Lothar M. schrieb:
> Redundanz.
Die Redundanz dient aber nicht nur dazu, die Wahrscheinlichkeit zu
erhöhen, dass die Betätigung der Abschaltvorrichtung tatsächlich zur
Abschaltung bzw. Einnahme eines sicheren Zustandes führt, sondern auch
zur Erkennung, ob ein möglicher Defekt vorliegt.
Wenn es bei einem mehrkanalig ausgelegten System zu einer Abschaltung
auf nur einem Kanal kommt, darf sich das System nicht wieder aktivieren
lassen.
Und bei manchen Systemen reicht nicht einmal so etwas aus, um die
geforderte Sicherheitsstufe zu erreichen. Üblicherweise werden
Sicherheitsschleifen in Serie geschaltet, und zwar für jeden Kanal
separat. Sofern die einzelnen Abschaltelemente voneinander unabhängig
betätigt werden , ist das auch völlig ausreichend. Sobald jedoch ein
Fehler dazu führen kann, dass mehrere Elemente gleichzeitig betätigt
werden, ist die Serienschaltung nicht mehr ausreichend, sondern ggf.
müssen diese Elemente in separate redundante Sicherheitsschleifen
aufgeteilt werden.
Beispiel für einfache Redundanz:
Man benötigt am Zielort eine Schraube. Sicherheitshalber packt man fünf
Schrauben ein, vorzugsweise auf mehrere separat zu transportierende
Behältnisse verteilt. Wenn während des Transports regelmäßig höchstens
vier Schrauben abhandenkommen, ist alles gut und erfordert keine
weiteren Maßnahmen.
Beispiel für Redundanz im Rahmen der funktionalen Sicherheit:
Man benötigt am Zielort eine Schraube. Sicherheitshalber packt man fünf
Schrauben ein, vorzugsweise auf mehrere separat zu transportierende
Behältnisse verteilt. Wenn während des Transports auch nur eine Schraube
abhandenkommen, wird die Installation zwar sofort ausgeführt, aber kein
neuer Installationsauftrag mehr angenommen, solange nicht geklärt wurde,
warum eine Schraube abhandengekommen ist und wie sich so etwas in
Zukunft verhindern lässt.
> Ein Auto hat auch 4 Räder, obwohl für ein Fahrzeug theoretisch 2 oder
> gar 1 reichen würden. Aber dank der 4 Räder steht es deutlich stabiler
> auf der Straße.
Dieser Vergleich hinkt. Man kann mathematisch beweisen, dass sich in
unserer Welt mit drei orthogonalen Raumachsen (und einer Zeitachse)
ausschließlich ein Dreibein so hinstellen lässt, dass es weder umkippt
noch wackelt. Ein- und Zweibeine sind ohne weitere Abstützung oder
Lageregelung instabil, und bei mehr als drei Beinen müssen zusätzliche
Randbedingungen erfüllt sein.
Es handelt sich also nicht um Redundanz, sondern um eine grundlegende
geometrische Eigenschaft.