möglichst schonend Drehencoder aus"löten" bzw. tauschen

Gast #6224597
Lesenswert?

Hallo,

wie löte ich möglichst schonend für die Leiterplatte digitale 
Drehencoder aus?

... die alten Drehencoder dürfen dabei draufgehen, die sind ohnehin reif 
für Ablage "R"...

Wirklich wichtig wäre mir, wie gesagt, die Leiterplatte maximal zu 
schonen (Mainboard eines Waldorf Blofeld Synthesizers, angeblich mag 
dieses längere Lötzeiten nicht so gerne).

Im Moment tendiere ich dazu (sofern möglich) die Beinchen der 
Drehencoder mit einem kleinen Seitenschneider abzutrennen und danach die 
Beinchen einzeln aus der Leiterplatte auszulöten...

Vielleicht hat jemand eine bessere Idee?

best,
Stefan
Gast #6224610
Lesenswert?

Hallo

hört sich gut an.
Bei der Temperatur bzw. Leistung der Lötstation recht großzügig sein -> 
schnelles und "schmerzloses" entlöten, insbesondere bei Pins die mit 
viel Kupfer (Massepins möglichst noch durch kontaktiert...)sind.
Flußmittel (Flux) schadet auch nicht, eventuell wenn so nicht vorhanden 
in Form von Elektroniklötzinn so widersprüchlich das auch für manche 
klingen mag.

Praktiker
#6224614
Lesenswert?

Stefan schrieb:
> Im Moment tendiere ich dazu (sofern möglich) die Beinchen der
> Drehencoder mit einem kleinen Seitenschneider abzutrennen und danach die
> Beinchen einzeln aus der Leiterplatte auszulöten...
>
> Vielleicht hat jemand eine bessere Idee?

nicht wirklich eine bessere Idee ausser

A-Freak schrieb:
> vielleicht noch den
> Seitenscheider durch eine Minifräse ersetzen

Andreas B. schrieb:
> Riskant: Ein Seitenschneider drückt die Anschlüsse etwas auseinander.

und macht gerne Schäden am Lötauge
#6224630
Lesenswert?

Stefan schrieb:
> Im Moment tendiere ich dazu (sofern möglich) die Beinchen der
> Drehencoder mit einem kleinen Seitenschneider abzutrennen

Besser Dremel (noch besser Proxxon) mit Trennscheibe, denn 
Seitenschneider produziert Kräfte.

Dann die Pins einzeln auslöten.

Ja, es gibt Leiterplatten, bei denen dann schon die Durchkontaktierung 
rausgeht, also nicht kräftig ziehen, sondern warten bis das Lötzinn 
überall flüssig ist und nur mit mässiger Kraft ziehen.

Falls doch ein Lötpunkt abreisst: Neuen Drehgeber mit etwas Epoxy 
einkleben, und die Anschlüsse mit kurzen Drahtstücken bis zu intakten 
Leiterbahn verlängern.
Gast #6224812
Lesenswert?

Michael B. schrieb:
> Stefan schrieb:
>> Im Moment tendiere ich dazu (sofern möglich) die Beinchen der
>> Drehencoder mit einem kleinen Seitenschneider abzutrennen
>
> Besser Dremel (noch besser Proxxon) mit Trennscheibe, denn
> Seitenschneider produziert Kräfte.

Die Trennscheibe produziert feinen Metallstaub, den man nicht auf der 
Leiterplatte bzw. zwischen Pins haben möchte.
#6224968
Lesenswert?

Bei den Bilder die ich spontan so finden konnte haben die 
Drehimpulsgeber vier Klammern oben drauf um die beiden Hälften zusammen 
zu halten.
Bieg die doch erstmal vorsichtig auf und schau ob sich der obere Teil 
lösen lässt.
An die Kontakte kommt man ja eher nicht so gut ran.
Aber wenn der Alu-Deckel mit dem Schaft weg ist lassen sich die Pins 
vielleicht schon einzeln auslöten.
#6224984
Lesenswert?

Ich habe gute Ergebnisse mit Hohlnadeln aus Stahl erzielt (Suche "hollow 
needle" bei eBay oder Ali etc.) Die Nadel über den Pin durch das 
flüssige Lot in die Bohrung schieben, so trennt man das Bauteil Pin für 
Pin von der Leiterplatte. Klappt wirklich, zumindest wenn zwischen 
Bauteilpin und Bohrung in der Leiterplatte noch ein wenig Platz ist.
Gast #6225165
Lesenswert?

Hallo

Und die machen das wie?
bei empfindlichen Platinen und ohne spezielles Werkzeug?

Es wird schon seinen Grund haben das "Warnungen" für diese Platine 
existieren (scheint wohl nicht der erste Fall zu sein wo der Drehencoder 
erneuert werden muss).
Ich löte schon seit Jahrzehnten, habe in der Jugend so manche 
(letztendlich sinnfrei - min95% wurden viele Jahre später "entsorgt"...) 
TV Platine abgeerntet - vieles ging einfach aber so manches war nahzu 
unmöglich ohne das vorrangig die Platine oder das Bauteil dran glauben 
musste - trotz Entlötsaugpumpe, viel Übung und schnellen aufschmelzen 
der einzelnen Lötstellen und gefühlsvollen Wackeln.
Und das waren noch Platinen wo doppelseitiges Kupfer recht selten, 
geschweige den welche mit noch mehr lagen, Duschkontaktierungen und 
"riesige Masseflächen waren selten waren und man sehr selten in Gefahr 
kam direkt auch ein benachbartes Bauelement mit aus zulöten.

Heißluft ist auch nicht das Wundermittel, abkleben von benachbarten 
Bereichen mit Captontape aufwendig und auch keine Garantie das alles 
optimal läuft.

Sicherlich kann man sich mit entsprechenden Wissen und einen geeigneten 
Maschinenpark so einiges speziell anfertigen, aber wer kann das schon?

Es gibt leider sehr viele Situationen wo auch Leute die löten können an 
ihre Grenzen kommen und "tricksen" müssen bzw. einiges an Risiko 
eingehen müssen.

Praktiker
Gast #6225228
Lesenswert?

Harald W. schrieb:
> Ich sauge überflüssiges Zinn ab und ziehe das Ding unter Erwärmung ab.

Womit saugst du das Zinn ab und womit erwärmst du die Stelle(n)?

Das sind doch die spannenden Fragen!

> Natürlich darf man nicht minutenlang mit dem Kolben draufherumbraten.

Hat hier ja auch niemand empfohlen, ganz im Gegenteil.
(Firma: مهندس) #6225237
Lesenswert?

Ist letztlich eine Frage der Geschlichkeit, was auch immer man anwendet. 
Abknipsen, Entlötlitze, Absaugen, Edelstahlblech oder -röhrchen ... und 
hängt natürlich von der jeweiligen Situation ab.

Auch im professionellen Bereich wird nur mit Wasser gekocht, meist gibt 
es in jeder Firma 1 oder 2 Leute die das (gut) machen. Vor allem wenn es 
um SMD, Finepitch, BGAs, usw - ich war erstaunt was alles geht.
#6225464
Lesenswert?

Selbst der feine Seitenschneider macht das Beinchen länger und übt damit 
heftigste Kräfte genau entlang des Beinchens und in die ungünstigste 
Richtung aus.

Bei undurchkontaktierten Leiterplatten kann man damit problemlos die 
Leiterbahn abheben. Wenn sie dennoch dranbleibt, hätte sie vermutlich 
auch den Lötvorgang überstanden.
Gast #6226692
Lesenswert?

Stephan schrieb:
>> Womit saugst du das Zinn ab und womit erwärmst du die Stelle(n)?
> https://de.wikipedia.org/wiki/Entlötpumpe  z.B.?

Habe ich (sogar drei Stück), aber ehrlich gesagt komme ich damit nur 
schlecht klar. Durch den Ruck habe ich mir schon mehrmals Leiterbahnen 
abgerissen. Sie saugen oft auch nicht lange genug und verstopfen oft.

Deswegen träume ich von einer Art Zahnarzt-Sauger.
Gast #6648100
Lesenswert?

Stefan schrieb:
> (Mainboard eines Waldorf Blofeld Synthesizers, angeblich mag
> dieses längere Lötzeiten nicht so gerne).

Das ist jetzt schon der dritte Beitrag binnen Tagen, der von der 
schlechten Qualität der Drehgeber im Blofeld-Synthesizer spricht. Wie 
lange wurde der denn verwendet, dass der noch schlapp macht?
Gast #6648386
Lesenswert?

Tobias N. schrieb:
> Das ist jetzt schon der dritte Beitrag binnen Tagen, der von der
> schlechten Qualität der Drehgeber im Blofeld-Synthesizer spricht. Wie
> lange wurde der denn verwendet, dass der noch schlapp macht?

Das ist genau die gleiche Qualität wie die aller Encoder. Ich habe 
nagelneue Alps für Yamaha gekauft, die springen schon am ersten Tag.
Auswechseln ist so eine Sache : Im Yamaha-RM1x zB verwenden sie 
spezielle 6x6-Silikon-Taster mit einem eingebauten Widerstand . Das 
fällt im ersten Moment gar nicht auf. Weil -welcher Idiot-  mißt den 
Widerstand eines Tasters ??  (Ich!!)

Die günstigste Lösung ist 'reparieren' , also Encoder zerlegen, reinigen 
, gleichbiegen und wieder zusammenbauen. Ich glaube, das ist die 
'günstigste' Lösung.
Sprays nutzen oftnur temporär, solange sie 'feucht' sind.

Encoder halten auch nur ~20.000 Betätigungen aus, die sind schnell rum. 
Weil jeder Klick zählt. Encoder-Schmähs: Super! schnell defekt

Beim zB Waldorf Kyra sind manche Scroll-Listen sooooooooooooooo lang, 
daß es einem schwummelig wird. Glaub 4000(!) Wellenformen in 1er langen 
Wuuuuurst . Da kommst mitm Encoder-Tauschen  gar nicht mehr nach...
#6648462
Lesenswert?

Wenn die Dinger tatsächlich so häufig ausfallen, würde ich über eine 
Steckverbindung nachdenken. Andrerseits erschliesst sich mir nicht, 
warum das passieren sollte, optische Abtastung, meinetwegen auch mit 
Hallsensor, da verschleisst doch nix. Oder sind das reine mechanische 
Drehschalter?
Die Encoder in den alten Kugelmäusen hielten ja auch Jahre mit 
sicherlich vielen Millionen Schaltwechseln.
Gast #6648498
Lesenswert?

Uli S. schrieb:
> Die Encoder in den alten Kugelmäusen hielten ja auch Jahre mit
> sicherlich vielen Millionen Schaltwechseln.

Das sind ja keine 'Encoder', das ist nur eine simple Lichtschranke mit 
einem 'Sonnenstrahlen-Rad', das über Gummiwalzen von der Kugel 
angetrieben wird, das das Licht unterbricht. Da verschleist nix, da ist 
nur Dreck.
Bei Encodern ist da ein "Sonnenstrahlen-Kontakt" am Boden, auf dem die 
Kontakt-Federn schleifen. Diese geben mit der Spannung nach, werden auch 
abgeschliffen, und dann spinnt der Encoder. Das ist also rein 
mechanisch.
Die Kontaktfedern kann man nachbiegen. Das ist aber alles lupenklein.

Auswechseln ist meist kostengünstiger, das Problem ist aber, den 
PASSENDEN zu finden. Das ist oft nicht leicht . Sonst kanns passieren, 
daß das Gerät nur jeden 2. oder 5.Wert schalten kann.
Gast #6649153
Lesenswert?

Pardon. Du meintest eine Maus. Ein Encoder ist ein sog. Drehimpulsgeber.
Insofern geb ich dir Recht. Mit 'Encoder' meint man aber meist das 
Bauteil . Wird trotzdem oft nur als 'Drehimpulsgeber' geführt.

Behringer hat -optische- Fader bei gewissen DJ-Mixern. Sind
Schweine teuer .. halten auch sehr lange. (Angeblich)
Gast #6649163
Lesenswert?

Rudi Ratlos schrieb:
> Mit 'Encoder' meint man aber meist das Bauteil

Damit meint man die Funktion, die mechanisch, optisch, induktiv oder 
kapazitiv ausgeführt sein kann. Sie alle haben unterschiedliche Vor- und 
Nachteile. Beispielsweise das Prellen von mechanischen Kontakten. 
Unabhängig von der Realisierung sind das aber alles Encoder.

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren