Antike Plattenkamera um 1900 mit Digitaltechnik

Gast #5753864
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Romano schrieb:
> eine Plattenkamera um 1900 auf
> Stativ, umgebaut mit Digitaltechnik integriert

Das ist technisch kein Problem, aber geschmacklos, deswegen macht das 
niemand.

Ich baue mir ja auch nicht eine historische Standuhr um auf eine 
Quarzuhr mit Digitalanzeige. Ist nur meine persönliche Meinung, über 
Geschmack lässt sich ja bekanntlich nicht streiten und über 
Nichtgeschmack noch viel weniger.

Georg
Gast #5753867
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Sollte mich wundern:

A: Die Aufnahme-Platten der Plattenkameras waren eher großformatig.
Die Optik musste nicht viel leisten.

B: Erschwingliche Bildsensoren gibt es nur unterhalb des Kleinbild-
Formats.

Man hätte also ein schlechtes Objektiv, vor einem Sensor, der
nur einen Bruchteil des Bildfelds abdeckt.

Das liefert also nur miserable Tele-Fotos!
#5753872
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Es gab ein paar Leute die sich eine moderne DSLR in den Kasten rein 
gebaut haben. Dann aber eben ohne Mattscheibe und dergleichen.
Wenn es nur darum geht auszusehen wie als ob, geht das schon.

Was ich auch mal gesehen habe war ein Projekt, dass die CCD-Zeile eines 
Scanners da rein montiert hat. Der hat sein Bild dann gescannt statt zu 
fotografieren. Mit entsprechend langen "Belichtungszeiten".

Ist aber beides Einzelanfertigung für Eigenbedarf gewesen. Zu kaufen 
wüsste ich das nicht.
#5754417
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Hier hatte vor einiger Zeit jemand nach Rat gefragt, weil er seiner 
Herzallerliebsten eine Digitalkamera schenken wollte. Nachdem er mit 
Gestaltungshinweisen von Feininger bis Mannheim überhäuft worden war, 
stellte sich heraus, dass lediglich eine Miniaturknipse gesucht wurde, 
mit der die Allerteuerste auf dem nächsten schummrigen Mädelsabend 
available light Schnappschüsse ohne allzuviel Rauschen hätte produzieren 
können.

Die meisten aktuellen Anwender denken vermutlich noch nicht einmal bis 
dahin. Für die Bildgestaltung sorgt die Gesichtserkennung am Handy, gern 
auf Lächeln dressiert.

Früher wurde so etwas visionär als "Motivklingel" bezeichnet, allerdings 
war das bereits ein Reflex auf die grassierende Knipserei. Zu Zeiten der 
Laufbodenkameras war an dergleichen nicht zu denken.
#5754514
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Mit "Plattenkamera digital" gefunden, von 2014, ob es das noch gibt?

https://www.heise.de/foto/meldung/Wanderlust-Ultraleichte-Grossbildkamera-zum-Minipreis-2177117.html

"zum Preis von umgerechnet 110 Euro...
Der Preis gilt nur für die Kamera im Großbildformat 4 x 5 Zoll (10,16 x 
12,7 cm), ein Objektiv ist in dem Preis nicht enthalten."

aber nicht digital, das ist bei der Größe immer noch teuer, oder man 
bastelt eine neue Rückwand wie hier:
https://fotografische.de/kameras/digitalrueckteil-analog/
#5754532
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Christoph db1uq K. schrieb:
> Mit "Plattenkamera digital" gefunden, von 2014, ob es das noch gibt?
>
> 
https://www.heise.de/foto/meldung/Wanderlust-Ultraleichte-Grossbildkamera-zum-Minipreis-2177117.html
>
> "zum Preis von umgerechnet 110 Euro...
> Der Preis gilt nur für die Kamera im Großbildformat 4 x 5 Zoll (10,16 x
> 12,7 cm), ein Objektiv ist in dem Preis nicht enthalten."
>

Was soll das denn sein? Eine Plattenkamera um 1900 sah etwas anders 
aus.
Und was soll ein 90 mm Objektiv bei dem Format? Das passt eher zu 6*6, 
allenfalls 6*9. Hier wäre es ein Weitwinkel, aber ob wirklich jedes 
90er das Format unvignettiert auszeichnet?
#5754538
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M.A. S. schrieb:

>> Die Objektive waren damals besser, als alles was heute auf den
>> Konsumerkameras im Kit verkauft wird.
>
> Mit Sicherheit nicht!

Nun, wenn ich mir einige Handyfotos hier im Forum ansehe, glaube
ich das manchmal auch. Aber bereits im mittleren Preisbereich
ist die Qualität heutzutage deutlich besser, insbesondere wenn
man auf Zoom verzichtet. Das erste, wirklich gute Objektiv war
wohl das Zeiss Tessar, aber das gabs zu Plattenkamera-Zeiten
noch nicht.
#5754545
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Rufus Τ. F. schrieb:
> Percy N. schrieb:
>> aber ob wirklich jedes 90er das Format unvignettiert auszeichnet
>
> Nein, das macht kaum eines. Da brauchst Du ein Super-Angulon, bereits
> das einfache Angulon schafft das nicht.

Ich habe da auch ärgste Bedenken, aber der verheißungsvolle Text auf 
heise.de versuchte sich insoweit als Sorgenbrecher. Haben diese Leute 
denn überhaupt keine Vorstellung davon, was der Name "Angulon" 
versinnbildlichen soll?
Persönliche Seite #5754673
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Ein 9x12-Falter. Hübsch.

Ich hab' eine KW Patent Etui im 9x12-Format, allerdings mit einem 
anderen Objektiv, einem Isconar. Irgendjemand hat die sehr schlanke Dame 
dann leider etwas misshandelt und ein Polaroid-Rückteil angebaut, so daß 
die gute jetzt zur Sofortbildkamera mutierte. Immerhin, mit ihren 90 
Jahren, die sie jetzt auf dem (schlanken) Buckel hat, hält sie sich noch 
ganz gut, auch olle Friedrich Deckel hat mit dem Compur-Verschluss gute 
Arbeit geleistet (ist wohl der gleiche wie auf Deinem Bild).

Im Kühlschrank lagern auch noch ein paar Pakete Fuji FP100C.
Gast #5754710
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Percy N. schrieb:

> Nachdem er mit Gestaltungshinweisen von Feininger
> bis Mannheim überhäuft worden war, stellte sich
> heraus, dass lediglich eine Miniaturknipse gesucht
> wurde, mit der die Allerteuerste auf dem nächsten
> schummrigen Mädelsabend available light Schnappschüsse
> ohne allzuviel Rauschen hätte produzieren können.

So ganz verstehe ich Deinen Sarkasmus nicht.

Allgemeiner Stand des Wissens und der Technik ist, dass
man auf den Knopf drückt, dann blitzt es, und man hat
(aufgrund der erbärmlichen Leitzahl 6 oder so) ein Bild,
auf dem die Nächststehenden kreidebleich überstrahlt
sind und alles, was weiter als 3m entfernt ist, in der
Dunkelheit versinkt.
SO sehen Partyphotos im 3. Jahrtausend aus.

Jemand, der auf einer Party ohne Blitz photographieren
will, zeigt Wissen, Eigensinn und Gestaltungswillen und
hat daher alle Unterstützung verdient.
Gast #5754723
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Jens M. schrieb:

> Weil die Brennweite und auch die generelle Qualität
> nicht für moderne Winzigsensoren geeignet ist.

Die Aussage ist, zumindest was die "generelle Qualität"
angeht, Quark.

Dass die Brennweiten nicht geeignet sind, hat aber
einen wahren Kern: Die alten Optiken zeichnen ja ein
viel größeres Bildformat aus, als ein moderner Sensor
benötigt. Aufgrund der Konstruktion ist daher die
Mittenschärfe nicht so gut, wie sie theoretisch sein
könnte.
Man kann das natürlich durch Abblenden stark verbessern,
aber das hat auch Grenzen, weil irgendwann die Beugung
zuschlägt.

Kleinbildoptiken an 1/4-Chips funktionieren jedenfalls
sehr gut :)
#5754768
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Egon D. schrieb:
>
> So ganz verstehe ich Deinen Sarkasmus nicht.
>
Schade.
>
> Jemand, der auf einer Party ohne Blitz photographieren
> will, zeigt Wissen, Eigensinn und Gestaltungswillen und
> hat daher alle Unterstützung verdient.

Das ist im Allgemeinen wohl richtig, traf aber in diesem Einzelfall 
nicht zu. Ey ging erklärtermaßen darum, unauffällig "aus der Hüfte 
schießen" zu können, ohne dass die anderen Partygäste zwangsläufig etwas 
bemerkt hätten. Der "Gestaltungswillen" hätte sich also darauf 
beschränkt, unbefangene Augenblicke abzupassen.

Die hier unterbreiteten Ratschläge standen in einem herrlichen Kontrast 
dazu;  bis auf ein Kompendium mit Standartenverschwenkung wurde so 
ziemlich alles vorgeschlagen.

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