Berechnung parallelle Widerstände

OP #6350182
Hallo Leute,

jetzt denken die meisten etwas wie "kann der das
nichtmal ausrechnen ?"

Doch, nur ist es oft ziemlich umständlich:
Rv = 1/((1/R1)+(1/R2))
Aber oft weiß man schon was Rv ist (sein soll).
Dann hat man eine Situation wie:

Rv = 8 Ohm (bzw. soll 8 Ohm werden)
R1 = 10 Ohm.
Wie groß muß jetzt R2 sein.
OK ausgerechnet kommt man auf 40 Ohm.

Aber wie drehe ich nun den Formel um, sodaß ich
8 Ohm und 10 Ohm eingebe, und 40 Ohm rausbekomme ?

Hat jemand sowas schonmal umgedreht ?
Dann könnte man einfach diese 8 und 10 eingeben,
um auf 40 zu kommen.

Anderes Beispiel, wieviel muß man parallel schalten
an ein 33 Ohm Widerstand um 32 Ohm zu bekommen ?
War und ist 1056 Ohm.

LG,

Evert
Gast #6350197
Evert D. schrieb:
> Hat jemand sowas schonmal umgedreht ?

Jeder im ersten Semester ET.

Das ist einfaches Formel umstellen, falls du damit deine Probleme hast 
und dich weiterbilden willst: Youtube ist dein Freund.

In der heutigen Elektronik sind die genauen Widerstandswerte oft nicht 
mehr so kritisch (das meiste läuft eh digital ab, da sind die 
Standardwert 1K, 4K7 und 10K).
Das was du grad machst, braucht man meist nur noch bei analogen 
Schaltungen und selbst da wird man eher zwei Rs in Reihe schalten um 
einen beliebigen zu bekommen.

VG Paul
OP #6350202
Hallo Achim !

Ganz vielen Dank !
Soooo einfach, nur muß man eben auf die Idee kommen.
Habe ich es probiert mit das Letzte Beispiel, bekam
ich -40 Ω 'raus !  HAHA
Habe es gleich verstanden:
Die Reihenfolge von 8 und 10 Ω hatte ich verwechselt.
Umgedreht, und das Minuszeichen verschwand wieder :-))

Nochmal ganz vielen Dank !

LG,

Evert
OP #6350209
HaLlo auch Paul,

auch du vielen Dank.
Naja, ich bin mein 'ganzes' Leben damit durchgekommen.
(Bin jetzt 64)
Und das Formeldrehen haben wir früher nie gehabt.
Meistens war ich wohl schlau genug, um es selbst
zu erfinden, aber gerade diese ist mir noch nicht
so wichtig gewesen, und habe dann mehrmals ein
Gefühlswert eingesetzt, und das etwa 10x...  :-))

Nochmal Danke !

LG,

Evert
#6350228
Evert D. schrieb:
> Und das Formeldrehen haben wir früher nie gehabt.

echt jetzt, keine Bruchrechnung gehabt, kgv ggt
Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division von Brüchen, nie 
gehabt?
Wer soll das glauben?
https://www.gut-erklaert.de/mathematik/bruchrechnen.html

OK dann rechne halt mit Leitwerten statt Widerständen.
Parallel Leitwerte addieren sich, man kann Leitwerte addieren 
subtrahieren usw.
#6350509
Evert D. schrieb:
> Rv = 1/((1/R1)+(1/R2))
> Aber oft weiß man schon was Rv ist (sein soll).
> Dann hat man eine Situation wie:
>
> Rv = 8 Ohm (bzw. soll 8 Ohm werden)
> R1 = 10 Ohm.
> Wie groß muß jetzt R2 sein.
>
> Aber wie drehe ich nun den Formel um

Man würde damit anfangen, daß man sie anders schreibt:
1
 1      1      1
2
---- = ---- + ----
3
 Rv     R1     R2

Das ist die ursprüngliche und direkt herleitbare Form der Gleichung. Der 
Kehrwert des Widerstands ist der Leitwert. Und wenn man zwei 
Widerstände R1 und R2 parallel schaltet, dann addieren sich die 
Leitwerte.

Der Vorteil dieser Darstellung ist, daß man sie auch sehr einfach so 
umstellen kann, daß entweder Rv oder R1 oder R2 allein auf einer Seite 
des Gleichheitszeichens stehen. Wenn man bspw. auf jeder Seite den 
Ausdruck (1/R1) subtrahiert, kommt man zu:
1
 1      1      1
2
---- - ---- = ----
3
 Rv     R1     R2

Und voila! R2 steht allein auf der rechten Seite. Jetzt nur noch von 
jeder Seite den Kehrwert bilden und du hast die gesuchte Formel.
#6350651
Achim S. schrieb:

> Und vom Ergebnis nimmst du den Kehrwert.

Kehrwertrechnung gehört heutzutage wohl schon zur höheren Mathematik.
:-)
Wenn man diese Formel benutzt:
https://www.frustfrei-lernen.de/images/elektrotechnik/parallelschaltung-zwei-wiederstaende-formel.jpg
gehts mit zwei Widerständen etwas leichter. "Einleuchtender" ist
aber m.E. die Formel mit Kehrwerten, insbesondere bei mehreren
Widerständen. Wenn man das "Eins durch" völlig vermeiden will,
kann man auch mit der Einheit Siemens statt Ohm rechnen. Wobei
ein Siemens aus "Eins durch Ohm" errechnet wird. Es gibt sogar
Meßinstrumente, die den Widerstand in Siemens statt in Ohm
anzeigen.
Gast #6350736
1
 1      1      1
2
---- = ---- + ----
3
 Rv     R1     R2

>Das ist die ursprüngliche und direkt herleitbare Form der Gleichung.

Sehe ich genau andersherum: Das, was mathematisch eigentlich hinter all 
diesen Netzwerken (= alle, die nur lineare Bauelemente enthalten) steht, 
sind doch lineare Gleichungssysteme. Stellt man nun für die 
Parallelschaltung zweier Widerstände das entsprechende LGS auf (mit den 
Strömen I1 und I2 sowie Rv als Unbekannte) und löst es anschließend über 
die Regel von Cramer, dann bekommt man Rv gerade in der Form Rv = R1 
R2/(R1 + R2) heraus. Der Zähler- und Nennerterm ergeben sich als 
Determinante der jeweiligen Matrix.

Ist also nur eine Frage der Art der Herleitung.
Gast #6350806
> Es gibt sogar
> Meßinstrumente, die den Widerstand in Siemens statt in Ohm
> anzeigen.

Das kann jedes Messinstrument.
Billige muss man umkehren, Profigeräte haben eine Spiegelskala.

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