Lichtbogen 1KV/cm, beim Schweißen mit 12V?

Gast #5897885
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Johnguy schrieb:

> Hallo, ich hätte da mal was gehört, von Blitz und
> Lichtbogen, und gemerkt habe ich mir da für 1cm,
> etwa 1000V.

Kompletter Unsinn.

1.)
Vielfach kursiert eine Faustregel, nach der 1mm Abstand
in Luft einer Durchschlagspannung von 1000V entsprechen.
Das stimmt aber nicht; bei Normaldruck sind ungefähr 2700V
notwendig, damit eine 1mm dicke Luftschicht durchschlägt.
Das hängt aber auch von der Form der Elektroden, dem
Gasdruck, der genauen Gasart und (bei Luft) der Feuchtigkeit
ab.

2.)
Die DURCHSCHLAGSPANNUNG ist etwas völlig anderes als die
BRENNSPANNUNG eines Lichtbogens.
Die Durchschlagspannung gibt an, bei welcher Spannung ein
Funke ENTSTEHT; die Brennspannung gibt jedoch an, wann ein
stationärer Bogen brennt.
Die Brennspannung üblicher Lichtbögen in Luft liegt
ungefähr bei 30V...50V. Allerdings muss ausreichend Strom
zur Verfügung stehen, und die Elektroden dürfen nicht zu
viel Wärme abführen, damit das thermische Plasma (=der
Lichtbogen) aufrecht erhalten werden kann.


> Plausibel, dann habe ich mich aber immer gewundert, dass
> man da beim Elektroschweißen mit offenbar weniger auskommt.
> wie geht das?

HTH
Gast #5897900
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Wolfgang schrieb:
> Beim Zünden des Bogens hast du keinen Zentimeter abstand.

Beim Zünden berühren sich die Elektroden kurz. Metall verdampft an der 
Oberfläche und bildet ein leitfähiges,  gasförmige Plasma mit den 
entsprechend hohen Temperaturen.
Bei Gleichstrom reisst der Strom nicht ab.


Daher müssen bei Sicherungen und Schalter, die hohe Gleichströme führen 
und induktive Last schalten, spezielle Maßnahmen ergriffen werden, damit 
keine Lichtbögen entsteht.

Bei Gleichspannung reichen schon kleine Spannungen, wie z.B. 60V aus. 
unterste Grenze ist die Ionisationspannung des entsprechenden Materials.

https://www.elektroniknet.de/elektronik/e-mechanik-passive/technische-loesungen-zur-reduzierung-von-lichtboegen-26387.html
Gast #5897925
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> Beim Zünden berühren sich die Elektroden kurz.

Das hängt vom Verfahren ab. Wie schon geschrubt wurde gibt es auch 
Hochspannungszündungen, da berührt sich nix.

> Bei Gleichstrom reisst der Strom nicht ab.

Bei Wechselstrom auch nicht(tm).
Gast #5898301
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Harald W. schrieb:
> Ja, allerdings die 12V in der Überschrift reichen nicht.

Richtig, ein wichtiger Punkt. Es gibt aber genaugenommen
zahllose weitere Parameter, die ebenfalls Einfluß haben,
wenn es um so etwas geht.

g457 schrieb:
>> Bei Gleichstrom reisst der Strom nicht ab.
>
> Bei Wechselstrom auch nicht(tm).

Im Vergleich DC zu 50Hz Sinus jeweils gleicher Spannung
(angenommen Effektivwert - aber nur zur Festlegung, denn
die Aussage bliebe auch beim gleichen Spitzenwert gültig)
reißt natürlich wegen des leitenden Plasmakanales auch
bei ~ nicht einfach die Entladung ab, vgl. Entladungslampe

Allein mit Luft sieht es anders aus, siehe Relais/Schütz.


Genaugenommen könnte man nur exakt antworten, wenn die
Bedingungen einer Frage dazu ebenso exakt sind (/waren).
#5899176
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Egon D. schrieb:
> Die Brennspannung üblicher Lichtbögen in Luft liegt
> ungefähr bei 30V...50V. Allerdings muss ausreichend Strom
> zur Verfügung stehen, und die Elektroden dürfen nicht zu
> viel Wärme abführen, damit das thermische Plasma (=der
> Lichtbogen) aufrecht erhalten werden kann

Richtig. Und dann kann man mit einem geeigneten, lediglich 200A 
liefernden, Schweißgerät(kein Inverter) einen Lichtbogen zwischen zwei 
Kohleelektroden auf ca 8cm aufziehen.
Mein armer Nachbar in der Schweißbox nebenan, während der Ausbildung, 
konnte ein Lied davon singen. Wenn ich die Kohleelektroden zündete sah 
der von seiner Schweißstelle nix mehr. ?

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