weil das vielleicht jemand, der ein wenig mehr Ahnung von IT hat, direkt
auf den erst Blick hätte erkennen könne - wäre ja möglich.
Aber ja, Du hast recht, ich frage bei Reichelt direkt nach...
Der Begriff "OEM" ist nicht eindeutig. Im Zusammenhang mit Festplatten
gibt es
* "Retail" vs "OEM": Ersteres einzeln in Geschenkverpackung mit
Einbauanleitung und ggf Zubehör (für's Regal im Mediamarkt), letzeres in
ESD-Tüte im praktischen 100er Karton (für die Serienproduktion).
* Firmware: Neben der regulären Firmware gibt es angepasste Varianten
für HP, Lenovo, Apple, für die Enterprise Storage-Hersteller und für die
Digitalvideorecorder-Hersteller. Solche OEM-Platten lassen sich auch
"normal" verwenden und ab und zu gelangen Überbestände in den Handel. Da
ist dann das Stromaufnahme-Profil anders oder die Seek-Zeiten oder das
Fehlerkorrektur-Management oder die Anzahl der reservierten spare
blocks...
Was Reichelt Dir da nun verkaufen will kann Dir wahrscheinlich nur der
Plattenhersteller sagen.
C.R. aus B. schrieb:> weil das vielleicht jemand, der ein wenig mehr Ahnung von IT hat, direkt> auf den erst Blick hätte erkennen könne - wäre ja möglich.> Aber ja, Du hast recht, ich frage bei Reichelt direkt nach...
Das hat wenig mit den Eigenschaften der Platte zu tun und viel mit dem
Vertragsinhalt. Wenn Reichelt "mit Garantie verkauft, aber Schrott
liefert, dann ist das deren Problem.
ja HDDs ohne Herstellergarantie sind meist abgeänderte und angepasste
HDDs für Großkunden wie HP, Lenovo etc.. die übernehmen dann die
Garantie für die HDDs..
Lass die Finger weg wenn HDDs ohne Herstellergarantie angeboten werden,
das merkst du dann z.B. wenn du eine RMA beim Hersteller anforderst und
du die Sernummer eingeben musst, dann kommt eine Fehlermeldung.. und der
Großkunde für die diese HDDs eigentlich bestimmt waren geben dir keine
Garantie auf die HDDs, da die nicht in ihren Geräten verbaut sind
soul e. schrieb:
[...]
Alles schön und gut, aber
> Was Reichelt Dir da nun verkaufen will kann Dir wahrscheinlich nur der> Plattenhersteller sagen.
stimmt nicht so ganz. Der Hersteller kann begründete Vermutungen
anstellen, was Reichelt liefern wird, auf den Vertragsinhalt hat er eher
keinen Einfluss.
Der Punkt ist doch, dass beide Platten als Bulk verkauft werden.
Bulk haben grundsätzlich keine Herstellergarantie - das einzige was
der Kunde hier bekommt ist eine halbjährliche Gewährleistungsfrist.
Der Zusatz OEM ist in beiden Spezifikationen enthalten. Meine Vermutung
ist, dass die Platten von unterschiedlichen Quellen kommen. Kann sein
dass die eine von Lenovo, die andere von HP aufgekauft wurde. Das dürfte
bei einer halbjährlichen Gewährleistungsfrist keine Walzer spielen, den
hier ist Reichelt in der Pflicht...
Nach 6 Monaten ist das eh schnuppe, wenn die HDD kaputt ist, ist das
Dein Problem.
Einzig allein die Retail hat 3 Jahre (Hersteller-)Garantie, dafür kostet
die auch rund 70 Euro mehr.
Gero schrieb:> ist das eh schnuppe, wenn die HDD kaputt ist,
Wenn sie nicht verschlüsselt war, wäre noch zu überlegen, ob man sie
überhaupt aus dem Haus gibt oder gleich den Datenschutz-Hammer holt.
Gero schrieb:> das einzige was der Kunde hier bekommt ist eine halbjährliche> Gewährleistungsfrist.
Es sind seit geraumer Zeit zwei Jahre. Ja, nach sechs Monaten mit
"Beweislastumkehr", aber es sind trotzdem zwei Jahre.
Rufus Τ. F. schrieb:> Gero schrieb:>> das einzige was der Kunde hier bekommt ist eine halbjährliche>> Gewährleistungsfrist.>> Es sind seit geraumer Zeit zwei Jahre. Ja, nach sechs Monaten mit> "Beweislastumkehr", aber es sind trotzdem zwei Jahre.
Ja, das stimmt schon, doch der Beweis, dass die Platte nie vom Tisch
gefallen ist und auch elektrisch immer zartfühlend behandelt wurde
dürfte schwer zu führen sein.
Rufus Τ. F. schrieb:> Es sind seit geraumer Zeit zwei Jahre. Ja, nach sechs Monaten mit> "Beweislastumkehr", aber es sind trotzdem zwei Jahre.
Da hast Du natürlich recht!
Mir ist das auch bewusst, aber in der Praxis wird Dir kein Händler eine
Ware Umtauschen, die älter als sechs Monate ist.
Die Beweislastumkehr macht dahingehend alle Ansprüche und Forderungen
nach 6 Monaten zunichte :(
Hallo
Thomas S. schrieb:> ja HDDs ohne Herstellergarantie sind meist abgeänderte und> angepasste> HDDs für Großkunden wie HP, Lenovo etc.. die übernehmen dann die> Garantie für die HDDs..
Ach herrje. Festplatten ohne Herstellergarantie kann jede Firma, z.B.
zum Ersatz defekter Geräte, bekommen. Dafür braucht man kein Großkunde
zu sein und wenn wir mal in der Firma einen Karton bestellt haben, dann
waren die ganz sicher nicht abgeändert oder angepaßt.
> Lass die Finger weg wenn HDDs ohne Herstellergarantie angeboten werden,> das merkst du dann z.B. wenn du eine RMA beim Hersteller anforderst und> du die Sernummer eingeben musst, dann kommt eine Fehlermeldung.. und der
Wieso sollte man die Finger davon lassen. Hier verläßt keine defekte
Festplatte, am Ende noch mit Daten drauf, das Haus, sondern wird
vernichtet. Wozu sollte man also eine Garantie bezahlen, die man am Ende
gar nicht einlösen mag.
Ob auf die Festplatte Garantie gegeben wird, kann man direkt bei
Hersteller durch Eingabe der Seriennummer in ein Fornmular erfahren.
Bei WD z.B.: support.wdc.com/warranty/warrantystatus.aspx?lang=de
Man kann also beim Verkäufer die Garantiebedingungen erfragen und nach
Empfang der Sendung selbst überprüfen. Stimmen Wunsch und Wirklichkeit
nicht überein, geht die Sendung halt zurück. Ist doch ganz einfach,
oder?
Das gilt übrigens auch für den Kauf im örtlichen Einzelhandel.
Gero schrieb:> Der Punkt ist doch, dass beide Platten als Bulk verkauft werden.> Bulk haben grundsätzlich keine Herstellergarantie - das einzige was> der Kunde hier bekommt ist eine halbjährliche Gewährleistungsfrist.
Das ist nun schlicht Unsinn. Bulk ist nun kein genormter Begriff und
heißt in vielen Fällen halt nur, daß die Festplatte nackisch ohne
Retailgedöns kommt. Wenn's dringend war, hab' ich selbst schon im
Elektromarkt als Bulkware bezeichnete Festplatten mit voller Garantie
gekauft. Überprüft wie oben, obwohl wir die Garantie nicht gebraucht
hätten.
WD hat übrigens eine Seite, die schon mal einen groben Überblick auf
Einzelteile vers. Retailkit bzgl. Garantie liefert:
support.wdc.com/warranty/warrantypolicy.aspx?lang=de
> Der Zusatz OEM ist in beiden Spezifikationen enthalten. Meine Vermutung> ist, dass die Platten von unterschiedlichen Quellen kommen. Kann sein> dass die eine von Lenovo, die andere von HP aufgekauft wurde. Das dürfte
Noch so ne komische Vermutung.
> Einzig allein die Retail hat 3 Jahre (Hersteller-)Garantie, dafür kostet> die auch rund 70 Euro mehr.
Das ist genauso falsch, wovon Du Dich leicht selbst im nächsten großen
Elektromarkt überzeugen kannst, wenn Du dort die Seriennummer einer auf
deren Homepage beworbenen "bulk" Festplatte via Handy wie oben
beschrieben auf Garantie überprüfst. Ich denke, daß bekommt man hin,
ohne daß ich jetzt Links und Firmen nenne.
MfG
Gero schrieb:> Rufus Τ. F. schrieb:>> Es sind seit geraumer Zeit zwei Jahre. Ja, nach sechs Monaten mit>> "Beweislastumkehr", aber es sind trotzdem zwei Jahre.>> Da hast Du natürlich recht!> Mir ist das auch bewusst, aber in der Praxis wird Dir kein Händler eine> Ware Umtauschen, die älter als sechs Monate ist.> Die Beweislastumkehr macht dahingehend alle Ansprüche und Forderungen> nach 6 Monaten zunichte :(
Nein, genau anders herum: die Beweislastumkehr sorgt dafür, dass die
ersten Monate der Verkäufer beweisbelastet ist.
soul e. schrieb:> * "Retail" vs "OEM": Ersteres einzeln in Geschenkverpackung mit> Einbauanleitung und ggf Zubehör (für's Regal im Mediamarkt), letzeres in> ESD-Tüte im praktischen 100er Karton (für die Serienproduktion).
Hier wurde wohl "OEM" mit "Bulk" verwechselt.
Richtig wäre "Retail" vs "Bulk".
Es gibt so gut wie keine Plattenhersteller, die auf OEM Geräte
Herstellergarantie geben, obwohl sie vom selben Band kommen, denn diese
OEMs werden massenhaft an andere Systembuilder verkauft und das oft mit
wenig bis keiner Garantie. Solche Platten waren eigentlich nie für den
Einzelhandel gedacht, was viele Händler aber nicht davon abhält.