Einseitige Alu-PCB THT-Kontaktierung?

OP #6419388
Hallo,

für den Bau einer RGB-Taschenlampe frage ich mich wie ich die 
Alu-Platiene mit den LEDs am besten mit dem Treiberborad kontaktieren 
kann. Benötigt werden 6 Kontakte. Am liebsten würde ich die Alu-PCB 
Rückseitig mit 2 1x3 Pin-Leisten versehen, auf die das Treiber-Board 
dann von hinten aufgesteckt wird, da ich mir Rumgefrickel mit 6 Kabel 
ersparen möchte.

Nun bietet z.B. AllPCB aber nur einseitige Alu-Leiterplatten an, sodass 
ich mich frage, ob die Stiftleisten irgendwie sinnvoll zu kontaktieren 
sind. Vorstellbar wäre z.B. die Stifte mit einem 1mm langen Stück 
Schrumpfschlauch o.ä. zur Isolierung zu versehen, und diese dann 
Vorderseitig zu verlöten. Was habt ihr hierzu für Ideen bzw. wie würdet 
ihr die LED-Leiterplatte mit dem Treiberboard verbinden?

Grüße,
Andreas
Gast #6419424
Andreas F. schrieb:
> Nun bietet z.B. AllPCB aber nur einseitige Alu-Leiterplatten an

Also als Ausschließlich-Selberätzer oute ich mich vielleicht, aber wie 
soll man denn bei Platinen mit Aluträger ein zweiseitiges Layout machen?
Selbst nur eine einfache Kontaktierung von der Rückseite her würde ja 
bereits bedeuten, daß man das Alu wegfräsen müsste, ohne die wenige µm 
starke Platine darüber zu beschädigen.
Es geht ja heutzutage vieles, aber Zaubern bisher noch nicht...
OP #6419426
Paule, Bademeister schrieb:
> Andreas F. schrieb:
>> Nun bietet z.B. AllPCB aber nur einseitige Alu-Leiterplatten an
>
> Also als Ausschließlich-Selberätzer oute ich mich vielleicht, aber wie
> soll man denn bei Platinen mit Aluträger ein zweiseitiges Layout machen?
> Selbst nur eine einfache Kontaktierung von der Rückseite her würde ja
> bereits bedeuten, daß man das Alu wegfräsen müsste, ohne die wenige µm
> starke Platine darüber zu beschädigen.
> Es geht ja heutzutage vieles, aber Zaubern bisher noch nicht...


https://www.multi-circuit-boards.eu/en/products/printed-circuit-boards/metal-core-pcb.html

Bei MultiCB schon ;-) Ich vermute der Trick ist zuerst fräsen und 
bohren, dann die Lagen aufbringen.
OP #6419442
Paule, Bademeister schrieb:
> Andreas F. schrieb:
>> Ich vermute der Trick ist zuerst fräsen und
>> bohren, dann die Lagen aufbringen.
>
> Also praktisch eine Art Multilayer, bei der der Kern zuvor eine reine
> Aluplatte ist?

Genau, im Gegensatz zum Selberätzen verwenden die PCB-Fertiger auch bei 
FR4 keine in irgendeiner Art vorbeschichteten Materialien. Ausgehend von 
der nackten FR4-Platte werden alle Schichten aufgebracht, bei 
Metallkern-Leiterkarten eben mit zusätzlicher Dielektrika-Schicht.


Aber zurück zum Thema: Nur für die Kontaktierung 2-seitig zu fahren ist 
unökonomisch, was gibt es noch für Ideen die LED-Platine mit der 
Treiber-Platine zu verbinden?
#6419496
Andreas F. schrieb:
> Die sind jedenfalls schonmal besser als 6 einzelne Kabel abzuisolien!
> Sind die halbwegs flexibel, d.h. zum Ein-/Ausbau des Treiberborads
> Z-förmig faltbar? Wie ist die mechanische Belastbarkeit der Isolierung?

Die Anzahl der Biegezyklen ist natürlich begrenzt, aber solange das nur 
zum Ein-Ausbau ist, ist das unkritisch. Die Isolierung ist durchaus 
robust.

fchk
OP #6419582
Bauform B. schrieb:
> Schau dir mal die Buchsenleiste M20-7810345 von Harwin an. Die
> gehört
> auf die Seite mit den LEDs. Die andere Platine bekommt eine ganz normal
> Stiftleiste. Die Stifte gehen durch genügend große Bohrungen im Alu und
> in der LED-Platine von unten in die Buchsenleiste.

Etwas in diese Richtung habe ich auch schon im Sinn gehabt, hatte dann 
aber Bedenken, dass an der Loch-/Einfräsungskante die Isolierung der 
Leiterkarte womöglich beschädigt sein könnte und dadurch oder durch 
kleine Alugrate an o.g. Kante einen Kurzschluss zwischen einem Pin und 
dem Aluträger entstehen könnte, was bei mehreren solcher Kurzschlüsse 
probematisch wäre...

Bisher erscheint mir die Lösung mit den Jumperkabeln tatsächlich am 
sinnvollsten und billigsten, frage mich aber ob die ggf. scharfen Kanten 
am Alurträger die augenscheinlich recht dünnne Isolierung des 
Jumperkabels beschädigen könnten.
#6419615
Andreas F. schrieb:
> Bisher erscheint mir die Lösung mit den Jumperkabeln tatsächlich am
> sinnvollsten und billigsten, frage mich aber ob die ggf. scharfen Kanten
> am Alurträger die augenscheinlich recht dünnne Isolierung des
> Jumperkabels beschädigen könnten.

Wenn die Lampe in Benutzung ist kann das über die Zeit schon zum Problem 
werden.

Schau Dir mal die Flatflex-Anbindungen für TFTs an. Da wird oft ein 
feinmaschiges Gewebeklebeband an den Knickstellen verwendet. Ich gehe 
stark davon aus daß das genau solches Durchscheuern verhindern soll. 
Sowas könntest Du auch verwenden.

Wenn das wegen der hohen Temperaturen nicht funktionieren sollte, wäre 
vielleicht noch Glasseide eine Variante. Die wurde ja bei für 
klassisches Glühobst ausgelegten Leuchten als zusätzlicher Schutz der 
Isolation für die Drähte verwendet.

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