Ich hatte mir die Tage den aktuellen Firefox installiert, weil ich ein
Problem mit Cookies debuggen wollte. Zuerst durfte ich einige Zeit damit
verbringen, mich um die Privatsphäre zu kümmern:
- Aktivitätsverfolgung
- Cookies immer löschen
- Daten nicht speichern
- Zugriffe auf Standort, Mikrofon, Kamera, usw abschalten
- Datenerhebung und installierbare Studien abschalten
- Autoupdates deaktivieren (was schon Windows10 Ausmaße annimmt, denn
man kann den Updatecheck scheinbar nicht abschalten, sondern nur die
Installation aussetzen)
Dann durfte ich feststellen, daß im aktuellen Firefox der Inhalt der
Cookies im Cookiemanager nicht mehr angezeigt werden kann. Das wurde
angeblich aus UI-Designgründen zur Simplifizierung (!) entfernt. Dafür
soll man nun in der Webdev Konsole den Storage Manager nutzen; aber
scheinbar kann ich nur den Inhalt der Cookies anzeigen, wenn ich auf der
entsprechenden Seite bin. Also nix mit Offline-Analyse. Es gibt wohl 3rd
Party Plugins, aber was soll das? Eine Funktion, die von Leuten benutzt
wird die sich auskennen, wird aus UI Gründen entfernt. Geht's noch?
Also ein neuerer Firefox ist hiermit für mich gestorben: eine für mich
essenzielle Funktion die es einst gab, wurde grundlos entfernt. Ich muß
bis auf weiteres auf meiner alten ESR bleiben. Anscheinend ist alles
voll im Dumbing-Down Modus. Dazu sind Autoupdates ekelhaft wenn man
nachvollziehbare Setups braucht.
Was bietet sich denn aktuell als Alternative an für Leute die Wert auf
Privatsphäre legen, keine Werbeorgien mögen und auch mal tiefer in die
Daten eintauchen wollen? Schön wären Pluginsupport. Als Bonus ohne DoH
Pläne.
Edge? Nicht wirklich
Chrome? Einem Browser von der weltgrößten Trackingfirma traue ich nicht
Brave? Zeigt wohl auch Werbung (tauscht andere Werbung gegen eigene aus)
Waterfox? Wurde an System1 (Werbefirma) verkauft
Palemoon?
Chromium?
Vivaldi?
Safari?
Midori?
> Was bietet sich denn aktuell als Alternative an für Leute die Wert auf> Privatsphäre legen, keine Werbeorgien mögen und auch mal tiefer in die> Daten eintauchen wollen?
Sieht schlecht aus. Bin selbst schon seit ca einem Jahr am suchen und
hab nichts auch nur halbwegs zufriedenstellendes gefunden :-( Halte
verzweifelt meinen 12er Opera am Leben (Proxy für https, kein
Javascript, custom Stylesheets, etc) - aber es wird immer schwerer.
Klar, funktionieren tun die anderen, aber halt viel zu gut - ich hab bei
denen einfach keine Kontrolle mehr, was sie tun, man fühlt sich
ausgeliefert. Dazu kommt noch der wahnsinnige Resourcenbedarf den die
hinlegen - meine Rechner sind damit schnell überfordert, insb bei meinem
Surf-stil (offene Tabs statt Bookmarks).
Wenn das so weitergeht, surfe ich demnächst nur noch auf ein paar Seiten
mit Lynx/w3m/elinks.
foobar schrieb:> Halte verzweifelt meinen 12er Opera am Leben
Ich habe ja auch lange dran geklammert, aber 8 Jahre?
Wenn ich sowas lese, frage ich mich regelmäßig was euer größtes Problem
ist. Angst vor Datenkraken, oder fahrlässig mit uralter Software online
sein..???
BTW bist du als einziger User mit uralt Browser so sehr gut zu tracken.
Ist wie bei jeder Wahl: Das kleinere Übel.
Die sind absichtlich alle furchtbar, damit hinterher niemand
Verantwortlich ist. Haben ja alle so gemacht, da konnten wir nicht aus.
Und dieser nebensächliche Punkt war bei uns viel besser als bei denen.
Im Vivaldi kann ich mir die Cookies anzeigen lassen, unabhängig von der
Seite. Leider nur die Namen der Cookies, für den Wert muss ich jeden
Namen einzeln anklicken.
Aber mein Gott, für mich ich das nicht sooo dramatisch, ich lösch ab und
an einfach mal alles.
Cookies kann man bei diversen Browsern so einstellen, dass sie beim
Beenden automatisch gelöscht werden, mit Ausnahmen für bestimmte Sites.
Dir Browser-History kann man mitunter direkt oder per Browser-Extension
verhindern.
Browsersucher schrieb:> - Autoupdates deaktivieren
Fahrlässig.
>> Dann durfte ich feststellen, daß im aktuellen Firefox der Inhalt der> Cookies im Cookiemanager nicht mehr angezeigt werden kann. Das wurde> angeblich aus UI-Designgründen zur Simplifizierung (!) entfernt. Dafür> soll man nun in der Webdev Konsole den Storage Manager nutzen; aber> scheinbar kann ich nur den Inhalt der Cookies anzeigen, wenn ich auf der> entsprechenden Seite bin. Also nix mit Offline-Analyse.
Schreib nen Bugreport oder guck ob schon einer existiert.
https://bugzilla.mozilla.org/> Was bietet sich denn aktuell als Alternative an für Leute die Wert auf> Privatsphäre legen, keine Werbeorgien mögen und auch mal tiefer in die> Daten eintauchen wollen?
Ich bleibe bei Firefox.
Browser sind hochkomplexe Gebilde und sie bieten eine große
Angriffsfläche für Schadsoftware, daher würde ich mich nicht mit einem
Nischenbrowser zufrieden geben, den keiner nutzt.
Deine zweitbeste Option ist daher ein Browser auf Chromium-Basis mit
möglichst sehr großem Communityteam dahinter.
Da meiner Meinung nach Firefox immer noch der am besten von einer Open
Source Community, also ohne Konizern dahinter, gepflegte Browser ist,
würde ich da nichts anderes verwenden.
Und deinen alten Opera solltest du nicht mehr verwenden.
Sicherheitslücken und Fingerprint Tracking ist dessen Problem.
Andre schrieb:> Wenn ich sowas lese, frage ich mich regelmäßig was euer größtes Problem> ist. Angst vor Datenkraken, oder fahrlässig mit uralter Software online> sein..???
Mein Problem ist, daß neue Versionen weniger "Inside" Funktionalität
bieten, dafür im Austausch mehr Daten wollen. Ich will mich nicht an
alte Software klammern, aber wenn ich mit der neuen schlechter bis
garnicht arbeiten kann...? Was nützt mir da eine polierte und
rundgelutschte UI? Nix. Firefox verliert konstant User; und zwar nicht
trotz der Verbesserungen, sondern wegen denen.
Reinhard S. schrieb:> Im Vivaldi kann ich mir die Cookies anzeigen lassen, unabhängig von der> Seite. Leider nur die Namen der Cookies, für den Wert muss ich jeden> Namen einzeln anklicken.
Also Du hast eine Liste aller Cookies, und kannst für jedes alle Werte
anzeigen, ohne auf der Seite sein zu müssen?
Ich hab auch mal einen Browser geschrieben. Ist aber nicht fertig
geworden.
Martin Brinkmann ghacks
Michael Kuketz c't
da findest du was.
Clear Storage Button ist eine erweiterung für firefox-esr.
Browsersucher schrieb:> Reinhard S. schrieb:>> Im Vivaldi kann ich mir die Cookies anzeigen lassen, unabhängig von der>> Seite. Leider nur die Namen der Cookies, für den Wert muss ich jeden>> Namen einzeln anklicken.>> Also Du hast eine Liste aller Cookies, und kannst für jedes alle Werte> anzeigen, ohne auf der Seite sein zu müssen?
Ja, sortiert nach Domains. Wobei man wie gesagt für den Wert immer auf
den Namen vom Cookie klicken muss, was ich etwas umständlich gelöst
finde. In Opera 12 wurde glaube der Wert immer gleich dahinter
angezeigt.
Florian S. schrieb:> Warum nutzt du nicht einfach einen VPN oder Tor
Weil es darum ja eigentlich gar nicht geht.
Reinhard S. schrieb:> Ja, sortiert nach Domains. Wobei man wie gesagt für den Wert immer auf> den Namen vom Cookie klicken muss, was ich etwas umständlich gelöst> finde. In Opera 12 wurde glaube der Wert immer gleich dahinter> angezeigt.
Damit könnte ich leben, danke!
Browsersucher schrieb:> daß im aktuellen Firefox der Inhalt der> Cookies im Cookiemanager nicht mehr angezeigt werden kann
1.Ob man da immer ALLES sieht? Meterlange Zeichenketten könnten auch den
Spaß verderben? In Endeffekt hat man die Wahl zwischen Pest und Cholera.
Es verbietet Dir aber keiner, den FF-Entwicklern eine Mail zu schreiben.
2.VPN und Tor nützt wenig, wenn die Tor-IP ausgesperrt wurde. Außerdem
garantiert Dir keiner, dass nicht ein faules Ei in der Kette ist.
> In Opera 12 wurde glaube der Wert immer gleich dahinter angezeigt.
Korrekt. In den Seitenspezifischen Einstellung (s. Anhang).
Insbesondere kann man Cookies auch editieren.
Browsersucher schrieb:> Was bietet sich denn aktuell als Alternative an für Leute die Wert auf> Privatsphäre legen, keine Werbeorgien mögen und auch mal tiefer in die> Daten eintauchen wollen?
Was für ne dumme Frage.
Selbst schreiben natürlich! Webseiten sind ne Folge von Bytes. Das ist
echt trivial zu parsen und darzustellen. Wenn du das nicht kannst, nenn
dich nicht IT-affin. Oder ist affin bei dir die weibliche Form von Affe?
Eigentlich gibt es da ein Problem:
Browser gehören in der heutigen Zeit vom Aufwand und Komplexität zu den
anspruchsvollsten Projekten die es in der Software Welt geben kann.
Auf der anderen Seite gibt es Menschen die überwiegend nicht bereit sind
für einen Browser zu bezahlen. Außerdem sind sie von klein auf auch
daran gewöhnt dass man für so eine Software nicht bezahlt.
Was mag also die Lösung dieses Problems sein?
Mögliche Lösungen:
- Man erwartet einfach dass ein so reiches Unternehmen wie Microsoft
oder Alphabet einfach aus purer Freundlichkeit und ohne einen
profitablen Vorteil für sich zu suchen, euch so einen modernen Browser
entwickelt und fortlaufend pflegt.
- Man entwickelt die Bereitschaft für einen Browser zu zahlen und da
reicht es nicht wenn man 1x zahlt und dann erwarten dass Update für die
nächsten 30 Jahre kostenlos sind. Damit man so ein großes Projekt
finanzieren kann müsste man für neuere Versionen regelmäßig bezahlen.
- Die freien Entwickler schaffen es einen freien Browser zu entwickeln
und zu pflegen. Da sich das Projekt aus freiwilliger Arbeit und Spenden
finanziert wäre es prinzipiell für alle kostenlos.
Dagegen spricht dass Mozilla überwiegend spendenfinanziert ist. Die
haben Geld, sind aber dennoch immer mehr in Richung Nutzerfeindlichkeit
unterwegs. Pocket, diverse Standardeinstellungen, keine lokale
Speicherung von Lesezeichen.
Alle anderen sind garnicht zu gebrauchen. Basieren alle auf Chromium
oder sind 10 Jahre hinterher.
Barfussläufer schrieb:> und sich vom Ganzen Website> Grafik schnischnack befreien.
Es gibt tatsächlich Leute die das Internet ohne Grafik Schnickschnack
nutzen: Blinde.
oszi40 schrieb:> 1.Ob man da immer ALLES sieht? Meterlange Zeichenketten könnten auch den> Spaß verderben?
Was hat das mit Spaß zu tun? Wenn ich ein Problem debuggen muß, dann muß
ich evtl halt meterlange Zeichenketten verarbeiten. Oder soll ich den
Bug schließen mit "Too much text, wontfix"?
Hugi1 schrieb:> Auf der anderen Seite gibt es Menschen die überwiegend nicht bereit sind> für einen Browser zu bezahlen. Außerdem sind sie von klein auf auch> daran gewöhnt dass man für so eine Software nicht bezahlt.
Gibt's denn einen Bezahlbrowser? Komplett ohne Telemetrie, mit all dem
Umfang den die Nutzer brauchen? Und warum soll das nicht umsonst gehen?
Linux zeigt doch, daß kostenlose Software funktionieren kann und daß
davon auch Konzerne leben können.
Nebenbei: FF prüft Zertifikate mit OCSP. Das kann nicht jeder
Browser.http://www.elektronik-kompendium.de/sites/net/1907091.htmBrowsersucher schrieb:> Was hat das mit Spaß zu tun? Wenn ich ein Problem debuggen muß, dann muß> ich evtl halt meterlange Zeichenketten verarbeiten. Oder soll ich den> Bug schließen mit "Too much text, wontfix"?
Nicht jedes Gerät hat unendlich viel Speicher. Ob eine Cooki-Flut alte
Systeme überlastet hat und das jetzt ein Bugfix ist?
Hugi1 schrieb:> - Die freien Entwickler schaffen es einen freien Browser zu entwickeln> und zu pflegen.
Ich glaube, dafür gibt es weder genug freiwillige entwickler, noch hat
irgendjemand dafür Zeit, sowas in seiner Freizeit zutun. Und selbst wenn
Hast du all die W3C standards gesehen. Das parsen und was wie in welcher
Reihenfolge gerendert werden muss, ist alles strikt definiert. Das alles
von grundauf neu zu implementieren, ich glaub nicht, dass das möglich
ist, das ist viel zu viel und viel zu komplex. Und selbst wenn, die W3C,
die die Entscheidungen trifft wird sich dafür wenig interressieren, und
dinge wie EME bekommt man nicht mehr weg.
Eventuell wäre es besser, ein neues Web zu entwickeln, mit klaren
Zielen, scopes, usecases, und segregation zwischen diesen, etwas, wo
Werbefreiheit, Userdatensparsamkeit, Dezentralisierung,
Informations-/Applications- etc. fokus (je nach usecase/seitenart), etc.
teil des Designs sind. Ich nenne diese fiktive Technologie jetzt mal,
den Nebel. Der Nebel könnte sich ähnlich verbreiten, wie früher das
Internet. Erst in kleineren, technologieaffinen communities, dann nach
und nach bei allen. Ich glaube, wir können vielleicht das Web nichtmehr
retten/zurück holen, aber wir können den Nebel erschaffen, und das Web
überflüssig machen!
Barfussläufer schrieb:> lynx ist Hardcore für txt puristen oder eben wo http das Geräte-User> Interface ist.
lynx(1) ist für solche Debugging-Arbeiten, wie der TO sie machen möchte,
aber nicht das Mittel der Wahl. Man könnte mit wget oder Perls Modul
HTTP::Request arbeiten, das zum Beispiel Befehle wie "GET" und "POST"
auf der Kommandozeile bereitstellt.
Je nach Problem erscheinen mir jedoch curl(1) oder ein großes
GUI-Programm wie WireShark besser geeignet. curl(1) ist eine Software
zur Konstruktion von Paketen und Darstellung ihres Ergebnisses,
Wireshark ein Paketsniffer.
Ach so: wenn die Webseite nur per TLS SSL HTTPS angebunden ist, dann
kann man sich eines Reverse Proxy bedienen, um die Verschlüsselung zu
terminieren.... ;-)
> Wobei, wenn man wirklich tief in die deten einsteigen möchte, kann man> auch gleich ein Phython script benutzen
Es heißt Python. Wie die Schlange. ;-)
Hugi1 schrieb:> Eigentlich gibt es da ein Problem:>> Browser gehören in der heutigen Zeit vom Aufwand und Komplexität zu den> anspruchsvollsten Projekten die es in der Software Welt geben kann.
Ja.
> Auf der anderen Seite gibt es Menschen die überwiegend nicht bereit sind> für einen Browser zu bezahlen. Außerdem sind sie von klein auf auch> daran gewöhnt dass man für so eine Software nicht bezahlt.>> Was mag also die Lösung dieses Problems sein?>> Mögliche Lösungen:>> - Man erwartet einfach dass ein so reiches Unternehmen wie Microsoft> oder Alphabet einfach aus purer Freundlichkeit und ohne einen> profitablen Vorteil für sich zu suchen, euch so einen modernen Browser> entwickelt und fortlaufend pflegt.
Schon hier ist Dein erster Denkfehler. MS, Alphabet und Co machen sowas
natürlich nicht aus Menschenfreundlichkeit. Sie machen das, weil sie
viel weiter denken als Du und deswegen wissen, daß das zunächst die
Plattform für die Zukunft sein wird.
> - Die freien Entwickler schaffen es einen freien Browser zu entwickeln> und zu pflegen. Da sich das Projekt aus freiwilliger Arbeit und Spenden> finanziert wäre es prinzipiell für alle kostenlos.
Schaffen sie ja, einer der (vielen freien) Browser heißt Firefox. Daß
der TO damit (angeblich) sein Debugging-Problem nicht gelöst bekommt,
steht dem keineswegs entgegen. Denn auch wenn Firefox eine Reihe von
Debug-Werkzeugen enthält, ist das nicht einmal ansatzweise die Art von
Anwendungsfall, für den diese Software entwickelt wurde.
DPA schrieb:> Eventuell wäre es besser, ein neues Web zu entwickeln, mit klaren> Zielen, scopes, usecases, und segregation zwischen diesen,
Hatten wir. Usenet, Gopher, ... Das Problem ist kein technisches,
sondern ein soziales. ;-)
Hugi1 schrieb:>> - Die freien Entwickler schaffen es einen freien Browser zu entwickeln> und zu pflegen. Da sich das Projekt aus freiwilliger Arbeit und Spenden> finanziert wäre es prinzipiell für alle kostenlos.
Mozilla wurde viele Jahre und wird vermutlich immer noch von Google
finanziert. Als Gegenleistung ist Google die voreingestellte
Suchmaschine bei einer Default Installation von Firefox.
Obwohl Suchmaschinen gibt, die weniger Daten sammeln, sind die bei dem
Open Source Projekt Namens Firefox voreingestellt, der Grund liegt in
der Finanzierung des Projekts durch Google.
Da aber jeder bei Firefox mitmachen kann, sollte es möglich sein, das
Cookiemenü um die nötige Fähigkeit wieder zu erweitern.
Wenn der Code dann angenommen wird, ist es gut, wenn nicht, dann könnte
man immer noch den Code von der aktuellen ESR Version per git Downloaden
und mit dem eigenen Code für die Cookie Bearbeitung mergen und dann das
ganze zu seiner eigenen Version compilen.
Ich schätze mal, dass so ne Cookie Bearbeitungsfunktion nur wenig in die
Kernkomponenten eingreift und man sie daher gut anflanschen könnte. Das
hält dann den Aufwand bei jeder neuen ESR Version den Merge
durchzuführen dann in Grenzen.
keinnamevergeben schrieb:> Dagegen spricht dass Mozilla überwiegend spendenfinanziert ist. Die> haben Geld, sind aber dennoch immer mehr in Richung Nutzerfeindlichkeit> unterwegs. Pocket, diverse Standardeinstellungen, keine lokale> Speicherung von Lesezeichen.
Lesezeichen können nach wie vor lokal gespeichert werden.
Das ist sogar die Standardeinstellung wenn man kein Firefox Sync
verwendet.
Und mit Firefox Sync macht es logischerweise keinen Sinn.
Hat man Firefox Sync, dann kann man aber dennoch immer noch die
Lesezeichen exportieren und hat sie dann auch lokal auf seinem Rechner.
Wenn man dann kein Firefox Sync mehr nutzen will, kann man bei einer
frischen Browserinstallation und Nutzerprofil die exportieren
Lesezeichen wieder importieren.
Browsersucher schrieb:> Und warum soll das nicht umsonst gehen?> Linux zeigt doch, daß kostenlose Software funktionieren kann und daß> davon auch Konzerne leben können.
Die Entwicklung von Linux und seiner Software wird längst nicht mehr für
Lau gemacht.
Seit vielen Jahren wird die Entwicklung von Konzernen finanziert und die
zahlen Gehälter und das ist auch der Grund, warum die Entwicklung so
schnell voranschreitet.
Wer das Gegenteil sehen will, der sollte sich Haiku oder ReactOS
ansehen, das wird wirklich nur von freiwilligen in der Freizeit
entwickelt. Entsprechend langsam geht es da auch voran.
Apropo Haiku.
@Threadstarter
Haiku wäre auch eine Lösung. Selbst wenn deren Browser Sicherheitslücken
hat, bleibst du unter dem Radar, weil für Haiku kaum einer Schadsoftware
entwickelt.
Das ist dann zwar dann der typische Fall von Security by Obscurity, aber
in Angesicht deiner Anforderungen wäre das eine Möglichkeit mit
gegebenen Risiko, das man aber in Betracht ziehen und darüber nachdenken
könnte.
Ich persönlich würde das zwar nicht empfehlen, aber der
Vollständigkeithalber erwähne ich es dennoch.
DPA schrieb:> Eventuell wäre es besser, ein neues Web zu entwickeln
Es funktioniert ja seit Jahrzehnten noch nicht einmal, ein neues
Mailprotokoll parallel zu entwickeln um Spam zu verhindern.
Sheeva P. schrieb:> Schaffen sie ja, einer der (vielen freien) Browser heißt Firefox. Daß> der TO damit (angeblich) sein Debugging-Problem nicht gelöst bekommt,> steht dem keineswegs entgegen. Denn auch wenn Firefox eine Reihe von> Debug-Werkzeugen enthält, ist das nicht einmal ansatzweise die Art von> Anwendungsfall, für den diese Software entwickelt wurde.
Schön, daß man hier indirekt als Lügner hingestellt wird. Ich habe nicht
behauptet daß es mit dem neuen FF überhaupt nicht geht; mich regt es
auf, daß Funktionen die vorher vorhanden und einfach nutzbar waren, aus
idiotischen UI Aspekten komplett umgelagert und umständlicher nutzbar
gemacht wurden. Und wenn Debugging/Entwicklung "nicht einmal ansatzweise
die Art von Anwendungsfall" sind, warum hat FF die dann seit Ewigkeiten
drin? Es war ja auch lange genug deren Marketingargument, um es den
Nerds schmackhaft zu machen.
DPA schrieb:> Eventuell wäre es besser, ein neues Web zu entwickeln, mit klaren> Zielen, scopes, usecases, und segregation zwischen diesen, etwas, wo> Werbefreiheit, Userdatensparsamkeit, Dezentralisierung,> Informations-/Applications- etc. fokus (je nach usecase/seitenart), etc.> teil des Designs sind. Ich nenne diese fiktive Technologie jetzt mal,> den Nebel. Der Nebel könnte sich ähnlich verbreiten, wie früher das> Internet. Erst in kleineren, technologieaffinen communities, dann nach> und nach bei allen. Ich glaube, wir können vielleicht das Web nichtmehr> retten/zurück holen, aber wir können den Nebel erschaffen, und das Web> überflüssig machen!https://xkcd.com/927/
Nano schrieb:
.
>> Obwohl Suchmaschinen gibt, die weniger Daten sammeln, sind die bei dem> Open Source Projekt Namens Firefox voreingestellt, der Grund liegt in> der Finanzierung des Projekts durch Google.
Sry, da fehlt ein nicht.
Ich meinte:
...sind die bei dem Open Source Projekt Namens Firefox nicht
voreingestellt, ...
Nano schrieb:> Die Entwicklung von Linux und seiner Software wird längst nicht mehr für> Lau gemacht.
Als Nutzer bekomme ich Linux aber für lau. Trotzdem funktionieren die
Konzerne dahinter. Ergo gilt "gute Software gibt es nur gegen Geld" eben
so nicht.
Nano schrieb:> Security by Obscurity
Mir geht es primär nicht um Security, sondern Useability.
Browsersucher schrieb:> Schön, daß man hier indirekt als Lügner hingestellt wird. Ich habe nicht> behauptet daß es mit dem neuen FF überhaupt nicht geht; mich regt es> auf, daß Funktionen die vorher vorhanden und einfach nutzbar waren, aus> idiotischen UI Aspekten komplett umgelagert und umständlicher nutzbar> gemacht wurden.
Mozilla hat eine Mailingliste für Entwickler. Melde dich da an und
schildere dort dein Problem. Wenn der Aufschrei aus dem Netz groß genug
ist, wird man das wieder nachbessern.
Browsersucher schrieb:> Nano schrieb:>> Die Entwicklung von Linux und seiner Software wird längst nicht mehr für>> Lau gemacht.>> Als Nutzer bekomme ich Linux aber für lau. Trotzdem funktionieren die> Konzerne dahinter. Ergo gilt "gute Software gibt es nur gegen Geld" eben> so nicht.
Die Software wird mithilfe von Geld entwickelt, ohne diese Entwicklung
wäre die Software noch nicht das, was sie jetzt ist.
>> Nano schrieb:>> Security by Obscurity>> Mir geht es primär nicht um Security, sondern Useability.
Na dann ist Haiku für dich doch eine Option.
Du kannst es auch in eine VM packen.
Sheeva P. schrieb:> Barfussläufer schrieb:>> lynx ist Hardcore für txt puristen oder eben wo http das Geräte-User>> Interface ist.>> lynx(1) ist für solche Debugging-Arbeiten, wie der TO sie machen möchte,> aber nicht das Mittel der Wahl. Man könnte mit wget oder Perls Modul> HTTP::Request arbeiten, das zum Beispiel Befehle wie "GET" und "POST"> auf der Kommandozeile bereitstellt.
Ja man kann per ssh oder dem (unsicheren) Telnet direkt eine Verbindung
zu dem Webserver aufbauen und direkt die http-Kommandos eigeben. Aber
das habe ich mich nicht getraut um nicht als "IT-Masochist, du
programmierst sicher auch noch Assembler" beschimpft zu werden ;-)
>> Wobei, wenn man wirklich tief in die deten einsteigen möchte, kann man>> auch gleich ein Phython script benutzen>> Es heißt Python. Wie die Schlange. ;-)
Stimmt, wobei es ist hier nur ein Beispiel für 'script-affines'
web-browsen. Perl als alternative resp. klassischen Ansatz hast Du ja
schon genannt .. auch das habe ich mich aus oben genannten Gründen nicht
getraut ;-).
Nano schrieb:> Die Software wird mithilfe von Geld entwickelt, ohne diese Entwicklung> wäre die Software noch nicht das, was sie jetzt ist.
Stimmt, aber trotzdem zahlt der normale User ja nicht dafür; die
finanzieren sich eben anders, zB über Serviceverträge.
Barfussläufer schrieb:> Ja man kann per ssh oder dem (unsicheren) Telnet direkt eine Verbindung> zu dem Webserver aufbauen und direkt die http-Kommandos eigeben. Aber> das habe ich mich nicht getraut um nicht als "IT-Masochist, du> programmierst sicher auch noch Assembler" beschimpft zu werden ;-)
Telnet für http ist nicht unsicherer als jeder andere Browser. Das hat
nichts mit Masochismus zu tun: es ist ein Werkzeug. Und wenn man mit dem
Netz arbeitet, dann nutzt man eben solche Werkzeuge. So gesehen sind für
Tante Emma auch Elektroniker Masochisten, weil die mit Widerständen und
so arbeiten, statt fertige Produkte zu nutzen.
Sheeva P. schrieb:> DPA schrieb:>> Eventuell wäre es besser, ein neues Web zu entwickeln, mit klaren>> Zielen, scopes, usecases, und segregation zwischen diesen,>> Hatten wir. Usenet, Gopher, ...
Usenet... Das war vor meiner Zeit.
Das war doch ursprünglich nur für Text da? Das soll wohl funktionsmässig
ein bisschen wie ein Forum gewesen sein, aber wo Zeugs eventuell nicht
für immer da bleibt? Und das ist wohl global gedacht, aber es gibt nur
noch ein paar Provider, die aber irgendwie miteinander verbunden sind,
und auch noch kosten?
Später wurden denn da beliebige Dateiformate möglich, was dann zu einem
Problem wurde? Ist glaub ich rechtlich gesehen für die Betreiber etwas
problematisch, aus ähnlichen gründen wie warum Torrents für Endbenutzer
problematisch sind?
Also ist selbst nen server betreiben zu gefährlich und unpraktikabel
heutzutage?
Die Idee/das Konzept find ich eigentlich gut, aber das Problem damit
scheint mir jetzt eher Rechtlicher/Politischer und Technischer Natur zu
sein, als Sozialer.
Eventuell wäre heute eine torrent oder cluster artigere Struktur für
sowas sinnvoller? Wenn jeder Nutzer auch ein Server wäre und dinge
würden nur für ne Woche auf immer mindestens 10 zufälligen Nodes zu
jedem Zeitpunkt gespeichert oder so, eventuell wäre es dann
verbreiteter, zugänglicher, und man bräuchte keine Provider?
Und Gopher...
das ist doch vergleichbar mit HTTP. Aber ich denke, es ist etwas zu
Limitierend (ich glaub das nutzt noch nicht einmal mime typen und kann
keine compression, und keine dynamischen Inhalte)? Es hat zwar auch ein
paar nette Features, die HTTP fehlen. Können die Browser dafür auch was
anderes als Plain Text direkt selbst darstellen, z.B. markdown oder so?
Sonst erscheint mir das doch etwas zu minimalistisch.
> Das Problem ist kein technisches, sondern ein soziales. ;-)
Na ich weiss ja nicht, ich glaube es gute andere gründe, als nur
Soziale, warum sich bisherige Alternativen nicht durchsetzen konnten.
Ich setz mir das mal auf die TODO liste, und überleg mir mal was neues &
besseres, falls ich da mal dazu komme.
DPA schrieb:>> Das Problem ist kein technisches, sondern ein soziales. ;-)>> Na ich weiss ja nicht, ich glaube es gute andere gründe, als nur> Soziale, warum sich bisherige Alternativen nicht durchsetzen konnten.
Eigentlich schon, oder anders formuliert, es sind nicht die technischen
Probleme die der TO mit Browserwechsel lösen will.
Beispielsweise "Werbe-Müll"
hat nix mit Technik zu tun, eher mit Bezahlmoral. Wer bereit ist für
Technik zu zahlen muss nicht auf Pseudo-Finanzierung wie Bezahlmodell
Werbeschlucker. Ähnlich 'tracking'.
Und manchmal ist es einfach Bequemlichkeit und "Blendung durch bunte
GUI".
Beispielsweise mikrocontroller.net als Nachfolger von d.s.e. aka
Newsgroup de.science.electronic
http://www.dse-faq.elektronik-kompendium.de/
Die technische Eingangshürde wie das Aufsetzen eines news client und
Organisation des passenden news-feeds sorgte en passant dafür das fast
ausschliesslich technik- und nicht Dummlabber-Interessierte ihren Weg in
die Diskussion fanden.
DPA schrieb:> Sheeva P. schrieb:>> DPA schrieb:>>> Eventuell wäre es besser, ein neues Web zu entwickeln, mit klaren>>> Zielen, scopes, usecases, und segregation zwischen diesen,>>>> Hatten wir. Usenet, Gopher, ...>> Usenet... Das war vor meiner Zeit.>> Das war doch ursprünglich nur für Text da? Das soll wohl funktionsmässig> ein bisschen wie ein Forum gewesen sein, aber wo Zeugs eventuell nicht> für immer da bleibt?
Newsgroups musst du dir von der Benutzung und den Möglichkeiten her sehr
ähnlich wie E-Mail vorstellen. Nur dass man nicht an eine Mail-Adresse,
sondern an eine Newsgroup schreibt, die man vorher abonniert hat. Die
Posting werden auf dem Server gespeichert. Im Newsreader wurden dann die
Gesprächsverläufe angezeigt.
Das Usenet war mal ein sehr großes Netz aus vielen Newsgroup-Servern
weltweit, die alle miteinander verbunden waren und die Postings
untereinander ausgetauscht haben, so dass du - auch ähnlich wie bei
E-Mail - dich mit dem Usenet-Server deines Providers verbunden hast und
dann die Postings von anderen, die diese über ihre jeweiligen Server
gepostet haben, sehen und darauf antworten konntest. Jeder
Server-Betreiber hatte dabei in der Hand, welche Newsgroups er auf
seinem Server haben wollte. Es gab eine unglaubliche Anzahl von
Newsgroups zu allen erdenklichen Themen. Die Bezeichnungen der Themen
waren dabei hierarisch sortiert. Wenn man sich z.B. auf deutsch über
Raumschiff Enterprise unterhalten wollte, ging man nach
de.rec.sf.startrek.enterprise.
Es gab dann auch "Binary"-Newsgroups, die sich darauf spezialisiert
haben, Programme und andere Dinge illegal als Anhang zu verbreiten.
Barfussläufer schrieb:> Beispielsweise "Werbe-Müll"> hat nix mit Technik zu tun, eher mit Bezahlmoral. Wer bereit ist für> Technik zu zahlen muss nicht auf Pseudo-Finanzierung wie Bezahlmodell> Werbeschlucker. Ähnlich 'tracking'.
Naja, ich weiss ja nicht, ob die mit Tracking und Werbung wirklich
aufhören würde, wenn man die bezahlen würde. Andererseits, wenn es für
jeden trivial wäre, so ein Forum zu machen, oder sowas globales &
dezentrales wie Newsgroup wieder aufkommen würde, und man nicht wegen
dem copyright mist aufpassen müsste, glaube ich, würde es dort
vermutlich keine Werbung oder Tracking in der Form geben, wie wir sie
heute haben. Schaut euch nur mal all die Mastodon Instanzen und co. an,
ich hab noch keine mit Werbung gesehen.
Es ist aber auch nicht alle Werbung schlecht. Es gibt diesen einen
Werbeanbieter, den ich in meiner Blockliste gewhitelistet habe. Früher
war das Project Wonderful, bevor die dicht gemacht haben, jetzt ist es
www.comicad.net. Der code von dem Ding ist zwar ziemlicher Schrott, aber
die Funktionsweise & das Bezahl Modell find ich echt genial. Die Werbung
davon ist in der regel recht gut, ich sehe die hauptsächlich bei Comics,
und das ist dann in der regel Werbung für andere Comics. So findet man
dann tatsächlich neue und interessante Dinge. Stellt euch vor, die
Werbung in dem Forum hier würde auf andere interessante Foren zeigen,
das wär doch mal was anderes! (Oder auf Comics, andere Foren scheint es
auf der Platform eher weniger zu geben, da hätte ich auch nichts
dagegen). Auch Seitenempfehlungen der Seitenbetreiber find ich recht
nett. Aber diese guten formen der Werbung scheinen leider eher die
Ausnahme und nicht besonders Lukrativ zu sein...
Rolf M. schrieb:> Newsgroups musst du dir von der Benutzung und den Möglichkeiten her sehr> ähnlich wie E-Mail vorstellen. Nur dass man nicht an eine Mail-Adresse,> sondern an eine Newsgroup schreibt, die man vorher abonniert hat.
Also quasi wie bei Mailinglisten?
DPA schrieb:> Rolf M. schrieb:>> Newsgroups musst du dir von der Benutzung und den Möglichkeiten her sehr>> ähnlich wie E-Mail vorstellen. Nur dass man nicht an eine Mail-Adresse,>> sondern an eine Newsgroup schreibt, die man vorher abonniert hat.>> Also quasi wie bei Mailinglisten?
Eher nicht, mailing listen werden doch vorwiegend nur in eine Richtung
benutzt, um Ankündigungen von einem zentralen Punkt an alle Endknoten zu
verteilen, während Newsgroupen schon eine Diskussion aus Reply und
FollowUp im Protokoll abbilden. Schön wenn sich dann jemand findet die
Diskussionen in einer FAQ zusammenzubündeln. Schau dir einfach mal
http://www.dse-faq.elektronik-kompendium.de/dse-faq.txt an, was da an
geordneter Information in einer Newsgroup zusammengetragen wurde.
Barfussläufer schrieb:> Eher nicht, mailing listen werden doch vorwiegend nur in eine Richtung> benutzt
Nö, ganz und garnicht. Ich bin in diversen Mailinglisten, und unterhalte
mich dort mit den anderen über diverse Themen. Dort gibt es auch
Threads, man macht einfach ein Reply an die Liste für die entsprechende
Mail. Die brauchbaren Mail Programme haben ne Ansicht, um diese
Mail-Threads zusammenzufassen. Ist zwar vermutlich nicht ganz so
elegant, wie in nem Forum oder ner Newsgroup, funktioniert aber
einwandfrei.
Barfussläufer schrieb:> DPA schrieb:>> Rolf M. schrieb:>>> Newsgroups musst du dir von der Benutzung und den Möglichkeiten her sehr>>> ähnlich wie E-Mail vorstellen. Nur dass man nicht an eine Mail-Adresse,>>> sondern an eine Newsgroup schreibt, die man vorher abonniert hat.>>>> Also quasi wie bei Mailinglisten?>> Eher nicht, mailing listen werden doch vorwiegend nur in eine Richtung> benutzt, um Ankündigungen von einem zentralen Punkt an alle Endknoten zu> verteilen, während Newsgroupen schon eine Diskussion aus Reply und> FollowUp im Protokoll abbilden.
Viele große Open Source Projekte nutzen immer noch Mailinglisten zum
Diskutieren und Entwickeln.
Ein bekannte Kandidat ist bspw. der Linux Kernel.
Webforen werde überwiegend erst bei neueren Projekten genutzt.
Barfussläufer schrieb:> Beispielsweise "Werbe-Müll"> hat nix mit Technik zu tun, eher mit Bezahlmoral. Wer bereit ist für> Technik zu zahlen muss nicht auf Pseudo-Finanzierung wie Bezahlmodell> Werbeschlucker. Ähnlich 'tracking'.
Ich hatte lange kein Problem mit Werbung; zugegeben, in den Anfängen war
das recht begrenzt, aber voll akzeptabel. Dann haben Werbefuzzis das
Potential entdeckt und es ging rasant bergab:
- blinkende GIF Animationen
- blindende und schreiende Flash Animationen
- Popups, Popunders in beliebiger Anzahl
- Click-Overlays
- Javascript Missbrauch
- immer größere und langsamere Seiten (wg der Werbung)
Und da ist noch nicht mal der Mist mit Schadsoftware und immer
umfassenderem Tracking drin.
Irgendwann hat man einfach die Schnauze voll. Gelegentlich schalte ich
mal den Werbeblocker ab, aber es hat sich nichts gebessert. Und solange
mich die Werbeindustrie mit Müll zuballert, bleibt der Blocker
aggressiv.
DPA schrieb:> Rolf M. schrieb:>> Newsgroups musst du dir von der Benutzung und den Möglichkeiten her sehr>> ähnlich wie E-Mail vorstellen. Nur dass man nicht an eine Mail-Adresse,>> sondern an eine Newsgroup schreibt, die man vorher abonniert hat.>> Also quasi wie bei Mailinglisten?
Ja und nein. Die Newsgroups liegen auf den Usenet-Servern verteilt. Wenn
man einer Gruppe beitritt, kann man auch alte Postings sehen, die vor
dem Beitritt gesendet wurden. Und wenn ein Usenet-Server weg ist, ist
immer noch alles da, weil es ja auf vielen Servern gespeichert ist und
immer jedem, der sich damit verbindet, zugänglich gemacht wird. Und auf
den meisten Usenet-Servern hattest du an Newsgroups eine Auswahl im
mittleren fünfstelligen Bereich. Stell dir einfach vor, du könntest beim
Mail-Server von T-Online oder der Uni oder einem beliebigen anderen
Provider direkt aus dem Mailprogram heraus beliebigen Mailinglisten aus
einer Auswahl aus 50.000 Stück beitreten und sofort mitposten. Beim
Usenet-Server ging das.
Und man konnte sich auch mehr oder weniger anonym dort bewegen, auch
wenn das von anderen Teilnehmern oft ungern gesehen wurde. Man verbindet
sich ja einfach mit dem Usenet-Server, und los geht's, ohne Account oder
so. Man kann eine Mail-Adresse angeben, aber die dient im Prinzip nur
dazu, dass dir jemand auf ein Posting auch mit einer privaten Nachricht
antworten kann statt in die Gruppe. Diese private Nachricht ist dann
eben ganz einfach eine E-Mail.
Barfussläufer schrieb:> Nano schrieb:>>> Ein bekannte Kandidat ist bspw. der Linux Kernel.>> Webforen werde überwiegend erst bei neueren Projekten genutzt.>> Also grad der Linux Kernel ist über Newsgroup gestartet, comp.os.linux,> konkret> https://www.learnlinux.ie/content/linus-torvalds-original-announcement-usenet
Ich habe ja nicht gesagt, dass dessen Entwicklung über Mailinglisten
gestartet wurde, sondern nur, dass heute für dessen Entwicklung immer
noch Mailinglisten für die Kommunikation verwendet werden.
Browsersucher schrieb:> Sheeva P. schrieb:>> Schaffen sie ja, einer der (vielen freien) Browser heißt Firefox. Daß>> der TO damit (angeblich) sein Debugging-Problem nicht gelöst bekommt,>> steht dem keineswegs entgegen. Denn auch wenn Firefox eine Reihe von>> Debug-Werkzeugen enthält, ist das nicht einmal ansatzweise die Art von>> Anwendungsfall, für den diese Software entwickelt wurde.>> Schön, daß man hier indirekt als Lügner hingestellt wird.
Das ist doch Unsinn.
> Ich habe nicht> behauptet daß es mit dem neuen FF überhaupt nicht geht; mich regt es> auf, daß Funktionen die vorher vorhanden und einfach nutzbar waren, aus> idiotischen UI Aspekten komplett umgelagert und umständlicher nutzbar> gemacht wurden. Und wenn Debugging/Entwicklung "nicht einmal ansatzweise> die Art von Anwendungsfall" sind, warum hat FF die dann seit Ewigkeiten> drin? Es war ja auch lange genug deren Marketingargument, um es den> Nerds schmackhaft zu machen.
An ein solches "Marketing" kann ich mich nicht erinnern, aber das ist
wohl auch egal. Tatsache ist, daß Firefox zunächstmal ein Webbrowser
ist, ob es Dir nun gefällt oder nicht. Was dort heute unter dem
Menüpunkt "Inspect" eingebaut ist, gab es früher gar nicht, und später
nur in Verbindung mit umfangreichen Addons wie Firebug.
Tatsache ist auch, daß sich Software nun einmal weiterentwickelt, und
das gilt auch für den guten alten Firefox. Aber beim Firefox wird dabei
immer gerne geschrieen: "wir konnten sie nur", "ich verstehe das nicht",
... Es ist natürlich Dein gutes Recht, Dich zu ärgern, aber dies hier
ist sicher der falsche Ort dafür. Wenn Du Dich ärgerst -- oder womöglich
sogar eine gute Erklärung haben willst, warum sich die Entwickler dazu
entschieden haben, Deine Lieblingsfunktion 'rauszuwerfen oder auf eine
umständlichere Weise zugänglich zu machen -- dann sind sie der richtige
Ansprechpartner für Dich, nicht ein Forum, das sich ausweislich seines
Namens primär mit der Entwicklung von Mikrocontroller-Software und
-Elektronik befaßt. Auch dieses Unterforum "PC-Programmierung" ist wohl
nicht als Meckerecke oder Kummerkasten für frustrierte Softwareanwender
gedacht, sondern... genau.
Auch wenn ich Dich keineswegs als "Lügner" bezeichnet habe oder das
getan haben wollte, nichtmal indirekt, so erscheint mir Dein Vorgehen,
Deine Frustration hier in ein nichtmal ansatzweise mit solchen Themen
befaßtes Forum abzukübeln, nicht gerade klug, sinnvoll, oder
zielführend. Aber das mußt Du natürlich selbst wissen, YMMV.
Nano schrieb:> Browsersucher schrieb:>> Nano schrieb:>>> Die Entwicklung von Linux und seiner Software wird längst nicht mehr für>>> Lau gemacht.>>>> Als Nutzer bekomme ich Linux aber für lau. Trotzdem funktionieren die>> Konzerne dahinter. Ergo gilt "gute Software gibt es nur gegen Geld" eben>> so nicht.>> Die Software wird mithilfe von Geld entwickelt, ohne diese Entwicklung> wäre die Software noch nicht das, was sie jetzt ist.
Erstens ändert das nichts, und zweitens ist das eine reine Behauptung.
Und Deine besagten Konzerne überhaupt dazu zu bekommen, daß sie in die
weitere Entwicklung von Linux investieren, mußte es erstmal eine
beachtliche Reife und Verbreitung erreichen -- ohne das Geld der
Konzerne. Wer weiß, wo es heutzutage wäre, wenn nicht Unternehmen und
Konzerne wie IBM, RedHat, und Google investiert hätten -- oder wo die
besagten Unternehmen heute wären.
Insbesondere RedHat und Google sind ja auch erst mit und durch Linux zu
jenen Großkonzernen geworden, die sie heute sind. Ohne Linux wären sie
vermutlich nur kleine Softwareklitschen, wenn überhaupt, oder ihrerseits
fest in der Hand von anderen Konzernen wie etwa Microsoft, Apple, oder
sonstwem, und diesen auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Vielleicht
würdest Du ja lieber in einer solchen Welt leben, wo Du jede Anfrage bei
Deiner Suchmaschine (Bing, anyone?) oder für jedes Ergebnis erstmal
einen kleinen Geldbetrag hinlegen müßtest... der größte Teil der übrigen
Welt (Achtung: argumentum ad populum, Spekulation) eher nicht.
Insofern sind Deine Behauptungen reine Spekulation, sonst nichts. Daran
ändert es nichts, wenn Du sie gebetsmühlenartig wiederholst. Ohnehin ist
Dein Feldzug gegen Linux längst verloren: es ist da, es wird da bleiben,
und Du kannst nichts dagegen tun. ;-)
Barfussläufer schrieb:> DPA schrieb:>>> Das Problem ist kein technisches, sondern ein soziales. ;-)>>>> Na ich weiss ja nicht, ich glaube es gute andere gründe, als nur>> Soziale, warum sich bisherige Alternativen nicht durchsetzen konnten.>> Eigentlich schon, oder anders formuliert, es sind nicht die technischen> Probleme die der TO mit Browserwechsel lösen will.>> Beispielsweise "Werbe-Müll"> hat nix mit Technik zu tun, eher mit Bezahlmoral. Wer bereit ist für> Technik zu zahlen muss nicht auf Pseudo-Finanzierung wie Bezahlmodell> Werbeschlucker. Ähnlich 'tracking'.
Ja, und das ist nur einer der wesentlichen Punkte, an dem viele andere
Themen hängen. Klar, wenn Anwender dazu bereit wären, für die Software
und die Infrastrukturen zu bezahlen, dann ließe sich möglicherweise ein
neues, werbefreies Neointernet aufbauen und finanzieren. Es würde nur
leider alle Menschen ausschließen, die sich das nicht leisten können.
In seiner "Regierungserklärung" hat Andy Müller-Maguhn, als er 2000 in
die ICANN berufen wurde, folgendes geschrieben: "Zugegeben: Auch im
Netzkulturkreis hat ein paar Leuten das mit der Gedankenfreiheit ein
bißchen zugesetzt. Da kam dann die Sache mit dem Geld ins Spiel, und
wenn schon grenzenlos, dann natürlich unendlich viel Geld. Da ich nun
allerdings nicht religiöse Gefühle verletzen möchte, sage ich nicht
„E-Commerce“ und „E-Business“. Glauben Sie doch, an wen oder was Sie
wollen! Aber lassen Sie uns mit Ihren Juristen in Ruhe! Die
Geschäftsleute haben sie leider mitgebracht, die schon beim Kauf einer
Packung Gummibärchen eine Vertragshandlung sehen und die den natürlichen
Akt der Vermehrung von Bits mit so garstigen Begriffen wie „Raubkopien“
versehen." [1]
Das war im Jahr 2000 und erscheint aus heutiger Sicht noch weitsichtiger
als damals, geradezu prophetisch. Aber machen wir uns nichts vor: diese
Geschäftsleute haben eine riesige Menge Geld mitgebracht, von dem dann
viele Dinge aufgebaut und erweitert wurden, von dem wir alle heute und
wahrscheinlich auch morgen noch profitieren -- und nicht nur wir...
Klar, mich nervt das ewige Werbegeflimmer auch. Aber vielleicht ist das
der Preis für ein relativ freies und zugängliches Internet für alle...?!
;-)
[1] http://www.trend.infopartisan.net/trd1200/t421200.html
Da mittlerweile ales Chrom ist was sich browser schimpft ist leider
essig..
(jaja chromium.. mit zwangsupdates .. solche arschgeigen)
Ich hab alte füchse (v36 oder sowas) meinen Opera 12, noch n Safari,
leider ist da viel "browser nicht unterstützt" was von dem ganzen Google
scheiss kommt (frameworks die nur chrome mögen, weil sie von google
sind)
Also hab ich n Opera Next v20 also intermediate lösung (chromium also
schon scheisse generell... aber immernoch besser als der aktuelle Mist)
Möglichst aktuelle Lösung auf meinem "Dienstrechner" ist n v57(59??)
FireFox DeveloperEdition der offline installiert wurde
(damit er sich nicht zur installationszeit updated) weil es der letzte
war bei dem man die updates noch deaktivieren konnte.
(der letzte dvon dem ich sicher war das er kann was ich will)
Du kannst Vivaldi probieren (die echten Opera Entwickler.. benutzen
allerdings auch chromium :()
wird aber nicht viel unterschied machen .. ist halt alles derselbe
google scheissdreck!
'sid
PS schon schlimm wenn man sich netscape und ineterneteplorer
zurückwünscht damit wenigstens wieder das defacto Monopol gebrochen
wird.
sid schrieb:> wird aber nicht viel unterschied machen .. ist halt alles derselbe> google scheissdreck!
Na wenn alles von der Basis her einheitlich ist ists doch super, dann
hat man wenigstens keine Probleme mehr mit "Seite sieht mit Browser xy
anders aus als mit yz".
Solange der Spaß quelloffen ist und jeder sich seine Variante bauen kann
seh ich da schlicht kein Problem.
Reinhard S. schrieb:> Na wenn alles von der Basis her einheitlich ist ists doch super, ...> Solange der Spaß quelloffen ist und jeder sich seine Variante bauen kann> seh ich da schlicht kein Problem.
ist nur leider eben genau die Ansicht die so gefährlich ist..
quelloffen heisst nämlich nicht dass zB Mozilla am Quellcode auch was
ändern dürfte, heisst nur dass sie sehen können was passiert.
(ob und was sie ändern dürfen steht nur in den Lizenzbedingungen)
So darf zB KEINER ab bestimmten Chromium versionen einen Browser mehr
basteln die das automatische update desselben verhindern könnten.
UNd schon das halte ich für ganz schrecklich gefährlich.
So können ganze Technologien von google binnen "Sekunden" per
Zwangsupdate
verhindert werden.
Wann hast Du das letzte mal ne swf gesehen? (nein ist nicht google's
schuld denke ich)
https Zwang den google durchsetzen will ist der HORROR!
https verleitet nämlich user dazu unsicheren Zertifikatsstellen einen
Freibrief zu geben, weil ja keiner liest was in den Warnmeldungen steht.
und DummUser glaubt ja sobald https oben dran steht ist alles sicher!
Sicher ist nur dass Deine Daten zur webseite verschlüsselt sind, die
webseite selbst kann ja dann immernoch kompromittiert sein oder schlicht
zum Datenabgriff bereitgestellt.
(Siehe fakeseiten die NRW CORONA-Hilfszahlungen abgriffen)
Und warum.. weil die Seite bei google oben in der Suchmaschine
auftauchten, weil chromium das Zertfikat akzeptiert hat und weil der
User
sich auf "vertrauenswürdiges zertifikat" im https verlassen hat
(der User in dem Fall war ein Webentwickler.. .. millenial der nur
chromium kennt nehm ich fast an... traurige Sache das :()
ich kann garnicht soviel essen wie ich kotzen möchte.
Und bevor ich mich ob der Ignoranz der Enduser in Rage rede...
verabschiede ich mich mal aus dem thread.
'sid
sid schrieb:> ist nur leider eben genau die Ansicht die so gefährlich ist..> quelloffen heisst nämlich nicht dass zB Mozilla am Quellcode auch was> ändern dürfte, heisst nur dass sie sehen können was passiert.
Wo hast du denn diese Weisheit her?
https://chromium.googlesource.com/chromium/src/+/master/docs/contributing.md
Abgesehen davon muss Mozilla auch nix dran ändern, weil die gar nicht
Chromium benutzen.
> (ob und was sie ändern dürfen steht nur in den Lizenzbedingungen)> So darf zB KEINER ab bestimmten Chromium versionen einen Browser mehr> basteln die das automatische update desselben verhindern könnten.
Chromium wird unter der BSD-Lizenz verbreitet. Jeder, der will, kann
davon einen Fork erstellen und damit im wesentlichen machen, was er
will.
https://source.chromium.org/chromium/chromium/src/+/master:LICENSE> Wann hast Du das letzte mal ne swf gesehen? (nein ist nicht google's> schuld denke ich)
Alle wollten Flash auf Grund der zahlreichen Sicherheitslücken und weil
es proprietär ist möglichst schnell loswerden. Deshalb wurde html so
erweitert, dass man damit das gleiche auch ohne Flash machen kann, mit
einem offenen Standard.
> https Zwang den google durchsetzen will ist der HORROR!> https verleitet nämlich user dazu unsicheren Zertifikatsstellen einen> Freibrief zu geben, weil ja keiner liest was in den Warnmeldungen steht.
Letztens war ich auf einer Seite, die ohne Not https eingesetzt hat. Auf
der Seite gab es wirklich gar nichts, das irgendwie hätte verschlüsselt
sein müssen.
Leider war beim Zertifikat was fehlerhaft, und ich konnte die Seite gar
nicht darstellen. Der Browser hat mir die Möglichkeit dazu gar nicht
gegeben, nicht mal über Tricks oder versteckte Funktionen.
> und DummUser glaubt ja sobald https oben dran steht ist alles sicher!> Sicher ist nur dass Deine Daten zur webseite verschlüsselt sind, die> webseite selbst kann ja dann immernoch kompromittiert sein oder schlicht> zum Datenabgriff bereitgestellt.
Ohne https ist das aber auch nicht besser.
Nano schrieb:> Mozilla hat eine Mailingliste für Entwickler. Melde dich da an und> schildere dort dein Problem. Wenn der Aufschrei aus dem Netz groß genug> ist, wird man das wieder nachbessern.
Da wird's keinen Aufschrei geben, weil das viel zu wenige Leute
betrifft. Da hat Moz schon ganz andere Sachen durchgezogen. Wie die
Ersetzung des alten Pluginsystems durch ein neues mit geringerem
Funktionsumfang; oder die Implementierung von DoH trotz vieler Einwände.
Sheeva P. schrieb:> Auch wenn ich Dich keineswegs als "Lügner" bezeichnet habe oder das> getan haben wollte, nichtmal indirekt
Ich habe das "angeblich" in "Daß der TO damit (angeblich) sein
Debugging-Problem nicht gelöst bekommt" so aufgefasst. Falls das nicht
Deine Absicht war, dann entschuldige ich mich hiermit.
Rolf M. schrieb:> Leider war beim Zertifikat was fehlerhaft, und ich konnte die Seite gar> nicht darstellen. Der Browser hat mir die Möglichkeit dazu gar nicht> gegeben, nicht mal über Tricks oder versteckte Funktionen.
Wahrscheinlich wegen HSTS.
Rolf M. schrieb:> Ohne https ist das aber auch nicht besser.
Blindwütige HTTPS Nutzung verringert aber mMn die Sicherheit weil Leute
glauben nur weil da ein Schloß oder sonstwas ist, ist alles sicher und
perfekt. Sogar Mirrors für zB rpms kommen schon mit HTTPS. Fragt man
nach, dann kommt so Kram wie "Privatsphäre" oder "Schutz vor in-transit
Attacken". Herrgott, wie groß ist denn die Aluhutfraktion um zu glauben,
rpms würden während dem Download ausgetauscht (zumal rpm dank Signaturen
sowas erkennen würde).
Noch schlimmer ist es, alles auf HTTPS zu biegen. So wie mit DoH. Jedes
Furzprogramm kommt nun mit eigenen DNS Einstellungen daher, und als
Admin steht man da. Bisher blockierte man Port 53 (außer für die
Resolver-IP) und hatte die Kontrolle. Bald ist es soweit daß man
debuggen will, aber Browser A nutzt nen anderen DNS als Browser B. Ja
man kann's im Browser einstellen, aber wie lange noch, und für jedes
Programm extra anstatt einer globalen Einstellung?
Aber DoH ist so toll weil es angeblich die Zensur umgeht. Dann wird
geschrieen wie es Firmen wagen können, eigene Rootcerts auf
Arbeitsrechnern zu installieren um wieder an den Traffic zu kommen.
Glauben die Zoomer echt daß deren Arbeitsplatz da ist, um das eigene
Facebook/Instagram/whatever Konto zu pflegen und Onlinebanking zu
machen?
</rant>
Gegensätzliche Anforderungen. Im Unternehmen benötigt man aus diversen
Sicherheitsgründen manche Formen von Kontrolle und Schnüffelei, die
ausserhalb inakzeptabel sind. Ein schwer auflösbarer Widerspruch, wenn
es im gleichen Produkt sein soll. Ist bei Decryption im
Unternehmensperimeter nicht anders.
Was jemand im Unternehmen anstellt, und was jemand privat tut, sind zwei
paar Stiefel. Zwar klingt die offizielle Motivation gleich, nämlich
vor Schaden zu schützen, aber im einen Fall geht es eher um sowas wie
Ransomware oder Ausschleusung von Daten, im anderen ist es die
Versuchung einer politische Kontrolle.
Opera 12 wurde ja einige Male genannt, der Otter-Browser dagegen
nicht. Das ist zwar hauptsächlich ein Ein-Mann-Projekt (mit 51 weiteren
lt. GitHub), jedenfalls bauen die den 12er Opera nach.
Cookieinhalte kann der, wie du ja wolltest, anzeigen.
Es gibt noch embedded cromium, ein api für einen eigenen Browser
basierend auf cromium und alles im Quelltext. Gibt es für verschieden
Programmiersprachen. Ich habe mir mal die C++ Version heruntergeladen.
Das Beispielprojekt compiliert leider "out of the box" unter Windows
nicht ;-(. Habe aber im Moment aber keine Zeit da weiter zu machen.
Vielleicht geht es in die richtige Richtung...
Mich hat damals eine Artikelserie auf Kuketz-Blog hellhörig gemacht.
Die customized user.js
[https://www.kuketz-blog.de/firefox-aboutconfig-user-js-firefox-kompendium-teil10/]
beschreibt einige sehr interessante Sachen, welche gegen die FF Moral
wirken. Der Artikel ist mittlerweile ein gutes Jahr alt, jedoch noch
aktuell und anwendbar.
Jedenfalls nutze ich seit dem die strenge gHacks
[https://github.com/ghacksuserjs] in Kombination mit der eigenen
user-overrides.js und fahre damit den Firefox akzeptabel.
Im Netz läuft on-top noch ein PiHole [https://pi-hole.net/] DNS filter.
Beide zusammen erledigen hervorragende Arbeit. Um die cookies kümmere
ich mich so gut wie garnicht mehr.
Gegen einen neuen [total abgespeckten] Browser wäre ich nicht abgeneigt.
Browsersucher schrieb:> Blindwütige HTTPS Nutzung verringert aber mMn die Sicherheit weil Leute> glauben nur weil da ein Schloß oder sonstwas ist, ist alles sicher und> perfekt. Sogar Mirrors für zB rpms kommen schon mit HTTPS.
Ich hab das bezüglich repositories für debian (debs) schon gesehen. Die
packete dort sind gehasht, und die hashs signiert, der korrekte inhalt
ist also auch ohne HTTPS sichergestellt. Man kann dann per DNS round
robin betreiben, und die mirrors von unbekannten freiwilligen
bereitstellen lassen, und vermeidet so einen Single Point Of Failure.
Aber das geht halt nur ohne HTTPS, weil mit bräuchten ja alle das
private Zertifikat, und dann wäre HTTPS wieder nutzlos und würde nur
Probleme machen. Aber die Leute kommen trotzdem "OMG, kein HTTPS, wie
unsicher!"...
> Jedes Furzprogramm kommt nun mit eigenen DNS Einstellungen daher, und als> Admin steht man da. Bisher blockierte man Port 53 (außer für die> Resolver-IP) und hatte die Kontrolle.
Ja, das ist wirklich der letzte Mist. DoH sollte nicht der Browser tun,
sondern das OS. Unter linux z.B. könnte man das per lokalem Resolver,
oder alternativ per nsswitch lösen, aber nein, es muss in jedes Programm
einzeln...
Noch schlimmer ist es mit blockierten special use domains, da gibts RFC
Standards, RFC 7686 für .onion z.B., der sagt: "This issue is mitigated
if the client's software is updated to not leak such queries". Resolver
& DNS libraries sollen es auch blockieren. Ein zentrales config file zum
wieder einschalten sehen die natürlich nicht vor. Was glauben die
eigentlich, was Läute wie ich mit dediziertem & isoliertem Tor lan netz
(Tor transparent proxy), oder Entwicker von Distributionen wie Tails
jetzt machen sollen? Ein guter schutz vor DNS leaks ist es auch nicht,
die meisten Programme lösen die weiter auf, aber das wichtige wie
Browser und unerwartetes wie Rust Programme halt nicht, dann muss man
hoffen, das da doch noch irgendwo ne config option ist, das wieder zu
erlauben... Falsch implementieren die das oft auch noch, dann geht zwar
*.onion nicht, *.onion. leakt aber wieder. Ich meine, verflucht nochmal,
das muss doch das OS / die Libc oder der Resplver tun, und zwar zentral
Konfigurierbar! Sowas gehört in ein OS weites config file, wie bei
/etc/nsswitch.conf, /etc/resolv.conf, etc., eventuell sogoar in eins von
diesen beiden, aber nein, man standardisiert einfach überall Blockieren
ohne config, es solle Chaos herschen!
timol schrieb im Beitrag #7076925:
> Mastodon ist für Werbetreibende nicht interessant. Die Nutzerbasis ist> zu klein. Es ist wohl nur eine Frage der Zeit bis das mit Werbung> überschüttet wird und die meisten Admins mit dem Löschen nicht mehr> hinterher kommen.
Ja an so einem Donnerstag Morgen ist schon schwer in die Gänge
zu kommen. Kaum zwei Jahre ist es her dass hier geschrieben wurde.
Kalender Kalender schrieb:> timol schrieb:>> Mastodon ist für Werbetreibende nicht interessant. Die Nutzerbasis ist>> zu klein. Es ist wohl nur eine Frage der Zeit bis das mit Werbung>> überschüttet wird und die meisten Admins mit dem Löschen nicht mehr>> hinterher kommen.>> Ja an so einem Donnerstag Morgen ist schon schwer in die Gänge> zu kommen. Kaum zwei Jahre ist es her dass hier geschrieben wurde.
Und? Hat sich in den 2 Jahren etwas geändert was nicht mehr zu der
betreffenden Aussage passt? Oder wolltest du nur trollen?