OP als Integrierer (Theorie)

Gast #6078591
Lesenswert?

Hallo,

ich habe ein kleines Verständnis Problem bei der Berechnung einer OP 
Schaltung eines Integrierers. Die von mir berechnete Spannung stimmt, 
der Winkel jedoch leider nicht. Im Anhang findet ihr meine Rechnung als 
PDF und ein Screenshot der dazugehörigen Simulation.

Vielleicht kann mir da ja jemand weiterhelfen.

Vielen Dank im Voraus
Felix
Angehängte Dateien:
Gast #6078636
Lesenswert?

Felix schrieb:
> Der Lösungsansatz steht als PDF mit im ersten Post.

Hast du nachgereicht. Gut.

Also ich bin kein Akademiker aber mir leuchtet nicht ein, wie man da so 
viel rechnen kann.

Der Winkel bei R/C Gliedern ist immer 90°, das nehme ich als Naturgesetz 
hin. Und natürlich ist es eine Verzögerung, insofern bin ich unsicher, 
ob hier das Vorzeichen "-" angemessen ist. Vermutlich nicht.

Die Spannung kann man ausrechnen, aber viel einfacher, als du es getan 
hast:

Der Widerstand des Kondensators ist Rc = 1/(2·pi·F·C) = 319,91Ω
Der Verstärkungsfaktor ist Rc / R1 = 0,16
Die Ausgangsspannung ist demnach 2,5V · 0,16 = 0,4V
Gast #6078647
Lesenswert?

Das ist das Problem ich bin angehender Akademiker und gelernter 
Elektroniker, normalerweise hätte ich es genauso gemacht wie du also 
einfach -90° runter und die Spannung mit der entsprechenden Formel ausm 
Tabellenbuch berechnet. Leider geht so etwas in der Hochschule aber 
nicht mehr.
Es gibt eine Musterlösung eines wissenschaftlichen Mitarbeiters. Dieser 
lässt beim Integrieren der sin(...) einfach das "-" vorm cos(...) weg. 
Da aber der sin Integriert nun mal -cos ist versteht ich nicht wie er 
darauf kommt. Da ein "-" ja dasselbe wie +-180° sind kommt man dann eben 
auch auf die richtige Lösung.
#6078648
Lesenswert?

Ich glaube, dass das Problem nicht die 90° sind (also Ausgang zu 
Eingang), sondern eher die berechneten 130° vs. 50° aus der Simulation 
zum Nullpunkt (?)

Das Eingangssignal ist bereits um 40° zum Nullpunkt verschoben, und das 
Ausgangssignal ist laut seiner Berechnung 40°+90°=130° verschoben.

Gruß,
Gast #6078652
Lesenswert?

Die 180° Invertierung findet aber sofort ohne Verzögerung statt. Darf 
man dass dann einfach zu den 90° Zeitlicher Verschiebung addieren oder 
subtrahieren?

Bei einem kontinuierlichen Sinus spielt das keine Rolle, aber bei einem 
realen wechselhaften Signal schon. Da hat man 90° Verzögerung und dass 
dann auch noch sofort invertiert.
Gast #6078655
Lesenswert?

Al3ko -. schrieb:
> Ich glaube, dass das Problem nicht die 90° sind (also Ausgang zu
> Eingang), sondern eher die berechneten 130° vs. 50° aus der Simulation
> zum Nullpunkt (?)
>
> Das Eingangssignal ist bereits um 40° zum Nullpunkt verschoben, und das
> Ausgangssignal ist laut seiner Berechnung 40°+90°=130° verschoben.
>
> Gruß,

Simuliert sowie auch laut Musterlösung sind es -50° leider in der PDF 
das Minus vergessen.
Das wäre dann eine Phasenverschiebung von -90° zu den ursprünglichen 40° 
welche ja auch erzielt werden sollen
Gast #6078678
Lesenswert?

Ich hab so an meinen mathematischen Fähigkeiten gezweifelt das ich 
sowohl die Oszi aufnahmen wie auch die Simulation falsch gelesen hab. 
Natürlich sind es +90° wenn die Ausgangsspannung vor der 
Eingangsspannung ihren Nulldurchgang hat also sind 130° richtig. Da muss 
ich wohl doch nochmal zum Prof und nachharken wie es denn zu seiner, der 
Lösung des Instituts, kommt.
Gast #6078688
Lesenswert?

Nun, schau dir mal die Strom- und Spannungsgleichungen des Kondensators 
an. Dann wirst du feststellen, daß die Spannung das Integral des Stroms 
ist (zuzüglich irgendeines Koeffizienten, der etwas mit der Kapazität zu 
tun hat).

Als kleine Gedankenstütze: Schließe einen Kondensator an eine 
Stromquelle an, lasse einen konstanten Strom in die Kapazität fließen 
und überleg dir, wie sich die Spannung über der Kapazität verhält.
Oder: Überleg dir was passiert, wenn du eine Konstante integrierst (Ja, 
Mathe ist cool :) ).

Dann: fast alle OPV-Schaltungen (auch der Integrierer) beruhen darauf, 
daß der OPV versucht, beide Eingänge auf demselben Potential zu halten. 
Bei einer Potentialdifferenz zwischen diesen steuert der OPV 
augenblicklich dagegen.

Die Phasendrehung um 180° ist eigentlich eher ein Vorzeichenwechsel. Bei 
sinusförmiger Eingangsspannung läuft das zwar auf einer solchen 
Phasendrehung hinaus, aber z.B. bei einer Gleichspannung am Eingang ist 
schlecht von einer Phase zu sprechen.

Dieser Vorzeichenwechsel rührt schlicht daher, daß der OPV mit seinem 
Ausgang gegen das Eingangssignal arbeitet (Gegenkopplung).

Setz dich lange genug vor das Schaltbild, zeichne Strom- und 
Spannungszählpfeile, gehe im Kopf mal alle möglichen Maschen durch...und 
irgendwann fällt der Groschen, aber dann hast du vieles begriffen.

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren