pegel schrieb:
> Bei meinem Oszi mit aktueller Firmware ist es so, dass bei der
> Darstellung des Signals ausserhalb des Messbereichs, dieses auf der
> oberen bzw. unteren Linie dargestellt wird.
Ich habe mein Gerät seit Ende Anfang 2015.
War von Beginn an so!
Im Moment habe ich FW ...04.02.SP4 drauf.
Kann aber gerade nicht einmal sagen ob ich bei mir selbst je ein Update
eingespielt habe. (IMHO nicht, mache ich nur wenn es wirklich nötig ist,
gerade bei Geräten die kein DOWNGRADE zulassen.)
> Schien mir auch logisch und in Ordnung.
Gibt Leute die das anders sehen und sogar als den wesentlichen Mangel
des Gerätes darstellen...
Ich bin der Meinung man muss das Verhalten seines Gerätes kennen und
dann ist beides OK. Das ein absolut gerader Verlauf ausgerechnet auf der
obersten oder untersten Pixellinie des Sichbereiches wohl vermutlich
nicht das reale Signal darstellt sondern irgendetwas Abweichendes sollte
aber doch jedem der etwas mitdenkt sofort klar sein. Insbesondere wenn
der Signalverlauf bis dahin rasant auf den Bildschirmrand zusteuert hat.
(mal ganz davon abgesehen das es bei Analogen Geräten bei SEHR großer
Auslenkung weit über den Sichtbereich hinaus dann auch wieder das
Phänomen der Geisterbilder gab weil der Elektronenstahl den Röhrenhals
so weit vorne getroffen hat das die Reflexion den Bildschirm wieder
treffen konnte!)
Meist klar als solches zu erkennen, aber in ganz besonderen Fällen wenn
das Originalsignal schon "verwaschen" erwartet wurde sah es auch mal
halbwegs real aus...
> Nun habe ich diesen Beitrag gesehen:
>
http://www.eevblog.com/forum/testgear/new-rigol-ds1054z-oscilloscope/msg559222/#msg559222
>
> Hier wird das Signal nicht dargestellt. Wie beim Analog Oszi bei
> Bereichsüberschreitung.
>
> War das in einer früheren Firmware so, oder kann man das einstellen?
> Bin mir nicht mehr sicher ob das mal anders war.
Wenn du den Link folgst, siehst du dann denselben Beitrag wie ich?
Den mit den drei Schirmbildern?
(Beitrag 763 von Rf-Loop)
Wenn ja, dann gibt es da definitiv KEINE Bereichsüberschreitung!
Auf den gezeigten Bildern bekommt das Oszilloskop NUR auf dem Kanal 1
ein Sinussignal von 300mVpp bei 50mv/div. Also absolut im Rahmen.
Die Kanäle 2 -4 haben DURCHGEHEND kein Signal!
Das was du da siehst ist einfach eine Besonderheit der Funktion von DSO,
ein reiner Darstellungseffekt!
DSO messen das Signal ja nicht kontinuierlich, (wie Analogskopes)
sondern sie messen in schneller Abfolge einzelne Punkte.
Der zwischenraum zwischen den Punkten wird für die Darstellung
berechnet.
(Interpoliert)
Bei allen mir bekannten (neueren) DSO kannst du diese Interpolation
abschalten lassen und dir nur die realen Messpunkte anzeigen lassen.
Je größer das Messignal im Vergleich zur Triggerfrequenz ist, im so
weniger reale Messpunkte hat die angezeigte Kurve noch als Stützstellen.
(SingleShot29_5Mhz)
Bei wiederkehrenden Signalen werden aber mit jeder Messung mehrere
Punkte hinzugefügt!
Im Normalfall ergibt sich bei wiederkehrenden Signalen auch bei
abgeschalter Interpolation so ein im großen und ganzen geschlossener
Linienzug auf dem Bildschirm. (wie im Bild Run_10Mhz)
Wenn nun aber die Triggerfrequenz in bestimmten Verhältnissen zur
Samplefrequenz liegt, dann sind die Messpunkte nicht halbwegs
gleichmäßig über das gesamte Signal verteilt, sondern liegen je anch
Frequenzverhältnis und Eigenschaft der beteiligten Taktquellen mehr oder
weniger nahe beieinander und bilden so schmale Strecken.
Wenn bei dem Rigol 1054z drei oder vier Kanäle aktiv sind wird nur noch
mit 250MSa/s gesampelt. oder relativ langsam.
Und für diese Samplefrequenz ist 29,5MHz eine dieser "besonderen"
Frequenzen. (59MHz auch, interessanterweise auch 60MHz was irgendwie
entweder nicht ins Schema passt oder es ist einfach zu spät für mich..)
Vielleicht schreibe ich die Tage dazu noch mal etwas ausführlicheres,
aber heute ist mir zu spät...
Die Bilder im verlinkten Thread zeigen einfach nur diesen Effekt.
(Steht ja auch unten im Beitrag!)
Du kannst diesen Effekt bei dir problemlos nachstellen. Du musst
lediglich im Display-Menü die auf dem Screenshot gezeigten Werte
einstellen und eine Frequenz von 29,5Mhz aus einer halbwegs stabilen
Signalquelle auf irgendeinem der aktiven Kanäle einspeisen und darauf
triggern! Es müssen jedoch mindestens 3 Kanäle aktiv sein, damit die
Samplefrequenz auf 250MSa/s herabgesetzt ist!
ICh habe mal ein paar eigene Screenshots gemacht:
Einmal wie das Bild bei den "besonderen" Eingangssignalen 29,5Mhz, 59MHz
und 60Mhz aussieht, sowie noch einem 10MHz signal das nicht ins "raster"
passt mit annähernd durchgehender Anzeige durch die im Verhältnis zum
Signalverlauf "wechselnden" Abtastzeitpunkte.
Dann noch einen SingleShot eines 29,5MHz Signals
(Das sind ALLE Stützpunkte die bei den gegebenen Einstellungen in EINEM
Durchlauf ermittelt werden. Die kpl. Zwischenräume werden bei
durchgehender Anzeige nur errechnet!)
Gruß
Carsten