Hallo zusammen,
ich beschäftige mich nun schon seit längerem mit dem Betrieb eines
kleinen Synchronmotors (PMSM) mit etwa 20W.
Der Motor wird mit einer 3-Phasen Wechselspannung betrieben (Open-Loop).
Es gibt ein Encodersignal mit dem ich die Vorgänge messen kann.
Folgende Überlegung:
Das Drehmoment des PMSM kann nur entstehen, wenn ein Polradwinkel > 0
existiert, da sonst das Kreuzprodukt der Lorentzkraft keine
Drehmomentkomponente in tangentialer Richtung liefert.
Der Polradwinkel wird in der Literatur als Winkel zwischen der
Ständerspannung und der Polradspannung bezeichnet. Allerdings ist für
die Kraftwirkung ja der Ständerstrom und nicht die Spannung
verantwortlich. Dieser Strom hat aber laut Simulation eine
Phasenverschiebung gegenüber der Ständerspannung die von Polradwinkel
und Polradspannung abhängt. Und für mein Verständnis müsste man den
Polradwinkel doch bezogen auf den Strom angeben oder? Die Spannung ist
doch völlig uninteressant für die Kraftwirkung und der Abriss der
Synchronisation müsste doch bei >90° zwischen Magnetischem Feldvektor
(aka Strom) und dem Rotormagnetfeld sein oder?
Blue Audio schrieb:> Das Drehmoment des PMSM kann nur entstehen, wenn ein Polradwinkel > 0> existiert, da sonst das Kreuzprodukt der Lorentzkraft keine> Drehmomentkomponente in tangentialer Richtung liefert.
Die Betrachtung des Polradwinkels macht m.E. keinen Sinn für den Betrieb
eines BLDC-Motors.
Dort ist, wie Du richtig erkannt hast, die Betrachtung des
Durchflutungswinkels sinnvoller. Dieser stellt den Winkel zwischen den
Vektoren von Erregerdurchflutung und Statordurchflutung dar. Das
Vektorprodukt dieser beiden Durchflutungen ist dann das Drehmoment.
> Und für mein Verständnis müsste man den> Polradwinkel doch bezogen auf den Strom angeben oder?
Nein, dann wäre es kein Polradwinkel mehr, sondern der bereits erwähnte
Durchflutungswinkel.
> Die Spannung ist> doch völlig uninteressant für die Kraftwirkung und der Abriss der> Synchronisation müsste doch bei >90° zwischen Magnetischem Feldvektor> (aka Strom) und dem Rotormagnetfeld sein oder?
Die Definition des Polradwinkels stammt aus der Zeit, als
Synchronmaschinen am starren Netz betrieben wurden. Und bei diesem ist
nunmal die Spannung fest eingeprägt und somit die wichtigste
Bezugsgröße.
Grüßle
Volker
Volker B. schrieb:> Die Definition des Polradwinkels stammt aus der Zeit, als> Synchronmaschinen am starren Netz betrieben wurden. Und bei diesem ist> nunmal die Spannung fest eingeprägt und somit die wichtigste> Bezugsgröße.
Hallo Volker,
mein Motor wird ja auch nicht wie ein BLDC betrieben. Die Kommutierung
erfolgt ohne jegliche Rückmeldung vom Motor mit Beschleunigung über eine
Rampe und Erhöhung der Spannung um der EMK Rechnung zu tragen.
Was ich jetzt nicht verstehe und auch in der Simulation nicht sehe:
Beim Synchronmotor wird ja folgender Zusammenhang angegeben:
M_last = M_kipp * sin(Polradwinkel)
dabei ist:
M_kipp = I_max * K_m (gilt für Polradwinkel = 90°, also Kippunkt)
I ist seinerseits:
(U_ext*sin(wt) - Uemk * (sin(wt+Polradwinkel)) / Zmotor
I_max erhalte ich in obiger gleichung für einen Polradwinkel von 90°
-> I ist also eine Funktion des Polradwinkels, allerdings steckt I
genauso auch in der Definition des Polradwinkels.
Schaut man jetzt in die angehängte Simulation sieht man, dass zwischen I
und U_ext ein Phasenversatz entsteht, der vom Polradwinkel und von der
Höhe der EMK abhängt und i.d.R der Strom sogar der externen Spannung
voreilt.
Man sieht auch -> Polradwinkel 90° != Durchflutungswinkel 90° und der
ist doch auch bei der Synchronmaschine eigentlich für's Moment
verantwortlich
Blue Audio schrieb:> mein Motor wird ja auch nicht wie ein BLDC betrieben. Die Kommutierung> erfolgt ohne jegliche Rückmeldung vom Motor mit Beschleunigung über eine> Rampe und Erhöhung der Spannung um der EMK Rechnung zu tragen.
Welche Spannungsform legst Du an den Motor? 120° breite Blöcke oder
echte Sinusschwingungen?
> Beim Synchronmotor wird ja folgender Zusammenhang angegeben:>> M_last = M_kipp * sin(Polradwinkel)
Ja, das passt.
> dabei ist:>> M_kipp = I_max * K_m (gilt für Polradwinkel = 90°, also Kippunkt)
Nein, das gilt nur für den BLDC-Motor. Bei einer "echten"
Synchronmaschine gibt es kein K_M!
Für eine "richtige" Synchronmaschine gilt (näherungsweise, da eine
ungesättigte Maschine angenommen wurde):
...Du siehst, die echte Welt ist etas komplexer als Deine Annahmen :-(
> I ist seinerseits:>> (U_ext*sin(wt) - Uemk * (sin(wt+Polradwinkel)) / Zmotor
...und wo steckt die Phasenlage? Dein Ansatz wird so nie zum Ziel
führen.
> I_max erhalte ich in obiger gleichung für einen Polradwinkel von 90°
Es bringt hier nichts, wie wild einfach Formeln ineinander einzusetzen.
Lies' bitte zuerst mal ein gutes Buch und lerne die Grundlagen, z.B.
Binder: Elektrische Maschinen und Antriebe -- Grundlagen,
Betriebsverhalten Springer, 2012.
Grüßle
Volker
Volker B. schrieb:> Welche Spannungsform legst Du an den Motor? 120° breite Blöcke oder> echte Sinusschwingungen?
Hallo Volker,
vielen Dank für deine Antworten. Ich bin froh um jeden kompetenten
Input. Ich habe mit dem Thema eigentlich nicht viel am Hut und bin eher
wie die Jungfrau zum Kind dazu gekommen.
Der Motor wird mit einer Space Vector PWM betrieben und ist als Stern
verschaltet. Eigentlich ist das ein BLDC mit sinusförmiger EMK der als
"Synchronmaschine" an 3 Halbbrücken betrieben wird. Bei der Anwendung
geht es um sehr konstante Drehzahlen. Das Design stammt nicht von mir -
ich hab es geerbt und bin grade dabei es robust zu bekommen
(Polradwinkelreserve...)
D.h. alle Motorspezifikationen kommen auch aus der BLDC-Welt....K_m, K_e
etc...
Da ein Encoder vorhanden ist kann ich den Polradwinkel "messen" bzw.
berechnen. Ich sehe dort auch schön wie der sich unter Last oder mit
absenken der Spannung ändert. Bzw. von Motor zu Motor etwas verschieden
ist.
Volker B. schrieb:> Nein, das gilt nur für den BLDC-Motor. Bei einer "echten"> Synchronmaschine gibt es kein K_M!
Sollte ich das maximal verfügbare Moment nicht trotzdem so berechnen
können? Oder welches Vorgehen schlägst du für mein Problem vor?
Volker B. schrieb:> Für eine "richtige" Synchronmaschine gilt (näherungsweise, da eine> ungesättigte Maschine angenommen wurde):
Damit wir vom gleichen Reden:
was ist in deiner Gleichung:
m = ?
U1 = ist vermutlich die angelegte Spannung -> effektivwert oder Peak /
Peak-Peak über einer Phase?
Up ist vermutlich die Polradspannung -> die kann ich ja mit k_e*n_mech
bestimmen -> rechnest du hier mit Peak / Peak-Peak oder rms?
Ist n_s die Synchrondrehzahl?
Xd muss ich wohl mit Z ersetzen da bei mir : Iwl +R = 0.4 Ohm +
12.5Ohm..im wesentlihcen also vom Kupfer dominiet. Ich arbeite bei 74Hz
mit 2 Polparen also f_el = 148Hz
Volker B. schrieb:> ...und wo steckt die Phasenlage? Dein Ansatz wird so nie zum Ziel> führen.
welche Phasenlage meinst du? Die zwischen U_ext und U_polrad ist ja der
Polradwinkel?
Volker B. schrieb:> Es bringt hier nichts, wie wild einfach Formeln ineinander einzusetzen.> Lies' bitte zuerst mal ein gutes Buch und lerne die Grundlagen, z.B.> Binder: Elektrische Maschinen und Antriebe -- Grundlagen,> Betriebsverhalten Springer, 2012.
Das ist mir klar, ich habe hier auch einen ganzen Stapel literatur. Ich
versuche daraus das für meinen Betriebsfall und die mir vorliegenden
Daten über den Motor relevante zu extrahieren / simulieren. Die nötige
Erfahrung fehlt mir natürlich deswegen ist deine Hilfe so wertvoll.
Mir ist auch noch unklar wo deine Gleichung berücksichtigt dass ja der
Winkel zwischen Strom und Rotorfluss das Drehmoment beeinflusst und
nicht der zwischen der angelegten Spannung dem Rotorfluss.
Blue Audio schrieb:> Der Motor wird mit einer Space Vector PWM betrieben
OK, Du legst also an jede Phase ein echte Sinus-Spannung an?
> und ist als Stern verschaltet.
Das ist unerheblich. Wenn der Stenrpunkt nicht herausgeführt wurde, kann
nicht zwischen Stern- oder Dreieckschaltung unterschieden werden.
> Eigentlich ist das ein BLDC mit sinusförmiger EMK der als> "Synchronmaschine" an 3 Halbbrücken betrieben wird. Bei der Anwendung> geht es um sehr konstante Drehzahlen. Das Design stammt nicht von mir -> ich hab es geerbt und bin grade dabei es robust zu bekommen> (Polradwinkelreserve...)
Ich habe meine Zweifel, ob diese Anwendung sinnvoll ist. Ist das
Lastmoment konstant? Das gilt auch für das Nutrastmoment. Wenn die
Maschine fühlbar "rastet", sehe ich keine Chance für diesen Ansatz.
Kauf' Dir einen guten Glockenanker-Motor von Maxon oder Faulhaber und
regel' die Drehzahl.
> D.h. alle Motorspezifikationen kommen auch aus der BLDC-Welt....K_m, K_e> etc...
...und gelten somit nur in dieser Betriebsart! Das ist eine
"Mischkalkulation" in welche die ganzen "Schweinereien" der
Blockkommutierung bereits eingerechnet wurden, bzw. die an einem solchen
Motoörchen im interessierenden Betriebspunkt gemessen wurden.
> Sollte ich das maximal verfügbare Moment nicht trotzdem so berechnen> können? Oder welches Vorgehen schlägst du für mein Problem vor?
Nun ja, dazu müsste man wissen, wie der Hersteller sein
bestimmt hat.
Wie gesagt, ich befürchte, dass er dieses beim BLDC-Motorbetrieb
gemessen hat. Dann bezieht sich diese Größe nicht auf einen
Durchflutungswinkel von 90°.
Wenn Du Drehmomente messen kannst, kannst Du ja mal selber nachmessen:
Zwei Stränge mit Gleichstrom bestromem, Welle drehen und dabei das
Drehmoment aufzeichnen.
> was ist in deiner Gleichung: m = ?
Strangzahl, hier 3
> U1 = ist vermutlich die angelegte Spannung -> effektivwert oder Peak /> Peak-Peak über einer Phase?
Klemmenspannung. In der Energietechnik immer Effektivwerte!
> Up ist vermutlich die Polradspannung -> die kann ich ja mit k_e*n_mech> bestimmen -> rechnest du hier mit Peak / Peak-Peak oder rms?
Warum misst Du diese nicht einfach? Die Polradspannung ist die
Leerlaufspannung. Also Motor antreiben und Spannungen oszillografieren.
Wenn diese nicht sinusförmig sind, Grundschwingung ermitteln (Fourier).
Die klassischen Formeln gelten nur für die Grundschwingungsgrößen!
> Ist n_s die Synchrondrehzahl?
Ja.
> Xd muss ich wohl mit Z ersetzen da bei mir : Iwl +R = 0.4 Ohm +> 12.5Ohm..im wesentlihcen also vom Kupfer dominiet. Ich arbeite bei 74Hz> mit 2 Polparen also f_el = 148Hz
Nein! In dieser vereinfachten Formel wird R vernachlässigt!
Was ist Iwl? Soll l die Induktivität sein (warum nicht L)? Wenn ja, wo
kommt die her? Falls gemessen, wie?
Aber, wenn Dein "Spielzeugmotor" wirklich vom "Kupfer dominiert" wird,
dann sind die (vereinfachten) klassischen Formeln der Synchronmaschine
nicht anwendbar.
> Volker B. schrieb:>> ...und wo steckt die Phasenlage? Dein Ansatz wird so nie zum Ziel>> führen.>> welche Phasenlage meinst du? Die zwischen U_ext und U_polrad ist ja der> Polradwinkel?
Sorry, ich sehe gerade, dass mit wt vermutlich
gemeint ist, damit ist mein Einwand gegenstandslos.
> ich habe hier auch einen ganzen Stapel literatur. Ich> versuche daraus das für meinen Betriebsfall und die mir vorliegenden> Daten über den Motor relevante zu extrahieren / simulieren. Die nötige> Erfahrung fehlt mir natürlich deswegen ist deine Hilfe so wertvoll.
Vergess' die klassische Literatur über die Synchronmaschine. Such' Dir
Bücher, die explizit permanentmagnetisch erregte Synchronmaschinen
behandeln. Und erst, wenn Du das verstanden hast, kannst Du die Größen,
wie Polradspannung und Kippmoment zu berechnen. Ansonsten: messe sie.
> Mir ist auch noch unklar wo deine Gleichung berücksichtigt dass ja der> Winkel zwischen Strom und Rotorfluss das Drehmoment beeinflusst und> nicht der zwischen der angelegten Spannung dem Rotorfluss.
Vergess' die Formel, die passt nicht zu Deinem "Spielzeugmotörchen", da
sie von einem vernachlässigbaren ohmschen Widerstand ausgeht.
Apropos: Dir ist bekannt, dass die Remanenzinduktion des Magnetmaterials
einen nicht unerheblichen Temperaturkoeffizenten aufweist? Ebenso das
Kupfer (0,4%/K). Wenn's genau werden soll, wirst Du Kennfelder über der
Motortemperatur messen müssen und ein Temperaturmodell des Motors in
Deiner Regelung bzw. Steuerung hinterlegen.
Grüßle
Volker
Hallo Volker,
Volker B. schrieb:> OK, Du legst also an jede Phase ein echte Sinus-Spannung an?
Ja, ich hab mich auch verschrieben. Es ist Dreieck.
Volker B. schrieb:> Ich habe meine Zweifel, ob diese Anwendung sinnvoll ist. Ist das> Lastmoment konstant? Das gilt auch für das Nutrastmoment. Wenn die> Maschine fühlbar "rastet", sehe ich keine Chance für diesen Ansatz.> Kauf' Dir einen guten Glockenanker-Motor von Maxon oder Faulhaber und> regel' die Drehzahl.
Die Anwendung ist tatsächlich sinnvoll und funktioniert an sich auch
gut. Die Last ist absolut konstant, eine optische Baugruppe mit
vorgespannten Kugellagern. Bei dem Motor handelt es sich auch nicht um
einen Spielzeugmotor sondern um einen BLDC von faulhaber. Er hat quasi
kein Rastmoment, die Spule kommt ohne Eisen aus. Es gibt lediglich einen
magnetischen Rückschluss außen der durch Eisenblechringe realisiert ist.
Volker B. schrieb:> Warum misst Du diese nicht einfach? Die Polradspannung ist die> Leerlaufspannung. Also Motor antreiben und Spannungen oszillografieren.> Wenn diese nicht sinusförmig sind, Grundschwingung ermitteln (Fourier).> Die klassischen Formeln gelten nur für die Grundschwingungsgrößen!
Habe ich gemessen. Passt auch mit der Formel für Ke aus dem Datenblatt
zusammen. Die EMK ist super sinusförmig, fast keine Oberwellen. Ich habe
bei meiner Applikationsdrehzal gemessen. ke ist 1.602mV/umin. Die
Messung und die Konstante liefern allerdings Up und nicht Ueff.
Volker B. schrieb:> Was ist Iwl? Soll l die Induktivität sein (warum nicht L)? Wenn ja, wo> kommt die her? Falls gemessen, wie?> Aber, wenn Dein "Spielzeugmotor" wirklich vom "Kupfer dominiert" wird,> dann sind die (vereinfachten) klassischen Formeln der Synchronmaschine> nicht anwendbar.
Ja ich spreche bei iwL von der Induktivität der Wicklung. Sie ist 440µH.
laut DB und gemessen mit VNA bei 36 Rotorpositionen.
-> das sind bei 148 Hz ca. 0.4 Ohm. Der Kupferanteil beträgt 12.5 Ohm
und die Phasenverschiebung zwischen I und U aufgrund der Induktivität
allein ist vernachlässigbar.
Volker B. schrieb:> Nun ja, dazu müsste man wissen, wie der Hersteller seinKMK_M bestimmt> hat.> Wie gesagt, ich befürchte, dass er dieses beim BLDC-Motorbetrieb> gemessen hat. Dann bezieht sich diese Größe nicht auf einen> Durchflutungswinkel von 90°
Km wird bestimmt durch rechnung aus Ke. Ke wird durch messung der Emk
bestimmt. ke = 2*pi*km
Volker B. schrieb:> Wenn Du Drehmomente messen kannst, kannst Du ja mal selber nachmessen:> Zwei Stränge mit Gleichstrom bestromem, Welle drehen und dabei das> Drehmoment aufzeichnen.
kannst du mir erklären warum 2 Stränge bestromen? -> um auf die gleichen
Ströme wie im 3-Phasen-betrieb zu kommen?
Volker B. schrieb:> Vergess' die klassische Literatur über die Synchronmaschine. Such' Dir> Bücher, die explizit permanentmagnetisch erregte Synchronmaschinen> behandeln. Und erst, wenn Du das verstanden hast, kannst Du die Größen,> wie Polradspannung und Kippmoment zu berechnen. Ansonsten: messe sie.
Hast du da eine Empfehlung?
Blue Audio schrieb:>> OK, Du legst also an jede Phase ein echte Sinus-Spannung an?>> Ja, ich hab mich auch verschrieben. Es ist Dreieck.
Ist das sinnvoll? Wenn man sich keinen Sinus leisten kann, solle es
wenigstens ein Trapez (mit einer 120° breiten Schulter) sein.
> Die Anwendung ist tatsächlich sinnvoll und funktioniert an sich auch> gut.
Na, dann ist doch alles gut! Wo ist das Problem?
> Bei dem Motor handelt es sich auch nicht um> einen Spielzeugmotor sondern um einen BLDC von faulhaber.
Super! Und das kann man nicht gleich von Anfang an sagen?
Meine Güte, warum glaubt die Mehrheit hier, dass die dummen Helfer
hellsehen können. So langsam hab' ich keine Lust mehr. Lese den Binder
durch und melde Dich, wenn Du fertig bist.
> Km wird bestimmt durch rechnung aus Ke. Ke wird durch messung der Emk> bestimmt. ke = 2*pi*km
...und wo war nochmal Dein Problem?
> Volker B. schrieb:>> Wenn Du Drehmomente messen kannst, kannst Du ja mal selber nachmessen:>> Zwei Stränge mit Gleichstrom bestromem, Welle drehen und dabei das>> Drehmoment aufzeichnen.>> kannst du mir erklären warum 2 Stränge bestromen? -> um auf die gleichen> Ströme wie im 3-Phasen-betrieb zu kommen?
Welchem Zeitpunkt in einem Drehstromsystem entspricht I1==I2, I3==0?
Welchen Effektivert das Drehstromsystem dann besitzt, darfst Du selber
berechnen.
> Hast du da eine Empfehlung?
Siehe oben...
Volker B. schrieb:> Ist das sinnvoll? Wenn man sich keinen Sinus leisten kann, solle es> wenigstens ein Trapez (mit einer 120° breiten Schulter) sein.
Hallo Volker,
das Dreieck bezieht sich auf die Verschaltung des Motors. Die
Ansteuerung ist Sinusförmig wie weiter oben beschrieben.
Volker B. schrieb:> Na, dann ist doch alles gut! Wo ist das Problem?
Das Problem ist die geringe Reserve beim Polradwinkel die bei
Verringerung der Speisespannung (leider als Sprung implementiert) das
schwingfähige System aus Massenträgheitsmoment und Direktionsmoment des
Motors anregt. Das fällt unter ungünstigen Bedingungen ausser Tritt.
Aus gründen der Rückwärtskompatiblität versuche ich das Phänomen zu
modellieren um es ggf. durch Änderungen am Motor lösen zu können. Das
sieht aktuell auch ganz vielversprechend aus. Aber wie gesagt -> offene
Fragen.
Volker B. schrieb:> Super! Und das kann man nicht gleich von Anfang an sagen?> Meine Güte, warum glaubt die Mehrheit hier, dass die dummen Helfer> hellsehen können. So langsam hab' ich keine Lust mehr. Lese den Binder> durch und melde Dich, wenn Du fertig bist.
Ich habe nie von einem Spielzeugmotor geredet sondern von Anfang an von
einem PMSM, was es bei sinusförmigem Feldverlauf per Definition auch
ist, gesprochen.
Volker, wenn du meinst genug geholfen zu haben, ist das völlig
verständlich, immerhin hast du hier sehr Umfangreich beigetragen. Mir
eine Salamitaktik vorzuwerfen oder Vorhalten von Informationen ist aber
schlicht einfach nicht richtig. Ich bin lange genug hier unterwegs um zu
wissen wie der Hase läuft und welche Informationen wann gebraucht
werden. Ich habe bei dir nachgefragt, um genau zu verstehen was deine
Intention hinter den Vorschlägen ist. So auch bei der Bestromung der
beiden Spulen. Nur weil ich dahinter eine Logik vermute ist das noch
lange nicht richtig oder das was du meintest.
Beste Grüße und vielen Dank
Blue Audio schrieb:> Ich habe nie von einem Spielzeugmotor geredet sondern von Anfang an von> einem PMSM, was es bei sinusförmigem Feldverlauf per Definition auch> ist, gesprochen.
Stimmt zwar, war aber auch nicht zielführend. Von Sychronmaschine zu
schreiben und dann Kenngrößen zu verwenden, die nur bei BLDC-Motoren
sinnvoll sind (ke, km) ist in meinen Augen schon eine ziemliche
Irreführung.
Eine Maschine mit Luftspaltwicklung ist nunmal ein Sonderfall, die man
nicht mit den klassischen Formeln für "richtige" Synchronmaschinen
"erschlagen" kann.
> Volker, wenn du meinst genug geholfen zu haben, ist das völlig> verständlich, immerhin hast du hier sehr Umfangreich beigetragen.
Ich helfe gerne weiter. Da es sich aber offensichtlich um ein
kommerzielles Projekt handelt und ich solche Dienstleistungen anbiete,
um meinen Lebensunterhalt zu erwirtschaften, nicht mehr in dieser Form.
Grüßle
Volker
Volker B. schrieb:> Stimmt zwar, war aber auch nicht zielführend. Von Sychronmaschine zu> schreiben und dann Kenngrößen zu verwenden, die nur bei BLDC-Motoren> sinnvoll sind (ke, km) ist in meinen Augen schon eine ziemliche> Irreführung.
Hallo Volker,
Faulhaber gibt die Größen so an und spricht von BLDC-Motoren - trotz
sinusförmigem Luftspaldfeld.
Volker B. schrieb:> Ich helfe gerne weiter. Da es sich aber offensichtlich um ein> kommerzielles Projekt handelt und ich solche Dienstleistungen anbiete,> um meinen Lebensunterhalt zu erwirtschaften, nicht mehr in dieser Form.
Das ist völlig verständlich. Ich habe mir gerade mal deine Website
angesehen. Du bist ja auch nicht weit weg, nicht mal ne Stunde. Wenn ich
das nicht allein erschlagen bekomme, komme ich ggf. auf dich zurück -
falls da Interesse besteht.
Volker B. schrieb:> kommerzielles Projekt handelt
vielleicht noch ein kleiner Nachtrag. Ich bekomme das Problem auch ohne
perfekte Modellbildung gelöst. Über die Wicklungszahl und magnetisierung
des Rotors lässt sich das ausreichend gut steuern. Allerdings
interessiert es mich jetzt auch einfach als akademisches Problem und ich
würde es persönlich gerne auch ohne den rein empirischen Ansatz in den
Griff bekommen.
Beste Grüße
Blue Audio schrieb:
Hallo,
> Faulhaber gibt die Größen so an und spricht von BLDC-Motoren - trotz> sinusförmigem Luftspaldfeld.
Faulhaber kommt vom DC-Motor (vgl. Faulhaberwicklung aus den 1950ern).
Die "denken" in Gleichstrommotoren :-)
Über die Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Synchron- und BLDC-Motoren
kann man nächtelang diskutieren. Ich habe immer von Synchronmaschinen
und BLDC-Antrieben gesprochen, um auszudrücken, dass m.E. beim
BLDC-Motor die Elektronik Bestandteil des Motors ist. Ohne diese wird er
zur Synchronmaschine.
> Du bist ja auch nicht weit weg, nicht mal ne Stunde. Wenn ich> das nicht allein erschlagen bekomme, komme ich ggf. auf dich zurück -> falls da Interesse besteht.
Gerne! Mit diesen "Spielzeugmotoren", also BLDC- oder
permanentmagnetisch erregte Synchronmaschinen kleiner Leistung,
beschäftige ich mich seit meiner Dipolmarbeit in den frühen 1990ern. Und
das Thema frequenzgeführter Betrieb einer Synchron-Kleinmaschine hat mir
im Rahmen meiner Dissertation viele interessante Erkenntnisse gebracht
-- und viele fruchtbare Diskussionen mit den Kollegen :-)
Grüßle
Volker