SMD LED für hohe Temperaturen?

Gast #6164910
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Weiße gibts:
https://www.rohm.com/new-products?newproduct-title=high-heat-resistance-high-power-white-leds-psl01-series

Für Beleuchtungszewecke halt. Aber besser als nichts.

Sonst müsste man bei ROHM, Kingbright, OSRAM, CREE und den sonstigen 
üblichen Verdächtigen mal die Sortimente durchsehen.

Man wird bei LED ein gewaltiges Derating für den Strom haben, was für 
Anzeigezwecke vermutlich kein Problem ist.

Wenn die 120° eine Temperatur sind, die über einen längeren Zeitraum 
aufrecht erhalten wird (Viele Stunden, Tage), wird die Elektronik eine 
Herausforderung. Ich denke, dann kann man auch diese LED vergessen. Für 
die Alterung gilt das Gesetz von Arrhenius, das heißt für nahe der 
maximalen Temperatur geht die Lebensdauer rapide gegen einen kleinen 
Wert.

Es gäbe auch Glühbirnen:
https://www.jkllamps.com/incandescent/smdlamps
Gast #6164930
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Blumpf schrieb:
> Für
> die Alterung gilt das Gesetz von Arrhenius, das heißt für nahe der
> maximalen Temperatur geht die Lebensdauer rapide gegen einen kleinen
> Wert.

Hmm, Arrhenius sagt, alle 10 GradC mehr halbiert sich die Lebensdauer.

Egal ob von 30 auf 40, oder von 100 auf 110 GradC.

Laut ihm gibt es kein "rapide" nahe der Maximaltemperatur, sondern 
dasselbe Verhalten die ganze Temperaturskala entlang.

Im Gegenteil, während von 30 auf 40 die Lebensdauer von vielleicht 20000 
Stunden auf 10000 Stunden sinkt, also um 10000, sinkt sie von 100 auf 
110 nur von 156 auf 78, also um 78 Stunden.
Gast #6164941
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MaWin schrieb:
> Blumpf schrieb:
>> Für
>> die Alterung gilt das Gesetz von Arrhenius, das heißt für nahe der
>> maximalen Temperatur geht die Lebensdauer rapide gegen einen kleinen
>> Wert.
>
> Hmm, Arrhenius sagt, alle 10 GradC mehr halbiert sich die Lebensdauer.

Und nun?

Mein Punkt ist, dass die Lebensdauer bei den üblichen 20°C nicht mit der 
bei 120°C Vergleichbar ist. Und das ist kein linearer Umstand, sondern 
die Lebensdauer ist im Vergleich zu z.B. 30°C Faktor 512 reduziert.

Jetzt kann man soviele Haare über Semantik spalten wie man will, das 
Problem ist: Die Elektronik wird bei 120°C nicht lange leben, und der 
Zusammenhang ist nicht linear.

Sind es Peaks über Minuten, dann ist das machbar.
Wenn die Elektronik bei 120°C längere Zeit (Stunden / Tage) betrieben 
werden soll, dann wird es auch nicht helfen, Hochtemperatur-LED 
einzusetzen.
Gast #6165048
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Blumpf schrieb:
> Jetzt kann man soviele Haare über Semantik spalten wie man will, das
> Problem ist: Die Elektronik wird bei 120°C nicht lange leben, und der
> Zusammenhang ist nicht linear.

Olli schrieb:
> Low current als Signalanzeige reicht
> vollkommen. Farbe und Gehäuse sind eher egal :)

Also für mich klingt das so, als wenn ein Widerstand reichen könnte... 
und die gibt es im std. Lieferprogramm von z.B. Vishay auch bis 155°C 
(mit Derating). :-P
Gast #6165076
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Wumpus schrieb:
> Blumpf schrieb:
>> Jetzt kann man soviele Haare über Semantik spalten wie man will, das
>> Problem ist: Die Elektronik wird bei 120°C nicht lange leben, und der
>> Zusammenhang ist nicht linear.
>
> Olli schrieb:
>> Low current als Signalanzeige reicht
>> vollkommen. Farbe und Gehäuse sind eher egal :)
>
> Also für mich klingt das so, als wenn ein Widerstand reichen könnte...
> und die gibt es im std. Lieferprogramm von z.B. Vishay auch bis 155°C
> (mit Derating). :-P

Ich habe geschrieben, dass die Lebensdauer eventuell ein Problem sein 
könnte. Was hat das jetzt mit einem Widerstand zu tun? Das wäre jetzt 
Erklärungsbedürftig.

Auch die Lebensdauer des Widerstandes, der Leiterplatte oder eines ICs 
unterliegt dem Gesetz von Arrhenius.

Warum?
Das beschreibt das Verhalten chemischer Prozesse, und damit auch die 
Alterung. Von allen Dingen, auch von Widerständen.
#6165222
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Olli schrieb:
> Kennt jemand von euch SMD LEDs für den Einsatz so bis 120°C? Es sollten
> keine High-Power Version sein. Low current als Signalanzeige reicht
> vollkommen. Farbe und Gehäuse sind eher egal

Ich habe gerade über ein paar Datenblätter auf meiner Platte geschaut 
und habe das Gefühl, das wird eng.

Typische LED als Kontrollanzeige (0603, 0805) habe ich alle nur für den 
Betrieb innerhalb -40 .. +85°C (Liteon) .. +100°C (Osram) gesehen. Nur 
Osram gab überhaupt eine max. Sperrschichttemperatur von 110°C an (alle 
Werte: absolute maximum)

Bei LED für Beleuchtungszwecke bin ich halbwegs fündig geworden. OSLON 
SSL in grün bzw. blau ist spezifiziert für eine Betriebstemperatur bis 
120°C und Sperrschicht bis 135°C. Die rote allerdings nur bis 110/125°C. 
Diese LED haben ein Keramikgehäuse für extra gute Wärmeabfuhr.

Schlußfolgerung: man kann LED für diesen Temperaturbereich bauen. Aber 
anscheinend tut man es nur für solche Typen, wo das notwendig erscheint, 
etwa weil man viel Leistung auf engen Raum bringen will und mit der 
Kühlung an die Grenzen des machbaren stößt.
Gast #6165329
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Axel S. schrieb:
> Bei LED für Beleuchtungszwecke bin ich halbwegs fündig geworden. OSLON
> SSL in grün bzw. blau ist spezifiziert für eine Betriebstemperatur bis
> 120°C

CREE hat bis 150 GradC aushaltende in jeder Farbe, aber nur PowerLEDs.
Bei Mouser kann man die LEDs nach Maximalbetriebstemperatur durchsuchen.

Ich nehme an, daß die so spezifiziert sind, weil die Linse aus Silikon 
wie bei Weisslicht-LEDs ist.

Bei Abdeckungen aus glasklarem Epoxy wird die Vergilbung des Epoxys die 
Dauertemperaturen einschränken.

Daher gehen wohl die meisten nur bis 85 GradC.
#6165508
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MaWin schrieb:
> Ich nehme an, daß die so spezifiziert sind, weil die Linse aus Silikon
> wie bei Weisslicht-LEDs ist.
>
> Bei Abdeckungen aus glasklarem Epoxy wird die Vergilbung des Epoxys die
> Dauertemperaturen einschränken.

Das klingt zumindest plausibel. Trotzdem putzig, das die rote Oslon SSL 
10 Grad weniger aushält als die grüne/blaue.
Gast #6165664
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Jim schrieb:
> Für nicht SMD gibt es diverse LEDs in Metallgehäusen. Die sind zwar oft
> auch nur mit 85 Grad angegeben, aber ich vermute mal, dass die mehr
> aushalten.

Warum meinst du, dass das Metallgehäuse das Diffusionsverhalten im 
Halbleitergitter irgendwie beeinflusst.

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