Phasenverschiebung um 180 Grad bei Mittelanzapfung

Gast #5646616
Lesenswert?

Hallo,

ich habe ein Verständnisproblem in Sachen Mittelanzapfung.
Warum ist Vb Phasenverschoben, also negativ wenn wenn Va positiv ist?
Wenn z.B. an der Primärseite eine Wechselspannung von 12 V anliegt, 
warum teilt sich diese dann nicht an beiden Spulen auf der Sekundärseite 
auf jeweils +6V auf?
Oder gilt die Phasenverschiebung nur, wenn ich die mittlere Klemme auf 
Sekundärseite auf Masse lege?

Danke!
Angehängte Dateien:
Gast #5646670
Lesenswert?

Max schrieb:
> Vb Phasenverschoben, also negativ wenn wenn Va positiv ist?

a.) Wie schon jemand schrieb, handelt es sich hier nicht um eine
Phasenverschiebung, sondern schlicht entgegengesetzte Polarität.

Das Resultat kann auch oftmals gleich aussehen: Verschiebt man ein
Sinussignal um 180° in der Phase, sieht das Ergebnis akkurat so aus,
als ob man es invertiert/die Polarität vertauscht hätte.

Allerdings ist es nicht das gleiche. Meist muß man wirklich streng
unterscheiden, sonst geht alles schief. Hier ist aktuell gerade nur
das allgemeine Prinzip wichtig - zukünftig eventuell mehr.

b.) Der Grund für die entgegengesetzte Polarität: Diese beiden
Sekundär-Wicklungen bzw. -Wicklungs-Teile müssen für eine sogenannte
"Mittenanzapfung" gegeneinander verdreht verbunden werden.

Der Mittelpunkt-Gleichrichter [#], ob nun als einfache oder als
doppelte Version, benötigt zwei gleiche, aber gegeneinander sozu-
sagen "verpolte" Wicklungen. (Eben jene Mittenanzapfung.)

Beiden Versionen sparen Halbleiter wie auch Verluste ein. (=Vorteil)
Beim doppelten sind es 4 Dioden, 1xV(f) im Strompfad - man erhält
dabei zwei gleich hohe ("symmetrische") Spannungen.

Jedoch ist der Potentialbezug sekundär festgelegt (wg. der mittigen
Verbindung = Nachteil). Diese Schaltung kann "nur" 2 gleich hohe,
symmetrische Spannungen. Man kann schon auch einen anderen Punkt als
GND wählen bzw. definieren, als die Mitte (U1=1/2*U2 bzw. U2=2*U1),
doch die Verbindung zu trennen ist nicht möglich.

Getrennt/trennbar sind die U(sek) nur bei ... getrennten Wicklungen.
Geht aber wiederum nur mit 4 weiteren Dioden (+ 1xV(f) im Strompfad.

[#]:

http://www.joretronik.de/Web_NT_Buch/Kap2/Kapitel2.html#2.3

Damit sollte aufgeklärt sein, wozu das (s. Zitat) gut ist... ;)
Gast #5647023
Lesenswert?

Danke für eure Antworten, ich muss das nochmal etwas präzisieren.
Nehmen wir an die Primärwicklung hat N Wicklungen. Auf der Sekundärseite 
mit Mittelanzapfung hat man jeweils N/2 Wicklungen. Wir bleiben bei den 
12V Wechselspannung auf der Primärseite.
Wenn jetzt +12V an der Primärseite anliegen (positive Halbwelle) und wir 
hätten einen idealen Übertrager, dann würde man doch an der 
Sekundärseite folgendes messen:

Obere Klemme zu Mittlerer Klemme: +6V
Mittlere Klemme zur unteren Klemme: +6V

1. Ist das richtig?

2. Würde man aber von der unteren Klemme, zur mittleren messen, hätte 
man natürlich -6V. Korrekt?
Angehängte Dateien:
Gast #5647028
Lesenswert?

Sorry, jetzt fehlte der Rest. ;)

Oben ist noch eine weitere Schaltung, ein sogenannter gegengekoppelter 
Flankendiskriminiator zur Demodulation von FM Signalen.

3. Der Übertrager ist doch gleich aufgebaut wie der oben. Nach meinem 
Verständnis, schalten die obere Diode nur bei einer positiven Spannung 
über des Spule, gemessen von der oberen Klemme zur mittleren. Die untere 
schaltet nur bei einer negativen Spannung gemessen von der mittleren 
Klemme zur unteren. Ist das korrekt?

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren