Hallo,
ich mache seit mehreren Jahren Datensicherungen mit "Back In Time" unter
Debian Linux. So langsam neigt sich der Speicherplatz auf meiner Backup
HDD dem Ende zu. Ich muss wohl irgendwann mal alte Datensicherungen
löschen.
Aber wenn ich jetzt das initiale Backup lösche, dass die Basis für alle
folgenden Schnappschüsse ist, wird dann nicht alles ungültig?
Irgendwie vermisse ich die Möglichkeit, gezielt ein komplettes Backup zu
machen (statt incrementell). Das kann doch nicht sein, irgend etwas muss
ich übersehen, oder nicht?
Die Doku zum Programm hat mich nicht weiter gebracht.
Oder eine neue Festplatte kaufen.
Diese dann in den Rechner einbauen und testen ob die Backup Platte auch
funktioniert.
Danach die Neue als Backup Platte einrichten und die alte Backup Platte
in den Schrank legen.
Ich hatte jetzt eher auf Erfahrungswerte gehofft, als es durchprobieren
zu müssen. Aber ja, das ist auf jeden Fall eine Option. Dazu muss ich
nichtmal eine neue Festplatte verwenden, es genügt schon ein anderes
Verzeichnis.
Ich habe das gerade mal mit einem lokalen Test-Verzeichnis
durchgespielt. Offensichtlich enthält jeder Schnappschuss alle
unveränderten Dateien als Hard-Link.
Der Screenshot zeigt den Inhalt vom letzten Schnappschuss vor und
nachdem ich den ältesten (initialen) Schnappschuss gelöscht habe.
Das erklärt, warum ich einfach beliebige Schnappschüsse löschen darf.
Jetzt mache ich aber meine echten Backups auf eine externe Festplatte
mit NTFS Partition (oder war es doch FAT32? Habe ich vergessen). Da
schaue ich jetzt nochmal lieber nach, wie es dort läuft.
Stefanus F. schrieb:> Aber wenn ich jetzt das initiale Backup lösche, dass die Basis für alle> folgenden Schnappschüsse ist, wird dann nicht alles ungültig?
Ich verwende es selbst nicht, also ist das hier nur als Idee zum selbst
ausprobieren.
Gibt es keine Verwaltung in der du einzelne Backups löschen kannst. Die
müsste sich ja dann darum kümmern, dass nichts verloren geht.
Manche Backuptools verwenden auch Hardlinks, bei der der Dateiinhalt
einmal auf der Platte liegt, aber in mehreren Pfaden eingebunden ist. In
diesem Fall könnte man jedes Backup löschen, weil jedes alle Dateien
enthält.
M.K. B. schrieb:> Gibt es keine Verwaltung in der du einzelne Backups löschen kannst. Die> müsste sich ja dann darum kümmern, dass nichts verloren geht.
Ja gibt es. Wie ich gerade schrieb kümmert sich das Filesystem (mittels
Hardlinks) darum, dass benötigte Dateien nicht verloren gehen.
Klappt auch mit NTFS, ich habe das gerade mit einem TestOrdner auf der
externen HDD kontrolliert.
Ich wusste noch gar nicht, dass Hardlinks auch in NTFS existieren.
Du könntest mit ls -i dir mal die Inode Nummern ausgeben lassen.
Prinzipiell würde ich davon ausgehen, dass unveränderte Dateien auf die
gleiche Inode zeigen und ein Löschen von älteren Schnappschüssen nur die
alten Einträge löscht, aber die Datei noch da lässt, solange ein Verweis
in bspw. einem neueren Schnappschuss darauf noch zeigt.
Stefanus F. schrieb:> Auf Fat32 funktioniert es nicht, das Programm verweigert dies mit einer> sehr deutlichen Fehlermeldung.
Hardlinks gibt es nur bei NTFS und den typischen Dateisystemen von Linux
und anderen Unix Systemen.
Fat32 kann das nicht.
Für Backups von Daten eines Linux Systems würde ich dir empfehlen bei
einem Linux Dateisystem zu bleiben. Denn NTFS versteht die
Unixdateirechte nicht.
Nano schrieb:> Prinzipiell würde ich davon ausgehen, dass unveränderte Dateien auf die> gleiche Inode zeigen und ein Löschen von älteren Schnappschüssen nur die> alten Einträge löscht, aber die Datei noch da lässt, solange ein Verweis> in bspw. einem neueren Schnappschuss darauf noch zeigt.
Ja so ist es.
Nano schrieb:> Denn NTFS versteht die Unixdateirechte nicht.
Das ist mir ehrlich gesagt egal. Ich jutze die Fetsplatte auch, um einen
anderen (Windows) Rechner zu sichern, daher NTFS.
Okay. Was natürlich auch noch gehen würde wären zwei Partitionen auf der
Backup Festplatte.
Einmal mit NTFS Dateisystem und einmal was mit Linux typischem
Dateisystem.
Stefanus F. schrieb:> Ich hatte jetzt eher auf Erfahrungswerte gehofft, als es durchprobieren> zu müssen.
Und auf die Aussage "alles gut, kann man machen" haettest Du Dich dann
blind verlassen????????????
wendelsberg
wendelsberg schrieb:> Und auf die Aussage "alles gut, kann man machen" haettest Du Dich dann> blind verlassen????????????
Gute Frage, die ehrliche Antwort lautet: wahrscheinlich ja.
Zugegeben, das ist genau so unvernünftig, wie das was ich bisher gemacht
habe: Das Programm jahrelang nutzen ohne zu hinterfragen, wie es
funktioniert.
Wenigstens mache ich backups, diesbezüglich bin ich ja schon eine
blendend helle Leuchte im meinem ganzen Familienkreis. :-)
Mario M. schrieb:> Warum selber löschen? Back In Time hat doch "Auto Remove"
Habe ich gesehen, aber das beantwortete meine Frage nicht, was dann mit
der Beziehung zwischen Initial- und Differential-Sicherung passiert.
Björn schrieb im Beitrag #5862339:
> ja es ist sehr wahrscheinlich, dass du dich beim> Einrichten des Backups maximal dämlich angestellt hast
Ich würde Dir empfehlen, zuerst die ganze Story zu lesen, bevor du
antwortest. Es hat sich nämlich herausgestellt, das alles gut ist.
Dämlich war nur, dass ich dem Programm blind vertraut habe, ohne es
vorher zu testen. Aber das ist ja jetzt auch erledigt.