Hi Leute,
ich möchte mein Gitarrenpedal um ein VU-Meter erweitern, um zu sehen, ab
wann Clipping einsetzt.
Entweder mit einem analogen VU-Meter oder als LED dargestellt.
Kann ich denn den Eingangs und Ausgang-Audiopegel vergleichen und die
Differenz mit dem VU-Meter anzeigen lassen sozusagen:
Habt ihr Erfahrung mit dem Thema, oder eventuell gute Lektüre/Links ?
Lg Dom
Ich hätte mir gedacht, ich subtrahiere die beiden Signale und liefere
die Spannung für das VU-Meter oder eventuell die LEDs mit dem
Differenzverstärker, was meint ihr dazu ?
Lg
Das Signal aus dem Gitarrenpedal ist ein anderes als zuvor, verzerrt,
daher bringt direkte Subtraktion nichts. Duz musst vorher die Hüllkurve
bilden, also gleichrichten, um über den Pegel bescheid zu bekommen.
Wenn ich das richtig verstehe, will er ja keine VU-Anzeige, sondern nur
wissen wann Clipping einsetzt. Dazu braucht's keinen ANSI / IEC
Standard.
MaWin schrieb:> Das Signal aus dem Gitarrenpedal ist ein anderes als zuvor, verzerrt,> daher bringt direkte Subtraktion nichts. Duz musst vorher die Hüllkurve> bilden, also gleichrichten, um über den Pegel bescheid zu bekommen.
Reicht da nicht ein Komparator mit etwas Offset? Wenn das geklippte
Signal kleiner ist als das (passend verstärkte) Eingangssignal, dann
schaltet der Komparator um - man kann direkt eine LED ansteuern.
Für die negativen Halbwellen wäre das Ergebnis zwar falsch bzw. die LED
aus, aber solange die Gitarre kein Tiefbass ist, sieht man nicht mal ein
Flackern.
Einfach seine Schaltung mit einem Komparator ohne Gegenkopplung
verwenden, vielleicht erfüllt das schon seine Wünsche ...
Dom schrieb:> ich möchte mein Gitarrenpedal um ein VU-Meter erweitern, um zu sehen, ab> wann Clipping einsetzt.
Hmm, von einem Musiker würde ich erwarten, dass er das schlicht hört und
deshalb keine optische Anzeige benötigt.
Verdammt, ich bin kein Musiker und kann das hören... Naja, zumindest so
ab ca. 1..2%.
> Ich hätte mir gedacht, ich subtrahiere die beiden Signale und liefere> die Spannung für das VU-Meter oder eventuell die LEDs mit dem> Differenzverstärker, was meint ihr dazu ?
Clipping bedeutet, es werden Oberwellen zum Signal hinzugefügt. Dadurch
verändert sich die Wellenform. Eine Differenzbildung im Zeitbereich
könnte also prinzipiell zielführend sein, um das zu detektieren. Gäbe es
da nicht diese miesen kleinen Details...
Es gibt nämlich dabei gleich zwei Probleme:
1) Delay. Dein Gitarrenpedal wird auf jeden Fall irgendeins produzieren,
mit einiger Wahrscheinlichkeit sogar ein variables.
2) Pegel. Dein Gitarrenpedal wird keine konstante Verstärkung für das
unverzerrte Signal haben.
Diese beiden Probleme sind im Zeitbereich kaum zuverlässig lösbar. Oder
anders ausgedrückt: für eine zuverlässige quantitative Anzeige muss man
im Frequenzbereich arbeiten. Also heutzutage: digital mittels µC oder
DSP.
Das Selberbasteln wird sich nicht auszahlen.
zB. LM-3916 und 3914 und div. Kombinationen davon, keine Originale
verfügbar (Schaltpläne) außer du willst es -extrem präzise--, da
solltest aber mit 100,- rechnen .
Alternativ gibts div. Bausätze wie ELV-VU30 (48,-) und Velleman-K4306
(Stereo, 4xLM3916) (~30,-) bzw. K4305 (Doppelmono) (~20,-).
Alle haben gegenüber Selbstbastel einen (1) Nachteil: die Skalen sind
festgelegt und jedes Behringer-Mischpult bietet dir bessere Performance.
Also bleibt -nur- noch 19" American Audio db-Display mkii (€ ,-
variabel)
Ich hab drei im amaZoo um je 33,- erstanden. Dieses läuft (bereits) auf
einem STC12C5A60S2, der (m.M.) verkehrt herum programmiert wurde und
daher gewisse 'Eigenheiten' bietet, die dir leider KEIN anderes Gerät
bietet.
GRUNDSÄTZLICHES:
So etwas wie 'Clipping' gibt es nicht. Du hast einen Pegel, der geht zum
Verstärker, der verstärkt (vereinfacht) diesen Pegel mit meist +26dB.
Über 1/8 seiner Leistung beginnt er (langsam) zu verzerren. Der Pegel
von 0dB muß daher exakt eingehalten werden, da die realen Spitzen 'nicht
angezeigt' werden können.
Für deine Zwecke empfehlen sich 2 Kanal-Geräte, Links Input, Rechts
Output.
Die Vellemans kannst auch auf 50V betreiben, also auch wahlweise am Amp
direkt benutzen. Die Skalen müßten/sollten angepaßt werden. Mir waren
die Bausätze (insb. ELV) einfach zu teuer
Auch ist da immer das Problem des Gehäuses, der Anschlüsse, der
Netzteile, das kriegst bei 19" quasi KOSTENLOS zu
Kannst gerne die zugehörigen 'DIY'-Schaltpläne haben..
oder wie heute üblich, selber goooockeln.
Es gab 1984 in der Elrad mal eine entsprechende Schaltung. Diese besteht
aus einem
Zweiweggleichrichter mit OP (TL074 oder ähnlich). Am Ende der
Gleichrichtung stehen dann ein Spitzenwert und ein Mittelwert jeweils
getrennt zur Verfügung. Die Auswertung der beiden analogen Signale wird
dann über eine digitale Steuerung über einen LM3915 zur Verfügung
gestellt. Die Steuerung wird mit einem NE555 , der ein 60HZ Rechteck
abgibt) so angezeigt, dass für das Auge ein Spitzenwert (PUNKT) und der
Mittelwert als Band angezeigt wird. Die digitale Steuerung und die
genante Anzeige kann man heute mit dem Andruino nachgebildet werden. Ich
habe diese Schaltung 2021 mit den Bauteilen aus der Bastelkiste (LM3915
Orginal) mal nachgebaut . Der Abgleich wird mit einem Sinus von 1Khz und
0,775 mV (0 dB) abgeglichen.
Elrad: == (Heise Verlag)
1984
Heft 7 Seite 61 Bühne/ Studio
Literatur Nachweis:
Johannes Weber Tonstudio Technik
Kap D.IV
Franzis Verlag 1974 München
Aussteuerungsmesser
Franzis Verlag , München
Elrad Laborblätter LED-Skalen elrad 12/1982
P.F. Nicholsen
The BIFET Design Manual
Texas Instruments Ltd. 1980
Stichworte; Spitzenwertgleichrichter mit OP
Die Schaltung werde ich nicht ins Netz stellen: Grund: Urheberrecht.