Motorrad Störsignale bei Blinkerschaltung filtern

#5687619
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Liebe uC-Gemeinde,

ich bin dabei mit einem Kumpel eine BMW R80 umzubauen, und der originale 
Blinkerschalter ist leider fürchterlich hässlich. Deshalb sollen jetzt 
Taster an das Moped, für deren Funktion ich eine Schaltung entworfen 
habe. Grundsätzlich soll das Ganze so ablaufen:

Taster rechts: Rechte Blinkerleuchten blinken (und die linke Seite geht 
wieder aus, falls sie vorher an war)
Taster links:  Wie rechts, nur andersrum
Reset-taster:  Alle Blinkerleuchten aus

Dazu kommt noch, dass die Schaltung nicht am Dauer+ hängen soll, und 
deshalb beim Einschalten der Zündung einmal ein Reset-Signal bekommen 
soll.

Mit der angehängten Schaltung funktioniert das alles prinzipiell gut, 
aber sobald Störungen ins Bordnetz kommen, verhält sich die Schaltung 
seltsam. Manchmal blinken beide Seiten regelmäßig, manchmal gehen die 
Lampen zufällig an und aus, etc. Bisher ist das bei folgenden 
Verbrauchern passiert: Hupe, Anlasser, andere Relais ohne Freilaufdiode 
wie z.B. für Abblendlicht/Fernlicht.

Ich habe bis jetzt folgendes probiert:
Zenerdioden mit 3V, 6V, oder 9V an die Eingänge, quasi als billige und 
Einfache "Hürde", die die Eingangsspannung überwinden muss.
Tiefpass am Eingang, allerdings nur mit Teilen die ich gerade in der 
Hand hatte, ohne wirkliche Auslegungsrechnung.

Das hat leider alles nicht wirklich funktioniert. Ich vermute, dass ich 
sowohl Eingangspannung als auch Signaleingänge noch entsprechend filtern 
muss. Habt ihr Ideen was sich dafür am besten eignet? Meine Ideen wären 
Komparatoren/Trigger an den Eingängen, RCL-Filter, Optokoppler, ich bin 
aber für alles offen.


So, jetzt noch zur Schaltung:
J1 ist die Klemme zur Spannungsversorgung. Dabei sind:
....Pin 1: 12V von der Zündung
....Pin 2: Masse
....Pin 3: Blinksignal vom Blinkrelais

R3, D5 sind ein einfacher Überspannungsschutz (U > 15V)

J2 ist die Klemme für die Tastereingänge. Die Taster bekommen jeweils 
12V von der Zündung, und wenn man sie drückt liegen diese 12V am 
jeweiligen Pin von J2 an. Sie sind nicht entprellt, was aber prinzipiell 
egal sein sollte, weil die Zustände sich bei erneutem Drücken des selben 
Tasters nicht ändern.

U1 ist ein CD4043, das die benötigten Flip-Flops beinhaltet, die die 
Zustände speichern.

R4, R5, C1 sind dafür da, um beim Einschalten den Reset-Puls zu 
generieren.

Ansonsten gehen die Ausgänge von U1 an jeweils ein N-FET, das dann den 
Ausgang invertiert um ein P-FET zu schalten, von dem dann das 
Blinksignal an die Lampen (J3) durchgeschaltet wird.


Ich habe noch für den Fall der Fälle den Schaltplan vom Motorrad mit 
angehängt, da kann ich bei Bedarf auch noch erklären wie genau die 
Blinkerschaltung dranhängt.
Ich hoffe jedenfalls, das Ganze wird einigermaßen klar, und freue mich 
über Eure Vorschläge!

Liebe Grüße,
Felix
Angehängte Dateien:
Gast #5687759
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Die Blinker-Schaltung ist in dieser Konfiguration nicht üblich.
Für gewöhnlich hat jedes Moped einen Wechselschalter wo zwischen
Rechts und Links umgeschaltet wird.
Das kann man in der Regel mit einem 555 lösen. Beispiele findet
man im Web.
Als Entstörung betreibt man den Multivibrator über eine Induktivität
(Spule), z.B. 10mH. Evtl. muss man einen Spannungsregler nutzen
und eine niedrigere Betriebsspannung nehmen um das IC zu betreiben.
Den Treiber-Fet verschaltet man direkt in den 12V Stromkreis.
Das lässt sich auch auf deine Schaltung übertragen, auch wenn ich
glaube, dass deine Lösung verfehlt ist.
#5687795
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Das wäre mir neu. Ich fahre selber eine BMW F800 GS, bei der die 
Bedienung genau wie von mir beschrieben umgesetzt ist.
Die Schaltung mit dem 555 bezieht sich ja auf das Blinksignal an sich, 
oder? Das würde ich der Robustheit halber gern dem originalen Blinkgeber 
überlassen, und lediglich die Funktion des Kippschalters umbauen.

Vielen Dank schon Mal für die Tipps! Ich werde auf jeden Fall Mal die 
Kondensatoren an der U1 Versorgung ausprobieren. R1 und R2 von den Gates 
auf L legen muss ich ausprobieren, eventuell fängt dann der Blinkgeber 
an durchzuschalten.

Liebe Grüße,
Felix
Gast #5688444
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Felix R. schrieb:
> und lediglich die Funktion des Kippschalters umbauen.

Was willst du denn daran umbauen? Die Technik ist simpel und bewährt.
Wenn das bei deinem Bock anders gemacht wurde, wird das Gründe haben.

Deine Schaltung ist dann aber schlecht abgekupfert.
Offene ungenutzte Eingänge bei CMOS werden nach dem aktuellen
Stand der Technik auf ein Potential gelegt (+ oder Masse).
Einige bei dir sind aber offen. Da kann man sich so einiges
einfangen wodurch der Chip dann spinnen kann.
#5688466
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Cerberus schrieb:
> Was willst du denn daran umbauen?

Ich will den alten Kippschalter nicht mehr haben, sondern dafür Taster 
verwenden. Ich frage hier auch nicht nach einer Beurteilung, ob "man" 
das so macht, sondern lediglich nach Tipps wie ich meine Schaltung dafür 
verbessern kann.

Cerberus schrieb:
> Deine Schaltung ist dann aber schlecht abgekupfert.
> Offene ungenutzte Eingänge bei CMOS werden nach dem aktuellen
> Stand der Technik auf ein Potential gelegt (+ oder Masse).
> Einige bei dir sind aber offen. Da kann man sich so einiges
> einfangen wodurch der Chip dann spinnen kann.

Das zum Beispiel war mir nicht klar und werde es umsetzen. Danke also 
für den Tipp! :-)

Frank T. schrieb:
> Nachfolgendes funktioniert.

Das mag funktionieren, ich will aber wie oben erwähnt keinen Blinkgeber 
bauen. ;-)
#5789990
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Hallo liebe Leute,

ich habe jetzt mal all eure Tipps, sowie weitere Ideen ausprobiert und 
bin leider immer noch zu keinem Ergebnis gekommen. Hier erst einmal die 
getesteten Änderungen von euch:

- Versorgung vom 4043 mit verschiedenen Kondensatoren geblockt (100nF, 
10uF)
- R1,R2 niederohmiger gemacht
- R1,R2 an die Source der P-FETs
- Offene Eingänge am 4043 auf GND gelegt

Zusätzlich habe ich noch Folgendes ausprobiert:

- 5V-Linearregler mit entsprechenden Kondensatoren für die 
Spannungsversorgung vom IC verwendet, S- und R- Eingänge mit Z-Dioden 
und Widerständen auf 5V begrenzt (also effektiv die gesamte Schaltung 
mit 5V betrieben. Die 5V vom Linearregler sahen im Oszi weitestgehend 
störungsfrei aus)
- Eingänge sowie Ausgänge des 4043 über Optokoppler getrennt
- 4044 verwendet und dann die Eingänge invertiert (die Ausgänge dann 
direkt an die P-FETs)

Das Verhalten war immer das Gleiche: Sobald man die Hupe betätigt, 
blinken beide Seiten. Mal sofort, mal erst beim 2.-3. Hupen.

Was mir noch aufgefallen ist: Ich habe die Schaltung mit einem externen 
Netzteil betrieben, und die Masse des Motorrades mit dem Minuspol des 
Netzteiles verbunden, welcher geerdet ist. Dabei haben dann die 
Blinker-LEDs nur leicht geflackert wenn man gehupt hat, aber die 
Flip-Flops sind aus geblieben. Daraufhin habe ich die Schaltung wieder 
wie bisher an das Bordnetz angeschlossen, und das Chassis direkt 
geerdet, was das gleiche Verhalten gezeigt hat.
Habt ihr Ideen oder Vorschläge, was noch sinnvoll wäre?

Liebe Grüße!
Felix
Gast #5790140
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Felix R. schrieb:
> Einzelabnahme. Der TÜV Prüfer wird dann vermutlich am besten Bescheid
> wissen. Nichtsdestotrotz möchte ich die Schaltung funktionsfähig machen.

Dann such Dir jemanden, der sich damit auskennt.
Die eigentlich notwendigen Abnahmen zur Erlangung diverser Pruefzeichen 
fuer das Gebastel willst Du sowieso nicht bezahlen. Daher wird das fuer 
immer ein Angriffspunkt bleiben, wenn es darum geht, nach einem Unfall 
nachzuweisen, das das Fz. keine gueltige Betriebserlaubnis hatte.
Auch wenn der Pruefer bei der Einzelabnahme nicht gleichzeitig Hupe und 
Blinker drueckt.

wendelsberg
#5790169
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Meine Güte, wie konkret soll ich die Fragen denn stellen? Ich möchte 
hier kein ABS selbst basteln, sondern eine Schaltung bauen, die einen 
Kippschalter durch 3 Taster ersetzt. Wenn das Ganze nicht funktioniert, 
dann kauf ich mir ein fertiges Produkt für unnötig teures Geld. Aber mir 
geht es hier 1. darum etwas zu lernen und 2. ist die Aufgabe der 
Schaltung so simpel, dass das Problem doch nicht unlösbar sein kann.
#5790212
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CMOS ist sauschnell, Du koppelst Dir Störungen über die Tastenleitungen 
rein. In die S- und R-Eingänge kommt ein Tiefpaß (100k+100nF), dann 
sollte es gehen. Und alle unbenutzten Eingänge gehören natürlich an GND.
R1 und R2 gehören direkt an +, sonst steuern bei Spannungsspitzen Q1 und 
Q2 auf. Ich würde die auch niederohmiger machen (1k).
Gast #5790298
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Was man tun könnte: Einen Artikel verfassen, in dem man über sämtliche 
Gefahren und Unbilden des Kfz-Netzes und insbesondere dem von Zweirädern 
jeglicher Form hinweist. Das würde die Arbeit von Bedenkenträgern und 
Platzfüllern enorm vereinfachen, denn sie müßten nur noch dorthin 
verweisen.

Das ist dann ebenso nützlich und erhebend, wie der Verweis auf eine 20 
Jahre alte DSE-Fack, die mit den Verhältnissen im Bordnetz moderner 
Fahrzeuge auch nichts mehr gemein hat.
Gast #5790300
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Befürchter der Löschung einer Betriebserlaubnis schrieb im Beitrag 
#5790298:
> Was man tun könnte: Einen Artikel verfassen, in dem man über sämtliche
> Gefahren und Unbilden des Kfz-Netzes und insbesondere dem von Zweirädern
> jeglicher Form hinweist. Das würde die Arbeit von Bedenkenträgern und
> Platzfüllern enorm vereinfachen, denn sie müßten nur noch dorthin
> verweisen.

Fang an.

wendelsberg
#5791870
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Harald W. schrieb:
> Felix R. schrieb:
>
>> Ich möchte hier kein ABS selbst basteln, sondern eine Schaltung bauen,
>> die einen Kippschalter durch 3 Taster ersetzt.
>
> Diese Schaltung könnte aber z.B. Dein ABS stören. Entstörung
> von Radios im KFZ war schon vor 50 Jahren ein Problem, an
> dem mancher erfahrene Autoelektriker verzweifelt ist.

Man sollte halt den Beitrag ganz lesen und sich die beigefügten 
Dokumente anschauen. Dann erübrigt sich der Unfug, bei diesem Fahrzeug 
ein ABS-System ins Spiel zu bringen.
Und wenn ich zu dem Sachverhalt nichts beitragen kann, einfach die 
Tastatur ruhen lassen.

Ist schon länger auffalend hier im Forum, daß immer mehr Bedenkenträger 
meinen, sie müssen irgendwas zur Problemlösung beitragen, obwohl es 
besser wäre, sie würden gar nichts schreiben.

Gruß
 fossi
Gast #5791918
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Nicht nur als oberster Bedenkenträger:

Ein Hinweis auf die Produkthaftung, wenn ein Unfall im Straßenverkehr 
passieren sollte, bei dem der Blinker versagt hatte als Mitunfallursache 
ist leider notwendig. Der TO muss das so machen, dass er nicht 
Hersteller ist, sondern sein Kumpel und er nur der ganz kleiner Helfer 
des Helfers.

Im Weiteren gehen wir alle davon aus, dass er das Fahrzeug für die 
Fahrten in Keisgruben, also für Rennen und Training verwendet, ansonsten 
dieses Fahrzeug auf einem Hänger transportiert wird. Wenn nicht, müßte 
dieser Thread hier eigentlich geschlossen und gelöscht werden.
Beitrag #5793103 wurde von einem Moderator gelöscht.

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