Hallo allerseits,
ich habe mich vor relativ kurzer Zeit selbständig gemacht im Bereich
Elektronikentwicklung, Fertigung und Vertrieb. Die Fertigung beschränkt
sich dabei auf die Montage von Baugruppen und Geräten, die Leiterplatten
lasse ich extern bestücken. Um der Lage Herr zu werden und auch zu
bleiben, ist es meiner Meinung nach notwendig, über kurz oder lang ein
ERP-System zu benutzen. Da die Auftragslage momentan (noch) überschaubar
ist, erledige ich bis jetzt alle Angelegenheiten (z.B.
Auftragsverarbeitung, Rechnungen, Lieferscheine etc.) mit einem
Office-Programm. Ich merke aber jetzt schon, dass ich damit an meine
Grenzen stoße. Die Frage ist nur: welches ERP-Programm ist für meinen
Bereich zu empfehlen? Ich habe auch schon über eine Open-Source-Lösung
nachgedacht. Aber auch hierbei stellt sich wieder die Frage, welches
Programm. Wichtig ist mir, dass es zuverlässig läuft. Nichts in einer
Virtual Machine, die nach einem Kernel-Update womöglich nicht mehr
funktioniert (den Fall hatte ich nämlich bereits). Sonst darf es auch
etwas kosten, aber erwähnt bitte nicht Lexware oder SAP. Damit hatte ich
beruflich bereits zu tun und bin erfolgreich gegen diese beiden
Krankheiten geheilt (und nun immun). Ich möchte aber auch keine Preise,
wo ich mir alle zwei Jahre ein neues Auto kaufen könnte. Darum habe ich
die Bitte an euch, vielleicht einmal kurz zu schreiben, welches Programm
ihr warum verwendet und was euch daran besonders gut gefällt. Vielen
Dank! Ich bin Gespannt!
ERPel schrieb:> Um der Lage Herr zu werden und auch zu> bleiben, ist es meiner Meinung nach notwendig, über kurz oder lang ein> ERP-System zu benutzen. Da die Auftragslage momentan (noch) überschaubar> ist, erledige ich bis jetzt alle Angelegenheiten (z.B.> Auftragsverarbeitung, Rechnungen, Lieferscheine etc.) mit einem> Office-Programm. Ich merke aber jetzt schon, dass ich damit an meine> Grenzen stoße.
Was ist denn das konkrete Problem was Du lösen willst? Wo klemmt es
genau bei der bisherigen Lösung?
Desto mehr Funktionen und Möglichkeiten so ein Programm bietet, desto
mehr musst Du parametrisieren, die passenden Optionen wählen etc. Da
kann sehr viel Zeit und Geld reingehen so daß sich das erst ab einem
gewissen Volumen an Positionen und Aufträgen lohnt.
Daher kann es durchaus klüger sein erst mal mit einer einfachen Lösung
die drängensten Probleme zu automatisieren und den Rest weiterhin mit
einem Officeprogramm zu handhaben, anstatt sich wochenlang mit einem
dicken ERP rumzuschlagen.
Ganz allgemein sind die Bedürfnisse der Anwender sehr verschieden. Der
eine hat Millionen Teile zu verwalten und der Andere 3 Schrauben im
Jahr. Daher kann eine selbst gestrickte Excel->DB-Lösung in der
Startphase die beste Lösung sein? Eine neue Abfrage ist dann schnell
erledigt. Interessant wird dann bloß die spätere Umstellung auf ein
vorhandenes, starres System. Bei isis sind einige Hersteller zu finden:
http://www.isis-erp.de/
Es gibt eine ganze Reihe auch kostenloser ERP-Systeme, die web-basiert
arbeiten und somit plattformunabhängig per Browser bedient werden
können, z.B. OpenERP. Das kann sogar auf einem NAS (z.B. Synology oder
QNAP) laufen.
Die Software hat einen extremen Funktionsumfang - was auch gleich wieder
ein Problem ist. Für das "customizing", d.h. das Einrichten auf die
Gegebenheiten der eigenen Firma (Kontakte, Bankdaten, Artikel u.
Leistungen, Steuern, Briefbogendesign, Mailadresse usw.) sollte man ein
wirklich umfangreiches Turorial durcharbeiten, am Besten ein klassisches
Buch auf Papier beschaffen und mindestens 1 Woche einplanen.
Dann hat man ein wirklich mächtiges und universelles Werkzeug, aber
dieser "Anfangs-Schmerz" muss erstmal durchgestanden werden ...
Für jemanden, der das noch nie genacht hat und evtl. auch nicht gerade
der geborene Buchhalter ist, aber wirklich nicht simpel.
https://de.slideshare.net/openbig/openerp-in-deutsch
Gerd E. schrieb:> Was ist denn das konkrete Problem was Du lösen willst? Wo klemmt es> genau bei der bisherigen Lösung?
Es fängt bei der Lagerverwaltung an. Ich habe mittlerweile einige
hundert Bauelemente verschiedenster Kategorien, bestellbar bei
unterschiedlichen Lieferanten, die Teile sollen aber bei gleicher
Hersteller-Teilenummer bei auch die gleiche eigene Artikelnummer haben.
Wenn ich also einen Artikel anlege, laufe ich Gefahr, den Artikel
doppelt anzulegen. Dafür bräuchte ich eine Abfrage, ob der Artikel
bereits vorhanden ist. Damit fängt es an. Weiter geht es bei der
Erstellung einer Stückliste. Wenn ich ein Gerät in der Produktion in
Auftrag gebe, sollen sämtliche verwendeten Artikel reserviert werden und
nach der Fertigung ausgebucht werden. Das nächste ist die
Rechnungsstellung und das Drucken von Lieferscheinen. Es ist mit meiner
bisherigen Methode nicht nur umständlich, sondern es gibt auch
gesetzliche Vorgaben, wie die Rechnungen zu verarbeiten und zu
archivieren sind. Dazu kommt die Angebotserstellung und daraus
resultierenden Aufträgen, Mahnwesen und Materialeinkauf. Das bekomme ich
mit keinem Office-Programm der Welt ohne wahnsinnige Umstände hin. Es
ist, wie man sieht, bereits eine gewisse Komplexität vorhanden, auch
wenn es im Vergleich zu einer größeren Firma natürlich Pipifax ist. Aber
um die klassischen Fallstricke eines Unternehmers zu vermeiden, möchte
ich eben auf ein wenigstens halbwegs ordentliches ERP-System umsteigen.
Frank E. schrieb:> Es gibt eine ganze Reihe auch kostenloser ERP-Systeme, die web-basiert> arbeiten und somit plattformunabhängig per Browser bedient werden> können, z.B. OpenERP. Das kann sogar auf einem NAS (z.B. Synology oder> QNAP) laufen.
Danke für den Hinweis, ich hatte das bereits auch schon im Visier. Ich
werde damit vielleicht einige Gehversuche wagen, aber die wenigen und
unbekannten Referenzen lassen nichts gutes erahnen.