Hi zusammen,
ich suche einen Onlineshop, der Thermoelemente, am liebsten
Mantelthermometer, vom Typ S oder ähnliches, die über 1300°C messen
können, anbietet.
Ich brauche die für einen Ofenbau. Da ich, wenn das alles klappt,
mehrere brauchen werde, wäre mir eine stetige Quelle ganz recht.
Ich finde allerdings nur welche bis max 1200°C oder irgend so ein
chinesisches Zeug für ein paar Euro dem ich absolut kein vertrauen
schenke. Der Preis sollte unter 150€ liegen.
Kennt ihr vielleicht Quellen?
Liebe Grüße
Brotbacker
Typ S geht halt nur bis 1300 GradC seriös.
Punkt.
Typ B geht dann bis 1500 aber erst ab 600.
Zumal du kaum über 1300 GradC kommen wirst,
weder mit Gas noch Elektro, da Nickelchrom
Heizdrähte auch nicht mehr schaffen.
Da bräuchte man dann die teuren und zickigen
Siliziumcarbid Heizstäbe, oder Sauerstoffbrenner.
Michael B. schrieb:> Typ S geht halt nur bis 1300 GradC seriös.
Irgendwie kann ich mir auch nicht vorstellen, das man derart hohe
Temperaturen zum Brotbacken braucht.
Axel schrieb:> Naja. Härteöfen und Keramik-Brennöfen kommen schon auf > 1000°C> Aber über 1200 bis 1300 °C kommt man da selten
Na ja, Porzellan will 1300-1500 Glas 1000-1600, Eisen schmelzen 1560,
es gibt also schon Gründe für höhere Temperaturen.
Aber da muss man erst mal hinkommen, nicht ohne Grund kam die Eisenzeit
erst lange nach der Bronzezeit, und nicht ohne Grund waren die
Stahlklumpen aus römischen Rennöfen eher Sintergemische als Schmelzen,
nur die (heute Ungarn) hatten das so gut drauf dass selbst die Römer bei
ihnen kauften.
https://www.sammeln-sammler.de/keramik/
Wie MaWin schon schrieb, sind Temperaturen von 1200-1300°C bei z.B
Keramik gang und gebe und werden teilweise auch bei diesen Temperaturen
el. geregelt. Dort hinzukommen ist tatsächlich viel einfacher als ihr
euch das glaube ich vorstellt. Es gibt gute leicht beschaffbare
Isolierungen bis 1700°C. Die Frage ist halt immer, wie viel Isolierung
will ich nutzen (Preis) und wie schwer darf so ein Ofen sein. Moderne
Rotortenöfen erreichen temp. von 3000°C ;)
> Irgendwie kann ich mir auch nicht vorstellen, das man derart hohe> Temperaturen zum Brotbacken braucht.
Ich wusste dass der kommt^^ Es wird auch ein Keramikofen, kein
Brotbackofen.
Dass das für Verwirrung sorgen könnte kam mir erst später.
> Typ S geht halt nur bis 1300 GradC seriös.
Die Typ S Platin Rhodium Legierung geht nach meiner Recherche bis
1700°C.
Das und China? Kein Herstellername? Und Seriös? Ich hoffe du verkaufst
keine el. Schaltungen...
Aber zurück zum Thema, woher bekommt man nun solche Fühler? Ohne
Klimbim, die Auswerteelektronik baue ich selber...
Hallo,
um dir in diesem Fall eine fundierte Aussage geben zu können, brauchen
wir mehr Eckpunkte:
- Tmax
- Atmosphäre: inert, oxidierend, reduzierend, einfache Umgebungsluft
- Material der Heizleiter (nicht jedes TC verträgt sich mit jedem
Heizleitermaterial)
- Muss das TC gasdicht sein?
- Was soll wirklich prozessiert werden? Hier dampft Material etc ab, was
auch wieder eine Rolle spielt!
- LowCost und Hobby oder industriell und funktionssicher?
Ich betreibe Öfen mit Tmax 1250°C (Betrieb, mögliche Tmax der Anlage
höher) z.B. mit Omega Typ D dual Tcs im Molybdänmantel. Sehr kostspielig
da ein TC bei über 1k EUR liegt, jedoch halten die ewig. Falls doch ein
TC bricht springt der Regler direkt auf das zweite TC-Paar um und die
Charge kann normal zu Ende prozessiert werden. Dies ist sicherlich das
obere Ende der Fahnenstange, jedoch ist das auf Grund der hohen
Prozesssicherheit ok. Das ist jetzt die industrielle und
funktionssichere Variante!
Platin-Rhodium ist halt schon sehr teuer wegen der Mäntel, welche normal
artgleich (= teuer) ausgeführt werden.
Wenn LowCost und doch gut: Aluminiumoxidrohr mit zwei Bohrungen, gute
Drahtkombi durchfädeln, vorne Punkt durch verschweissen oder verzwirnen
herstellen und nutzen.
Eine kleine Übersicht über die Mantelmaterial für hohe Temperaturen und
ein Lieferant bei dem ich hin und wieder Standard-TCs beziehe:
https://www.tcgmbh.de/hochtemperatur-thermoelemente/hochtemperatur-thermoelemente-standard-stecker.html
Bitte mehr Infos, dann kann man hier auch mehr dazu sagen.
Viele Grüße
> ...oder "nur" bis 1600°C:> https://www.omega.de/pptst/NB12CP.html
Danke... Typ K bis 1400°C, Das reicht ja.
@Sascha S.
Vielen Dank für deine Infos.
Ich denke ich werde den von omega vorerst in die erste Wahl nehmen. 1k
ist mir gehörig zu viel^^
Aber zu deinen Fragen:
Tmax=1300 (Zieltemperatur, daher evtl. auch Schwankungen >1300°C)
Atmos.: oxidierend und evtl. reaktive Gase. (Weiß noch nicht genau
welche alles Entstehen können.)
Heizelement: Kanthal (vorerst)
Gasdicht?: Nein
Was wird prozessiert: Haupsächlich Keramik und Glasuern. (Daher auch die
reaktiven Gase)
LowCost und Hobby oder industriell und funktionssicher? Die Eierlegende
Wollmilchsau bitte^^ - Nein Hobby. Zumindest im Moment...
Aber dein vorgeschlagener Lieferant sieht auch vielversprechend aus. Ich
schaue mich mal um...
Liebe Grüße
Brotbacker
Hallo,
da also 1300°C deine Solltemperatur ist und daher außer den
Regelschwankungen nicht viel mehr zu erwarten ist (wobei ich eher
glaube, dass du dich bei den Temperaturen langsam annäherst und da keine
großen Schwankungen mehr produzieren kannst) würde ich Typ K testen, da
man hier das Material für einen guten Kurs bekommt samt fertigen
Auswertemodulen mit Nullstellenkompensation sowie die Ausgleichsleitung
auch aufzutreiben sind. Wichtig bei Typ K ist hier der Aufbau deines
TCs, da die typischen metallischen Mäntel ab 1100°C aufgeben. Der eine
oder andere Mantelwerkstoff (teils sogar Heizleiterlegierungen) machen
noch etwas mehr (~1250°C), das reicht dir aber nicht. Du musst ein TC
auswählen, das einen massivkeramischen Fädelkern und/oder Mantelrohr aus
Aluminiumoxid hat.
Hier wurde dir ja von Omega schon das "NB12-CP-K-M12U-600" genannt.
Falls dir das zu kurz sein sollte kann man sich die TCs wie ich oben
angedeutet habe auch selbst zusammenbauen. Man benötigt ein
Aluminiumoxidisolationsrohr mit mindestens zwei Bohrungen für die TC
Drähte (ich würde gleich ein Dual-TC bauen, also 4 Bohrungen). Sowas
gibt's z.B. von Haldenwanger
(http://www.morgantechnicalceramics.com/media/1839/12-keramische-rohre.pdf).
Nun benötigt man TC-Draht, diesen kann man direkt auf der Rolle
erwerben. Je ein paar der Leitungen in dein Rohr einziehen, falls Lust
Kontaktstelle verschweissen (WIG, Autogen, Widerstandsschweissung) oder
"kernig" verzwirbeln. Falls du keine Lust hast extra TC-Draht zu kaufen
kannst du natürlich auch eine (materialgleiche!) Ausgleichsleitung
zerlegen. Fertig ist dein Sonder-TC! :)
Falls du jetzt Bedenken hast, dass irgendwetwas aus deiner Atmosphäre
dein TC vorschnell altern lässt, dann benötigst du noch ein halbseitig
geöffnetes TC Schutzrohr (auch aus Al2O3). Dieses Schutzrohr baust du
sinnigerweise fest in den Ofen ein und schiebst das TC nur hinein. Dann
kannst du das TC zur Sichtkontrolle / Revision einfach rausziehen.
Falls du so ein Schutzrohr verbauen willst, bieten die gängigen TC
Händler auch hierfür fertige TCs an. Beispielhaft:
https://www.tcgmbh.de/thermoelemente/einfaches-thermoelement-keramik-isolierrohrchen.html
Dein Vorhaben ist noch relativ simpel, da kein Unterdruck, spezielle
Atmosphäre... Probiere die Typ K, fürs Hobby passt das, vor allem weil
die Reparatur äußerst preiswert ist. Falls du die Eigenbaulösung wählst
sogar extrem günstig so bald du die Al2O3 Rohre mal hast. Falls jedoch
das Fertige von Omega passt, bist du sicher hier erstmal gut bedient.
Denn Sonst fängst neben dem Ofen noch den TC Bau an...
Viele Grüße
Vielen lieben Dank^^
Den NB12-CP-K-M12U-600 werde ich mir holen. Falls das nicht klappt
versuche ich mich mal an den Eigenbau. Habe ich noch nie gemacht, aber
klingt spannend^^
Liebe Grüße
Brotbacker