Hallo Zusammen,
ich möchte meinen 24V Lüfter via Poti steuern. Als ich den Poti heute
daran angeschlossen habe, gab es Funken und Rauch aus dem Poti. Mithilfe
eines Spannungsteilers (1k als Zweitwiderstand) gab es ebenfalls Rauch.
Was mache ich falsch?
Dein Poti und auch der Widerstand sind beide nicht ausreichend
belastbar.
Für solche Zwecke gibt es Drahtwiderstände (und Potentiometer), die
können mehr Verlustwärme abführen.
Wie viel Strom nimmt denn der Lüfter auf? Manche Lüfter kann man mit PWM
regeln, dann hat man fast keine Verlustwärme. Das müsste dann im
Datenblatt des Lüfters stehen.
Hi,
durch den Lüfter fließen 400mA. Ich vermute mal, dass ich auch bei
Verwendung eines Wippschalters nicht einfach irgend einen nehmen kann.
Aber wenn diese fü+r 250V/10A ausgelegt sind, dürfte die Stromangabe bei
24V mit 10A nicht korrespondieren oder?
Mike schrieb:> Was mache ich falsch?
Du übserlastet wohl dein Poti.
Wie viel Strom benötigt denn der Lüfter, und zwar nominell in Betrieb
und beim anlaufen/blockieren an 24V ?
Die Leistung des Potis berechnet sich aus diesem Strom I und dem
Widertand des Potis R zu
P = I x I x R
kann also recht hoch sein. Man kann den Strom zu schwacher Potis mit
Transistoren verstärken, z.B.
1
+24V ----+-------------+
2
| |E
3
| +------|< PNP Leistung z.B. BD139
4
| | NPN |
5
10kPoti---|< BC547 |
6
| |E |
7
| +--|<|--+
8
| | 1N4148|
9
| 4k7 (M) Motor
10
| | |
11
GND -----+-----+-------+
aber natürlich können die Bauteile nicht richtig dimensioniert werden
weil du NATÜRLICH nicht die Leistung deines Motors angegeben hast.
Für einen durchschnittlichen Schalter sind 400mA kein Problem.
Aber für so kleine Widerstände schon. Grob überschlagen schätze ich,
dass die Verlustleistung am höchsten ist, wenn sich die Spannung zur
Hälfte aufteilt (12V am Lüfter, 12V am Widerstand). Vermutlich fliessen
dann ungefähr 200mA.
Das wären dann 0,2A x 12V = 2,4 Watt.
Bei einem Potentiometer bezieht sich die Watt-Zahl auf den gesamten
Widerstand. Meistens wirst du aber wohl etwas weniger als den gesamten
Widerstand ausnutzen, deswegen muss man da noch etwas Reserve drauf
rechnen.
Ich würde dafür sorgen, dass das Potentiometer mindestens 5 Watt
verträgt.
Natürlich kann man ersatzweise so eine Transistorschaltung wie von MaWin
empfohlen verwenden. Dann erspart man sich das teure Poti. Aber die
Wärme entsteht trotzdem (am Transistor) und muss abgeführt werden.
Deswegen würde ich vorher klären, ob dein Lüfter mit PWM geregelt werden
kann - bzw was für eine Art von Antrieb er hat. Denn bei PWM entfällt
diese Verlustwärme, ausserdem kann man solche PWM Steller für wenige
Euro fertig kaufen.
Hans schrieb:> Es handelt sich um einen 3 Pin Lüfter.
Wer ist Hans?
Wie dem auch sei, auch das sagt nichts darüber aus, ob er nun per PWM
regelbar ist, oder nicht.
Mike schrieb:> Hmm, ich dachte, dass ich das mit einem handelsüblichen Poti und> Widerstände n realisieren könnte.
Kannst du ja auch, aber nicht mit den kleinsten. Ein dicker Motor
braucht dicke Widerstände.
Mike schrieb:> Hmm, ich dachte, dass ich das mit einem handelsüblichen Poti und> Widerstände n realisieren könnte.
Tja, denken, führt nicht immer zum Erfolg.
Stefan ⛄ F. schrieb:> Ich würde dafür sorgen, dass das Potentiometer mindestens 5 Watt> verträgt.
Nach meiner Rechnung müsste ein 1 Kiloohm-Poti 160W haben. Man
kommt alsu um einen PWM-Steller nicht drumherum.
Harald W. schrieb:> Nach meiner Rechnung müsste ein 1 Kiloohm-Poti 160W haben
Ich helfe dir mal:
Der Lüfter hat ca. 10 Watt. Mehr Leistung kann da in der ganzen
Schaltung nie und nimmer abfallen. Wo sollen die zusätzlichen 150 Watt
denn herkommen?
Stefan ⛄ F. schrieb:> Wie rechnest du denn?
Das 1K Poti muss für den max. auftretenden Strom ausgelegt sein.
Der wäre In dem Fall 0,4A.
U=R*I
U=400V
P=U*I
Stefan ⛄ F. schrieb:> Ich helfe dir mal:> Der Lüfter hat ca. 10 Watt. Mehr Leistung kann da in der ganzen> Schaltung nie und nimmer abfallen. Wo sollen die zusätzlichen 150 Watt> denn herkommen
Ich befürchte, dir muss geholfen werden.
Hint: auch wenn nicht die ganze Potischleiferbahn genutzt wird, muss die
verbleibende Bahn den Strom des Mogors aushalten.
Ganz klein gestellt also 0.4A.
Das ist zwar eine obere Grenze (mehr ist nicht nötig) aber wieviel
kleiner ausreicht ist unbekannt. Vielleicht verteilt sich die Wärme, die
auf dem kleinen Stück entsteht, gut und es reicht der halbe oder gar
1/10 des Werts, aber das wäre Raterei. Also nennt man die obere Grenze
für fundierte Antworten.
MaWin schrieb:> Hint: auch wenn nicht die ganze Potischleiferbahn genutzt wird, muss die> verbleibende Bahn den Strom des Mogors aushalten.
Da ist schon klar. Da muss man in die Dokumentation des jeweiligen Potis
schauen oder eben mutig schätzen, wie ich das oben getan habe.
160W sind jedenfalls Quatsch.
ek13 schrieb:> Das 1K Poti muss für den max. auftretenden Strom ausgelegt sein.> Der wäre In dem Fall 0,4A.> U=R*I> U=400V
und wo sollen die 400V herkommen?
Die Quelle ist jedenfalls nur 24V, allerdings Nähe Null Ohm reicht das
auch um das Poti bei passender Beschaltung abbrennen zu lassen, Co rona
scheint doch weiter fortgeschritten zu sein
Joachim B. schrieb:> allerdings Nähe Null Ohm reicht das> auch um das Poti bei passender Beschaltung abbrennen zu lassen
Reden wir hier noch vom Lüfter?
Der Lüfter nimmt bei 24 V 0,4 A auf, hat also etwa 60 Ω. Angenommen, wir
drehen das Poti auf 10 Ω, dann haben wir insgesamt 70 Ω.
Daraus ergibt sich die Stromstärke: 24 V / 70 Ω = 0,34 A
Am Poti fallen so viel Volt ab: 10 Ω * 0,34 A = 3,4 V
Die Verlustleistung am Poti ist dann: 3,4 V * 0,34 A = 1,16 W
Das darf man allerdings nicht einfach mit der maximalen Watt-Zahl des
Poris vergleichen, weil sich diese Leistung ja nur auf ein Teilstück des
gesamten Produktes verteilt. Deswegen muss man ein Poti wählen, das
deutlich mehr Gesamtleistung verträgt.
Aber keine 160 Watt.
MaWin schrieb:> Du kannst es nicht sagen.
Doch kann ich, weil ich ein gutes Bauchgefühl für reale physikalische
Zusammenhänge habe.
Mit Sicherheit genügt ein 10 Watt Poti. Wahrscheinlich sogar 5 Watt.
Wenn du magst, kannst du das Gegenteil beweisen.
Mike schrieb:> Hmm, ich dachte, dass ich das mit einem handelsüblichen Poti und> Widerständen realisieren könnte.
Ja, mit einem 5k Poti als Spannungsteiler, das mit seinem Schleifer an
die Basis von einem BD643 Darlington Transistor angeschlossen wird und
am Emitter wird der Lüfter gegen GND geschaltet. Bei 24 Volt kommt es
auf die 1,4 Volt Verlust auch nicht mehr drauf an.
Das TO220 Gehäuse kann isoliert und bequem an die Blechwand geschraubt
werden.
Dieser Konstruktion ist es egal, ob sie mit DC oder PWM gespeist wird.
Stefan ⛄ F. schrieb:> Doch kann ich, weil ich ein gutes Bauchgefühl für reale physikalische> Zusammenhänge habe.
Aha, Physik lebt aber nicht vom Bauchgefühl, sondern eher von Formeln.
> Mit Sicherheit genügt ein 10 Watt Poti. Wahrscheinlich sogar 5 Watt.
Ich würde ein 80W-Poti noch als zulässig ansehen. Ein 5W-Poti wird
mit Sicherheit durchbrennen, wenn es ganz am Anfang steht. Im End-
effekt gilt da nur das Datenblatt. Und in dem steht normalerweise,
das sich die Leistung immer auf die ganze Schleifbahn bezieht. Oder
hast Du ein Datenblatt, in dem was anderes steht?
Statt eines Potis könnte man natürlich einen Stufenschalter nehmen.
Dann gilt wieder die Leistung der Einzelwiderstände.