Einphasiger FU löst FI aus

Gast #5949609
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Hallo,
habe mir einen Micromaster 440 135W Frequenzumrichter zum Betrieb eines 
3-Phasen Motors einer Ständerbohrmaschine an einer Phase besorgt. Der 
Aufbau funktioniert auch soweit wie gewünscht, aber leider wird der FI 
(Typ A in Mietswohnung, kann also leider nicht getauscht werden) ab und 
zu beim An-/und Abschalten des Frequenzumrichters ausgelöst.
Nun vermutete ich, dass durch den schnelle Stromanstieg beim Aufladen 
der Zwischenkreiskondensatoren hochfrequente Störkomponenten über den 
integrierten Netzfilter des FUs abgeführt werden.
Entsprechend habe ich mir eine Drossel 5mH beschafft um den Stromanstieg 
zu verlangsamen. Hat leider nichts geholfen. Das gleiche leider auch mit 
einer als nächstes getesteten 55mH Induktivität.
Auch ist mir nicht klar, warum das Problem auch beim Abschalten 
auftritt?
Notfalls könnte ich natürlich den Netzfilter des FUs abklemmen und mein 
gewissen damit beruhigen, das der FU nur ab und zu für wenige Minuten in 
Betrieb ist.
Vielen Dank für eure Unterstützung ;)
#5949633
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Das ist ein weites Feld :-)

Das Problem sind i.a. die Ableitkondensatoren im Eingang. Nicht zum 
Spass gibt es mehrere verschieden Klassen/zul. Ableitströme. Und ein FU 
muss nun nicht unbedingt mit einer typischen Hausinstallation 
harmonieren.
Kann auch ein Defekt des Eingangsfilters sein, aber ich denke, dass 
allein der zul. Ableitstrom für den FI ausreicht.
Gast #5949895
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Den FI kann der TO leider nicht aendern, Lothar.

Wenn es beim Schalten nur passiert, koennte ein vorgeschaltetes kleines 
Entstoerfilter ggf. etwas bringen.
Gesehen habe ich schon Entstoerfilter mit Varistor zwischen L u. N und 
zusaetzliche zum Schutzleiter. Die sollten den FlyBack der 
Induktivitaeten begrenzen beim Schalten. Da huelfe nur externe 
Verzoegerung mit Begrenzung.

Man koennte zur Ursachenverifizierung zu messen versuchen, allerdings 
waere der Messaufbau ein temporaerer Verstoss gegen die elektrische 
Sicherheit.
Gast #5950077
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Johannes schrieb:
> aber leider wird der FI
> (Typ A in Mietswohnung, kann also leider nicht getauscht werden

Dann darfst Du die Bohrmaschine da nicht betreiben. Vor einen FU muß ein 
allstromsensitiver FI (Typ B).
Ein Typ A wird durch den Gleichsromanteil des Fu in der Funktion 
gestört, d.h. Dein ganzer Haushalt ist dann ungeschützt.
Gast #5950086
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Wird der Umrichter in IT-Netzen betrieben und eine Ausgangsphase hat 
Erdschluss, so schaltet der Umrichter ab mit Fehllermeldung 0001 gemaß 
GHB.
Hast Du eine bessere Idee als das "FI-Schaltung des Umrichterausganges" 
zu bezeichnen?
Gast #5950221
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Dieter schrieb:
> Hast Du eine bessere Idee als das "FI-Schaltung des Umrichterausganges"
> zu bezeichnen?

Hättest Du von der 'eingebauten Abschaltung bei Erdschluß' gesprochen 
hätte es wohl keine Kommentare gegeben. Selbst Bezeichnungen für etwas 
ausdenken kann oft verwirren, auch wenn sie einem Logisch erscheinen.
Gast #5950380
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Danke für die vielen Hinweise. Habe heute einen weiteren Netzfilter vor 
dem Umrichter installiert, allerdings ohne Erfolg. Problem ist meiner 
Einschätzung nach, dass das Filter noch weitere Störkomponenten auf den 
Schutzleiter abführt. Die Idee mit den Varistoren konnte ich noch nicht 
prüfen, da hier keiner vorhanden. Habe aber dann nach vielen Versuchen 
(und FI Auslösungen - inklusive jedes Mal fünf Stockwerke laufen) 
festgestellt, das es am Schalter liegt. Wenn ich den FU über eine 
Steckdosenleiste einschalte oder den Stecker unter Spannung stecke 
fliegt der FI etwa jedes zweite/dritte mal. Mit einem Netzschalter (aus 
einem alten PC-Netzteil) direkt am FU passiert dies nicht.
Damit ist das Problem für mich erst einmal gelöst. Und der Aufbau ist 
jetzt wie folgt

Netz L  o--- Sicherung --- Schalter --- 5mH Drossel --- o FU L
                                            |
Netz PE o-----------------------------------|-----------o FU PE --- 
MotorPE

Netz N  o-----------------------------------------------o FU N

Viele Grüße
Moderator (Firma: Titel) Persönliche Seite #5950433
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cguk. schrieb:
> Einfach den Ableitstrom zu messen wäre einzig richtig.
Allerdings ist das angesichts des dort fließenden Frequenzgemischs alles 
andere als "einfach".
Oder andersrum: es ist mit dem richtigen Messgerät schon ziemlich 
"einfach", aber eben nicht billig.

Und der FI wird auch nach der Messung noch auslösen, wenn nichts 
geändert wird... ?
Gast #5950934
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Hallo,
habe heute morgen das Problem noch etwas weiter untersucht und den 
Fehlerstrom mit einem Multimeter gemessen. Unabhängig davon ob der Motor 
durch den Umrichter angetrieben wird messe ich im +-300mA Messbereich 
einen Gleichstrom von 0mA und einen Wechselstrom von etwa 8mA.

Auch habe ich festgestellt, dass es einen Unterschied macht ob ich 
Phase/Nulleiter am FU vertausche. Denn bei "inkorrekter" Beschaltung 
fliegt der FI auch, wenn ich den eingebauten Schalter verwende. Dies 
kann ich mir gerade nicht erklären, da der Zwischenkreis des Umrichters 
über eine Vollbrücke gespeist wird und Netzfilter doch auch 
typischerweise symmetrisch zum Nullleiter ausgeführt werden?

Einen sonnigen Sonntag
Gast #5951177
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Die Toleranzen von Kondensatoren sind auch nicht ohne. ZB -10%...+30%.

Wenn Unteres kurze Impulse einspeisst, koennte das der Messung entgehen.
Wird der Umrichter in IT-Netzen betrieben und eine Ausgangsphase hat 
Erdschluss, so schaltet der Umrichter ab mit Fehllermeldung 0001 gemaß 
GHB.
Gast #5951195
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Die 8mA sprechen für Y-Kondensator.

Was der Umrichter macht, um einen Erdschluss einer Ausgangsphase zu 
erkennen, wissen wir nicht. Das kann durchaus auch nur eine passive 
Methode sein, die den Fehlerstrom einer IT-Netzüberwachung ausnutzt. 
Oder es werden eigene Impulse eingestreut.

Eine einfache Lösung wegen der geringen Leistung wäre die Verwendung 
eines Trenntrafos um sich des Problems zu entledigen, wobei dies nicht 
unbedingt kostengünstig und raumsparende wäre.
Für große Leistungen gäbe es noch die technische Möglichkeit eines 
aktiven Filters mit FI-Lastüberwachung, das den Einfluss eines 
nachgeschalteten Gerätes auf einen vorgeschalteten FI kompensieren kann. 
Das wäre aber hier sicherlich eine übertriebene Maßnahme.

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