LM386 bei zu niedrigen Temperaturen betreiben?

Gast #5498035
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Hallo!

Möchte eine Wechselsprechanlage bauen und den Außenteil im Freien 
betreiben.

Als Verstärker habe ich an den LM386 gedacht. Es steht aber im 
Datenblatt, dass er erst ab 0°C betrieben werden kann.
Draußen kann es aber nun mal auch -15°C haben...

Meine Frage ist, was darunter passiert? Funktioniert er dann nicht? Geht 
er kaputt?

Welchen ähnlichen Verstärker könntet ihr mir stattdessen empfehlen, der 
auch unter 0°C seine Dienste tut?

Danke im Voraus!
#5498204
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@ UC (Gast)

>Datenblatt, dass er erst ab 0°C betrieben werden kann.

Ja, weil nur in dem Temperaturbereich alle Parameter garantiert sind. 
Praktisch läuft das Ding auch bei -20°C, wenn man eine gescheite 
Schaltung hat, die robust ist.

>Meine Frage ist, was darunter passiert? Funktioniert er dann nicht?

Nein, aber bestimmte Prarameter liegen vielleicht außerhalb der 
garantierten Grenzen. Leckstrom, Eingangsstrom, etc. Aber das ist für 
eine einfache Schaltung dieser Art egal.

> Geht er kaputt?

Nein.

>Welchen ähnlichen Verstärker könntet ihr mir stattdessen empfehlen, der
>auch unter 0°C seine Dienste tut?

Nimm den und gut.
Gast #5498311
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Ein Aspekt den ich auch betrachten würde: Je nach verfügbarer Energie 
könnte man auch eine Heizung einbauen. Hab ich zuhause bei einem Board 
am laufen das sich das ganze Jahr draußen befindet. Läuft nun mehrere 
Jahre durch, ohne Probleme. Kein Kondenswasser im Inneren.
Heizung wird von einem Zweipunktregler mit Hysterese geregelt.
(Firma: matzetronics) #5498701
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Andrew T. schrieb:
> sagt für LM358A, LM258A, LM158A   ohne Einschränkung
> ab -55°C

1. Nein. Der LM158A darf von -55°C bis 125°C betrieben werden. Der 
LM258A von -25°C bis 85°C und der LM358A von 0°C bis 70°C.

2. Es geht hier um den LM386, den es nicht in Automotive oder Military 
gibt. Der ist nur von 0 bis 70°C spezifiziert - was in der Praxis zwar 
wurscht, aber im Datenblatt so angegeben ist.
Gast #5498797
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Andreas B. schrieb:
> Wieder mal das übliche Kleingedruckte auf Seite 7.
> Datenblätter mutieren immer mehr zu Verkaufsprospekten. :-(

Hallo Andreas,

bei den LM sind LM1xx MIL Temperaturbereich, LM3xx dagegen Consumer. Das 
ist seit Jahrzehnten so und kein Geheimnis. Neu ist degegen, dass 
etliche LM1xx nicht mehr hergestellt werden, wogegen es den zugehörigen 
3er noch gibt. Für bastelnde Privatleute ist das aber egal, denn LM1xx 
sind so teuer, dass Privatleute ohnehin nach anderen Lösungen gucken 
würden.

Grundsätzlich zum Betrieb von ICs bei niedriegen Temperaturen:
Viele ICs funktionieren auch noch unter der angegebenen 
Mindesttemperatur. Wie weit drunter sie noch brauchbar sind ist 
allerdings sehr unterschiedlich. Nach und nach ändern sich Parameter, 
OP-Amps etwa können plötzlich an zu schwingen fangen. Einige mit -40C 
spezififizierten Bauteile sind selbst bei noch -200C funktionsfähig, 
aber längst nicht alle. Wenn man COTS (commercial of the shelf) Bauteile 
für so niedrige Temperaturen braucht, dann muss man selbst testen. 
Zweckmäßigerweise kauft man gleich eine größere Menge aus einem 
Produktionslot, denn der Hersteller wird einen nicht informieren, wenn 
er am Prozess oder Design etwas ändert was die Performance in den 
Grenzen des Datenblatts nicht beeinflusst, wohl aber das Cryoverhalten.
#5498846
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ZF schrieb:
> Grundsätzlich zum Betrieb von ICs bei niedriegen Temperaturen:

Das ist mir schon klar. Ich bin nicht der TO. ;-)
Mir ging es nur darum, daß in vielen Datenblättern auf der ersten Seiten 
bei der Zusammenfassung immer die tollsten Daten aufgezählt werden und 
dann auf den folgenden Seiten irgendwann die richtigen Daten stehen.
Am diesen Beispiel steht auf Seite 4 des von Andrew T. verlinkten DB von 
TI -55°C als maximum ratings für alle Typen. Die Unterschiede zwischen 
158/258 und 358 werden dann erst auf Seite 7 gezeigt.
Gast #5498875
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Mani W. schrieb:
> Einfach einen oder mehrere Widerstände als geringfügige Heizung
> vorsehen, bei 12V und 1 Watt würde die Widerstandsheizung 83 mA
> benötigen, wobei 1 Watt im Gehäuse wohl ausreichend wären...

Trotz dem nur einen Watt halte ich das für Energieverschwendung :-).
Und, am Anfang, beim Einschalten, hast du die Temperatur trotzdem noch 
nicht, außer du schaltest den LM386 erst verzögert zu.
Sonst könnte man anfangs einfach mit etwas mehr Lautstärke fahren ....
(Firma: matzetronics) #5498973
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ZF schrieb:
> Viele ICs funktionieren auch noch unter der angegebenen
> Mindesttemperatur. Wie weit drunter sie noch brauchbar sind ist
> allerdings sehr unterschiedlich.

Wir hatten vor einiger Zeit das Thema, das ein Tiny25/85 unter -10°C 
nicht mehr richtig funktionierte, während der oben erwähnte Tiny bei mir 
auch bei -20°C seinen Dienst tut. Es stellte sich dann heraus, das der 
Programmierer den ADC übertaktet hatte, was erst bei den tiefen 
Temparaturen problematisch wurde.
Beitrag #5498990 wurde von einem Moderator gelöscht.

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