Rick Grimes schrieb:
> Schon gut Leute, ich habs verstanden. Ich habe mir echt eingebildet,
> dass die Fläche kühler wäre. Und nachdem ich das Datenblatt gelesen
> hatte, würde es mit der weißen Fläche ein Sinn ergeben. Ich habe mich
> wohl geirrt.
Nein. Du hast Dir das nicht eingebildet, auch wenn Dir das hier viele
weis machen wollen.
Wenn man den Finger mit dem man eine Oberfläche anfasst meßtechnisch
betrachtet, dann sind da in den Fingerkuppen unter der Haut
Sinnesrezeptoren die auf Wärme reagieren. Deren Meßsignal wird per
Impulsübertrag über Nervenzellen ans Gehirn gemeldet.
Nun sind die Rezeptoren (und auch noch die Signalübertragung)
nichtlinear und reagieren auch nicht auf die absolute Temperatur (wie
ein IR-Thermometer) sondern auch auf den Wärmefluß. D.h. der Finger mißt
prinzipbedingt etwas anderes als ein Thermometer. Dazu kommt dass der
Finger von innen per Blutkreislauf beheizt wird und die angefasste
Oberfläche kälter ist. Je mehr Energie also abfließt um so kälter meldet
der Sensor.
Wenn nun in der Platine unter der weißen Fläche große Kupferflächen
(z.B. Platine mit mehreren Lagen) sind, dann ist der Wärmeaustausch
anders als sagen wir zu einem Blatt Papier. Und schon fühlt sich das
anders an, obwohl sich alles auf die gleiche Raumtemperatur eingependelt
hat.
Das ist also keine Einbildung, sondern man beobachtet den Meßfehler...
Unsere Sinneswahrnehmungen sind nämlich nicht physikalisch geeicht. Am
bekanntesten ist die wahrgenommene Lautstärke, die nicht mit dem
physikalischen Schalldruck identisch ist. Oder bei optischen Täuschungen
ist die Tonermenge auf dem Papier objektiv gleich aber dennoch sieht es
an einzelnen Stellen unterschiedlich hell aus.