Hallo,
für ein Uhrprojekt würde ich gerne auch DCF77-Empfang vorsehen. Ich habe
aber weder die Zeit noch die Lust erstmal den Rothammel zu lesen, bevor
ich ein Signal bekomme. Ich möchte auch keinen grossen externen Klotz
einbauen. Es soll kompakt sein. Im besten Fall möchte ich einfach eine
kleine Ferritantenne auf die Platine löten und das Signal an einen IC
übergeben, der mir dann einen Sekundenpuls übergibt. Gibts sowas als
Ein-Chip-Lösung?
Die Conradvariante C-Control ist mir auch schon zu aufwändig. Es sollten
nicht direkt 20 Bauteile notwendig sein.
Jan schrieb:> Ich habe aber weder die Zeit noch die Lust erstmal den Rothammel zu> lesen
Nicht noetig fuer einen LW-Empfaenger mit Ferritantenne. Den analogen
Teil kann man mit einem einfachen Geradeausempfaenger ohne besondere
HF-Kenntnisse aufbauen. Im Netz sind genug Beispiele.
Jan schrieb:> ... noch die Lust ...
Faulheit ist immer schlecht. Die Antenne alleine tut es eben nicht. Du
brauchst erst mal einen Empfänger, der das Signal erntsprechend
aufbereitet und demoduliert. Empfänger und Antenne gibt es z.B. bei
Pollin. Am Ausgang des Empfängers kommt ein Sekundenimpuls raus.
Allerdings haben die IMpulse unterschiedliche Länge, da mit der
Impulslänge die High-/Low-Information für die Bytes des Zeitsignals
übertragen wird. Desweiteren fehlt in diesem Signal der Impuls für die
59'zigste Sekunde, da diese doppelte Austastung zur Synchronisation
benutzt wird. Man kann diesen fehlenden Sekundenimpuls per Logik
generieren, das ist aber nicht mit einem IC getan.
Heutzutage decodiert man das Signal mit einem µC, aber dazu muß man
natürlich Schmalz in die Software investieren, wenn man nicht zu faul
dazu ist.
Man kann es natürlich auch mit Standardlogik-IC machen (habe ich aus
Interesse gemacht), aber dann muß man erstens noch mehr Schmalz
investieren weil man i.d.R. keine fertige Schaltung findet und man
braucht auch zweitens mehr als einen IC.
Letzendlich sind beide Lösungen nichts für Dich, da Du ja zu faul bist
wie Du selber schreibst. Aber vielleicht gibt es ja Uhren IC's die frei
erhältlich sind und das können.
Jan schrieb:> der mir dann einen Sekundenpuls übergibt.
Macht fast jeder DCF77-Wecker. Das heißt aber nicht daß zu jeder
Tageszeit ein sauberes Signal von DCF77 überall zu empfangen ist. Da bin
ich jetzt aber auch zu faul alle Einzelheiten zu erklären.
https://de.wikipedia.org/wiki/DCF77
oszi40 schrieb:> Macht fast jeder DCF77-Wecker. Das heißt aber nicht daß zu jeder> Tageszeit ein sauberes Signal von DCF77 überall zu empfangen ist.
Genau so ist es. Funkuhren laufen ja ohne DCF77 Signal auch autark, sie
werden halt mit der Zeit immer ungenauer. Allerdings haben sie halt die
Möglichkeit, sobald wieder ein Signal empfangen wird, sich wieder mit
dem Zeitsignal zu synchronisieren. Hierzu dient unter anderem die
Austastung in der 59. Sekunde. Diese längere Austastung ist halt das
Zeichen, daß mit der nächsten Austastung eine neue Minute beginnt. Die
folgenden 58 Impulse enthalten dann die komplette Zeitinformation für
die darauffolgende Minute.
Ich habe vor 35 Jahren einen konventionell aufgebaut, aber vom Aufwand
und der Größe nicht zu vergleichen mit den heutigen von den bekannten
Versendern. Letztens habe ich einen der vielen vorhandenen Funkwecker
ausgeschlachtet und davon einen genommen.
Aber Vorsicht: es gibt auch welche, die keine Sekundenpulse liefern
sondern ein Protokoll ausgeben oder welche, die den Empfänger schon im
einzigen vorhandenen Kaugummi untergebracht haben und man nicht an die
DCF-Pulse herankommt. Will nur sagen: einfach einen billigen Funkwecker
kaufen und ausschlachten, kann schief gehen.
Schau mal bei HKW-Elektronik. Die haben Module, wo man nur noch eine
Antenne abklemmt und man die Zeit einfach so als seriellen Datenströmen
rausbekommt. Aber auch andere Module. Vor allem funktionieren die alle
OHNE Klimmzüge.
Harald schrieb:> Die haben Module, wo man nur noch eine Antenne abklemmt
Wenn du die Antenne wieder _AN_klemmst, verbessert sich garantiert der
Empfang. :-)
Jan schrieb:> ... Ich habe aber weder die Zeit noch die Lust erstmal den Rothammel> zu lesen, bevor ich ein Signal bekomme.
Der wird dir auch nicht weiter helfen, weil Antennen, mit denen sich der
Rothammel beschäftigt, bei der Frequenz vom DCF77 so unhandlich sind,
dass sie dir sowieso viel zu groß sind. Im Zweifelsfall besitzt das Buch
auch ein Inhaltsverzeichnis, so dass man gezielt etwas nachlesen kann
;-)
Und einen Empfänger bräuchtest du trotzdem noch.
> Im besten Fall möchte ich einfach eine kleine Ferritantenne auf> die Platine löten und das Signal an einen IC übergeben, der mir> dann einen Sekundenpuls übergibt. Gibts sowas als Ein-Chip-Lösung?
Meist scheitert die Ein-Chip-Lösung daran, dass man darin technologisch
keine ausreichend großen Kondensatoren untergebracht kriegt. Keramik ist
im normalen Halbleiterprozess nicht verfügbar.
Wolfgang schrieb:> Meist scheitert die Ein-Chip-Lösung daran, dass man darin technologisch> keine ausreichend großen Kondensatoren untergebracht kriegt. Keramik ist> im normalen Halbleiterprozess nicht verfügbar.
Meist sind die DCF-Module als 1-Chip-Version ausgeführt, wo (im
Wesentlichen) nur die Ferritantenne angeschlossen ist.
Olga schrieb:> Meist sind die DCF-Module als 1-Chip-Version ausgeführt, wo (im> Wesentlichen) nur die Ferritantenne angeschlossen ist.
Plus Kerko, der die Ferritantenne auf Resonanz bringt.
Olga schrieb:> Meist sind die DCF-Module als 1-Chip-Version ausgeführt
Das zeig mir mal.
Bei keinem der bisher genannten Module kommt der drauf sitzende Chip
ohne zusätzlichen Kondensator aus.
Wolfgang schrieb:> Olga schrieb:>> Meist sind die DCF-Module als 1-Chip-Version ausgeführt>> Das zeig mir mal.> Bei keinem der bisher genannten Module kommt der drauf sitzende Chip> ohne zusätzlichen Kondensator aus.
Hast du gesehen, daß ich "im Wesentlichen" schrieb? ;-)
Aber das hast du natürlich nicht mit zitiert...