Hallo Radler-Heini,
bei Anwendung einer höchst geheimen und komplexen Formel komme ich für
mich auf ein Drehmoment von fast 200Nm am Tretlager.
Ein Golf TDI 1.6l hat laut Wikipedia aber schon 230Nm.
Die Dimension stimmt aber.
> "Unser durchschnittlicher Tourenfahrer erzeugt etwa am Tretlager mehr> Drehmoment als ein aktueller 2,0 Liter Dieselmotor."
Da frage ich mich, mit welcher Physik die Redakteure das errechnet
haben?
Vielleicht mache ich aber auch einen Denkfehler.
Gelernter schrieb:> Mach schrieb:>> Wert scheint mir plausibel.> Naja, aber> Radler-Heini schrieb:>> mehr Drehmoment> ist es nicht wirklich
Die Plausibilitaetsaussage hab ich nur auf die 318Nm bezogen. Die
Aussage, dass ein Tourenradler mehr Drehmoment bringt, scheint mir auch
falsch (wie berechnet). Man koennte noch die durchschnittlichen Momente
statt der Maximalmomente betrachten. Aber wie sinnvoll das wohl ist?
Mach schrieb:> 2. Radler m=100kg, Hebelarm l=20cm = 0,2mF=m*g = 100kg *9,81N/kg = 1000N> M = F*l = 1000N * 0,2m> = 200Nm
Das würde aber nur gelten wenn der Fahrer freihändig stehend sein
gesamtes Gewicht auf ein Pedal geben würde. Noch dazu würde das nur
gelten wenn die Pedalerie genau waagrecht steht - ein paar Grad weiter
ist der wirksame Hebelarm schon keine 20cm mehr. Also schon sehr
optimistisch...
Irgendwer schrieb:> Das würde aber nur gelten wenn der Fahrer freihändig stehend sein> gesamtes Gewicht auf ein Pedal geben würde.
Wer schon einmal ein Loch in lehmigen Boden ausheben durfte, der weiß,
dass ein beherzter Tritt mehr weiterbringt, als sich einfach auf den
Spaten zu stellen.
In der Spitze wird's da schon ein ordentliches Drehmoment geben.
Zum Einen: Die Spitzenkraft beim sportlichen Radeln ist größer als die
Gewichtskraft.
Zum anderen: Sportradler mit Klick-Pedalen treten nicht nur - sie ziehen
auch auf der anderen Seite.
Damit ist das Spitzenmoment deutlich höher, als es sich einfach
abschätzen läßt.
Matthias L. schrieb:> Da steht aber was vom "durchschnittlichen Tourenfahrer" und nicht von> Spitzensportlern beim Berg-Antritt, oder?
Guck Dir mal die Preisliste bei der Rohloff Speedhub an. Sie schreiben
ja extra "Unser". Und der Artikel geht über Bergtauglichkeit.
Spitzensportler fahren trotzdem IIRC keine Nabenschaltungen, weil die
Reibungsverluste doch einen Tick höher sind als bei Kettenschaltung.
Aber stimmt schon, wer nur zweimal die Woche zum Bäcker radelt, der
kauft keine Speedhub es sei denn, er ist ein Technik-Spielkind. Davon
gibt's ja auch ein paar...
Der Wert beim Fahrrad kann nur ein Momentanwert sein. Beim Motor ist er
der Durchschnitt über die ganze Umdrehung. Ein Verbrennungsmotor dürfte
eine ordentliche Drehmomentenwelligkeit haben und damit höhere Momenten
als das Nennmoment.
Trotzdem finde ich es beachtlich, wie nah die Momenten (Fahrrad/Motor)
doch beieinander sind.
Ausgelaufene Lagerschalen im Tretlager sind durchaus normal, auch bei
guter Qualität. Auch bei der vergleichsweise geringen Drehzahl.
Lebensdauer 10000 km. Wenn's im Auto auch so wär - oh weh.
Walter T. schrieb:> Zum anderen: Sportradler mit Klick-Pedalen treten nicht nur - sie ziehen> auch auf der anderen Seite.
Aber sie treten nicht das gesamte Körpergewicht.
Walter T. schrieb:> Damit ist das Spitzenmoment deutlich höher
Die Angabe beim Dieselmotor ist aber das durchschnittliche Drehmoment
über 360° Kurbelwinkel!
Mach schrieb:> Hebelarm l=20cm = 0,2m
Die Kurbeln haben nur 160-180mm
Mach schrieb im Beitrag #5800796:
> Wert scheint mir plausibel.>> 2. Radler m=100kg, Hebelarm l=20cm = 0,2m> F=m*g = 100kg *9,81N/kg = 1000N> M = F*l = 1000N * 0,2m> = 200Nm
Der Wert ist unplausibel, denn das würde bedeuten, daß der Radler die
ganze Zeit im Wiegetritt fährt. Das ist aber allenfalls selten und bei
Tourenfahrern außer beim Aufsteigen, eigentlich nie der Fall. Deshalb
würde ich eher von der Hälfte dessen ausgehen, was uns zu
Gelernter schrieb:> Radfahrer, halbes Körpergewicht auf 20cm Kurbel> Frau 70kg => 68.67Nm> Mann 80kg => 78.48Nm>> Nope.
bringt. Die Berechnung mag nicht stimmen, das Ergebnis ist aber
plausibler.
Außerdem wirkt die Kraft nur auf maximal 2/3 der Pedalumdrehung. Der
Verbrennungsmotor leistet sie die vollen 360°. Das reduziert die maximal
möglichen 200N nochmals. Man könnte nun mit Klickpedalen argumentieren
und ins Feld führen, daß man damit ja mehr Kraft als die reine
Gewichtskraft aufbringen kann. Aber auch das wird erstens auf
Tourenfahrer kaum zutreffen und zweitens nur eine sehr begrenzte Zeit
möglich sein.
Senkt man die erwähnte externe oder Primärübersetzung, wird der kleinste
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Gang noch kleiner, der größte aber ebenfalls. Dieses Spiel lässt sich
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technisch nicht unendlich weiter treiben. Denn beim Radfahren walten
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rohe Kräfte. Unser durchschnittlicher Tourenfahrer erzeugt etwa am
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Tretlager mehr Drehmoment als ein aktueller 2,0 Liter Dieselmotor. Dass
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die leichten Radgetriebe damit zurechtkommen, ist schon eine
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ingenieurtechnische Leistung.
Es geht also u.a. darum, dass bei extremster Belastung des Getriebes
dessen Zahnräder keine Zähne verlieren. Dafür ist nicht das mittlere,
sondern das maximale Drehmoment maßgeblich, was beim Fahrrad bei
dynamischer Krafteinwirkung durchaus sehr viel größer sein kann als
beim Automotor, bei dem die Spitzen zudem durch ein fettes Schwungrad
glattgebügelt werden.
Yalu X. schrieb:> as beim Fahrrad bei> dynamischer Krafteinwirkung durchaus sehr viel größer sein kann als> beim Automotor,
Wenn du mit einem Geländewagen dich tatsächlich mal im Gelände bewegst
werden die dynamische Krafteinwirkung auf das Getriebe trotz Schwungrads
deutlich höher sein als bei einem Fahrrad
SCNR
Es ist unbenommen, daß auch bei einem Fahrrad sehr hohe mechanische
Impulsbelastungen auftreten können, aber eine Impulsbelastung auf der
einen Seite mit einer Durchschnittsbelastung auf der anderen Seite zu
vergleichen zeugt von einer (leider bei Journalisten jeglichen Couleurs
anscheinend genetisch bestimmten) völligen technischen Inkompetenz.
Udo S. schrieb:> aber eine Impulsbelastung auf der> einen Seite mit einer Durchschnittsbelastung auf der anderen Seite zu> vergleichen zeugt von einer (leider bei Journalisten jeglichen Couleurs> anscheinend genetisch bestimmten) völligen technischen Inkompetenz.
Im Gegenteil. Als Maschinenbauingenieur finde ich den Vergleich sogar
hervorragend. Die Aussage lautet sinngemäß "so eine Nabenschaltung sieht
zwar nach Pillepalle aus, aber die auftretenden Momente und damit die
Belastung brauchen sich hinter so manchem Fahrzeuggetriebe nicht zu
verstecken". Trifft den Kern der Sache.
Udo S. schrieb:> Wenn du mit einem Geländewagen dich tatsächlich mal im Gelände bewegst> werden die dynamische Krafteinwirkung auf das Getriebe trotz Schwungrads> deutlich höher sein als bei einem Fahrrad>> SCNR
Ja, aber in diesem Fall kommt das Drehmoment nicht aus dem Motor,
sondern von den Rädern :)
> Es ist unbenommen, daß auch bei einem Fahrrad sehr hohe mechanische> Impulsbelastungen auftreten können, aber eine Impulsbelastung auf der> einen Seite mit einer Durchschnittsbelastung auf der anderen Seite zu> vergleichen zeugt von einer (leider bei Journalisten jeglichen Couleurs> anscheinend genetisch bestimmten) völligen technischen Inkompetenz.
Hier muss ich die Journalisten ausnahmsweise mal in Schutz nehmen:
Im Originaltext ist nirgends von der Durchschnittsbelastung die Rede.
Die kam erst durch die Interpretation einiger Diskussionsteilnehmer hier
ins Spiel.
o-o schrieb:> Bild aus Trekkingbike_09_2010>> http://www.radlabor.de/fileadmin/News/PDF/Trekkingbike_09_2010_-_Der_Runde_Tritt.pdf
mir ist nicht ganz klar, was die Ordinate (Y-Achse) aussagt.
Die Fläche scheint für alle gleich, Frau oder Profi.
Wären es Nm, so wären das grob 1.5kW bei 90U/min und 2 Pedalen, das
scheint mir hoch.
Auch % kommt nicht hin, da es im Mittel (hab jetzt keine Waage hier,
kein Programm und kein Planimeter) bei ~90 liegt, ganz sicher aber
<<100.
Vielleicht Newton? Also bei grob 0.2m Kurbel dann ~18Nm im Mittel, ~60Nm
Maximum, je Pedal?
Dann wären die Gesamtleistung ~300Watt@90U/min, also was auch
ambitionierte Frauen einige Zeit fahren können.
Der ganze Artikel scheint auch eher auf Dauerleistung einzugehen als auf
Spitze, so dass hier m.E. nicht Nm dargestellt werden, aber schöner
Beitrag!
> durchschnittlicher Tourenfahrer
Der ist wohl eher überdurchschnittlich. -
Einer der stärksten Ruderer leistete 460 W.
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-20521514.html
Leistet man an der Fahrrad-Tretkubel 200 W bei 2 Umdrehungen/Sek.,
sind das 16 Nm.
Mach schrieb:> Trotzdem finde ich es beachtlich, wie nah die Momenten (Fahrrad/Motor)> doch beieinander sind.
Ja. Und jetzt musst Du "nur" noch mit der Drehzahl ebenfalls in den
gleichen Bereich kommen und schon kannst Du mit dem Fahrrad auf der der
Autobahn die dicken Karren von der Überholspur vertreiben.
Mach schrieb:> Trotzdem finde ich es beachtlich, wie nah die Momenten (Fahrrad/Motor)> doch beieinander sind.
Beim "durchschnittlichen Tourenfahrer" liegen die Momente eben NICHT nah
beieinander:
2 Liter Dieselmotor (VW EA189), peak 380 NM
Wenn ich das Drehmoment auf eine Kurbel mit 18 cm übertrage, muss ich
mit 215 kg eintreten (2111 NM). Das wäre das 3-fache meines
Körpergewichts. Macht sicher kein "durchschnittlicher Tourenfahrer".
Allerdings wird ein vor Kraft und Gewicht strotzender Profi dies
kurzzeitig treten können. Also spricht das für die Qualität der
Nabenschaltungen, wenn selbige solch eine Leistungsspitze überleben.
Dann hätte man sich in dem Artikel aber auf einen Spitzensportler
beziehen müssen und nicht auf einen Normal-Radler. So gesehen ist der
Vergleich in dem Artikel ziemlich daneben.
Nachtrag: Ob die Nabenschaltungen eine Spitze von 380 NM überleben,
möchte ich aber erst sehen.
Gustav K. schrieb:> Also spricht das für die Qualität der Nabenschaltungen, wenn selbige> solch eine Leistungsspitze überleben
Tretlager. Oder sonst nur bei Kettenschaltung. Naben werden per
Kettenblatt/Ritzel mit kleinerem Drehmoment beaufschlagt.
Gustav K. schrieb:> 2 Liter Dieselmotor (VW EA189), peak 380 NM>> Wenn ich das Drehmoment auf eine Kurbel mit 18 cm übertrage, muss ich> mit 215 kg eintreten (2111 NM). Das wäre das 3-fache meines> Körpergewichts. Macht sicher kein "durchschnittlicher Tourenfahrer".
Dann mach mal folgenden Test:
Drehe die Kurbeln deines Fahrrads in ungefähr horizontale Stellung, so
dass die rechte Kurbel in Fahrtrichtung zeigt und der Freilauf nicht
ganz greift. Dann springst du in die Luft, um mit dem rechten Fuß bei
fast durchgedrücktem Knie auf dem Pedal zu landen (ganz so, als wolltest
du ein schlecht anspringendes Motorrad kickstarten).
Dadurch drehen sich die Kurbeln erst mit hoher Winkelgeschwindigkeit ein
paar Grad leer bis der Freilauf mit einem lauten Schlag, der das ganze
Fahrrad erschüttert, greift. Genau in diesem Augenblick entlädt sich
deine komplette kinetische Energie auf die Fahrradmechanik, wodurch für
Sekundenbruchteile an den Kurbeln ein Drehmoment entsteht, das weit
oberhalb der 380 Nm deines VW-Motors liegt.
Das ist in etwa das Drehmoment, das der durchschnittliche Tourenfahrer
maximal aufzubringen in der Lage ist :)
Selbst das Moment, das am Nabengetriebe (nach der Übersetzung durch die
Kette) ankommt, ist immer noch riesig. Ist das Getriebe von guter
Qualität, sollte es diese Tortur – trotz seiner im Vergleich zu einem
Autogetriebe winzigen Baugröße – wenigstens ein paarmal aushalten (evtl.
reißt vorher die Kette).
Ist ja alles richtig.
Trotzdem - da steht nix von Spitzenlasten beim Aufspringen auf das
bockende Eisenpferd aus dem zweiten Stock wie Zorro, der Rächter der
Witwen und Waisen, sondern:
"Dieses Spiel lässt sich technisch nicht unendlich weiter treiben. Denn
beim Radfahren walten rohe Kräfte. Unser durchschnittlicher Tourenfahrer
erzeugt etwa am Tretlager mehr Drehmoment als ein aktueller 2,0 Liter
Dieselmotor. Dass die leichten Radgetriebe damit zurechtkommen, ist
schon eine ingenieurtechnische Leistung."
Dass da schon ein wenig reißerisch Eindruck geschunden werden soll, und
dass der Vergleich des Radlers mit dem Dieselmotor schon aus
Effektgründen nicht auf genaue Rahmenbedingungen eingeht, das ist doch
aber deutlich, oder?!
Auch am Diesel lassen sich mit Handschaltung und springender Kupplung
fiese Lastspitzen erzeugen, Vergleiche von Ausnahme-Spitzenlasten auf
der einen und Normalbelastung auf der anderen Seite sind aber technisch
nicht sinnvoll. Als Effekt, na ja...
Radler-Heini schrieb:> Hallo,>> eben drüber gestolpert:>> "Unser durchschnittlicher Tourenfahrer erzeugt etwa am Tretlager mehr> Drehmoment als ein aktueller 2,0 Liter Dieselmotor.">> Was meinen die Gelehrten hier im Forum dazu?> Aus dem Bauch heraus erscheint mir die These recht gewagt.
Ja, ist wohl mal wieder eine typische linksgrüne Lügenpropaganda.
Ein 2L Diesel kann locker mit 1,5t Gewicht 200kmh fahren.
Ich kenne kein einzigen Spitzen Sportler der mit seinem 10kg Rad das
gleiche kann.
Markus M. schrieb:> Ich kenne kein einzigen Spitzen Sportler der mit seinem 10kg Rad das> gleiche kann.
Das liegt aber nur daran, daß der nicht im Windkanal optimiert wurde!
*Achtung: dieser Beitrag kann Ironie enthalten
Markus M. schrieb:> Ja, ist wohl mal wieder eine typische linksgrüne Lügenpropaganda.> Ein 2L Diesel kann locker mit 1,5t Gewicht 200kmh fahren.
Dein politischer Fanatismus hat dir wohl so sehr dein Gehirn vernebelt,
dass es den Unterschied zwischen Drehmoment und Geschwindigkeit nicht
mehr erkennen kann. Außerdem ist kmh keine Einheit der Geschwindigkeit.
Aber du misst ja sicher auch deinen Energieverbrauch in kW/h ;-)
Also wenn jetzt die Spitzfindigkeiten so weit getrieben werden, stimmt
die Aussage erst Recht: Ein 2l-Liter Dieselmotor erzeugt nämlich
überhaupt kein Moment am Tretlager. Damit ist der Tourenfahrer
automatisch der Gewinner.
Yalu X. schrieb:> Dann springst du in die Luft...> Das ist in etwa das Drehmoment, das der durchschnittliche Tourenfahrer> maximal aufzubringen in der Lage ist :)
Das lässt sich noch steigern: Lasse den durchschnittlichen Tourenfahrer
die Spitze des Pariser Eiffelturms erklimmen und aus 324 Meter auf das
Fahrrad springen. Für den Fall, dass er das Pedal trifft, wird das
Drehmoment am Tretlager noch um einiges höher sein.
Das ist doch eigentlich total misleading, oder? Hier geht es um das
Moment das aufs Getriebe wirkt, richtig? Der Diesel packt seine 320 Nm
direkt ans Getriebe. Ok. Beim Radfahrer jedoch ist plötzlich vom
Tretlager die Rede. Und wenn man annimmt, dass die Übersetzung durch die
Kette 2:1 ist, ist es nur noch das halbe Moment am ach so tollen
Nabengetriebe. Und da sieht es auf einmal schon ganz anders aus!
Zudem: wie lange hält ein Autogetriebe, wie lange ein Nabengetriebe?
Wenn das Nabengetriebe 50000 km mitmacht ist es schon ein gutes.
Radler-Heini schrieb:> Hallo,>> eben drüber gestolpert:>> "Unser durchschnittlicher Tourenfahrer erzeugt etwa am Tretlager mehr> Drehmoment als ein aktueller 2,0 Liter Dieselmotor.">> Was meinen die Gelehrten hier im Forum dazu?
Ich kenne keine Kolbenkraftmaschine die bei 0 Umdrehungen ein
nenenswertes Drehmoment erbringen kann. Die Dinger laufen von selbst
einfach nicht an.
Ich kenne viele Fahrradfahrer, ja selbst meine Tochter konnte als sie 3
Jahre alt war mehr Drehmoment bei 0 Umdrehungen erbringen als so ein
Dieselmotor.
Fahrradfahrer können ohne Hilfskraft die Maschine anlaufen lassen.
Die Momentkennlinien sind doch ziehmlich unterschiedlich.
/scnr
Das meiste ist oben schon richtig genannt, ich vervollständige nur mal
die Zahlen:
>200W -> 16Nm.
Kommt hin, allerdings werden im Sprint bis zu 2000W getreten. Macht bei
der hohen Drehzahl deutlich über 100Nm im Mittel.
Machen wir eine Maximalrechnung: (Bahnradfahrer beim Anfahren)
50Kg Zugbein, 200Kg Druckbein, Differenz = Körpermasse + Doppelarmzug =
Summe 0.
250kg x 9,81 x 175cm Kurbel -> 440Nm während der ersten Winkelgrade der
Anfahrtbewegung. Mein Diesel hatte 320Nm am Motor.
Tourenfahrer: Keine Chance. Die Aussage ist sinngemäß nicht richtig. Ich
weiß schon, warum ich das Mag nicht als Abo habe.
>Genaugenommen: Das Moment am Tretlager is vernachlaessigbar, ausser die>Kugeln/Walzen sind zusammengerostet...
Nein, weil die Kraft aus beiden Beinen mit relevantem Seitenabstand
anliegt und damit ein Quermoment erzeugt. Und das ist recht hoch. Hinzu
kommt das Körpergewicht, wenn er sich reinstellt. Da wurden schon
Tretlagerhäuse aus dem Rahmen gerissen.
>Das ist doch eigentlich total misleading, oder? Hier geht es um das>Moment das aufs Getriebe wirkt, richtig? Der Diesel packt seine 320 Nm>direkt ans Getriebe. Ok. Beim Radfahrer jedoch ist plötzlich vom>Tretlager die Rede.
Nö, passt. Es wird die Kraft des Erzeugers verglichen, dort wie sie
erstmalig wirkt. Dahinter kommt natürlich das Getriebe. Das wirkt beim
Radfahrer überwiegend übersetzend, während es beim Auto (Gänge 1-3)
überwiegend untersetzt. Ist also sogar zum Nachteil des RF.
>Fahrradfahrer können ohne Hilfskraft die Maschine anlaufen lassen.
Sie können auch einen Formel-1-Motor anhalten, wenn man den einkuppelt,
allerdings wie schon erwähnt, nur im Stillstand der Kurbel.
>Die Momentkennlinien sind doch ziehmlich unterschiedlich.
Jaha, sogar sehr :-)
> Ich kenne keine Kolbenkraftmaschine die bei 0 Umdrehungen ein> nenenswertes Drehmoment erbringen kann. Die Dinger laufen von> selbst einfach nicht an.
Der "Grosse Junge" zieht dabei sogar mit 602 kN (ensprechend 60 t):
https://de.wikipedia.org/wiki/UP-Klasse_4000
U. B. schrieb:> Der "Grosse Junge" zieht dabei sogar mit 602 kN (ensprechend 60 t):
Das ist aber kein Dieselmotor. Der Dampf aus dem Kessel steht ja
permanent zur Verfügung, im Ggs. zu dem Explosionsdruck in der
Brennkammer.
Ich habe mal im Stehen mit vollem Körpergewicht in die Pedale getreten
und dabei die Welle der Pedale (im Rahmen) abgeschert bzw. verdreht (an
der dünneren Stelle wo das Pedal ansitzt) :-)
H-G S. schrieb:> Ich habe mal im Stehen mit vollem Körpergewicht in die Pedale getreten> und dabei die Welle der Pedale (im Rahmen) abgeschert bzw. verdreht (an> der dünneren Stelle wo das Pedal ansitzt) :-)
Das habe ich auch schon geschafft - allerdings hatte die Welle einen
Schmiedefehler, von dem der Bruch ausging.
H-G S. schrieb:> Ich habe mal im Stehen mit vollem Körpergewicht in die Pedale getreten> und dabei die Welle der Pedale (im Rahmen) abgeschert bzw. verdreht (an> der dünneren Stelle wo das Pedal ansitzt) :-)
hmmm, meine aktuelle "Welle" ist ein Rohr... aber da verdreht sich auch
bei massivstem Krafteinsatz nix.
Christian B. schrieb:> hmmm, meine aktuelle "Welle" ist ein Rohr... aber da verdreht sich auch> bei massivstem Krafteinsatz nix.
Steter Tropfen höhlt den Stein und wenn sich da erst mal was "verdreht",
dann dauert es noch einen Moment und das Ding ist ab.
Mir ist auch schon mal ein Tretkurbelarm abgebrochen - nach grob
überschlagen 6 Mio. Lastwechseln.