Einfache Datenverschlüsselung

Gast #5597778
Lesenswert?

Guten Tag,

ich bin auf der Suche nach einer einfachen Art und Weiße eine 
Datenkommunikation zu verschlüsseln.

Angenommen ein Schlüsselaustauschverfahren ist bereits gegeben. 
Beispielsweise über Diffie-Helmann. Dann fehlt nur noch ein geeigneter 
Verschlüsselungsalgorithmus.

Könnt ihr mir einen Algorithmus oder ein Verfahren empfehlen, welches 
dazu verwendet werden kann auch kleinere Datenblöcke so zu 
verschlüsseln, dass sich die Nachrichtengröße nicht ändert?
Ich meine: Wenn 32 Bit Klartext verschlüsselt werden, soll die 
verschlüsselte Nachricht ebenfalls nur 32 Bit groß sein.

Mir wäre da beispielsweise ein Stromverschlüsselungsverfahren wie 
beispielsweise RC4 in den Sinn gekommen.

Beim standard AES handelt es sich ja um ein 
Blockverschlüsselungsverfahren und zu kleine Nachrichten müssen mit 
padding Bytes aufgefüllt werden.
Blockverfahren können nicht angewendet werden.
Auch Verfahren wie ChaCha20-Poly wo noch eine MAC beigefügt wird kann 
ich nicht verwenden.

Habt ihr eine Empfehlung?
Gast #5597850
Lesenswert?

Georg G. schrieb:
> Wie sicher soll die Verschlüsselung sein? Reicht ein einfaches
> Verschleiern oder soll es gegen Brute Force Angriffe der NSA sicher
> sein?


Die Verschlüsselung sollte als Verschlüsselungsalgorithmus zumindest als
solcher anerkannt sein.

Damit meine ich, dass es schon etwas mehr sein soll als nur ein 
einfaches XOR aber es braucht auch keinen Cyber Attacken von erfahrenen 
Hackern standhalten.
Persönliche Seite #5597866
Lesenswert?

Tbd_01 schrieb:
> …ein einfaches XOR…

Den Hacker will ich sehen, der diese Operation (mit einem OTP als 
zweitem Operand) dechiffriert und nicht Bruce Schneier oder Chuck Norris 
heißt. Vielleicht nimmst du mal Zettel und Stift und probierst mit 4 
Datenbytes und 4 Byte Schlüssellänge die XOR-Operation aus. Was da 
rauskommt ist – ohne Kenntnis des Schlüssels – Rauschen. (Gute Schlüssel 
setze ich einfach so voraus.)
Gast #5597885
Lesenswert?

Boris O. schrieb:
> Den Hacker will ich sehen, ...

Nachricht XOR Schluessel = verschluesselte Nachricht
Aber auch:
Bekannte Nachricht XOR zugehoerige verschluesselte Nachricht = 
Schluessel

Und falls der Schluessel mehrmals verwendet wird, kennt man dann auch 
die weiteren Nachrichten.
Dafuer reicht tatsaechlich ein Zettel.
Gast #5597911
Lesenswert?

Georg G. schrieb:
> Was ist dir an dem Ausdruck OTP nicht bekannt?

Das (einzige) Problem an OTP ist doch, dass es bei Sender und Empfänger 
bekannt sein muss. Ich muss also im Zweifel über eine anderweitige 
Verbindung (Asymetrisch verschlüsselt, Panzerwagen, Vereinbarung, z.B. 
Bildzeitung dritte Seite 11-99.Buchstabe) den OTP übertragen ohne das 
ihn jemand mitlesen kann.
Persönliche Seite #5598654
Lesenswert?

Dirk F schrieb:
> oder  der Schlüssel wird bereits in der Fimware beider Geräte
> integriert.

Das halte ich für eine schlechte Idee, weil jeder mit Zugang zur 
Firmware auch Zugang zum Schlüssel hat. Bisher hat es noch für die 
meisten Systeme mit eingesperrten (privaten) Schlüsseln erfolgreiche 
Angriffe gegeben. Dafür reichten bisher Seitenkanalattacken 
(Schwankungen der Versorgungsspannung). Später ging man zu 
Störabstrahlung über. Mittlerweile ist man bei gezielter EMV-Störung 
angekommen. Das dauert zwar ein paar Stunden und erfordert 
Laborausrüstung, aber wenn der Preis hoch genug ist, lohnt sich das 
irgendwann.

Im einfachsten Fall sendet die Quelle und verwirft einen Teil des OTP 
und der Empfänger erhält die Botschaft nicht. Die nächste Botschaft 
trifft nun ein und die Startposition des OTP passt nicht. Etwas Dialog 
einzufügen und den OTP transaktional zu steuern (erst löschen, wenn der 
Empfänger bestätigt) bedeutet weitere Angriffsfläche.

Die ersten One-Time-Pads wurden auf Schallplatten gepresst. Aktuelle 
Verschlüsselungsverfahren arbeiten nach dem Prinzip der 
Pseudozufallsfunktion mit Startwert. Das teure asymmetrische Verfahren 
transportiert den Startwert, der ist ziemlich klein, bspw. 2048bit. Im 
Nachhinein wird dieser Startwert für eine Pseudo-Zufallsfunktion 
genutzt, den nun folgenden OTP bereitzustellen.

Die ganze Magie mit Rückkopplung (verschlüsseltes Wort wird nächster 
Startwert der Pseudozufallsfunktion oder dritter Wert für ein weiteres 
XOR), Entropie-Erhöhung (Einspeisung von Zufallswerten, Kompression) und 
begrenzte Sitzungszeit machen dann den Algorithmus aus. Du solltest dir 
folglich genau überlegen, welche Angriffsszenarien dein Algorithmus 
überstehen soll.

Aber du bleibst ja ungenau, es herrscht Salamitaktik und Verschlüsselung 
selbst zu entwickeln ist keine gute Idee.

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren