehmen!
Adam A. schrieb:
> 1. Habe gesagt bekommen, daß die Fluxmenge auch die Lotmenge
> proportional fördert -> durch den Schaumfluxer erhöht sich wohl die
> Konzentration mit der Zeit (Lösgungsmittel entweicht) -> mehr Flux =
> mehr Lot ?
Das sehe ich im Zusammenhang des Wellenlötens anders. Es gibt nur einen
sehr minimalistischen Bereich in dem man bei mehr oder weniger Zinn noch
von einer guten Lötstelle spricht. Das ist blanke Theorie.
In der Praxis hast Du entweder zu wenig Flussmittel (PCB nicht richtig
benetzt) oder zu viel Flussmittel = beim einfahren in den Schwall
spritzt es -> zinnkügelchen überall auf/unter der Platine, große
Lötstellen ggf nicht ausgeprägt weil "explodiert/weggespritzt" und
extrem viel Flussmittelreste nach dem abkühlen auf der Lötseite!
> a.) Warum kann die Vorheizung zu stark sein ? Flux sollte doch trocknen
> und zusätzlich wärmt man die Platine vor was das löten eigenlich fördert
> ?
Das Flussmittel reinigt die Metallische Oberfläche und schützt diese vor
der sonst umgehend auftretenden erneuten Oxidation. Wenn das Flussmittel
nun in der Vorheizzone so sehr "geröstet" wird das die aktiven
Bestandteile kaputt gehen, dann schützt da nichts mehr vor Oxidation und
das Lötergenis sieht aus wie zuwenig Flussmittel, aber überall sind
Flussmittelreste zu sehen!
Temperaturfühler auf der Unterseite der Leiterplatte anbringen,
Temperaturkurve aufnehmen und mit Datenblatt vergleichen. Pi*Daumen für
alle Alk Flussmittel: bis zur Welle nicht über 140°C und nicht länger
als 2 Minuten über 100°
> 2. Wie steigere ich die Abrissgeschwindigkeit ?
> a.) Ablaufblech an Laminarwelle höher oder tiefer stellen ?
> b.) Abstand Leiterplatte zur Welle höher oder tiefer stellen ?
Das hängt davon ab in welche Richtung die Fähnchen hängen.
1. Grundeinstellung der Mechanik nach Anleitung der Lötanlage
vornehemen.
2. Benetzungsbreite der Lötwelle mittels Glasplatte prüfen. Daten der
Anleitung entnehmen, sonst Pi*Daumen 5-8cm bei einzelner Laminarwelle.
Wellendrehzahlen entsprechend anpassen.
Kannst Du Vorne und hinten Höhen der Düsen-Bleche verstellen oder ist
vorne durch die absolute Düsenhöhe vorgegeben?
Dein Punkt a und B zusammen mit der Wellendrehzahl sind voneinander
abhängig und du musst sicherlich einige Iterationen durchführen bis es
passt. Sobald du einen der 3. Parameter veränderst wirst Du an einer
anderen Stelle "nachregelen" müssen, solange bis alle Eigenschaften
"gut" sind.
Wenn das Setup nun stimmt und die Zippel noch da sind, schauen in welche
Richtung Sie zeigen...
z.B. Fänhchen zeigen in Transportrichtung, dann das Auslaufseitige Blech
etwas senken. Dann wieder Benetzungsbreite prüfen, evntl Drehzahl
erhöhen. Falls die gepumpte Zinnhöhe dann aber zu hoch ist (also auf die
Leiterplatte überläuft) ggf die komplette Düsenhöhe etwas senken. Und
das so oft wiederholen bis es passt.
Wenn die Fähnchen nach hinten zeigen eher das Blech Eingangsseitig der
Welle Senken oder die ganze Wellenhöhe. Auch dabei wieder die
Benetzungsbreite prüfen und ggf Drehzahl anpassen.
Wichtig ist aber das dein Lötrahmen die überflöche der Welle beim
einfachen einmal in Richtung Auslauf abschiebt damit die Oxidschicht auf
der Welle weg ist. Wenn Du die Drehzahlen / Höhen anpasst kommst Du
sicherlich an einen Punkt wo er nicht mehr sauber abschiebt, das musst
du bei allen Aktionen auch beachten!
> 3. Mit welcher Temperatur sollte man Allgemein anfangen (derzeit 286C)?
Welche Temeratur? Vorheizung? Was für Vorheizung(kurzwellig, langwellig
oder gemischte Konvektion?)
Bei eine kleinen Anlage (gemischte Heizzonen 1-2m lang) würde ich
Transportgeschwindigkeit mal so auf 1,2-1,4m stellen und Temperaturen in
den Heizzonen aus ca 200-250°.
Das sind aber nur Startwerte, Grundsätzlich Temperaturverlauf auf
Leiterplatte nachmessen bis man sein Maschinchen kennt. Oberseite sollte
nicht Über 120° kommen, unten nicht über 140° vor der Welle.
> Denn größere Motordrehzahl (Hohe der Welle) fördert auch die Erwärmung
> der Platine (Temperatur höher bzw. konstanter) -> die Ergebnisse waren
> Teils besser (Elemente an GND/Masse leiten die Wärme stärker ab).
NoGo beim Wellenlöten: MAN HEIZT DIE BAUGRUPPE NICHT DURCH DIE WELLE!
Wenn es so wie bei Dadurch besser wir ist es da beste Zeichen das vorher
etwas nicht stimmt.
> Zuerst dachte ich an die Temperatur, aber auch 293C ergaben keine
> Besserung.
Noch mal, was für eine Temeratur? Die Teigeltemperatur ist als statisch
zu betrachten und ergibt sich ausschließlich aus der verwendeten
Legierung. Für das SN 100 würde ich mal so 275-285°C empfehlen.
> Leider betreibe ich Grundlagenforschung. Brauche dazu paar Ansätze sonst
> werde ich immernoch im Dunkeln tappen. Vielen Dank.
Ok, versuche zu helfen. Mach gerne mal ein Bild von dem Lötdüsenaufbau.
Und wenn Du darfst auch mal von den Lötstellen.