Labornetzteil Conrad Serie Digi 35 : Keine Ausgangsspannung

#6156174
Lesenswert?

Hallo Zusammen,

es ist zwar simpel, aber ich finde bisher keinen Fehler in dem Netzteil.

Schaltbild:
http://www.berel-am-ries.de/WVSS/Arbeitsvorlagen/Reparaturen/Netzteil/digi_35.htm5

Die Netzteilspannungen aus dem Trafo sind alle da. Keine verbrannten 
Bauelemente.Längstransistoren, 2 x 2N3055, sind ok. Treibertransistor 
auch. IC2, 1,2V Stabi, ist auch ok.
- Ausgangsspannung des Netzteils ist Null Volt. Potis sind ok.

Was ich nicht verstehe das bei den OP-Ausgängen beide Leuchtdioden an 
sind. D 12 und D13.
Kann da ein Spezi was mit anfangen?
#6156483
Lesenswert?

Ich tippe auf Versagen der positiven Hilfsspannung vom D1 Gleichrichter.

Schau mal nach ob gegen Plus Ausgang an der Zener Diode D6 rund 12V 
anliegen? C2 könnte Kurzschluß haben. D1 könnte offen sein. Lötfehler - 
Alle Lötstellen visuell begutachten. Abgebrochene Drähte. D6 für 
internen Kurzschluß prüfen.

Mir sieht es so aus, als ob die OPVs keine positive Versorgungsspannung 
bekommen. Wenn beide OPVs auf der positiven Seite stromlos sind, gehen 
beide LEDs an und ziehen den Ausgangstransistor TR1 gegen negativ - 
deswegen gibt es keine Ausgangsspannung. R7 versucht den TR1 hoch 
zusteuern, die OPVs verhindern daß je nach CV oder CC Bedingung die 
Ausgangsspannung "hochgeht".

Zusammengefasst:

Gegen Plus Pol Ausgangsspannung:

IC1-PIN7: 12V (bzw D6)
IC1-PIN3: rund -3.5-4V

IC1-PIN6: Null oder etwas negativ
IC1-PIN8: Null oder etwas negativ


Mehr fällt mir fürs Erste nicht ein...
#6156486
Lesenswert?

hinz schrieb:
> Sven S. schrieb:
>> hinz schrieb:
>>> Der Doppel-Opamp ist defekt.
>>
>> Ist das nicht der TAA2761?
>
> Ehr die DDR-Variante B2761/B2765.

B2761D steht jedenfalls im Schaltplan, folgt man dem Link 1.1.2

http://www.berel-am-ries.de/WVSS/Arbeitsvorlagen/Reparaturen/Netzteil/digi_35.htm

http://www.berel-am-ries.de/WVSS/Arbeitsvorlagen/Reparaturen/Netzteil/DIGI_35_Original.JPG


@TO
Hast Du den Ausgang mal auf Kurzschluss getestet?
#6156503
Lesenswert?

hinz schrieb:
> Gerhard O. schrieb:
>> Ich tippe auf Versagen der positiven Hilfsspannung von D1 Gleichrichter.
>
> Dann wären an Pin5 des Opamps keine 0,9V zu messen.

Das ist allerdings etwas verdächtig. Trotzdem sollten die Spannungen 
überprüft werden. Wenn die Spannungen gut sein sollten, dann könnte nur 
noch IC1 der Urheber sein. Ein LM358 könnte man mit Drähten richtig 
herum einlöten. Ohne IC1 müßte die Ausgangsspannung voll aufdrehen.

Zurück zum Schreibtisch dann halt:-)
#6156716
Lesenswert?

Übrigens empfiehlt es sich zum Schutz der OPV Eingänge im Spannungszweig 
zwei antiparallelle Si-Dioden vom Typ 1N4148 gegen dem Plus Pol Ausgang 
(+Sense) vorzusehen. Bei großen Abweichungen durch Fehlfunktionen könnte 
die Eingangstufe durch Überlastung der BE Strecke in Mitleidenschaft 
(Durchbruch/Strom) gezogen werden.

Auch kann das Spannungseinstellpoti durch Stromüberlastung (wenn 
zugedreht und ungeregelter voller Ausgangsspannung) Schaden nehmen. Das 
ist ein Nachteil dieser Schaltung und vom Funkschau LNG.

Um das Poti zu schützen könnte man einen Begrenzungswiderstand zwischen 
Spannungsteiler und OPV Vergleichseingang einfügen. Dann hält sich der 
Strom in Solchen Fällen in Grenzen. Mir ist auf diese Weise vor 40 
Jahren ein teures 10-Gang Poti beim FS12/73 abgeraucht.

Zu was sind übrigens OPVs mit O.C. Ausgängen nützlich? Die positive 
Richtung Slew Rate dürfte mit Pullups im Vergleich mit Gegentaktendstufe 
wesentlich schlechter ausfallen.
#6156726
Lesenswert?

hinz schrieb:
> Gerhard O. schrieb:
>> Zu was sind übrigens OPVs mit O.C. Ausgängen nützlich?
>
> Kann man parallel schalten.
>
>> Die positive
>> Richtung Slew Rate dürfte mit Pullups im Vergleich mit Gegentaktendstufe
>> wesentlich schlechter ausfallen.
>
> Reicht für das NT aber völlig.

Hört sich plausibel an. Ich hatte jedenfalls in meiner Praxis noch 
keinen in meinen Fingern.
Gast #6156733
Lesenswert?

Gerhard O. schrieb:
> hinz schrieb:
>> Gerhard O. schrieb:
>>> Zu was sind übrigens OPVs mit O.C. Ausgängen nützlich?
>>
>> Kann man parallel schalten.
>>
>>> Die positive
>>> Richtung Slew Rate dürfte mit Pullups im Vergleich mit Gegentaktendstufe
>>> wesentlich schlechter ausfallen.
>>
>> Reicht für das NT aber völlig.
>
> Hört sich plausibel an. Ich hatte jedenfalls in meiner Praxis noch
> keinen in meinen Fingern.

Ich kenne auch keine außer den TAA und ihren Ostverwandten. Man kann ja 
auch über Dioden verknüpfen.
#6156751
Lesenswert?

Der Störfall könnte gut durch ein aussetzendes Spannungs- oder 
Strom-Poti eingetreten sein.

Wenn ich das Spannungsregelungspoti gegen den linken Anschlag drehe, 
geht es von ca. 20 Ohm, "= Normalanschlag links" auf ca. 1k Ohm 
hoch.Inwieweit es über den Drehwinkel "kratzt" und aussetzt weiss ich 
nicht, aber gealtert genug dürfte es sein.Auch steht hier im Forum, dass 
die Potis Probleme machen.

- Demnach könnte der Doppel-OP doch kaputt sein (?)

Was sind OPV's und OC ?
#6570958
Lesenswert?

So, das Teil ist repariert.
Wenn auch simpel, wenn man es gefunden hat, hat's ein paar graue Haare 
gekostet.

Ich hatte mir noch eine paar originale DDR IC's bestellt, eingebaut, 
geht nicht.

Ursache sind die Nieten der Kohlebahnkontaktierung der Einstelltrimmer.
Wo normalerweise passiviert wird, war die Technik im Osten nicht so weit 
gekommen zuverlässige Trimmer zu produzieren.

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren