Hallo Leute,
Meine Frage: Ich habe einen USB-Stick, dieser ist entsprechend
formatiert, und ich kann über den Windows Explorer Dateien lesen und
schreiben. Ist es irgendwie möglich, über die regulären Funktionen die
der USB-Standard für Massenspeicher vorsieht, Daten im Speicher zu
platzieren, die nicht in der Partitionstabelle erscheinen, und dadurch
am PC an dem der Stick angesteckt wird, nicht direkt sichtbar sind? Die
Daten können daher nur durch direkten Lesezugriff auf die bekannte
Adresse gelesen werden.
Wenn jetzt jemand eine riesige Datei reinschreibt, und meine versteckten
Daten dadurch überschrieben werden wäre das egal.
Wäre sowas technisch realisierbar?
Viele Grüße
Max
Hi
Ja, ist machbar. Um wie viele Bytes geht's denn? Bei paar wenigen kannst
du die in den Sektor mit der Partitionstabelle bzw. In den Bootsektor
schreiben. Ob man da aber ohne Adminrechte unter Windows was rauslesen
kann kann ich dir nicht sagen.
Matthias
Windows findet eine Partition immer (auch wenn das kein NTFS/FAT etc
ist), Du kannst höchstens einen Bereich nicht partitionieren, der
erscheint dann als nicht belegt, und in diesen Bereich direkt schreiben,
das ist mit Windows aber nicht so einfach, das können z.B. manche
Hex-Editoren. Linux kann das easy, man schreibt z.B. nach /dev/sdb
Klar, kannst machen. dd bringt dafür skip und seek mit, damit kannst du
deine Daten außerhalb der Partitionen und damit außerhalb der
Dateisysteme und damit für Betriebssysteme unsichtbar direkt auf den
Stick malen. Allerdings: wenn dein System nicht weiß, dass außerhalb der
Partitionen Nutzdaten sind, kann's auch keine Rücksicht drauf nehmen.
Gerade Windows braucht dann nur noch einen falschen Klick beim
Einstecken des Sticks, und die Daten sind kaputt.
Truecrypt-Container in benötigter Größe erstellen, Daten reinkopieren
und dann die Erweiterung des Containers nach .zip ändern.
Für jeden "normalen" Benutzer ist dies einfach nur eine defekte
zip-Datei.
Du kannst die zip-Datei auch direkt mit Truecrypt öffnen über "Öffnen
mit.."
Verwende Truecrypt in der letzten sicheren Version 7.1
> platzieren, die nicht in der Partitionstabelle erscheinen, und dadurch> am PC an dem der Stick angesteckt wird, nicht direkt sichtbar sind?
Kein Problem. Kauf dir einen 64GB Stick und einen 32GB Stick.
Bau den 64er in die Huelle des 32er ein.
Unter Linux legst du dir eine Partition von 32GB an und eine weitere
32GB.
Die erste fuellst du mit den Daten die du sichtbar haben willst, die
zweite mit den Daten die unsichtbar sein sollen.
Wieder unter Linux liesst du die Partitionstabelle aus und speicherst
sie irgendwo ab. Danach loescht du die zweite Partition.
Jetzt sind nur die Daten der ersten Partition sichtbar. Lediglich wenn
du den Stick neu formatierst wird dir ein windows sagen das es 64GB auf
dem Stick machen koennte, aber wer macht das schon?
Willst du wieder an die Daten so stellst du unter linux die vorher
gesicherte Partitionstabelle wieder her.
Damit solltest du nach Nordkorea, China, USA oder irgendeinen anderen
Schurkenstaat einreisen koennen ohne das sofort auffaellt das du deine
Parnosammlung dabei hast. :-D Aber klar, einer ernsthaften Untersuchung
haelt das nicht stand.
Frueher konntest du auch einfach nur die Partitions-ID aendern. Linux
bietet dir da ja eine reichliche Auswahl. Aber ich glaube Win10 ist
mittlerweile schlauer geworden und versucht dann trotzdem was
anzuzeigen. Lustig war das immer bei Win98. Wenn man da einen Stick mit
einer FAT32 und einer ext2 Partition reingesteckt hat dann kam in einer
Sekunde ein blauer Bildschirm.
Olaf
Oben wurde ja schon TrueCrypt erwähnt, das inzwischen in VeraCrypt
aufgegangen ist.
Du könntest auf dem USB-Stick zwei Volumes anlegen. Das erste ist eine
normale Partition, die von Windows gesehen wird. Das zweite Volume
kannst du mit VeraCrypt verschlüsseln. Unter Windows sind die Daten auf
dem zweiten Volume erst sichbar, wenn du das Volume mit mit VeraCrypt
mountest.
Das hätte auch noch den Vorteil, dass deine versteckten Daten nicht
überschreibbar sind und unter keinen Umständen sichtbar sind, selbst
wenn jemand mit einem Diskeditor auf dem Stick sucht.
Sicher, das auf einem Flashspeicher eine Partition in ihrer logischen
Grenze auf dem Medium bleibt?
Will sagen: Macht dir Wear Leveling nicht einen Strick draus, weil
unbenutzter Speicher Freiwild ist und zur Beschleunigung benutzt wird?
Früher™ hat man gesagt, das man am Ende der SSD 20%
unbenutzt/unpartitioniert lassen muss, damit die SSD nicht irgendwann
abschmiert, weil es keine benutzbaren Blöcke mehr gibt.
Ähnliches gälte für defekte Blocks: das entscheidet der Flashcontroller,
das kann man selber nicht.
Truecrypt oder besser Veracrypt können sowas ähnliches mit dem Hidden
Container.
Nur hat der Hidden auch einen Visible, d.h. jeder weiß, das dein Medium
gecryptet ist, das ist Teil der "plausible Deniability"-Strategie.
In so wie es der OP will nur andersrum können das nur die Chinesen: die
verkaufen 4GB als 4TB. Für 4€.
Da wird an der Firmware des Flashcontrollers rumgepfuscht, damit er mehr
meldet.
Müsste ähnlich auch für "weniger" gehen, ist halt nur schwer einen Stick
zu finden, bei dem man die Firmware verändern kann, und dann muss man
auch noch wissen wie es geht.
Erwin E. schrieb:> Unter Windows sind die Daten auf> dem zweiten Volume erst sichbar, wenn du das Volume mit mit VeraCrypt> mountest.
Das 2. Volume ist aber eine 2. Partition oder eine Datei, beides ist
zumindest sichtbar, im Falle der Datei auch löschbar.
Oder nicht?
Wenns dir um die Sicherheit geht (was bei USB-Sticks ja ein wichtiges
Thema ist), dann würde ich ebenfalls einen Truecrypt-Container
vorschlagen.
Das Problem mit versteckten Daten ist halt, dass man sie zum Einen
relativ leicht findet, und außerdem versehentlich überschreiben kann.
Beispielsweise, wenn jemand sieht "Oh, der ist ja 64GB groß, es ist aber
nur eine 32GB-Partition drauf".
Dann sind die Daten schnell überschrieben.
Es gibt von Truecrypt eine "portable" Version, die mit auf den USB-Stick
geben kann. Dann muss man das nicht installieren, wenn man auf einem
fremden PC an seine Daten will.
Natürlich ist Truecrypt "veraltet". Um irgendwelche normalen Leute und
Kleinkriminelle vom Lesen der Daten abzuhalten, reicht das aber immer
noch locker. Einfach zu umgehen ist der Schutz nämlich nicht.
Μαtthias W. schrieb:> Bei paar wenigen kannst> du die in den Sektor mit der Partitionstabelle bzw. In den Bootsektor> schreiben. Ob man da aber ohne Adminrechte unter Windows was rauslesen> kann kann ich dir nicht sagen.
Partitionstabelle kann nur Admin lesen.
Interessanter sind die bei FAT vorgesehenen "reservierten Sektoren" vor
der eigentlichen Allocation Table. Auf die kann IMHO auch Luser
zugreifen.
Allerdings muss man die beim Anlegen des Dateisystems explizit vorsehen,
darf also nicht das doofe Windows Formatier Tool benutzen, sondern z.B.
mkdosfs unter Linux.
Bonus Punkte gäbe es wenn man dardurch die FATs auf MB-Grenzen
ausrichtet. Das macht z.B. der SDCard Formatter von sdcard.org so.
Oder vielleicht ein Passwortgeschütztes LVM erzeugen?
Ich denke es ist wie vom TO bisher gewünscht technisch nicht möglich..
es ist alles immer Löschbar.
Man könnte es auch Hardwaretechnisch erledigen.
Es gibt ja schon 0-128GB Sticks die nur 4mm länger als der USB-Stecker
selbst sind.. davon baut man 2 in ein größeres Gehäuse. (Zur Sicherheit
den einen komplett verschlüsselt.)
Die beiden trennt man nur auf VCC auf mit Mosfet oder sogar MCU
gesteuert.
Die Aktivierung des Wechsels könnte man über RFID, Reed-Kontakt, NFC,
Bluetooth oder einem kleinen button zum "Morsen" oder was auch immer
machen.
Jens M. schrieb:> Das 2. Volume ist aber eine 2. Partition oder eine Datei, beides ist> zumindest sichtbar, im Falle der Datei auch löschbar.> Oder nicht?
Die VeraCrypt-Partition erscheint als nicht zugeordneter Speicherplatz,
es ist nicht erkennbar, dass da eine verschlüsselte Partition liegt.
Wenn jemand kurzerhand eine Partition in diesem Bereich anlegt, ist es
natürlich vorbei mit der Herrlichkeit, die verschlüsselten Daten sind
dann weg. Das ist aber für den OP scheinbar kein Problem, wie er ja
geschrieben hat.
Ein Datei, die eine VeraCrypt-Contaier enthält, ist allerdings sichtbar.
Nur ist von außen nicht erkennbar, dass es ein Container ist...
Hallo Leute, Danke für die zahlreichen Infos. Ich denke, dass ich da was
passendes zusammenkriegen werde.
Im Wesentlichen handelt es sich nur um ein paar Bytes die nicht sofort
auffindbar sein sollen,
Danke und Viele Grüße
Max
Max schrieb:> Im Wesentlichen handelt es sich nur um ein paar Bytes die nicht sofort> auffindbar sein sollen,
Wenn's sich um einen Schlüssel oder ähnlich wichtigen Kram geht, denk an
das Backup. USB-Sticks sind so schon nicht als besonders zuverlässige
Medien bekannt; wenn man dann noch z.B. die Sicherungsschicht vom
Dateisystem aushebelt, wird es nochmal eine Größenordnung weniger
sicher.
wenn es nur um wenige bytes geht,
verstecke die doch in den meta Daten einer Bild Datei
oder - etwas weniger 'stealthy' -
der Kommentarsppalte einer Audio Datei oder so.
'sid
Erwin E. schrieb:> Die VeraCrypt-Partition erscheint als nicht zugeordneter Speicherplatz,> es ist nicht erkennbar, dass da eine verschlüsselte Partition liegt.
Ah ok, wusste ich nicht, danke.
Eine Stück unbenutzter Speicher ist schon irgendwie auffällig
unauffällig, aber wenn es so geht ist es ja exakt das was er will.
Aber (nochmal): bleiben die da abgelegten Daten erhalten, wenn vorne
eine benutzte Partition dran ist?
Auf einer Magnetplatte beegt sich der Kopf nur in dem der PArtition
zugewandten Teil. Bei Flash nutzt der Controller wild alles was ihm in
die Finger kommt, zum Wear Leveling. Hält der sich an Partitionsgrenzen?
Weiß er überhaupt davon?
Sonst:
- Großen Stick kaufen
- Partitionieren (und des Witzes wegen in ein Gehäuse mit kleinerer
Beschriftung umbauen...)
- Veracrypt-Partition unsichtbar auf dem Rest einrichten
- yaaaay
Erinnert mich an 1 Terrabyte USB-Stick für 10 - 20 Euro by Ebay.
Da wurde auch ein kleiner Stick umgetrickst.
Mit der selben Technik nur halt umgekehrt sollte dein Problem lösbar
sein.
Gruß
Pucki
Jens M. schrieb:> Bei Flash nutzt der Controller wild alles was ihm in> die Finger kommt, zum Wear Leveling. Hält der sich an Partitionsgrenzen?> Weiß er überhaupt davon?
Imho muss der Flash Controller das gar nicht wissen. Wear leveling
findet eine Ebene darunter statt. Der Algorithmus löscht ja keine Daten
(sollte er jedenfalls nicht), sondern weist den Platz einer logischen
Speicherzelle einer physikalischen zu. Wenn er der Meinung ist, ein
physikalischer Speicherblock müsse geschont werden und ihn deshalb durch
einen anderen ersetzt, wird er wohl oder übel erst die Daten der
Originalblocks an die neue Stelle kopieren müssen.
Woher soll der Controller denn überhaupt wissen, welches Betriebssystem
wie auf ihn zugreift und ob ein Speicherblock Nutzdaten enthält oder
(momentan) leer ist? Einer Null sieht man nicht an, ob sie absichtlich
eine Null ist oder ob die Speicherzelle bloß noch nicht beschrieben
wurde.
Also hat der Controller quasi eine Liste welcher Block auf USB-Seite
welcher Adresse auf Flashseite entspricht, und somit wird die "blinde"
Partition vom Controller nicht benutzt, weil eben auf USB-Seite mangels
Partition nicht angesprochen?
Ok, wusste ich nicht. Dann geht das natürlich.
Max schrieb:> nicht direkt sichtbar sind?
A)Auch WENN etwas sichtbar ist, könnte es verschlüsselt sein?
https://de.wikipedia.org/wiki/Spreu-und-Weizen-Algorithmus
B)Ein vermeintlich leerer Speicher könnte auch gelöschte DOS-Daten
enthalten (wo nur ein Bit) verändert wurde. Üblicherweise sollten diese
erst vom System überschrieben werden, wenn der Platz knapp wird?
Max schrieb:> Meine Frage: Ich habe einen USB-Stick, dieser ist entsprechend> formatiert
Also kontrollierst du ihn nicht, richtig?
Dann geht's nicht, was dir vorschwebt. Alles, was dann geht, da haben
die Hacker schon drüber herzhaft gelacht, als du nur das gierige
Glitzern in Augen deines Vaters warst...
Aber selbst dann, wenn du das MSD vollständig kontrollierst, sieht die
Sachlage nicht signifikant anders aus.
Im Prinzip läuft es immer auf einen Wettkampf zwischen den Fähigkeiten
von "Angreifern" und "Verteidigern" hinaus.
Wer in einem öffentliche Forum Tips dazu sucht, hat definitiv nicht den
Hauch einer Chance, zu den Siegern dieser Schlacht zu gehören. Das gilt
übrigens vollkommen unabhängig davon, ob "Angreifer" oder
"Verteidiger"...
Name: schrieb:> Natürlich ist Truecrypt "veraltet". Um irgendwelche normalen Leute und> Kleinkriminelle vom Lesen der Daten abzuhalten, reicht das aber immer> noch locker.
Bei Truecrypt gab es wohl einen Fehler, mit dem man ein verstecktes
Laufwerk nachweisen (aber wohl nicht knacken) kann.
Also Veracrypt verwenden.
Wurde hier schon geschrieben, worum es geht? Daten vor Eltern oder
Freundin zu verstecken ist etwas anderes, als vor einem großen
Geheimdienst.